1. Betrogen worden, Ehe nach 6 Monaten gescheitert, kein persönlicher Kontakt mehr

    Hallo,

    meine Frau und ich haben im Sep 2015 geheiratet, waren 10 Jahre ein Paar. Wir haben uns im Studium in Köln kennengelernt und bin aus Liebe zur ihr nach unseren Abschlüssen in ihre Heimat in eine kleine Ortschaft in die Pfalz gezogen. An Ostern habe ich durch Zufall herausgefunden, dass sie seit (min) Nov 2015 eine Affäre mit ihrem Kollegen hat. In dem Moment ist für mich die Welt zusammengebrochen, es traf mich vollkommen unvorbereitet. Ich habe sie an dem Abend aus der gemeinsamen Wohnung geschmissen, am Freitag nach Ostern habe ich sie das letzte Mal am Telefon gesprochen, seitdem nur noch per Mail Kontakt. Dort habe ich ihr mitgeteilt, dass ich mich von ihr trennen werde und die Scheidung einreiche, sie kämpft aber auch nicht um die Ehe, daher ist der Drops gelutscht.

    Zufälligerweise hatte ich meine alte Arbeitsstelle bereits vor Ostern gekündigt, um eine neue Stelle in der Nähe unsere Wohnortes zum 1. Juni anzutreten, der Mai war für einen vorgezogenen, spontanen Sommerurlaub gedacht.
    Aber kurz nachdem unsere Trennung offiziell wurde, hatte ich plötzlich keine Freunde oder Familienmitglieder an meinem Wohnort, es waren doch alles "ihre" Freunde. Da wurde mir klar, dass ich einen kompletten Cut machen musste und nicht an Einsamkeit kaputt gehen durfte.

    Ich bin Ende April aus der Wohnung aus- und zurück ins Rheinland gezogen. Die neue Stelle hab ich aus privaten Gründen abgesagt. Mit 32 Jahren parke ich gerade bei meinen Eltern, suche eine neue Arbeitsstelle und eine neue Wohnung ..Auch wenn die räumliche Distanz zu ihr und meinem alten Wohnort wirklich gut getan hat, bin ich noch immer ein komplettes Wrack.

    Sie wollte sich unbedingt mit mir vor meinem Auszug noch treffen, aber das habe ich abgelehnt. Ich wollte und konnte sie einfach nicht sehen..es sind im nachhinein Sachen ans Licht gekommen, die eine Fortführung der Ehe unmöglich machen (in so einer Situation wird man zum Detektiv):

    Ich bin menschlich so enttäuscht, aber würde gerne ihre Stimme hören. Ich will wissen wie es ihr geht, aber mir ist es auch egal. Es gehen so viele Dinge durch meinen Kopf, ich weiß manchmal nicht wo oben und unten ist. Ich weiß, dass ich ein persönliches Gespräch brauche, aber ich will es auch nicht, ich würde sie am Liebsten aus meinem Gedächtnis radieren. Wann soll ich das machen? Erst psychologische Hilfe in Anspruch nehmen und dann reden? Oder vorher das Gespräch suchen, um darauf aufbauend psychologische Unterstützung zu suchen?
     
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  3. Hallo Iver,

    Fühl Dich erst mal lieb gedrückt.

    Gut, dass Du so klar den Cut gemacht hast.
    Und toll, dass Du nicht nur einfach neu anfangen möchtest, sondern das Alte abschließen.

    Nur momentan, solange Du so ambivalent und verletzlich bist, würde ich auf keinen Fall mit ihr reden.
    Bleibe bei Dir, rede mit Außenstehenden, auch die Idee die Aufarbeitung mit professioneller Unterstützung zu machen, finde ich sehr positiv.
    Die Zeit nehmen, die eigenen Anteile zu sehen, Zeit, Dich selbst, Deine Wünsche, Bedürfnisse kennen zu lernen, Anderes, Neues zu wagen jenseits von Partnerschaften.
    Und dann kannst Du Dich eines Tages auch wieder positiv und unbelastet auf eine neue Partnerin einlassen.

    Reden kannst Du mit ihr zu einem späteren Zeitpunkt, wenn Du für Dich klarer bist, distanzierter.
    Falls Du es dann noch möchtest - aus eigener Erfahrung, viele Fragezeichen lösen sich mit zunehmender Distanz, Sortierung und Neuorientierung.

    Dir alles Gute.
     
