Uwe und Sandra

49 und 35 Jahre aus der Schweiz

Uwe und Sandra

49 und 35 Jahre aus der Schweiz

„Wir lieben Kunst und Architektur, aber bei Musik scheiden sich die Geister“

Uwe arbeitet am Theater, eine Berufung, in die seine ganze Leidenschaft fließt – und die oft wenig Zeit für eine Partnerschaft lässt. Als eine prägende Beziehung in die Brüche gegangen war, durchlebte der 49-Jährige eine private Krise. Auch ein Jahr später stand ihm der Sinn noch nicht nach aktiver Partnersuche. „Aber meine erwachsene Tochter meinte: Jetzt musst du etwas machen.“ Also meldete Uwe sich eher halbherzig bei ElitePartner an – und fand bereits zwei Monate später das Unerwartete: eine Liebe, die beiden Partnern viele persönliche Freiheiten lässt. Autorin Saskia Balke erzählte er, wie die 35-jährige Sandra sein Herz eroberte und wie beide ihren fordernden Beruf mit ihrer Idealvorstellung von einer Beziehung verbinden, in der beide ihre Unabhängigkeit bewahren.

Wie standen Sie anfangs zur Partnersuche im Internet?

Uwe: „Eigentlich wollte ich mich nicht online nach einer Partnerin umsehen. Ein komisches Gefühl, weil ich mit Menschen arbeite und eigentlich viele interessante Leute kennenlerne. Aber ich habe komischerweise niemanden getroffen, für den ich mich hätte engagieren wollen. Im Internet fiel mir der Schritt ‚wieder loszulaufen’ leichter. Ich schreibe lieber mal drei Zeilen als jemanden anzusprechen. Ich finde es allerdings überraschend, wie wenige Leute in meinem Alter dazu stehen, dass sie solche Tools kennen, benutzen oder ausprobieren würden. Sicher ist bei vielen die eigene Eitelkeit dafür verantwortlich, sie wollen es lieber im „echten“ Leben schaffen. Aber auch „online“ ist es echt. Ich gehe offen damit um, dass ich Sandra im Netz kennengelernt habe.“

Wie aktiv haben Sie die Online-Partnersuche betrieben?

Uwe: „Ich bin eigentlich nie selbst aktiv geworden, habe nur agiert. Bei den ersten Treffen war ich eher körperlich anwesend als mental. Ich muss zugeben, dass ich relativ unengagiert bei der Sache war. Es braucht auch relativ viel Zeit, wenn man die Partnersuche ernsthaft betreibt. Ich finde das nicht unspannend, aber mit fast 50 bin ich kein Digital Native. Ich bin da ja eher so reingestolpert.“

Ein Glück, dass immer mehr Frauen beim Online-Dating die Initiative ergreifen! Wissen Sie noch, was Sie an Sandras Mails gereizt hat?

Uwe: „Offenheit und Neugierde, das waren zwei wichtige Worte für mich, an die ich mich erinnere. Wir haben eine relativ lange Zeit Mails geschrieben, über einen Monat. Zu dem Zeitpunkt war ich gerade sehr auf meine Arbeit fokussiert. Eine Premiere am Theater ist immer wichtiger als das Privatleben. Es gibt einfach Momente, in denen man abtaucht und nicht präsent ist. Diese ‚Momente‘ können sich auch mal über Wochen hinziehen.“

Wie ist Sandra damit umgegangen?

Uwe: „Sie hat einerseits gemerkt, dass ich noch nicht richtig bereit war und sich gesagt: ‚Das mit dir könnte interessant sein, aber du bist nicht parat.‘ Wir waren noch nicht sonderlich verbunden, aber sie hat sich nicht abschrecken lassen. Ich finde es sehr positiv, wenn jemanden das nicht gleich aus der Bahn wirft. Unsere Beziehung ist auch an diesem Verständnis für die Lebenswelt des anderen gewachsen. Wir haben immerhin beide Berufe, in denen wir bereits eine Familie gefunden haben.“

Bei Ihnen ist das die Theaterfamilie, welche ist es in Sandras Leben?

Uwe: „Sie arbeitet mit Behinderten und lebt in der Einrichtung ebenfalls in einer Art Familienverbund. Wir sind also beide in Lebenswelten eingebunden, die sehr fordernd, aber auch sehr interessant sind.“

Was verbindet Sie noch?

Uwe: „Wir haben schon früh festgestellt, dass uns das Interesse an Kunst, am Sozialen, an Architektur, Reisen und Sinnlichkeit verbindet. Hinzu kommt eine Unverkrampftheit mit sich selber und seinem Körper. Wir genießen alles Sinnliche, saunieren beispielsweise in einer Almhütte und werfen uns anschließend in den Schnee. Oder wir baden im eiskalten Rhein. Sandra und ich sind allerdings auch in vielen Dingen sehr unterschiedlich.“

Gegensätze ziehen sich an – wie genau stellt sich das bei Ihnen dar?

Uwe: „Schon bei unserem ersten Treffen haben wir festgestellt, dass sich zum Beispiel unser Musikgeschmack zu 100% unterscheidet. Ich komme vom Punk und höre schnelle elektronische Musik, sie hört Blues, Funk und Soul. Außerdem bin ich überhaupt nicht sportlich, Sandra schon. Ich besuche lieber stundenlang eine Ausstellung. Also versuchen wir, beide Interessen zu verbinden, fahren zum Beispiel mit dem Rad zur Ausstellung. Wir haben eine kleine gemeinsame Schnittmenge und viel eigene Interessen drumherum. Auch das ist spannend und bereichernd in unserer Beziehung!“

Der Altersunterschied zwischen Ihnen ist relativ hoch. Spielt der eine Rolle in Ihrer Beziehung?

Uwe: „Ich habe nicht nach einer jüngeren Frau gesucht, sondern die Spanne einfach weit gelassen. Dass Sandra der Altersunterschied nie abgeschreckt hat, finde ich überraschend. Immerhin befinden wir uns in recht unterschiedlichen Abschnitten des Lebens: sie hat zwei Kinder in der Pubertät, ich eine 28-jährige Tochter. Sie beginnt nächstes Jahr ein Studium, ich bin beruflich festgelegt.“

Planen Sie jetzt nach einem knappen Jahr dennoch schon die nächsten Schritte wie eine gemeinsame Wohnung?

Uwe: „Nein. Wir wollen beide autark bleiben. Wir haben sehr unterschiedliche Lebensumstände, die uns sehr fordern, und ich habe nicht den Anspruch, den Ersatzvater zu mimen. Es gibt auch keine Notwendigkeit, zusammenzuziehen. Für mich ist es eine Erleichterung, dass der gemeinsame Alltag entfällt. Ich bin sympathischer, wenn man nicht den ganzen Tag mit mir zusammen ist.“

Wie steht Sandra dazu, dass Zusammenziehen kein Thema für Sie ist?

Uwe: „Sie hat auch ihre eigene Welt, jeder darf sein Leben haben, ohne für die Beziehung etwas aufzugeben. Der Moment ist für mich der absolute Wert. Für Sandra ist er wertvoller, wenn er ein Versprechen auf Verlängerung hat. Wir nähern uns an: Ich denke mehr und mehr in die Zukunft und sie kann mehr und mehr den Moment leben.“

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für Ihre weitere Zukunft!

Das Interview führte unsere Redakteurin Saskia Balke.

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