Ich bin sehr eigenständig und kann mich sehr gut organisieren. Nur bei den Männern greif' ich immer daneben. Was mache ich nur falsch?
Liebe Experten!
Es scheint, ich tappe bei meiner "Männerwahl" immer in die gleichen "falschen" Fußspuren. Ich bin selbst sehr eigenständig und kann mich sehr gut organisieren.
Ich habe mein Leben sozusagen im Griff. Wünschen würde ich mir, dass mein Partner mir gewisse Entscheidungen auch mal abnimmt, die Zügel in die Hand nimmt, selbst ein Macher ist, der Hobbys pflegt, Ideen hat und diese auch verwirklicht. So lerne ich die Männer auch kennen. Doch stellt sich schnell heraus, dass sie im Allgemeinen eher Phlegmatiker sind, die überhaupt nichts im Griff haben. Beispiele: Mit 35 Jahren noch Student ohne Wohnung und Einkommen. Mit 45 Jahren bereits fünf Jahre dabei ein Haus zu sanieren und den Job zu wechseln – nichts passiert. Es bleibt bei großartigen Ideen und die Organisation des Alltags bleibt mehr oder weniger alles an mir hängen. Was mache ich nur falsch?
Danke für Ihren Rat!
Charlotte*
*Name von der Red. geändert
Antwort: "Ziehen Sie schneller Konsequenzen!"
Liebe Charlotte,
starke Frauen, die unabhängig und selbstbewusst sind und dies auch ausstrahlen, ziehen nicht selten Menschen an, die diese Eigenschaften sehr schätzen und sich in ihren Bedürfnissen nach Stabilität, sich anlehnen, die Regie ab und an abzugeben zuhause fühlen. Einer Frau wie Ihnen kann man vertrauen: Sie wissen, wo es lang geht. Und das spürt auch Ihr Gegenüber. Zwar erwartet nach wie vor ein in der Gesellschaft tief verwurzeltes Rollenverständnis von einem Mann Selbständigkeit, Führung, Entschlossenheit und Stärke. Doch viele Männer entdecken zunehmend Gefallen daran, diese Rollenerwartungen nicht mehr zu entsprechen, sondern sich mit anderen Seiten und ihren Bedürfnissen nach Anpassung und Führen lassen in eine Beziehung zu begeben.
Dass es zu einem Rollenkonflikt kommt, wenn sich beide anlehnen wollen und Stabilität beim anderen suchen, liegt auf der Hand. Was Sie tun können? Die Frage ist, was Sie dazu tun, dass Sie diesen einen Typus Mann so deutlich anziehen? Möglich ist, dass Sie Ihre weiblichen Seiten (ich verwende die geschlechtsspezifische Bezeichnung hier verständnishalber etwas klischiert) zu wenig beim Kennenlernen im Außen zeigen. Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie würden sich selber kennenlernen. Welche Frau begegnet Ihnen da? Wie ist diese, wie erlebt ein Mann sie? Woran würden Sie erkennen, dass diese Frau auch weiche, anlehnungsbedürftige Seiten hat? Schwierig ist, hinter einer Frau, die entschlossen und tatkräftig ihren Mann steht, eine Person zu entdecken, die gerne einmal das Ruder abgeben würde, um sich ganz fallen zu lassen. Würden diese Seiten wahrgenommen werden können, würden wahrscheinlich andere Männer dadurch angesprochen werden.
Zum anderen rate ich Ihnen, schneller Konsequenzen zu ziehen, erkennen Sie, dass Sie wieder einmal einen Mann angezogen haben, der im Grunde Ihren Bedürfnissen nicht entspricht. Einen Menschen zu veranlassen, sich zu verändern oder sich nach den eigenen Wünschen zu entwickeln, ist kaum möglich und zerstört meist mehr die Beziehung, als dass sie dadurch gewinnt.
Beste Grüße,
Lisa Fischbach