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“Wow, ein toller Typ!” – Der Flirt und das Schubladendenken
“Wow, ein toller Typ!” – Der Flirt und das Schubladendenken (Kategorie: Flirtblog)
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Vorurteile bilden sich nicht nur durch negative Erfahrungen, sondern auch durch die Prägung unseres sozialen Umfelds.

Jeder Mensch hat Vorurteile. Beim Flirten sind Voreingenommenheiten ein zweischneidiges Schwert.

Komischerweise ecken Menschen, die selbstbewusst meinen, sie hätten Vorurteile, bei anderen an. Klar: Es ist nicht politisch korrekt, Vorurteile zu haben. Deswegen gibt es auch wahrscheinlich so wenige, die ihre politische "Unkorrektheit" zugeben. Doppelmoral eben.
Nun, wir alle haben Vorurteile, und zwar nicht wenige. Auch sehr niederträchtige. Das ist sozusagen ganz natürlich. Es gehört zur Arbeitsweise unseres Gehirns, dass es Reize, die über unsere Sinne weitergeleitet werden, sortiert, ihnen eine Ordnung verleiht, Struktur gibt. Dient der Orientierung in einer komplizierten Welt, deren Reize sekundlich millionenfach auf das Individuum einwirken.
Die Folge ist eine permanente vorauseilende (konstruktivistische) Einschätzung der Umwelt, besonders der sozialen. Dieser Mechanismus ist aller Wahrscheinlichkeit nach evolutionären Ursprungs. Eigentlich ist er sinnvoll. Ein Beispiel: Wenn Sie einmal eine schlechte Erfahrung gemacht haben, merkt sich unser Gehirn alle Einzelheiten, die bei diesem Vorfall, etwa ein Autounfall, relevant waren. Kommen Sie nun erneut in eine ähnliche Situation, schlussfolgert Ihr Gehirn innerhalb von Sekundenbruchteilen: "Achtung! Gefährlich!" Mittels der Ausschüttung von Stresshormonen möchte Ihr Gehirn Sie vor weiterem Schaden bewahren.
Nun entwickeln sich Vorurteile aber nicht nur durch nachteilige Erlebnisse, sondern auch durch die Prägung der sozialen Umwelt oder durch unbewusste Konflikte (Neid, Eifersucht usw.).
Und nun der Brückenschlag zu unserem Hauptthema: Der erste Eindruck beim Flirt. Auch beim ersten Eindruck spielen Vorurteile eine große Rolle, und somit auch Ihre(!) bisherigen Erfahrungen, frühkindliche Prägungen, aber auch möglicherweise Ihre innerpsychische ambivalente Motivationen.
Hieraus folgt: Verlassen Sie sich lieber nicht auf den ersten Eindruck. Vielleicht verwechselt Ihr Gehirn den aktuellen Gesprächspartner mit einer Person von früher, mit der Sie "nur" gute Erfahrungen gemacht haben. Infolgedessen würde die aktuelle Flirtsituation lediglich unter dem Einfluss Ihrer früheren Erfahrungen stehen. Das heißt im Klartext: Sie würden den Gesprächspartner viel positiver wahrnehmen, als er eigentlich ist. Ein Wahrnehmungsfehler par excellence.

Achtung, denn: Aus dem ersten Eindruck wird erfahrungsgemäß schnell eine "rosarote Brille". Und dann ist alles zu spät, da bekanntermaßen Verliebtheit blind macht. Fazit: Lieber präventiv vorgehen, das heißt, emotional und gedanklich zurückhalten und den anderen möglichst objektiv kennen lernen. Alleine das ist schon schwer genug.

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