55.000 wurden für eine Sexstudie zu ihrem Liebesleben befragt.
Sexualität im Zeichen der gesellschaftlichen Entwicklung. So könnte man viele Erkenntnisse interpretieren, die uns jüngste Forschungsergebnisse geliefert haben. Am deutlichsten wird das am Beispiel der Selbstbefriedigung, die im Laufe der Zeit immer mehr zu einem selbstverständlichen "Akt" geworden ist.
Hat man noch in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts – wo ja immerhin unsere 68er-Generation mitten in der Pubertät steckte! – mit moralischer Entrüstung und elterlicher Bestrafung rechnen müssen, wenn man Hand an sich selbst gelegt hat, so sind solche Reaktionen heutzutage fast undenkbar. Sie würden einfach nicht mehr ernst genommen werden, Ausnahmen mögen dabei immer noch vorkommen.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends startet Junge wie Mädchen in einem Durchschnittsalter von 13 mit der sexuellen Entdeckungsreise am eigenen Körper. 71% aller Erwachsenen onanieren regelmäßig ohne Schamgefühle und 23% stellen gar die Selbstbefriedigung auf eine Stufe mit dem Partnersex oder bevorzugen diese sogar.
Ein ganz anderes Thema, das ebenfalls durch unsere post-post-modernen Zeiten beeinflusst, wenn nicht überhaupt herbeigeführt worden ist, ist die so genannte Intimchirurgie. Immer mehr Frauen lassen sich z.B. an den äußeren Genitalien operieren, um einen "jugendlichen Eindruck" hervorzurufen. Mich schaudert's bei dieser Vorstellung. Schließlich werden hier auch auf geradezu monströse Art die Errungenschaften der Gleichberechtigung mit Füßen getreten, wenn Frauen sich freiwillig zu Opfern solcher Männerfantasien machen – vielleicht einmal abgesehen von den seltenen Fällen, wo solche Maßnahmen medizinisch indiziert sein mögen.
Dazu passt dann auch ein weiteres Ergebnis, wonach immerhin 68% der Frauen angeben, schon einmal einen Orgasmus vorgetäuscht zu haben ? während 46 % der Männer davon überzeugt sind, niemals selbst Opfer einer solchen Täuschung geworden zu sein. Rache ist süß.
Selbst Hand anlegen ist schön, dazu kann man (und frau) sich ruhig bekennen.
Und wer hat es nicht schon einmal erlebt, dass in einer Partnerschaft die/der ander darum bittet, einmal zusehen zu dürfen, wie man es macht, um daraus für das Gemeinsame gewinnen zu können?
Uns hat man als Kindern noch erzählt, dass einem die Hand abfällt, wenn man masturbiert. Gott sei Dank haben sich die Zeiten geändert…
Der erste Teil des Artikels fand ich als ausgewogen. Doch hier kann ich nicht nachvollziehen, warum der Autor, ohne spezifisch auf das Thema der Intimchirugie einzugehen, eine solche Meinung wiedergibt. Sie verdammt das Ganze, ohne einen erklärenden Hintergrund und lässten den Leser damit im Unklaren. Unabhängig von meiner eigenen Meinung zu diesem Thema halte ich es für Meinungsmachung und nicht für Journalismus.