  4. Ich habe mal gelesen, dass so ein Vertrauensmissbrauch (Betrug) und Wegbrechen der sozialen Kontakte (waren doch ihre Freunde) Schock, Traumata samt posttraumatischem Belastungssyndrom auslösen können.

    Genauso würde ich damit umgehen, wie ein Überlebender eines großen Unglücksfalles.

    Es liegt jetzt an Dir, ob Du danach mit Narben wieder aufstehst und gewachsen bist, oder ein Leben lang jammerst und leidest, weil Dir das passiert ist.
     
  5. Aus welchen denn? Unabhängig von der Trennung wohl nicht, oder?
    An der Stelle hätte ich dir empfohlen, trotz allem Schmerz und Verwirrung, den Job unbedingt anzutreten um ein Fixum in deinem Leben zu haben, und auch als Ablenkung.
    Suche dir so schnell wie möglich einen neuen Job. Gleichzeitig kannst du dich sortieren, deine Gedanken klären, die baldige Ex treffen oder nicht, deinen Anteil am Scheitern erkennen, und alles was notwendig ist.
    Kleine Schritte, um dich zu stabilisieren. Bei den Eltern zu wohnen und wieder ins Teeniealter zurückzurutschen ist meiner Meinung nach jetzt gerade nicht hilfreich für dich.
    Als erstes ein neuer Job! Sonst versumpfst du dort.
     
  6. Sie kämpft nicht, weil sie dich wohl schon länger nicht geliebt hatte. Vermutlich waren da jede Menge unbefriedigter Gefühle. Frauen sind gut im "stillen Leiden und Ausharren". Oftmals jahrelang. Frauen starten selten einfach so durch Zufall eine Affäre. Und vermutlich ging das schon länger als erst letztes Jahr.

    Ich finde auch, nach 10 Jahren ist das nicht unüblich für ein Paar, dass einer fremdgeht, sondern das sind kritische Zeiten, wo man seinen Partner im Auge behalten muss, an der Beziehung arbeiten muss und Veränderungen beobachten muss.

    Mit ihr reden? Warum? Sie hat dich hintergangen und ihr ist es egal. Frauen sind meist froh, wenn sie aus solchen langen Beziehungen kommen.

    Ich finde, da musst du durch. Lass die Trauer zu, schaff dir soziale Kontake (die sind dein Halt), bau dich Schritt für Schritt auf. Nicht jeder kann psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Wir wurden alles schon mal sitzengelassen oder betrogen. Es ist aber kein Weltzusammenbruch. Ich finde, man muss in einer Beziehung immer damit rechnen, dass es eines Tages zu Ende geht.
     
  7. Auch ich rate Dir von einem "Gespräch" mit der Ex ab, wofür sollte das gut sein? Das Ganze ist noch nicht lange her, die Gefahr dass noch nicht verheilte Wunden wieder aufreißen ist nicht nur extrem hoch, sondern sogar wahrscheinlich - und Du fängst dann wieder von vorne an verarbeiten zu müssen. Ich wette, wenn Du darüber hinweg bist, brauchst Du auch kein Gespräch mehr.

    Ich sehe bei Dir aber ein ganz anderes "Riesen"-Problem:
    Du hast studiert (ich rate mal: FH in K.-Deutz, Ingenieurwesen?) und möchtest (anzunehmen) eine anspruchsvolle und adäquate Arbeitsstelle.
    Deinem potentiellen neuen Arbeitgeber wirst Du nach Nichtantritt des Jobs zum 1. Juni erklären müssen, warum Du "auf eigenen Wunsch" in die Arbeitslosigkeit eingetreten bist. Einfach wird das nicht sein und erzähle bloß nichts von psychologischer Betreuung nach Trennung, Arbeitgeber in diesem Bereich suchen Menschen, die schwierige und kritische Situationen "meistern":

    Mein Ratschlag wäre, Dich schnellstmöglich und mit voller Kraft auf eine neue Arbeitstelle zu fokussieren, jeder Tag länger macht es noch schwieriger. Eine schmerzhafte Trennung ist nach ein, zwei Jahren Geschichte - eine einmal eingeschlagene Berufslaufbahn "bleibt" Dir ein Leben lang!
     
