Eigentlich ist sie schon längst weg, die Liebe. Aber beide Partner bleiben trotzdem noch da.
Das ist eine Frage, die manchmal an einem Ort mit so vielen Singles wie bei ElitePartner, nicht so dringlich erscheint. Aber es gibt neben den Leuten, die unter Trennungen leiden, eine zweite große Gruppe trauriger Menschen in kaputten Beziehungen: Diejenigen, die sich nicht trennen.
Wie viele Male hat man gesehen, wie Männer sich von ihren Freundinnen demütigen lassen, wie Freunde von den Partnern beschissen werden, Frauen unter kranken Freunden leiden…die sie überwachen oder man hat Freunde, die einfach nur traurig sind. Denen es schlecht geht. Die aber ihre Beziehungen nicht loslassen. Menschen trennen sich nicht, wenn es Sinn macht. Sie trennen sich nicht, wenn es gut für sie ist. Menschen trennen sich oft erst, wenn es nicht mehr anders geht. Und je mehr man eine Beziehung braucht, umso mehr ist man bereit sich aussaugen und zerstören zu lassen, um nicht allein zu sein. Trennungen sind manchmal etwas, das Leute nicht schaffen.
Eigentlich ist es dieselbe Angst, die uns nach der Trennung befällt, die uns auch davor im Griff hat, allein zu sein. Wie begründet eine solche Angst ist, spielt dabei keine Rolle. Ich habe 22jährige Models mit meterlangen Schlangen an Verehrern gesehen, die überzeugt waren, nie einen Mann zu finden. Und Freunde von mir, die von allen Frauen im Raum angeschmachtet wurden, während sie mir erzählten, wie sie die ewige Einsamkeit vorbereiteten. Man bleibt beim Partner, weil man nicht weiß wie es ohne sein wird. Das Unbekannte ist halt doch ein schreckliches Ding und selbst wenn es quält, so ist das Vertraute auch immer Sicherheit.
Natürlich kann so was mal zur Besserung führen. Meine private Statistik an Beobachtungen ist dabei eher ernüchternd. Sehr, sehr ernüchternd.
Funktionierende Beziehungen sind halt leider nicht gut funktionierende Beziehungen.
funktionierende beziehungen sind meistens nur funktionierende deals. es kommt aut die art des vertrages an, und wenn das "geschäft" für beide unterm strich gewinnbringend ist bleibt man eben zusammen. Mit liebe hat es wenig zu tun…eher mit "agreements", an die sich beide konstant und zuverlässig halten.
Es minimiert das risiko hier draussen verletzt zu werden, gibt sicherheit…und vor allem halt.
Ich sehe das anders, als der 1. Kommentator. Was muss er für ein trauriges Leben bzw. Partnerschaft führen? Und "da draußen…"??? Wir sind doch nicht im Dschungel. Es kommt immer (!) auf die eigene Einstellung an. Man kann alles düster und nüchtern sehen und sich ständig bedroht fühlen, oder man sieht auch eine Trennung als Chance. Man weiß, dass es erst einmal weh tut, schwierig wird, vielleicht sogar einsam, aber dann kann es gut, neu und schön werden. Und das wird es in den meisten Fällen. Gut, neu, schön. Die Arrangements gab es zu anderen Generationen, da konnte/wollte man kein Gerede riskieren. Aber heute? Lieber die große Liebe gehen lassen und dafür an (nicht) Bewährem festhalten, nur weil man eine scheinbare Sicherheit hat. Was ist das für ein Mist. Und arm und traurig.
Ich bin auch in so einer verkrampften Beziehung… Irgendwann muß Schluß sein. Man darf sich nicht von der Angst vom Alleinsein kontrollieren lassen! Was der Autor und S. sagen ist verdammt richtig…
Ich stimme S ganz klar zu – eine Mittelwegsbeziehung geht gar nicht – lieber bin ich den Rest meines Lebens alleine, da habe ich sicher mehr Spaß am Leben als in einer gewollten und nicht mehr gekonnten Partnerschaft. Aber leider kenne ich genug Mittelwegsbeziehungen – jeder wie er möchte (-:
Eine Beziehung funktioniert über Jahre nur, wenn beide Seite sich auf Kompromisse einlassen und auch NUR dann. Eine Beziehung wechselt man doch nicht mal eben so wie einen Anzug, bloß weil es hier und dort mal kneift oder einfach mal Lust hat auf etwas anderes. Dann war es auch nicht die wahre Liebe. Für manche Menschen ist eine Flucht, auch aus einer Beziehung, der einfachere Weg, vielleicht aus der Angst heraus, sich den Problemen zu stellen, die es in einer Partnerschaft hin und wieder nun einmal gibt. Ich gehe lieber den steinigeren Weg und kämpfe um meine Beziehung.
Meiner Meinung nach spielt der finanzielle Aspekt die größte Rolle bei einer Trennung. Entweder Verzicht auf alles Aufgebaute oder ein Leben mit Schulden und Einschränkungen danach. Der nächste Grund ist, wenn ich auch dafür Prügel bekommen werde, keinen verfügbaren Sexualpartner mehr zu haben. Auch die Angst im Alter alleine zu sein "kettet" Menschen zusammen. Paare bleiben vorwiegend aus dieses Gründen beisammen, obwohl ihr Leben eine einzige Lüge ist.
in der Beziehung heisst es doch " in guten wie in schlechten Tagen " meine Ex-Frau hat vor drei Jahren angefangen, sich zu verwirklichen , alle unsere Freunde gekappt wg. Durchstart im Beruf ( war Dauerstudentin ) und dabei hab ich nicht gemerkt, dass Sie auch unsere Ehe gekappt hat – mein Verstand sagte mir schon vorher: Du musst beenden – Du wirst nur noch ausgenutzt – aber mein inneres Ich "der kleine Junge" sagte mir immer lass nicht los – denn dann bin ich so alleine ..
