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Stigma: Alleinerziehend
Stigma: Alleinerziehend (Kategorie: Alleinerziehendenblog)
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S. ist alleinerziehend. Sie erzählte mir neulich, wie gehörig es ihr auf den Keks gehe, dass sie ständig betroffene Blicke und mitleidige Kommentare erntet, wenn sie sich als Single-Mum outet. "Ach, das ist aber schade!", habe erst gerade eine ältere Dame geradezu schockiert ausgerufen.

Aber S. findet das ganz und gar nicht schade. Eigentlich geht es ihr nämlich super. Sie arbeitet als Assistentin der Geschäftsleitung einer kleinen Film-Produktionsfirma und hat zu dem Vater ihrer achtjährigen Tochter ein gutes Verhältnis.

Er ist inzwischen verheiratet und hat eine weitere Tochter mit der Neuen. Er nimmt die Kleine regelmäßig und zuverlässig und sie ist ausgeglichen, fröhlich und in ihre zweijährige Schwester völlig vernarrt. Auch S.s Eltern und ihre Schwester leben nicht weit entfernt und der familiäre Zusammenhalt ist bestens. Eigentlich also alles super.

S. wünscht sich einen Partner. Aber nicht um jeden Preis. Sie ist Ende Dreißig und hat sich prima in ihrem Leben arrangiert. "Ich bin allein, aber nicht einsam", sagt sie. "Und bevor ich Kompromisse eingehe, mit denen ich nicht glücklich bin, bleibe ich lieber allein." Zumindest vorerst. Alles Weitere werde sich dann schon finden.

Nach einem frustrierten Leben klingt das nicht. Den oder die typische/n Alleinerziehende/n gibt es nicht. Genauso, wie es den typischen Single nicht gibt. Denn auch, wer sich einen Partner wünscht, ist nicht automatisch unglücklich und bemitleidenswert. Womöglich ist sein Leben durchaus lebenswert und in vielen Bereichen wesentlich erfüllter als das eines Paares. Es kommt eben darauf an, was man daraus macht.

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3 Antworten zu “Stigma: Alleinerziehend”

  • Moni sagt:

    Hallo, oft sucht man sich das ja nicht aus, dass man eine alleinerziehende Mama ist. Aber kann man einfach den Kopf in den Sand stecken? Nein eigentlich nicht! Wir werden nur stark dabei. Und ich glaube, wir können alle Stolz auf uns sein, wir Alleinerziehenden, dass wir alles so gut im Griff haben: Arbeit und Kinder.
    Ich bin es jedenfalls und auf meine vier Mädels, die ihr Leben meistern.

  • Muriel sagt:

    Liebe Moni, kann dir nur beipflichten. Finde es äusserst evident Kindern zu zeigen, dass mit Willen und Engagement vieles möglich wird, dass in einer ausweglosen Beziehung zu ersticken droht. Mut zur Offenheit, den Kindern zu liebe.
    Freiheit für unsere Kinder; benutzt sie nicht als Beziehungspfeiler!
    Sie danken es euch aus vollem Herzen.
    Bleibt stark.
    Die Sonne soll für Alle scheinen!

  • Kein Stigma sagt:

    Mir geht es ähnlich.
    Ich bin extrem stolz, auf das, was ich so alleine bewerkstellige. Und bin frei in meinen Entscheidungen.
    Obwohl, so ganz allein erzieht ja niemand seine Kinder. Irgendein Netzwerk braucht jeder mit Kindern. Habe gerade ein interessantes Buch über den Familienstand Alleinerziehend gelesen. Und wie schon geschrieben, es gibt nicht DIE Alleinerziehende. Die Vielfalt ist enorm. Wenn immer gesagt wird, dass 40% auf Hilfe vom Staat angewiesen sind, bringt mich das schon auf die Palme.
    Erstens: Ist diese Familienform im Gegensatz zu verheirateten Eltern nicht steuerlich begünstigt. 100% der Ehen werden aber vom Staat gefördert. Zweitens: 60% ernähren ihr Kinder demnach durch ihre eigene Arbeit. Darauf kann man stolz sein, meist noch ohne Unterhalt für die Kinder.
    Leider brauchen Menschen wohl immer solche Schubladen.
    Ich hoffe, dass man irgendwann in Deutschland als Familie zählt, weil man Kinder hat.