Der Hochzeitstag sollte doch eigentlich der schönste im Leben werden. Damit das auch tatsächlich klappt, engagieren immer mehr Paare einen Hochzeitsplaner, neudeutsch einen Wedding-Planner.
Dana Meyer-Schley ist seit zwei Jahren selbst als solche tätig und verrät uns im Interview das Geheimnis einer entspannten Hochzeit.
Frau Meyer-Schley, wie wird man Wedding-Planner?
Im Anschluss an eine erfolgreiche Karriere im Business Management eines bekannten Unternehmens habe ich mich dazu entschlossen, meiner Leidenschaft zur Gestaltung und Organisation von Events nachzugehen. Also eröffnete ich meine eigene Agentur, die sich der anspruchsvollen Planung, individuellen und persönlichen Gestaltung von Hochzeiten widmet.
Welche Eigenschaft braucht ein guter Wedding-Planner?
Man muss stressresistent sein und flexibel, denn oft erfüllt man für das Brautpaar bis in die Nacht hinein noch Wünsche oder muss die Fäden aller Dienstleister zusammenhalten. Dann sind Organisationstalent, eine gute Kommunikationsfähigkeit und Spontaneität in diesem Beruf ebenfalls sehr wichtig. Allerdings ist es für mich eher eine Berufung als nur ein Beruf.
Wie läuft das ab, wenn ein Paar Sie engagieren möchte?
Das erste Gespräch findet bei den Kunden zu Hause statt, weil ich das Paar in einer gewohnten Umgebung besser kennenlernen kann. Nur wenige haben bereits genaue Vorstellungen, manchmal sind sie bei beiden Partnern völlig unterschiedlich. Dann ist es meine Aufgabe, das auf einen Nenner zu bringen. Aber die Chemie zwischen dem Paar und dem Wedding-Planner muss natürlich auch stimmen. Dann erstelle ich einen Zeitplan und unterbreite ein Angebot. Danach geht es in die Planungsphase. Es gibt regelmäßige Treffen, bei denen nach und nach die Details besprochen werden.
Und was machen Sie am Tag der Hochzeit selbst?
Da bin ich natürlich vor Ort, koordiniere die Dienstleister und kümmere mich um kleine Details, wie zum Beispiel, ob in der Kirche auf jedem Platz ein Kirchenheft liegt oder dass jeder seinen Platz findet. Auch sorge ich dafür, dass es für emotionale Momente genügend Taschentücher gibt oder ob in der Location alles für die Ankunft des frisch getrauten Brautpaares vorbereitet ist. Wir bieten aber auch an, nur den Vorort-Service zu buchen. Das richtet sich an Paare, die ihre Hochzeit bereits komplett selbst geplant haben, aber eine gute Fee am großen Tag brauchen, die alles zusammenhält.
Was sind das für Paare, die Sie buchen?
Meist sind beide berufstätig und haben wenig Zeit, sich mit der Planung und Organisation zu befassen. Oft auch Paare, die in der Öffentlichkeit stehen und bei denen sehr viel Diskretion gefragt ist. Aber auch Familien mit Kindern, die einfach keine Zeit haben, sich um die vielen kleinen Details zu kümmern.
Was ist das Schönste an Ihrem Job?
Das Lächeln, bzw. die Tränen in den Augen der Paare oder der Angehörigen zu sehen, wenn der Moment der Momente gekommen ist. Die Paare sind immer wieder unterschiedlich, ich lerne sie über einen Zeitraum hinweg näher kennen, erlebe ihre Vorlieben oder Abneigungen. Ich genieße es, sie in dieser wertvollen Zeit begleiten zu dürfen. Aber auch die Zusammenarbeit mit den Dienstleistern mag ich sehr, denn ich kann mich hundertprozentig auf Professionalität und Spontaneität verlassen.
Mal ehrlich: Muss man einen Wedding-Planner haben?
Man muss vielleicht nicht, aber viele Paare unterschätzen diesen Tag. Wenn die beste Freundin versucht alles zu koordinieren, kann sie in diesem Augenblick ja selbst nicht richtig mitfeiern. Erst kürzlich kam ein junges Paar zu mir und berichtete von der Hochzeit einer Freundin. Sie war deren Trauzeugin und sollte die Organisation übernehmen. Das hat ihr zwar viel Spaß bereitet, aber am Ende war sie völlig fertig und hatte die schönsten Szenen der Hochzeit verpasst, weil es in Arbeit ausgeartet ist. Deshalb hatte das Paar sich entschieden, einen professionellen Planer zu engagieren, weil sie so etwas ihren Freunden nicht zumuten wollten.
Wie war denn Ihre eigene Hochzeit?
Sie war traumhaft. Wir haben im Januar standesamtlich auf Mauritius geheiratet, ganz allein. Dafür habe ich einen Wedding-Planer engagiert, der auf Hochzeiten und Flitterwochen im Ausland spezialisiert ist. Es waren die schönsten zwei Wochen Urlaub, die ich je erlebt habe. Die Trauung fand am Strand statt unter Palmen und wir sind vor Ort verwöhnt worden. Im Mai war dann die kirchliche Trauung mit allen Freunden, Bekannten und Verwandten. Das habe ich selbst geplant und obwohl alle mir bestätigten, es sei perfekt gewesen, würde ich das nicht noch einmal machen. Ich kann nur an alle Paare appellieren, den Stress am Tag der Hochzeit nicht zu unterschätzen.
Liebe Frau Meyer-Schley, wir danken Ihnen fürs Interview!
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