Manche Beziehungen ziehen sich in die Länge wie ein altes Kaugummi. Doch irgendwann reißt auch das ...
Wann ist der Punkt an dem man Schluss macht? Wenn man nicht mehr will? Ja, das wäre ein guter Zeitpunkt. Aber ich hätte hier wenig zum Schreiben, wenn wir alle so vernünftig wären.
Vielleicht machen wir Schluss, wenn die Partner uns auf die Nerven gehen? Nein, dann beginnen wir uns abwechselnd zu streiten und wieder zum Versöhnungssex übereinander her zu fallen.
Aber irgendwann, lange nachdem man zum ersten mal den Verdacht hatte, dass es nicht mehr funktionieren wird, irgendwann, wenn es aussichtslos ist und wirklich gar nichts noch irgendwie klappen kann, dann machen wir endlich Schluss.
Hoffnung ist, wie ich immer wieder sagte, ein Verräter. Er bringt einen dazu, völlig dumme Dinge zu tun. Zum Beispiel Beziehungen zu retten, die überhaupt keine Zukunft mehr haben. Das soll nicht heißen, dass man bei jedem Ärger die Flinte ins Korn werfen soll. Es heißt, dass man akzeptieren soll wenn es vorbei ist.
Der erste Kommentar und auch mein erster hier überhaupt. Wenn es nicht mehr geht, hört sich einfach an. Aber was, wenn es einfach aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr geht? Bevor ich meinen Ex-Mann verließ ,war ich kurz davor depressiv zu werden. Er selbst litt und leidet an einer bipolaren Störung (manisch-depressiv) und war über Jahre nicht arbeitsfähig wegen ständiger Klinikaufenthalte und Krankheitsschüben zu Hause. Anfangs versuchte ich über eine Selbsthilfegruppe mir selbst Kenntnisse über diese Krankheit zu verschaffen. Auffällig, es waren überwiegend Eltern in der Gruppe, nur ein Ehepartner. Damals wollte ich nicht glauben, dass ich meinen Partner mal im "Stich" lassen würde. Aber über die vielen Jahre und mit drei Kindern hatte ich einfach keine Kraft mehr, für diese Beziehung zu kämpfen. So oft begannen wir von Neuem und wenige Wochen später fielen die Bemühungen neuen Krankheitsschüben zum Opfer. Ich hatte das Gefühl, systematisch ausgelaugt zu werden und sah nur den einen Ausweg – die Trennung. Ich bedaure diesen Schritt auch heute noch, aber diese Krankheit hat so eine zerstörerische Macht (wie wahrscheinlich alle psychischen Krankheiten) bzw. habe ich nicht den richtigen Weg gefunden, damit umzugehen.
Dem ist leider nichts mehr hinzuzufügen, außer, dass es die Wahrheit ist.