Wenn wir uns sehen, dann sucht er ständig meine Nähe. Und auch mit dem Sex läuft es super. Er sagt, naja er schreibt es mir eher, dass er mich liebt, aber ich weiß nicht, ob diese Worte für ihn das Gleiche bedeuten wie mir.
Hallo ElitePartner-Team,
seit Ostern bin ich mit meinem Freund zusammen. Leider sehen wir uns nur am Wochenende, weil er in einer andren Stadt studiert. Ich hab ihn wirklich sehr gern, ja, ich würde behaupten ich liebe ihn.
Auch wenn manche sagen, dass es für diese Art von Gefühl zu früh sei, aber ich weiß, was ich empfinde. Mein Freund ist allerdings ein Typ, der mit Liebesbekundungen und Romantik sehr, sehr sparsam umgeht und mir selten sagt, dass er mich liebt. Deshalb kann ich nur sehr schlecht einschätzen, wie stark seine Gefühle mir gegenüber sind.
Wenn wir uns sehen, dann sucht er ständig meine Nähe. Und auch mit dem Sex läuft es super. Er sagt, naja er schreibt es mir eher, dass er mich liebt, aber ich weiß nicht, ob diese Worte für ihn das Gleiche bedeuten wie mir. Ich habe Angst, dass meine Gefühle stetig wachsen seine aber nicht. Und als Frau brauche ich einfach die Gewissheit, dass er es ernst mit mir meint bzw. dass er mir seine Gefühle offen zeigt bzw. ausspricht.
Nun meine Bitte an Sie: Wie merke ich, wenn er es mir schon nicht sagen kann, dass er mich liebt? Und wie merke ich, wie groß seine Gefühle für mich sind? Was kann ich tun, damit seine Gefühle wachsen? Was sind Fehler, die ich umgehen sollte, um ihn nicht in die Flucht zu schlagen?
Liebe Grüße und vielen Dank für Ihre Hilfe!
Lara*
*Name von der Redaktion geändert
Antwort: "Liebe spricht ganz unterschiedliche Sprachen!"
Hallo Lara,
die Sprachen der Liebe sind sehr unterschiedlich. Auf welche Weise jemand seine Liebe äußert, kann sehr mannigfaltig sein. Manche verwenden zahlreiche romantische Gesten, sind sehr körperlich, sagen häufig, was sie fühlen und sind großzügig mit den Worten "Ich liebe dich." Andere kommen eher auf leisen Sohlen daher, sind zurückhaltender mit romantischen Liebesschwüren und brauchen Zeit, bis sie sich mit ihrem Innersten offenbaren. Manche sprechen sogar kaum über ihre Gefühlswelt, weil sie darin wenig Erfahrung haben, sie so erzogen wurden oder dies als unmännlich empfinden. Dennoch kann aus wenig geäußerten Gefühlen nicht geschlussfolgert werden, dass da keine Liebe herrscht. Jeder hat seine ganz eigene Ausdrucksform, wenn es um Liebe geht.
Ein großer Fehler ist, die Liebe des anderen auf der Grundlage der eigenen Liebeseinstellung zu interpretieren. Die Überzeugung "Wenn ich mich bei Liebe so und so verhalte, kann ich daraus schließen, dass der andere mich nicht liebt, wenn er sich nicht auch so verhält" ist irreführend. Liebe spricht ganz unterschiedliche Sprachen. Ideal, aber nicht die Regel, wenn zwei Menschen gleich ticken und ihre Gefühle in einer Form äußern, die der andere sofort zu interpretieren weiß.
Liebe ist die innigste Form, die Menschen miteinander teilen können. Sie braucht Zeit, bis sie entsteht und sie ist stark verbunden mit tiefer Wertschätzung, aufrichtiger Zuneigung sowie einer innigen Verbundenheit. Wer liebt, übernimmt Verantwortung und signalisiert die Bereitschaft, in diese Liebe zu investieren ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Fehlen diese Grundpfeiler, stellt dies in Frage, ob es sich um echte Liebe handelt.
So sehr wir uns Sicherheit wünschen, wenn wir anfangen zu lieben, es gibt sie letztendlich nicht. Zu lieben bedeutet immer auch ein gewisses Risiko. Wer sich öffnet, seine Gefühle zulässt, Leidenschaft und Nähe teilt, wird verletzlich. Das ist der Preis für die Erfüllung auf der anderen Seite. Es gibt keine Messlatte, an dem sich die Gefühle Ihres Freundes ablesen lassen. Wichtiger ist das eigene Gefühl zu erkennen, ob die Form der geäußerten Liebe Ihres Freundes Sie selbst glücklich macht.
Auch wenn es schwer fällt: Es gilt die Liebessprache des anderen zu akzeptieren und sich auf das Bauchgefühl zu verlassen, ob jemand zugewandt, wertschätzend, aufmerksam, zuverlässig und interessiert ist. Liebesbeweise des anderen zu erzwingen, geht meist nach hinten los. Besser ist, ein Feingefühl dafür zu entwickeln, wie Ihr Freund Zuneigung signalisiert. Das gehört zum Kennenlernen dazu. Und wichtig ist, Vertrauen zu lernen. Der Partner kann durch Zuverlässigkeit Vertrauen schaffen, aber wir sollten von ihm nicht verlangen, unsere eigenen Unsicherheitsgefühle auszugleichen. Das ist unsere eigene Aufgabe.
Alles Gute,
Lisa Fischbach