• # 30
    • 13.05.2019
    • void
    Bindungsangst z.B.. Der Bindungsängstliche sucht sich einen Partner, den er nicht so toll findet, damit er nicht verletzt wird, wenn es nicht klappt oder der mehr Distanz will als er selbst.
    Zu einem, der ihn wirklich tief berührt, würde er keine Beziehung aufnehmen, denn das würde den SuperGAU bedeuten, wenn der sich trennt, und außerdem würde sich der Bindungsängstliche so sehr anpassen, dass er sich selbst dafür "auflöst". Dh. alle seine eigenen individuellen Lebensziele, die ein Teil seiner Persönlichkeit für sich braucht, für die Beziehung canceln.
    Nur: Auch bei dem Partner der "nicht-tollen Wahl" passt er sich womöglich an, weil der meist einer ist, der dem Bindungsängstlichen anfangs hinterher rannte und ihn auf ein Podest stellte.
     
  1. "Ausgesucht" - bedeutet - du wusstest von Anfang an, was auf dich zukommt (?) - doch, so ist es meist nicht.

    Was machst du bitte, wenn der andere dir auf deine Nachfragen - du spürst, etwas ist nicht in Ordnung - nur mit : "Alles ist gut - es gibt keine Probleme" antwortet ?
    Gedankenlesen kann niemand - also versuche ich mich an das zu halten, was ich als Reaktion bekomme, vor allem, wenn weiteres "Bohren" nur Aggression und noch tieferes Verschliessen heraufbeschwört.

    Mit normalen Ansagen : "Mir wird das jetzt gerade zu eng/ich brauche Zeit für mich/meine Probleme möchte ich alleine lösen ... etc." - wäre ich immer zurechtgekommen.
    In dem Bewusstsein, er liebt mich, es hat nichts mit mir zu tun - er steht zu mir und unserer Verbindung - wäre jeglicher Freiraum offen gewesen (solange keine andere Frau im Spiel ist).

    Stattdessen - aber immer wieder einen konstruierten Streit vom Zaun brechen - an dem ... selbstverständlich - nicht er, sondern die Partnerin die alleinige Schuld trägt ?
    Nach ein paar Tagen - nach denen er sich wieder "eingekriegt" hat (Tagen, in denen die Partnerin die Situation wieder und wieder durchspielte - die Schuld bei sich fand ... ("hätte ich mich so und so verhalten - wäre es eventuell ganz anders verlaufen") ... sie die Arme öffnete/ihre Fehler einräumte ... und er dann - als sei nichts gewesen - zur Tagesordnung übergeht ... ???
    Du im Sekundentakt wieder die "Beste/Tollste/Schönste" bist ?
    (Bitte ??? - und versuche bloss nicht, den Streit/seinen Anteil hervorzurkramen ... mit viel Glück bekommst du das Lippenbekenntnis einer halbherzigen Entschuldigung)

    Was machst du mit jemandem, der dir nicht einmal die Chance gibt, ihn und seine Probleme
    wahrzunehmen? Jemandem, der immer mehr mauert, je mehr er spürt, du könntest sein Innerstes /all seinen Schmerz berühren ... seine Mauern aufweichen ?

    Ich erinnere mich an eine Off-Situation ... ich wollte nur ein paar persönliche Dinge bei ihm abholen ... er war völlig aggresiv... dennoch, ich sah etwas in seinen Augen (tiefsten Schmerz/soviel Angst)... ging Millimeter um Milimeter auf ihn zu ("Du willst doch gar nicht, dass es jetzt so endet ... ") ... im Endeffekt lag er in meinen Armen/klammerte sich an mich, so fest, dass es mir fast den Atem nahm ...
    Einer der wenigen Momente, in denen er sich öffnete/seine Mauer fallenliess ... genauso schnell wurde sie wieder aufgebaut ... keine Chance ...

    Das ist alles so unstimmig - so unfair ... natürlich sollte ich mir spätestens an diesem Punkt bewusst sein : "sein Problem" - nicht meines ...