  8. Danke schon mal für die ganzen Antworten, ging ja ratzfatz.

    Seit meinem Auszug läuft es bei mir zumindest besser, habe mehr Energie und bin den ganzen Tag beschäftigt, es sind die Abende die mir zu schaffen machen. Wohnungssuche läuft, Bewerbungen laufen, Netzwerk an Freunden ist angezapft und ich bin mittlerweile sehr zuversichtlich, dass ich bald wieder eine neue Stelle und Wohnung finde. Habe bereits Interviewtermine in den nächsten Tagen/Wochen und habe nicht vor mich als Heulsuse zu positionieren. Ich weiß schon, wie ich mich "verkaufen" werde, führe Trainings mit Freunden durch, die Personaler sind bzw. viel Erfahrung im Bereich Recruitment haben. Da mach ich mir keine Gedanken, staying positive. Aber den Neustart stelle ich nicht in Frage, das war die absolut richtige Entscheidung!

    Für mich stellt die Kommunikationsfrage mit der Ex eine größere Herausforderung und Belastung dar. Aber hier scheint die einheitliche Meinung zu sein, dass ich auch hier meinen Weg weitergehen und den Kontakt mit ihr soweit es geht meiden soll. Wird gemacht. Einen Psychologen werde ich trotzdem aufsuchen, proaktiv die ganze Sache angreifen. Aber das hält mich ja vom Rest nicht ab.
     
  9. Mach es nicht, wäre ein riesen Fehler! Hake sie einfach ab und Ende!
    In deinem Fall würde mein Selbstwert es nicht zulassen! Niemals!
    Abhaken! Es würde mich kein kleines bisschen interessieren, wie es ihr geht!
    Ich an deiner Stelle würde echt kein persönliches Gespräch mehr brauchen!
    Was gibt es da noch zu reden? Ich wüsste für mich nicht, was es da noch zu reden gäbe! Wie schneller du es als eine bittere Erfahrung abhakst umso schneller bist du befreit von einer solchen Enttäuschung!
     
  10. Insgesamt eine tragische Situation, mein Mitgefühl! Nicht nur Männer sind manchmal so...

    Der klare Schnitt ist richtig und gut. Aus meiner Sicht:

    - Job suchen, sonst rutschst Du tiefer in ein Loch, auch existentiell.
    - ein Gespräch mit der Ex erscheint unnötig. Ich würde an Deiner Stelle therapeutische Unterstützung suchen, wenn Du nicht klar kommst, dann ggf. ein Gespräch.
    - Anwalt aufsuchen, versuchen, eine gütliche und schnelle Scheidung herbeizuführen.
     
  11. "Sie kämpft nicht, weil sie dich wohl schon länger nicht geliebt hatte. Vermutlich waren da jede Menge unbefriedigter Gefühle. Frauen sind gut im "stillen Leiden und Ausharren". Oftmals jahrelang. Frauen starten selten einfach so durch Zufall eine Affäre. Und vermutlich ging das schon länger als erst letztes Jahr."
    Ja, genau, nach Meinung von gast 72 bist Du eben selber schuld. - Das ist so die Mentalität der heutigen Zeit: Das Opfer ist immer selber schuld an allem Schlimmen, was ihm von anderen angetan wird, der Täter konnte ja eigentlich nicht anders und ist deshalb entschuldigt. Hör Dir so was nicht an! Am besten suchst Du Dir psychologische Unterstützung, um das Traum zu verarbeiten. Denn es ist eines für jemanden, für den Liebe und Treue feste Werte sind. Und ja, möglichst schnell neue Arbeit - und kein Gespräch mit der Ex. Alles Gute!
     
  12. Lieber FS,
    Du schmeißt Deine Frau aus der gemeinsamen Wohnung, erklärst ihr ein paar Tage später am Telefon, dass Du die Scheidung einreichst und wunderst Dich, dass sie um die Ehe nicht kämpft?
    Warum sollte sie das tun? Du hast gesagt, wo es langgeht und sie hat das akzeptiert. Es wundert mich auch nicht, schließlich hast Du einen sehr guten Grund für die Entscheidung und sie hat ja schon einen anderen Mann.

    Es war eine unreif-infantile Entscheidung, den Job hinzuwerfen und Hals über Kopf heim zu Mama zu rennen. Sowas macht eine 20-jährigen, die erstmalig mit einem Partner zusammen lebt - kein erwachsener Mann in den 30ern.
    Du hattest sie bereits aus der Wohnung und Deinem Leben geworfen. Die soziale Situation war vielleicht unerfreulich und es ist sinnvoll zurück in die Heimat zu gehen, wo Du Dich wohler ind sozial integrierter fühlst als in einem pfaelzischen Dorf.
    Deine Bedingungen waren nun auch nicht so außergewöhnliche und unzumutbare Lebensbedingungen, dass sie Deine Panikreaktion rechtfertigen. Ein geordneter Rückzug, erst Job dann Wohnung suchen war drin.