Der Grund ihrer Unfähigkeit sich zu trennen liegt nicht nur im eigenen mangelndem Selbstbewußtsein, sondern auch in der bedauerlichen Tatsache, daß Beziehungen häufig nur die Funktion des Entertainments zwischen Partner haben. Die meisten Menschen in unserer Gesellschaft sind nicht in der Lage sich mit den, von Einstein bereits dargelegten, leeren Schubladen in ihren Gehirnen zu befassen. D.h. sie kennen weder den Reiz einer Oper, den Reichtum eines Theaterstücks, die Freiheit in der Literatur, den wirklichen Genuß des Studiums eines Kunstwerks, die Erhabenheit der Barockmusik, die Tiefe eines Klavierstückes von Eric Satie, die Größe der italienischen Renaissancearchitektur, die Seele einer Skulptur Rodins, die immense Bedeutung der Nanotechnologie, die Tragweite erneuerbarerer Energien, die Gründe für die Zunahme der Fortschritte in der Biochemie, und vieles vieles andere.
Was sie jedoch kenne sind ihre Kinder, ihren Urlaub, Ihre Eltern und ihren Arbeitsplatz, ihr Auto, ihre Schulden und ihr TV nebst jeden Comedy-Mist – und ihre überzogenen und rein egoistische Konzentration auf den Lebensgefährten welchen sie im Falle einer Trennung für ihre eigene Unfähigkeit sich mit sich selber, der Welt und den wirklich wichtigen Dingen im Leben zu beschäftigen. Jede Liebesbeziehung brirgt Egoismen – und das ist ok weil natürlich – aber jede Trennung birgt noch weit mehr Egoismen und der schlimmste Egoismus davon ist das ängstliche Festhalten an gewohntem weil man sich vor der eigenen Courage und den eigenen Fähigkeiten fürchtet. Die Unfähigkeit sich zu trennen ist häufig auch die egoistische Unfähigkeit zu erkennen, daß man dem Partner Platz machen muß für dessen Freiheit sich selber wieder zu entdecken…..aber man bleibt lieber an seinen eigenen Fehlbarkeiten kleben und macht es so sich selbst und dem anderen täglich schwerer.
Ich erlaube mir ein PS:
Einsamkeit ist das Schönste was man haben kann, wenn man weiß, sein Leben mit interessanten und anspruchsvollen Dingen und wissen zu füllen….und wenn man diese Einsamkeit gelernt hat zu füllen….dann stehen andere erfüllte Menschen Schlange, um mit solch’ einen interessanten Menschen ein Leben gemeinsam zu verbringen – und erst dann hat man begriffen, daß Zweisamkeit aus der Fähigkeit bestehen muß, sich gegenseitig mehr zu reichen muß als nur den schweigenden Kaffee am täglich tristen Frühstückstisch.
Habe genau die gleichen Erfahrungen gemacht – wenn man sich selbst genug ist, strahlt man die Unabhängigkeit, das Erwachsensein aus – unabhängig von Alter, Aussehen – die andere Menschen anziehen. Zu glauben, man würde wegen seiner Bedürftigkeit geliebt werden, passt in die Kindheit – Eltern können ihre Kinder bedingungslos lieben, daran wie ein Kind ein Leben lang festhalten, heißt, nie erwachsen geworden zu sein.
Danke! Reise demnächst nach Florenz um mich selbst wieder zu finden. Ich hoffe, dass ich stark genug bin, um die Wucht der überaus sinnlichen und emotionsgeladenen Kunstwerke jetzt zu ertragen.
habe alles schon 3x hinter mir,dachte immer
Ja, ich kenne das auch: Aus Angst, allein zu bleiben, hänge ich seit 9 Jahren in einer Beziehung. Jetzt habe ich zufällig entdeckt, dass er sich bei ElitePartner angemeldet hat. Der Zorn über diese Verlogenheit und den Vertrauensbruch hat mir geholfen, mich zu trennen. Er wollte seine Bequemlichkeit behalten, bis er eine Neue, Bessere gefunden hat. Das hat mir endlich die Augen geöffnet! Nun werde ich mir Zeit nehmen für all die Dinge, die ich mit ihm nicht tun konnte. Was danach kommt…abwarten.
@rainer. Endlich mal ein toller Kommentar. Als ich vor 12 Jahren mal dem Wunsch nach 3 Stunden Kultur im nahegelegenen "Schönstem Museum der Welt" nachgehen wollte, bin NICHT mit Partner und Kindern dort hin gegangen, sondern einer nahen Verwandten. Seit dem Nachmittag wusste ich, dass was falsch läuft in meinem Leben. Trotzdem bin ich zunächst aus moralischen Gründen, "der Kinder wegen" etc. in der Ehe geblieben. Zwar hat es noch Jahre (5) gedauert bis die "klassische, katholisch-konservative" Ehe geschieden wurde, doch wenn diese Zwänge nicht gewesen wären, wäre allen viel Leid erspart geblieben.