Da haben wir es wieder: Das Sender-Empfänger-Problem. Wie sag ich es richtig, dass meine Botschaft beim anderen auch so verstanden wird, wie ich es gemeint habe. Das ist gerade bei sensiblen Themen ein echtes Kunststück.
Nicht umsonst sind Bücherregale mit Ratgebern zur Kommunikation gefüllt. Ein bekannter Kommunikations-Papst, Schulz von Thun, hat die Bestseller „Miteinander reden“ geschrieben. Mittlerweile sind bereits drei Bücher dazu veröffentlicht. Es ist eben eine große Herausforderung, klar und deutlich zu sagen, was man sich gerne wünscht. Die Kommunikation zwischen den Geschlechtern und insbesondere mit dem Partner ist sogar eine Königsdisziplin. Missverständnisse vorprogrammiert!
Wie finde ich von daher das richtige Maß, um in meinem Profil bei der Online-Suche auszudrücken, was ich mag, was ich an anderen Menschen schwierig finde und was ich erwarte? Gerade die Themen Sexualität und Zärtlichkeit sind besonders filigran. Wie viel Sex ist im Profil erlaubt? Mal ehrlich: Fast alle wünschen sich mit ihrem Partner eine erfüllende Sexualität, Zärtlichkeit im Umgang, körperliche Nähe. Schreibt ein Mann, er lege Wert auf körperliche Leidenschaft, wird er schnell als einer verstanden, der nur aufs Bett zielt und keine langfristige Beziehung sucht. Schreibt Frau, ein perfektes Wochenende würde aus gemütlichen Stunden in den Federn bestehen und Zeit für Zärtlichkeit, wird sie schnell als „Sex-Vamp“ interpretiert. Das ist jedenfalls die Sorge von vielen Frauen, dass Männeraugen auf diese Weise lesen. Lässt eine Frau über 45 jeden Kommentar zur Körperlichkeit weg, plagt sie der Zweifel, sie würde als frigide abgestempelt und kann somit nicht bei Männern landen. Schließlich suchen alle Männer eine Frau mit Lust und Leidenschaft – denkt Frau.
Ein Dilemma – jede positiv gemeinte Sachbotschaft wird in den Augen des Adressaten gern einseitig als Appell oder verzerrt wahrgenommen. Was ist also die Lösung? Verschiedenes: Klarheit in der Botschaft mit diplomatischem Touch, zuerst die Moralbrille abnehmen und erst dann lesen, dann Ohren säubern und hinhören. Für beide Geschlechter gilt es, sich zu emanzipieren. Männer sind keine Schweine, wenn sie Sex wollen und Frauen keine Schlampen! Männer und Frauen sollten bei diesem wichtigen Bedürfnis mal anfangen, sich grundlegend zu schätzen. Schließlich haben auf diese Weise beide mehr Spaß und können sich dafür achten. Wer zu seinen Bedürfnissen steht, macht sich attraktiv.