    Ich wurde auch von meinem Exmann betrogen. Allerdings habe ich nicht hysterisch wie eine gekränkte Diva reagiert, sondern mir erst eine Wohnung gesucht, in der gleichen Millionenstadt, in einer Gegend in die er sich nicht aufhält. Einen neuen Job brauchte ich mir daher nicht suchen. Danach habe ich die notarielle Scheidungsvereinbarung eingetuetet (geht nicht ohne Kommunikation). Erst als das alles durch war, habe ich ihn unwiderbringlich aus meinem Leben gekickt.

    Du hast Dir selber einige Probleme geschaffen, die nicht notwenig waren und die Dich jetzt zusätzlich stressen (wohnen bei den Eltern, arbeitslos, Sperrzeit, Jobsuche mit schwer begründbarer Lücke im Lebenslauf...).
    Kümmere Dich darum, diese Dinge zu lösen, reaktiviere Deine alten sozialen Kontakte, dann wirst Du Dich bald besser fühlen.

    Erzähl' in Bewerbungen bloss nichts von der geplanten Therapie und wie Dich die Trennung demontiert hat. Leg' Dir eine glaubhafte Legende zurecht (investier' dafür in einen Jobcoach), damit Du in der Bewerbung nichts von Deiner hysterischen Reaktion sagen musst, die Dich in diese unglückliche Lage gebracht hat. Du bist Akademiker, sollst Verantwortung übernehmen und reagierst unter Belastung total kopflos, fährst voll gegen die Wand, zeigst keinerlei Belastbarkeit und keine Lösungskompetenz, keine Selbstbeherrschung. Das alles sollte kein potenzieller Arbeitgeber wissen.
     
  13. Hi Iver,

    ich fühle mit dir und ich gratuliere dir zu deiner Konsequenz und Stärke, die du bisher gezeigt hast in einer wahrlich beschissenen Situation. Ich verstehe dein Bedürfnis und ich verstehe deinen Horror davor. Was immer sie dir zu sagen hätte - es ist jetzt, im Moment nicht wichtig für dich, noch weniger ist es hilfreich und zu allem Überfluss wäre es höchstwahrscheinlich auch nicht ehrlich von ihrer Seite. Eine schwache, verlogene Frau. Kein schlechter Mensch, solch Urteil masse ich mir nicht an - aber eine verlogene, unehrliche Frau. Wie soll deren Aussage dir denn irgendwie weiterhelfen können? Sie hatte genug Macht über dich, bisher. Gib ihr nicht noch weiter welche. Schon gar nicht JETZT!
    Denn du hast jetzt mehrere Baustellen auf einmal. Die alte Beziehung und den Job und dein soziales Umfeld. Konzentrier dich auf den Job, denn das ist die Zukunft und die materielle Existenzgrundlage. Je nachdem, wohin es dich da verschlägt, folgt das soziale Umfeld. Und erst danach bearbeite das, was privat war bzw. scheinbar war. Evtl. mit professioneller Hilfe. Ist keine Schande. Mir hat's geholfen, dass ich es nicht allein oder mit Freunden versucht habe zu bewältigen, damals, als ich knapp über 30 war.
    Alles gute und vertrau dir selbst! Du scheinst ein starker Mann zu sein. m44
     
  14. Lieber Iver,

    werden wir von Mensch betrogen und/oder verletzt, denen wir vertrauen und die wir lieben zieht einem das erst mal den Boden unter den Füßen weg.
    Das du Distanz zwischen euch gebracht hast ist gut und wichtig. Schon allein damit bei dir das verarbeiten beginnen kann.
    Du solltest nur und wirklich nur dann mit ihr sprechen, wenn DU das Bedürfnis für dich hast. Manche Menschen brauchen das um abschließen zu können oder auch weil offene Fragen geblieben sind, auf die man gerne eine Antwort hätte.
    Persönlich würde ich mich erst mal nicht auf ein Gespräch einlassen. Ich würde meine Wunden lecken, mich wieder berappeln und mich mit aller Kraft in meinen Job und den Aufbau meines eigenen Lebens stecken.
    Wenn du das Gefühl hast physiologische Unterstützung zu brauchen / zu wollen, dann hol sie dir. Und zwar gleich!