    Leider( !?!) ... widerstrebt mir die - zeitgenössische Haltung - "es denke jeder zunächst an sich" - zutiefst.
     
  2. Wenn ich spüre, dass etwas nicht in Ordnung ist, frage ich nach.
    Ist die Antwort nicht zufriedenstellend, mein Gefühl bleibt kritisch, beende ich.

    So etwas mache ich nicht mit.
    Entweder kann man vernünftig kommunizieren, oder es geht nicht.

    Ich bin beruflich Therapeut, nicht privat.

    M, 54
     
  3. Ich denke, die Bemerkung von @Aries zielt auf etwas ab, was hier immer wieder auffällt: manche Frauen scheinen solche Männer anzuziehen, andere treffen sie das ganze Leben nicht. Beziehungen haben in allen Phasen etwas mit Interaktion zu tun. Es lohnt sich also, den eigenen Anteil daran zu hinterfragen.
    Und manche Frauen reagieren auch auf Anzeichen nicht, sondern entwickeln ein Helfersyndrom. Oder fallen immer wieder auf bestimmte Männertypen herein und beklagen sich anschließend natürlich nur über die Männer.
    Nein, natürlich weiß ich nicht am Anfang, was am Ende auf mich zukommt. Aber ich kann von Anfang her sensibel sein und reflektieren, wie jemand auf mich wirkt.
     
  4. Haha, ja, ich habe gerade in drei Threads das Stichwort narzisstische Beziehungsdynamik gegeben. Bindungsangst gehört auch in das narzisstische Spektrum. Es ist aber nicht so verwunderlich, dass hier so oft darüber geschrieben wird, denn narzisstische Dynamiken führen zu den rätselhaftesten Problemen für die Betroffenen. Es ist extrem verwirrend, wenn man drin steckt, und ja klar wendet man sich dann eher an ein Forum, als wenn man sein Beziehungsproblem durchschaut.

    Es gibt Menschen, die sich nicht einlassen können, obwohl sie nichts sehnlicher wünschen. Das ist so. Die klammerige Person, die sich an einen Bindungsängstlichen bindet, kann sich aber immerhin auseinander setzen und anderes Verhalten lernen. Die Vermeider*innen ändern sich nur in extrem seltenen Fällen - manche gehen so weit zu sagen, dass sie sich nicht ändern können.

    Ich würde nicht mehr auf Änderungen hoffen, sondern versuchen, den Typus früh zu erkennen und eine Beziehung mit so jemandem nicht mehr einzugehen. Wenn man einmal anfällig war für die Dynamik, ist es schwer, nicht darauf anzuspringen. Man muss viel an sich arbeiten und nachreifen - dann ist man irgendwann für die Vermeider/innen nicht mehr interessant, zumal man selbst mutiger ist, zu seinen Bedürfnissen zu stehen.
     
  5. Aus dem Grund bevorzugen Vermeider*innen oft Vermeider*innen als "Partner". Man bietet sich gegenseitig viel Distanz, Abstand und Autonomie. Eher familiäre Typen werden als langweilig aussortiert. Man verliebt sich nicht in sie. Fernbeziehungen sind ideal.

    Zu Konflikten kommt es in solchen Konstellationen wenn unterschiedliche Werte eine Rolle spielen (z.B. einer präferiert Monogamie, der andere Polygamie oder ist polyamor) oder eine toxische Störung (Narzissmus, Borderline, Psychose, bipolarität, Süchte) ihre destruktive Kraft auf einer oder beiden Seiten ihre Wirkung entfaltet.

    Ein klassisches Beispiel, welches im Grunde auf einem Missverständnis beruht, ist die angebliche Neigung von Hochsensiblen zu Narzissten. Der Narzisst bietet dem Hochsensiblen zunächst viel Freiraum und Stärke.

    Da Hochsensible zur Regeneration viel Rückzugsraum und Ruhe für sich brauchen, werden sie von stark an Nähe interessierten Menschen oft als abweisend und flüchtend empfunden. Der Narzisst will aber keine wirklich Nähe. Also passen Beide ersteinmal gut zusammen.

