Single sein ist eigentlich nicht so übel. Manchmal allerdings, an einsamen Sonntagen oder bei der hundertsten Babyparty im Freundeskreis, macht sich die Unzufriedenheit bemerkbar.
Immer wieder sonntags
Sonntag ist der schlimmste Tag der Woche, finden viele Singles. Allein aufwachen, einen langen, einsamen Tag vor sich haben – Horrorvorstellung. Pärchen legen einen kuscheligen Familientag ein, gehen spazieren oder kochen gemeinsam und haben für die Singlefreunde keine Zeit. Na und? Sie haben doch noch andere Freunde, Verwandte, Hobbys, Interessen. Nehmen Sie sich etwas vor, das Ihnen Spaß macht. Na klar, nach einem Nachmittag allein in der Wohnung, kann einem die Decke auf den Kopf fallen. Also raus mit Ihnen! Ob Nordic Walking oder Flohmarktbummel – Hauptsache, Sie sehen etwas anderes als Ihre vier Wände. Und abends? Gehen Sie ins Kino oder eines der Lokale, in denen man sich zum Tatort-Gucken trifft, die gibt es mittlerweile in vielen Großstädten. "Es gibt viele Möglichkeiten, auch den Sonntag in netter Gesellschaft oder interessanten Aktivitäten zu verbringen", sagt Single-Coach Lisa Fischbach. Und wenn keiner Zeit hat: "Nehmen Sie sich bewusst eine Auszeit, gönnen Sie sich einen Wellnesstag extra für sich allein." Übrigens: Auch Paare langweilen sich sonntags manchmal ganz fürchterlich.
Feste der Liebe
Da sind sie wieder, die Feiertage. Am Schlimmsten ist Weihnachten. Das Fest der Liebe drängt sich bereits im September in Form von Marzipanbroten und Spekulatius in den Supermarktregalen in unser Bewusstsein. Wie und wo – und vor allem mit wem, werden wir die Feiertage verbringen? Und wie halten wir die Vorweihnachtszeit mit dem Harmonie-Terror und der penetranten Familienverherrlichung aus? Auch hier gilt: Gute Planung ist Trumpf. Lisa Fischbach: "Überlegen Sie frühzeitig, was Sie über die Feiertage machen könnten. Wenn Sie keine Familie haben oder keine Lust, mit ihnen die Feiertage zu verbringen, entwickeln Sie Plan B. Es geht Ihnen, wie vielen, vielen Menschen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie Gleichgesinnte finden, die sich von einem Alternativplan begeistern lassen."
Die schönsten Wochen des Jahres
Seit Wochen schon nervt die Kollegin mit überflüssigen Infos über ihren Romantik-Trip auf die Malediven. Sie selbst durchforsten lustlos die Magazine der Single-Reisen-Anbieter. Ihre Freunde und Bekannte haben allesamt andere Urlaubspläne. Und allein zu verreisen, kommt für Sie nach dem desaströsen Türkei-Aufenthalt im letzten Jahr nicht in Frage. Am Liebsten würden Sie sich drei Wochen zu Hause eingraben und die Zeit vorspulen. Von Urlaubsfeeling keine Spur. "Nicht nur für Singles ist der Urlaub eine schwierige Zeit", sagt Lisa Fischbach. "Auch Paare haben oft schon im Vorfeld Probleme, sich auf Ziel und Art der Reise zu einigen." Und im Urlaub kracht es dann oft, weil Probleme hoch kochen, die im Alltag untergehen. Auch diese Medaille hat zwei Seiten und Ihre Seite nicht immer die schlechteste.
Das Glück der anderen
Selten wird einem das eigene Alleinsein so schmerzlich bewusst wie in den Augenblicken, in denen wir mit dem Glück der anderen konfrontiert werden. Da bildet sich ein dicker Kloß im Hals, wenn die Hochzeitseinladung lieber Freunde im Briefkasten liegt. Ähnlich scheußlich ist das Gefühl, wenn die beste Freundin verkündet, dass sie schwanger ist, wo wir uns doch selbst so sehr ein Kind wünschen – aber keinen Partner haben. "Solche Momente sind schwer auszuhalten", weiß Lisa Fischbach. "Setzen Sie sich diesen Einladungen nicht aus, wenn sie sie belasten. Flucht ist aber auf Dauer keine Lösung. Was brauchen Sie, um sich in solchen Situationen wohl zu fühlen?" Nehmen Sie den besten Freund mit zur Hochzeit oder erklären Sie der schwangeren Freundin Ihre Gefühle.