    Deine neue Arbeitsstelle abzusagen war unklug. Eine Kurzschlusshandlung - aber unklug.
    Such dir schleunigst einen neuen Job. Der wird dir Halt und Selbstbestätigung geben.
    Sobald du einen neuen Job hat, suchst du dir eine eigene (vermute deine erste eigene, ohne einen anderen) Wohnung. Konzentriere dich auf dich selbst.

    Du kriegst das hin. Alles Gute
    w/36
     
  15. Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und nachempfinden diese Tipps.
    1.: es muss keinen Anteil geben, den er an ihrem Fremdgehen hat. Es reicht wenn sie die Gunst der Stunde für sich genutzt hat um sein Vertrauen zu ruinieren.
    2.: wer im Schock ist ( und das ist er)
    Sollte nicht gerade einen neuen Job anfangen sondern in einem geschützten Rahmen so viel Schmerz verarbeitet wie es für ihn eben gut hat.
    Das verdrängen und um jeden Preis weitermachen ist oft der Grundstein heftigster Krankheiten!

    Lieber Fragesteller:
    Lass dir ruhig professionell helfen und versuche die Frau völlig loszulassen.
    Wer weiß was für Macken sie tief in sich hat um so zu handeln.
    Sei froh das ihr ohne Kinder seit und du sie für immer aus deiner Zukunft streichen kannst.
    Und wer weiß warum sie heiratete, vermutlich weil sie mal heiraten wollte...aber nicht wegen dir als Mensch.
    alles gute!
     
  16. Lieber FS,
    ich habe mal gelesen, dass Liebeskummer ein Schlaganfall der Seele ist. Das fand ich sehr passend. Wenn dann noch ein Betrug dazukommt und alles völlig unvorbereitet über einen hereinbricht, dann gilt das umso mehr. Die Folgen einer unschönen Trennung werden meines Erachtens viel zu leicht genommen, dabei ist das ein schwerer Schicksalsschlag.
    Lass dir Zeit, es wird dauern, bis du das verarbeitet hast.
    Du machst alles richtig, mit dem Wegzug und nun nach neuem Job und Wohnung schauen. Du schaffst das! Du hörst dich trotz allem Leid, was aus deinen Zeilen spricht, zukunftsorientiert und zupackend an.
    Und noch etwas: Deine Frau wollte dir nicht absichtsvoll wehtun, sondern sie war zu keinem anderen Weg in der Lage. Ich vermute, dass sie die Schwächere in eurer Beziehung war, wenn sie einen so schwachen und für dich ungleich belastenderen Weg gegangen ist. Aber irgendetwas in eurer Beziehung hat nicht gepasst und dann ist ein Ende besser. Du bist noch jung, du wirst dich wieder aufbauen und dann zu neuen Ufern aufbrechen!
    Alles Gute für dich!
     
  17. Hallo Iver,
    so ein Vertrauensbruch erschüttert jeden bis ins Fundament und kostet viel, viel Energie. Selbst wenn der Kopf weiß, was passiert ist und welche Konsequenzen folgen, das Gefühl kann so etwas nur schwer fassen und fährt Achterbahn. Zwischen Wut, tiefer Traurigkeit, bis zu Hass und Depression. Ich würde mir auf jeden Fall psychologische Hilfe holen.

    Es kann immer passieren, dass sich jemand verliebt, verguckt, ausbrechen will, Bestätigung braucht, was auch immer. Aber er sollte dann so fair sein, dies dem anderen auch zu sagen und nicht feige, hinter dem Rücken agieren. Komisch finde ich, dass ihr so lange zusammen ward, dann erst geheiratet habt und kurz darauf die Untreue folgte. Warum habt ihr überhaupt geheiratet, wollte sie das vielleicht schon viel eher, vielleicht auch sonst manches anders und die Hochzeit sollte etwas kitten?

    Wie auch immer. In einem halbwegs gefestigten Moment kannst du sie kurz anrufen, ihr sagen, dass du Abstand brauchst, aber in ein paar Wochen oder Monaten gern ein offenes Gespräch führen würdest. Sammel dich erstmal, versuch nach vorn zu sehen, etwas Nützliches zu machen, irgendwie "zu funktionieren", ohne deine Gefühle zu unterdrücken.
     