    Hochsensible sehnen sich auch ab und zu nach Schutz, nach jemanden an denen sie sich anlehnen können, jemanden der ihnen beistehen kann. Äusserlich bietet ein erfolgreicher Narzisst alle dafür relevanten Insignien und Symbole.

    Früher oder später beginnt aber jeder Narzisst zur Selbsterhöhung mit der Erniedrigung seines (hochsensiblen) "Partners". Dann ist Schluss mit der Befriedigung der Bedürfnisse des Hochsensiblen.

    Distanzierte aber in ihren Werten eher positive Menschen sind auch die idealen "Partner" für jene die ihr Ego mit parallelen Partnerschaften stärken. Solche Parallel-Konstrukte, egal ob offen z.B. offene Beziehung oder als Polyamorie oder heimlich gelebt werden, sie werden erst durch das beidseitige Desinteresse an einer echten Partnerschaft möglich.

    Gemein ist vielen Vermeidern ihr Problem mit ihrem Ich. Sie müssen sich stärker als der Mainstream abgrenzen um nicht in ein Gefühl zu geraten, dass ihr Ich sich förmlich auflöst. In ihnen ist viel Angst. Nicht alle sind sich dessen bewusst.
     
  6. Ja und was sagt uns die Anzahl von 3 Threads. Gut, wenn man alles verallgemeinern möchte, dann sind 3 Threads schon viel, aber am Ende ist dies nur ein Nanobereich. Das zählt aber im Prinzip für alle Threads. Da hatten schon "Die Grauen“ mehr Wähler,bei der Bundestagswahl 2017 als es hier User gibt.

    Apropos Narzisstisch: Sigmund Freund sagte damals schon, dass alle Menschen narzisstisch sind. Als bin ich narzisstisch, wie auch jeder andere hier. Wenn jetzt jemand sagt, dass dies von Freund nur Blödsinn ist, dann sollte man auch keine Tipps mehr mit einem Therapeuten geben. Ist ja nur Blödsinn.:)
     
  7. Was mich an deinem Modell unheimlich stört:
    Du erklärst wunderbar, warum alle anderen Schuld haben und du nicht.
    Wie wäre es denn mit der Erklärung:
    Wer nicht will hat seine Gründe. Sieht keine Vorteile auf Dauer. Ist einfach nur klüger und sachlicher, realistischer und glücklicher als jemand der immer sofort "Beziehung" spielen will.
    Manchmal liegt es auch an dem / der Abgelehnten. Auch das kommt vor.
     
  8. Letztlich egal, ob jemand toxisch ist,eine hochsensible oder histrionische Persönlichkeitsstörung hat, ob es sich um „narzisstische Beziehungsdynamik“ handelt oder irgendwas anderes diagnostiziert wird. Wir sammeln hier Persönlichkeitsstörungen, die insgesamt sicher lange nicht so häufig auftreten, wie das manche glauben.

    Auffällig ist für mich eher, dass hiermit stets die Schuld auf andere geschoben wird. Für mich ist das ebenfalls ein ganz grundlegendes Persönlichkeitsproblem, gerade wenn manchen Menschen dauernd solche psychisch vorbelasteten Menschen über den Weg laufen. Im Grunde kann die Empfehlung doch nur lauten, erstmal bei sich selbst zu schauen, bevor frau den Mann ändern möchte. Und sonst zu üben, einfach die Finger von hochsensiblen Dramaqueens oder anderen toxischen Persönlichkeiten zu lassen.
     
  9. Es geht nicht um die, die deutlich sagen ich will keine Partnerschaft sondern nur eine Affäre oder einen ONS. Es geht um die die vorgeben, dass sie zu einer Partnerschaft bereit sind.

    Bei denen ist noch zu unterscheiden zwischen jenen die bewusst täuschen und Menschen die gerne eine Partnerschaft hätten, sie beginnen, sie aber letztlich nicht aushalten können.

    Zu jemanden der so offen wie du sagt "Sex und nichts weiter", kann man ja oder nein sagen und hat danach keinen Grund zur Beschwerde.