Das eigene Unglück
Eine Schulter zum Anlehnen. Danach sehnen wir uns nach einem miesen Tag im Büro, wenn der Chef mal wieder miese Laune hatte oder alles irgendwie daneben ging. Wie schön, jemanden zu haben, der uns dann zuhört, in den Arm nimmt und auf andere Gedanken bringt. Noch schlimmer: Wenn es uns erwischt hat, wir womöglich mit dickem Hals und Brummschädel daniederliegen. Zum Ungemach des Krankseins kommt dann noch das Alleinsein. Und niemand ist da, der uns einen heißen Tee oder eine Wärmflasche bringt, uns den Kopf tätschelt und tröstet. In so einer Situation in Selbstmitleid zu verfallen, ist nicht verwunderlich. Wenn es uns wieder besser geht, ist oft auch der Frust verflogen. Aber dann sind da noch die vielen anderen Momente, in denen uns das Alleinsein zu schaffen macht. Psychologin Lisa Fischbach: "Begreifen Sie Ihr Single-Dasein als einen Lebensabschnitt, der vorübergeht. Wer allein ist, ist nicht automatisch auch einsam. Machen Sie sich das bewusst und steuern Sie dagegen, indem Sie Dinge tun, die Ihnen Spaß machen. Und pflegen Sie Ihren Freundeskreis." Und wenn Sie doch einmal der Frust packt: Denken Sie einfach an die vielen unglücklichen Paare, die gemeinsam einsam sind. Bestimmt fällt Ihnen das Alleinsein dann nur noch halb so schwer. Schließlich ist es ja nur eine Phase.
Diese Artikel können Sie auch interessieren:
>> Singlemänner sind Weihnachtsmuffel
>> Singlemythen
>> Ein Glück, ich bin Single!
>> Die Single-Typologie
>> Buchtipp: Live alone and like it!
12 Kommentare (älteste zuerst)Begreifen Sie Ihr Single-Dasein als einen Lebensabschnitt, der vorübergeht.
Bei mir klappte das zwanzig Jahre lang, aber seitdem fällt es immer schwerer, es weiterhin als einen vorübergehenden Lebensabschnitt aufzufassen.
..wohl wahr…. vorübergehend.. aber sei getröst, auch 20 Jahre Beziehung am Stück können die Hölle sein – vor allen Dingen, wenn es vorbei ist. Das Loch ist dann tief.
Trotzdem: Kopf hoch!
…. ihr habt beide Recht. Und trotzdem ist es schwer. Unter dem Jahr ist "alles" in Butter. Aber gerade jetzt in dieser Zeit – nicht zum Aushalten. Die drei Weihnachtsfeiertage, Sylvester+Neujahr = absolut grausig!
Wünsche euch beiden aber viel Glück – das es doch noch (vielleicht "rechtzeitig") klappt
Man sollte sich zusammenschließen und feiern!
gute idee..:-) ute…..warum nicht ? was spricht eigentlich dagegen?
Nach 40 Jahren, 31 davon als Ehepaar mit drei erwachsenen Töchtern, fällt es mir nach einem Jahr noch unendlich schwer allein = einsam zu sein. Die Kinder sind zwar da, doch sie führen ein eigenes Leben. Ob ich es jemals schaffe, die von mir vorgenommene Trennung zu verarbeiten?
Single sein und leben bedeutet für mich Entwicklungspotential in sämtlichen Lebenslagen.
Ich erlange nebst Alter auch Reife – ist das nicht wunderbar?
Das 1. Weihnachtsfest alleine, nach 25 Jahren Ehe, war die emotionale Hölle…bin so froh das es jetzt endlich rum ist…!!!!!! Habe schon Angst vor dem nächsten Jahr.
Mir ist es gleich gegangen ,aber es kann nur besser werden Gruß Seppl
Bin seit 6 Jahren verwitwet – also Single. Ich lade mir Leute ein, Verwandte, Freunde, etc. dann ist das Alleinsein nicht fühlbar. Trotzdem denke ich, dass für mich da draußen noch ein liebenswerter Mensch auf mich wartet. Also, Kopf hoch im Neuen Jahr.
Single schön und gut aber ich komme grade über die Runden in meiner Wohnung, ich habe niemanden und kenne niemanden, Ich muss das auto stehen lassen am Wochenend, weil ich mir rumfahren nicht leisten kann, fortgehen, Kino, Wellness bei meinem Gehalt ein ding der Unmöglichkeit. Das Leben macht keinen Spaß mehr, man arbeitet nur noch um zu leben, und um seine Aufgabe zu erfüllen in diesem kaputten korupten System. Keine Ahnung wie lange ich das noch aushalte. Ich bin völlig leer und es gibt wirklich nichts mehr, das mich hält.
Hallo liebe Singlegemeinde,
ich bin fast 30 Jahre ein Teil eines Paares, dann Ehefrau und Mutter gewesen. Habe mich vor 2 Jahren getrennt und bin dann nach 1-jähriger neuer Partnerschaft, die ein Tag! nach meiner Trennung begann, seit 9 Monaten nun "Single".
Ich habe dadurch einen gewissen Überblick gewonnen…..auch durch "Singlefreunde/innen in den langen Jahren. Und durch eigene Erfahrungen.
Ich bin fast 49 Jahre, weder besonders schön, reich noch übermässig erfolgreich oder intelligent. Doch es fällt mir ganz schön schwer "Single" zu bleiben.
Recht viele Männer sind interessiert.
Resümee meinerseits: Ansprüche dem Eigenbild anpassen, lebendig und locker sein, gepflegtes Aussehen, gute Figur, Witz und realistische Vorstellungen des sogenannrten "Traumpartners" sind hilfreich.
Es ist nämlich umgekehrt: Single zu bleiben ist unheimlich anstrengend…….50 Prozent der Menschen,sind vom anderen Geschlecht und auf jeden Pott passt nen Deckel….
Lasst es Euch gutgehen!
Viel Spass noch beim Finden
anett