    • # 16
    • 30.05.2016
    • MTTS
    Auch von mir einen dicken Drücker! Das ist schon ein Hammer, den sich Deine Frau geleistet hat. Vor allem, weil ihr erst so kurz verheiratet seid. Spätestens vor der Hochzeit hätte sie nochmal in sich gehen müssen. Viel schlimmer ist aber der Vertrauensbruch eurer 10 jährigen Beziehung. Du warst nicht nur ihr Geliebter, sondern auch bester Freund, und allein aus Respekt vor dieser langen Zeit und Freundschaft, die euch verbindet, tut man das dem anderen nicht an. Du wirst bestimmt auch einige Fehler gemacht haben, aber das gibt ihr nicht das Recht Dich so zu bescheißen.
    Du sitzt gerade vor einem Scherbenhaufen und es überkommen Dich alle paar Minuten andere Gefühle. Lass das alles zu und raus! Wenn Du gerade eh keinen Job hast, könntest Du Dir nicht vorstellen ersteinmal eine längere Reise zu machen um etwas räumlichen Abstand von den Geschehnissen zu gewinnen? Die Aufarbeitung wird einige Monate dauern und auch ich rate Dir ersteinmal von einem Gespräch ab. Lass sie ersteinmal nicht an Dich ran. Versuch Deine Wunden zu lecken, etwas Gras über die Sache wachsen zu lassen. In ein paar Wochen oder Monaten, wenn Du klarer bist ( und sie auch), könnt ihr euch immer noch treffen und darüber sprechen. Du bist erst 32 und hast noch Dein ganzes Leben vor Dir. Vielleicht gehörte sie zu einem Deiner Lebensabschnitte dazu und jetzt fängt ein neuer an. Wer weiß, wofür das gut ist. Du schreibst nichts über eure Beziehung. Wie waren die letzten 10 Jahre für Dich? Ward ihr glücklich? Ich wünsche Dir ganz viel positive Energie.
     
    • # 17
    • 31.05.2016
    • Frau
    Nimm unbedingt psychologische Hilfe in Anspruch! Das brauchst du, um dich einer neutralen Person gegenüber aussprechen zu können, um emotional etwas aufgefangen und stabilisiert zu werden, um zu sortieren und aufzuarbeiten, um überlegt zu planen, wie du weitermachen möchtest.
    Suche nach Stabilität in dir selbst, schaffe dir ein eigenes Leben mit Freunden, einer Wohnung, einem Job, der dich unabhängig macht und dir nicht deine Existenz komplett unter dem Boden wegzieht, weil eine Frau fremdgeht.

    w51
     
  18. Es hilft meiner Meinung nach überhaupt nicht weiter, wenn das Leben "nur" aus Aufarbeiten besteht.
    Es braucht eine gesunde Mischung aus Aufarbeiten, Ablenken (Job) und sich selbst Gutes tun. Nut im stillen Kämmerchen zu sitzen ist nicht hilfreich, weil es die anderen Aspekte, die zu schnellerer Heilung führen, vernächlässigt.
    Drum war ich eher entsetzt, daß er den Job nicht angetreten hat, aus mehreren Gründen eine Fehlentscheidung.
     
  19. die frage wäre, ob sich die ehe nicht sogar annullieren ließe? da kenne ich mich aber nicht aus.

    @Vikky: ich sehe das keineswegs als eine unreif-infantile Entscheidung an. warum einen job antreten, wo ihn dort rein gar nichts mehr hält? Im Lebenslauf lässt sich eine Pause bzw. Auszeit immer verkaufen. Eine nur wenige Monate währende Anstellung ist schwieriger zu erklären. m44
     
  20. Ich halte das für einen Irrtum und das aus gutem Grund - ich wurde selber wiederholt von meinem Exmann betrogen, kenne mich also gut damit aus.

    Selbstverständlich hat man immer einen Eigenanteil daran, wenn man betrogen wird, z.B.
    - dass in der Beziehung nicht offen miteinander kommuniziert wird (eigene Bedürfnisse mitteilen) und man selber derjenige ist, der es nicht merkt. Es wird den ganzen tag miteinander geredet, nur nicht über die wichtigen/persönlichen Themen. Ursache hierfür ist meistens, dass mindestens einer in der Beziehung einen sehr geringen Selbstwert und wenig Zugang zu seinen Gefühlen hat. Meistens haben beide einen geringen Selbstwert. Der eine ver sucht ihn durch fremdpoppen zu kurieren, den anderen zerlegt es komplett, wenn er betrogen wird.
    - man merkt nicht, dass man einen Partner hat, dem man selber wenig wert ist und der nicht antizipieren kann/will, wie es sich für sein Gegenüber anfühlen mag betrogen zu werden, was es bei dem Partner anrichtet

