Seit dem Filmstart
Freunde mit gewissen Vorzügen mit Justin Timberlake und Mila Kunis wird sicherlich nicht nur in Frauenkreisen hitzig diskutiert. Tiefe Freundschaft trifft leidenschaftlichen Sex. Geht das wirklich oder ist das nur wieder ein typisches Hollywoodprodukt?
Ein neuer Trend, gesellschaftliche Utopie oder kann diese aufregende Kombination tatsächlich funktionieren? Vor allem ohne Verletzung für einen der beiden Akteure?
In der Komödie scheint das zunächst gut zu funktionieren. Nähe, Sex auf Abruf, eingebettet in die Vertrautheit einer Freundschaft. Dazu die Vorteile des Singlelebens: Wenig Verpflichtungen, Freiraum, sich nicht rechtfertigen zu müssen, wie man den Alltag lebt, wohin es einen treibt, was man sonst noch so mit seiner Zeit macht. Hört sich für einige sicher verlockend an. Und das nicht nur für frisch Getrennte, Beziehungsphobiker oder leidenschaftliche Singles.
Ein solches Arrangement kann möglicherweise gut gehen – jedenfalls für eine gewisse Zeit. Doch es birgt ebenfalls einiges an Risikopotential. Geht die prickelnde Kombination schief, weil sich nur einer in den anderen verliebt und eine feste Beziehung will, rauschst ziemlich wahrscheinlich die Freundschaft mit den Bach runter. Denn in dem Moment, in dem sich Gefühle ausbreiten und in die Freundschaft miteinfließen, lässt sich nachträglich nicht mehr auf Neustart drücken. Das Reizvolle an dem Modell Friends with benefits ist die Vertrautheit, die zwischen Freunden bereits besteht. Meist herrscht Intimität, Nähe und das Gefühl, sich alles sagen zu können. Qualitäten, die ebenfalls in einer Partnerschaft gesucht werden. So ist auch Freundschaft eine wichtige Säule der Liebe.
Zeigt der Film also einen Trend auf? Meiner Meinung nein. Dieses Beziehungsmodell demonstriert eher ein zunehmendes sexuelles Selbstbewusstsein aufgeklärter Frauen. In dem Hollywoodstreifen nimmt sich nämlich eine Frau selbstbewusst Sex ohne Beziehung. Das wird häufig ausschließlich Männern attestiert. Ebenso die Eigenschaft, Liebe und Sex trennen zu können. Dass dies auf Dauer äußerst selten ohne Stress und das Entstehen von Beziehungswünschen funktioniert, zeigt der Film. Zwanglosen, aber erfüllenden Sex genießen in der Einbettung einer vertrauten Freundschaft ist als Dauermodell wohl meist eine Illusion. Dann stellt sich auch hier die Frage nach der Verbindlichkeit.
Spannend aber, dass in Hollywood die moderne Frau mittlerweile als selbstbewusstes sexuelles Wesen wahrgenommen wird.