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Was in deutschen Schlafzimmern wirklich passiert (Teil IV)
Was in deutschen Schlafzimmern wirklich passiert (Teil IV) (Kategorie: Sexualitätsblog)
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55.000 wurden für eine Sexstudie zu ihrem Liebesleben befragt.

Da viele unserer geneigten Leserinnen und Leser sich nicht mehr im ganz jugendlichen Alter befinden (obwohl: wann hört die Jugend eigentlich auf?), auf der anderen Seite aber viele Kinder im Jugendalter haben dürften, sollte das Thema "jugendliche Sexualität" nicht uninteressant sein. Darum soll es in diesem Beitrag gehen.

In der Pro7-Studie wurden Jugendliche zunächst nach ihrem "Sexwissen" befragt. Dabei traten leider – vor allem bei den männlichen Vertretern dieser Altersgruppe – eklatante Wissenslücken zutage. So glaubten etwa einige, dass eine Frau kurz vor und nach ihrer Periode nicht schwanger werden könne. Also könne man getrost auf Verhütung verzichten. Andere wiederum gaben auf die Frage, wie oft Frauen denn ihre Regel bekommen würden, an: "Na ja, so alle sechs Wochen." Viele nahmen auch das AIDS-Problem nicht wirklich ernst und kamen mit pubertären Sprüchen wie: "Man lebt nur einmal." Dass allerdings ein Partner auch nur einmal zu leben hat, wurde weniger bedacht.

Trotzdem muss den Jugendlichen insgesamt ein recht aufgeklärter Umgang mit Sexualität zugesprochen werden. Das liegt wohl auch am Internet und am hohen Konsum von pornografischen Inhalten, die dieses Medium zur Verfügung stellt. Sieben von zehn Jugendlichen schauen sich regelmäßig Pornos an – entweder aus Neugier, zum Erregungsabbau oder zu Aufklärungszwecken. Manche Soziologen sprechen denn auch in diesem Zusammenhang schon von der "Generation Porno". Nun ja. Eine typische Folge scheint zu sein, dass sich Leistungsdruck und Orgasmuszwang aufgrund der vermittelten Schönheits- und Leistungsideale immer mehr breitmachen. Was das angeht, geben sich Jugendliche und Erwachsene offensichtlich nicht viel. Es wurde aber auch darauf hingewiesen, dass wiederum die meisten die Klischees der Pornowelt durchschauen würden und in der realen Welt schon genügend andere Rollenbilder zur Verfügung stünden. Die Eltern brauchen sich also hier keine allzu großen Sorgen machen.

Interessant fand ich bei der Studie, dass die Geschlechtsrollenunterschiede nach wie vor gut funktionieren. Die traditionellen Bilder von Männern und Frauen werden weiterhin nach Schema F vermittelt: Frauen, die aktiver sind und auf Männer zugehen, gelten schnell als "Schlampe", während umgekehrt aktive Männer mit vielen Frauenbekanntschaften als "Helden" dastehen. Ich frage mich allerdings, wie abgesichert diese Ergebnisse wirklich sind und vor allem, inwieweit hier Zugehörigkeiten zu bestimmten sozialen Schichten eine Rolle spielen.

Zur konventionellen Traditionsvermittlung gehört auch die Tatsache, dass Jugendlichen Treue sehr wichtig ist und dass sich die meisten Sex ohne Liebe nicht vorstellen können. Und zwei Drittel wollen "auf den Richtigen warten". Zumindest gehört dies wohl zu ihrem Idealbild – ob die Wirklichkeit dann auch so aussieht, sei einmal dahingestellt. Schließlich kommt diese Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit auch beim Thema "Selbstbewusstsein" zum Tragen. Während sich vor allem männliche Jugendliche recht selbstbewusst nach Außen geben, stellt sich heraus, dass sie in der Praxis ziemlich schüchtern und ängstlich sind, oft überfordert. Dieses Ergebnis hat mich dann doch wieder ein wenig beruhigt.

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