    Die Schuldfrage hat ja nicht immer was mit aktivem Handeln des Betrogenen zu tun, sondern mehr damit, was man sich alles gefallen lässt oder für den anderen tut, ohne sich mit den eigenen Bedürfnissen zu befassen, sie wahrzunehmen.
    Ich nenne es nie Schuld, sondern Ursache oder Eigenanteil und ja, hatte ich genauso wie der FS, wenn man den Partner zu stark macht, sich nur an dessen Bedürfnissen orientiert, weil man die eigenen nicht wahrnimmt.
    Hier sind Therapien hilfreich, bringen einen zu gesundem Egoismus, wie auch zur realistischen Selbsteinschätzung und geschicktem Umgang mit den eigenen Schwächen ("nein" sagen, weil es vom Kopf her falsch ist und um respektvollen Umgang einzufordern, wenn die Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse oder auch eigene Bedürfnisse fehlen).
     
  21. Schon mehrfach musste ich mich in meinem Leben mit Enttäuschungen auseinandersetzen, die mir Menschen zugefügt haben, die ich mitunter 10 Jahre lang zu kennen glaubte. Das ist eine tragische Erfahrung, dass es leider nirgends die absolute Sicherheit gibt.

    Dann habe ich die Vergangenheit analysiert und mir eine Liste gemacht mit allen Punkten, die ungut bzw. sogar schlecht waren. Das half, den Verlust besser einzuordnen, ihn vielleicht sogar begrüßen zu können und hat mir einige Lektionen erteilt. Vielleicht war sie gar nicht so toll, wie man als Verlassener gerne mal glaubt.

    Trost findet man übrigens niemals dort, wo man sein Glück verloren hat. Sie ist der denkbar ungeeignetste Mensch, der Dich in welcher Form auch immer, trösten könnte. Geh mal nicht davon aus, dass sie Dir die Wahrheit sagen würde. Die wäre entweder für sie selbst oder für Dich unschmeichelhaft. Das Exengelaber kannst Du Dir vollends sparen.
     
  22. Also ich habe Ähnliches auch schon durchgemacht und mein Rat an Dich ist:
    TU, was Dir gut tut und nicht, was Andere Dir raten oder was "man" macht.
    Wenn Du sie treffen willst, triff sie, wenn du mit ihr telefonieren willst, telefoniere, wenn Du Abstand brauchst, gibt Dir Zeit.
    Ich finde Dich sehr stark, dass Du gleich gegangen bist und den klaren Cut vollzogen hast, aber oft ist unser Verstand nicht kompatibel mit unserem Herzen.
    Lass Dir Zeit, ein Psychologe ist sicher eine gute Idee, ich hatte auch ca. 10 Sitzungen nach meiner Trennung.
    Ich muss aber auch sagen, dass es hilft, mit dem Partner, der einen betrogen hat zu reden. Vielleicht sagt sie Dir ja ihre Sicht der Dinge, vielleicht geht es ihr auch nicht gut, vielleicht vermisst sie dich auch.
    Manchmal kann aus einem solchen Seitensprung auch die Chance für eine 2. Chance erwachsen.
    Das was Dir passiert ist, passiert Tausenden von Anderen auch täglich, Du bist nicht alleine. Immerhin habt ihr noch keine Kinder, das macht vieles einfacher.
    Mein Exmann hat mich tausendmal betrogen und wir sind trotzdem noch zusammen in den Urlaub gegangen - der Kinder wegen. Wir haben uns gut verstanden, nicht mehr als Paar versteht sich, aber es ging.
    Ihr wart 10 Jahre zusammen, Du kannst deine Frau nicht einfach aus Deinem Leben streichen, sie ist ein Teil deines Lebens und Du bist ein Teil ihres Lebens.
    Du kannst sie Dir nicht einfach herausschneiden, sie ist sowieso da, egal wohin Du ziehst.
    Also kannst Du Dich auch mit ihr treffen, schon alleine, um Dein Kopfkino zu besänftigen. Es tut manchmal gut, wenn man sieht, dass es dem Anderen auch nicht so gut geht.
    Klar brauchst Du neue Aufgaben, neue Freunde, einen neuen Job, aber in so einer Situation wie Deiner fehlt einem manchmal auch die Kraft gleich weiterzumachen. Andere stürzen sich in eine neue Arbeit.
    Such Deinen Weg, alles ist o.k., solange es für DICH richtig ist.
    Meine Therapeutin hat mir damals gesagt, ich solle mal anfangen, zu mir selber gut zu sein und nicht so streng zu mir selber.
    Ich wollte nach der Trennung sofort alles regeln, Job, Kinder, am besten neuen Mann usw... fühlte mich als Versagerin, dass die Ehe kaputt ging.
    Das alles braucht Zeit. Freunde sind in der Zeit sehr wichtig - reden hilft. Fast egal mit wem. Solche Zeiten sind andererseits auch sehr kreativ und tolle Umbruchphasen um sich selbst neu zu entdecken.
    Wer weiß, wofür es gut ist - ein Ende kann auch ein Anfang sein...
     
