Die Kurzlebigkeit heutiger Beziehungen bringt immer mehr Teil-Familien mit sich. Da wird gepatchworked, was das Zeug hält und meist sind die Ergebnisse gar nicht so übel. Manchmal ist das alles aber auch eine Zerreißprobe für die Nerven aller Beteiligten. Ein Situationsbericht.
Ein ganz gewöhnlicher Freitagnachmittag für Carsten. Der 42jährige fährt nach einer stressigen Woche im Büro freitags immer eine Stunde früher los, damit er seine beiden Kinder Romy und Max aus erster Ehe abholen kann. Der Chefredakteur eines kleinen Fachmagazins ist wie so oft spät dran. Es ist kurz vor Redaktionsschluss und da ist immer eine Menge zu tun.
Endlich bei der Ex in Düsseldorf angekommen, erwartet diese ihn schon mit dem üblichen säuerlichen Gesichtsausdruck. Die Vorhaltungen, dass er immer zu spät ist, ignoriert Carsten, so gut er kann. Er ist froh, dass sich mit ihrer erneuten Heirat zumindest schon einmal der ständige Streit um ihre Unterhaltszahlungen erledigt hat. Er nimmt seine beiden Teenager-Kinder in Empfang und dann geht es wieder auf die Autobahn, zurück nach Köln, wo Carsten mit seiner neuen Lebensgefährtin Maike (33) und der gemeinsamen Tochter Alessa lebt.
Papa in Action
Alessa ist vor Kurzem zwei Jahre alt geworden. Maike hatte gerade erst ihr Studium beendet und war auf Jobsuche. Eigentlich hatten sie mit dem Kinderwunsch noch ein wenig warten wollen. Aber dann passierte es doch. Carsten sieht seine Tochter kaum, denn er geht morgens früh aus dem Haus und kommt meist erst dann heim, wenn die Kleine schon schläft.
Am Wochenende sind Romy und Max oft da und dann wird es in der Vier-Zimmer-Wohnung in der Kölner Südstadt recht eng. Aber eine größere Wohnung ist nicht drin. Obwohl Carsten nicht schlecht verdient, ist das Geld am Monatsende oft knapp. Maike hat keinerlei Verdienst und ein Großteil seines Einkommens geht für die Unterhaltszahlungen für die Großen drauf.
Große Unternehmungen am Wochenende sind nicht drin. Kleinere Ausflüge und in den Ferien Reisen auf den Bauernhof. Das hatte Carsten sich einmal alles anders vorgestellt. Früher jettete er zum Tauchen auf die Malediven oder verbrachte Silvester in Miami. Aber diese Zeiten sind vorbei. Ganz abgesehen vom finanziellen Aspekt sind die unterschiedlichen Ansprüche und Interessen der Teilfamilien nicht so einfach unter einen Hut zu bringen.
Ein ganz normales Szenario für viele Familien. Sonntagsabends geht es zurück auf die Autobahn nach Düsseldorf, um die Großen nach Hause zu bringen. So richtig gerecht wird er trotz aller Bemühungen weder seinen Kindern, noch seiner Freundin. Irgendwer meckert immer, dass er zu kurz komme. Nur einer meckert nicht: Carsten. Der ist nämlich meist so erledigt, dass er dazu überhaupt keine Energie mehr hat.
was hier beschrieben wurde, kommt mir sehr realistisch vor. Es zeigt wie wichtig es ist, mit dem Kinderkriegen auf den richtigen Zeitpunkt zu warten. Heutzutage müssen meist BEIDE Partner zur Unterstützung der Familie beitragen, was aber schlecht geht, wenn die Geliebte schnell schwanger wird, ohne finanziell auf eigenen Beinen zu stehen.
Sehr gute Erfahrungen habe ich mit der Konstellation Vater mit Kind und Mutter mit Kind – vorausgesetzt, man hat ähnliche Schwerpunkte und Vorstellungen in der Kindererziehung (weil sich ja kein Elternteil verbiegen kann/darf wegen dem anderen, Kinder haben ein Recht auf Authentizität ihrer Eltern). Beide Partner haben die gleichen Verantwortungen und Pflichten, also haben sie auch Verständnis für die Situation des anderen.
Naja, war ja letztendlich absehbar, dass es so kommt, wie es da beschrieben ist. Mann sucht sich ne Jüngere, die nicht mal eignes Geld verdient. Frust mit Kleinkind zu Hause, wenig Geld und einem Mann, der nie da ist, werden über kurz oder lang vielleicht in der nächten Trennung enden…
Mir tut die junge Frau und das kleine Mädel leid, denn die leiden m.E. am meisten unter der Situation. Der Mann wird sich auch nicht ohne Grund ne jüngere Frau gesucht haben
. Eine Frau in seinem Alter ist meistens klüger und hätte sich auf so eine Beziehung vielleicht nicht eingelassen
.
Mein Ex hat sich auch ne Jüngere gesucht, so Anfang/Mitte dreißig. Bei der (bisher kinderlos) tickt doch sicher heftig die biologische Uhr. Aber er ist so blauäugig, dass er glaubt, nur weil sie weit weg lebt und sie sich nur ein- bis zweimal im Monat sehen, sei er davor sicher. Schade wärs nur, wenn am Ende unsere Tochter das Nachsehen dabei hat.