Und irgendwann ist es vorbei. Das ist eigentlich das Sensationelle am
Trennungsschmerz: Er ist vorbei.
Obwohl man sich das nie vorstellen konnte. Und trotzdem ist er mal dahergekommen, als würde er nie gehen.
Als wäre er gekommen, um zu bleiben. Das Schlimme: Man hat ihm das sogar geglaubt. Es kann einem meistens nur peinlich sein, wie sehr man an sein eigenes Elend glaubt. Immer wieder. Manche verstehen bereits mit 24, dass es immer irgendwie weiter geht, manche erst mit 52. Manche natürlich auch nie. Die werden besonders wütende Beiträge schreiben, wenn ich sage:
Je schneller man versteht, dass es vorbei ist, desto schneller werden neue Gefühle Platz haben. Wer sich an das, was kaputt ist, klammert, der wird mit dem sinkenden Schiff im Zweifel untergehen. Solltet ihr auf euer Herz hören? Das Herz ist ein mieser Heuchler. Es erzählt euch immer dasselbe und konfrontiert euch nie mit harten Wahrheiten. Das Herz ist gut um einen Partner auszuwählen. Sobald die Dinge nicht mehr ganz toll sind, ist das Herz kein Berater mehr auf den man sich verlassen kann.
Hört doch mal auf euren Verstand. Einfach mal ausprobieren. Euer Herz wird euch erstmal wehtun um zu zeigen, dass man es nicht ignorieren darf. Klar. Aber was denkt Ihr, geschieht zwölf Monate später? Oder 24? Euer Verstand wird immer noch treu sein, euer Herz hat immer noch dieselben Ratschläge für euch bereit. Susanne heißt jetzt nur anders und die neue Beziehung ist natürlich ein ganz, ganz anderer, einzigartiger Juwel als die acht davor die einem auch so vorkamen. Das macht das Leben einfach, solange alles gut läuft und es macht ein Leben miserabel, wenn es schief geht.
Darum ist es gut, wenn man ein paar Monate später merkt, dass der Verstand einem sagt, ob es richtig oder falsch war. Ob sich am Ende alles gelohnt hat – und wo es jetzt hingeht.
Einige wenige werden auch nach Jahren noch mit ihrem gebrochenen Herzen kämpfen. Den Schmerz spüren. Das sind entweder die Leute, die es so wollen oder aber die, denen sehr schlimm weh getan wurde. Letztere können einem nur leid tun. Denn so etwas kann dauern. Und es gibt dann irgendwann kein einfaches Rezept mehr.
Mit solchen Fällen beschäftigen wir uns aber sicher auch bald. Nächste Wochen zum Beispiel, wenn wir mal genauer darüber nachdenken, was die Fallen sind in die man tappt – Und wie man denen am Besten wieder entkommt.
Mir ging es früher häufig so, dass der Schmerz einfach nicht aufhören wollte. Heute fühle ich mich fast etwas blöd dafür. Aber tut es erst so richtig weh, kann man dagegen nichts mehr tun.
Manchmal ist man aber auch so schwer getroffen, da sind ein paar Monate gar nichts.