    Moderationsanmerkung: Beitrag wurde durch einen Moderator editiert
    • # 23
    • 31.05.2016
    • void
    Du machst das doch gut mit der Bewältigung. Dass man leidet, ist normal, sonst hätte einem das Ganze ja nie was bedeutet. Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst, und bestimme den Weg selbst, den Du brauchst. Soll heißen, Deinen eigenen Anteil am Scheitern kannst Du immer noch beleuchten, wenn Du Dich beruhigt hast. Erstmal kommen ja Wut und Trauer, bevor man sich fragt, warum einem das passiert ist und wo man was nicht wusste aufgrund mangelnder Lebenserfahrung, wo was nicht passte und man es nicht sah und wo man einfach Pech hatte. Wenn es Dir guttut, bei Deinen Eltern zu wohnen, dann bleib erstmal da. Das nervt Dich noch früh genug, dass Du wieder weg willst und manchmal kommt man sich in dieser Bindung auch näher, wenn über solche Themen geredet wird.

    Wenn Du psychologische Hilfe brauchst (was ich gar nicht glaube, so wie Du hier schreibst), dann hol sie Dir.
    Sowas ist sehr schwer zu verarbeiten. Auf der Skala des emotionalen Stresses steht sowas ganz oben.
     
  23. Hallo FS
    Erst mal raus aus der Umgebung, das finde ich richtig.
    Auch das du kurzfristig nochmals bei deinen Eltern eingezogen bist, spricht eher für gute Familienverhältnisse als alles andere.
    Ich war noch nie länger arbeitslos, daher finde ich auch die Entscheidung richtig - du findest schon was.
    Ich bin damals in eine Skiregion zur Wintersaison zum Arbeiten gefahren. Wäre ich in der alten Umgebung geblieben dann wären die Gespräche doch immer nur um ihn und die Trennung gegangen. So war ich ein ungeschriebenes Blatt und konnte selbst preisgeben, was ich wollte.
    Mir hat das sehr gut getan, als ich danach wieder zurück bin (übrigens auch zu meinen Eltern für 4 Wochen), hatte ich den ersten Schock überwunden und konnte es aufarbeiten.
    Ich finde nicht dass man dafür einen Psychologen oder so braucht, der Schmerz ist normal, der Schreck auch und auch der Verlust und mit Familie und Freunden geht da auch - zumindest mit meinen.
    Aber ich bin vielleicht auch etwas robuster ...
     
  24. Ich finde es wirklich richtig beeindruckend, wie du so den cut für dich machen konntest und wie gut du mit der ganzen Situation umgehst! Ist echt wirklich krass, was deine Ex abgezogen hat.

    Mein Ex hat mir an Ostern auch gesagt, dass er seit Sommer 2015 Gefühle für eine andere hat (inkl. Küssen und Händchen halten). Zwar nach nur 4 1/2 Jahren Beziehung, aber trotzdem geht es mir manchmal immer noch unglaublich schlecht. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es dir gehen muss.

    Gut, dass du für dich weißt, dass die Fortführung der Ehe unmöglich ist und für dich beendet ist. Ich glaube auch, dass nur die Zeit wirklich helfen wird. Habe mich vor 2 Wochen nochmal mit meinem Ex zu einem klärenden Gespräch getroffen, bei welchem ich wirklich alles loswerden wollte, was mir auch wirklich gut getan hat. Leider habe ich seitdem wieder Hoffnungen :( Also ist es schwierig dir zu oder gegen ein Treffen zu raten. Mach wirklich das, was sich für dich richtig anfühlt.
     

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