    Du vermischt zweierlei Arten von Narzissmus. Den narzisstischen Anteil den jeder Mensch in unterschiedlicher Ausprägung in sich hat und eine narzisstische Persönlichkeitsstörung.

    Letztere ist für Menschen toxisch. Wenn du dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast, du referenzierst ja auf Freud, sollte dir diese Differenzierung klar sein. Daher ist mir nicht klar was dein Motiv ist narzisstische Persönlichkeitsstörungen zu verharmlosen.
     
  10. Wenn Du hier schon einteilst, dann solltest Du die erwähnen, die wirklich eine Partnerschaft wollen, aber in der Kennenlernphase feststellen, dass dies die falsche Frau dafür ist. Ich denke, das ist ein erheblicher Anteil, aber die Damen blenden gerne aus, dass auch sie selbst Grund dafür sein können, das nichts weiter passiert. Warum sollte ein Mann sich eine Weile um eine Frau bemühen und dann nach ein paar Mal Sex verschwinden?

    Und die von der FS genannten "diagnostiziert" bindungsängstlichen können ja nun auch nicht wirklich was dafür. Sie versuchen vermutlich immer wieder verzweifelt, eine Beziehung aufzubauen und sind selbst nicht glücklich, dass sie scheitern.
    Den Grund zur Beschwerde haben doch im Grunde nur diejenigen, die zu früh Sex haben. Auch bei denen gibt es sicher einen Anteil, der meint, einen Mann damit binden zu können und dann feststellt, dass diese Manipulation nicht funktioniert.
     
  11. Jeder Mensch trägt auch narzisstische Züge in sich, wäre dem nicht so, könnte man Selbstliebe, Selbstbewusstsein, Egoismus im normalen Rahmen ebenso in Frage stellen.
    Der Unterschied ist jedoch, inwieweit die Ausprägung das gesunde Maß übersteigt.
    Jeder Mensch freut sich z.B. über Annerkennung von aussen. Ich behaupte, dies trifft sogar auf diejenigen zu, die erklären, man könne alles aus sich selbst heraus schöpfen, bestens ohne Bestätigung leben.
    Ins Krankhafte geht es dann, wenn jegliche Bestätigung niemals ausreicht, jegliche Liebesbezeugungen wie von einem Schwamm aufgesogen werden und dennoch nie die nötige Sicherheit vermitteln können, (das beliebte on/off Spiel - die Beziehung beenden, bis der Partner wieder um Frieden bittet und damit zeigt, wie wichtig "man" ihm ist) wenn Menschen abgewertet werden, um sich selbst zu erhöhen, Kritik bestens ausgeteilt werden kann - aber wehe, das Gegenüber wagt selbst irgendeine Kleinigkeit in Frage zu stellen (Dies wird dann als Ablehnung der ganzen Person interpretiert und vehement geahndet), wenn Menschen sofort abgelehnt werden, weil sie einen vermeintlich höheren Status inne haben oder angeblich materiell besser gestellt sind, etc.
    Meine letzten 10 Jahre verbrachte ich mit 3 Menschen, bei denen ich dieses und mehr erlebte - konkrete Schilderungen würden den Rahmen sprengen.
    Bewusst war mir nie, was dahinter stecken könnte - erst, als ich versuchte über gewisse Verhaltensweisen zu recherchieren, kam ich auf den Aspekt Narzissmus/Bindungsstörung.
    Leider deckt sich zuvieles, als das ich das tatsächliche Vorhandensein dieser "Erkrankung" negieren könnte.

    In diesem Sinne stellt diese Störung einen sehr trifftigen Grund dar.
    "Kommst du mir zu nahe, könntest du meinen Schutzpanzer stören, das tut weh, also beisse ich dich weg."
    "Spielst du nicht nach meinem Regeln, hast du für mich keinen Nutzen."
    Und nur ich (!) trug die Schuld an der Trennung. (Vielleicht noch unsere Katze, die er während der letzten Wochen in der gemeinsamen Wohnung absolut ausblendete - obwohl sie ihm ja immer so wichtig war ... sag mir keiner, dass dies normal sein soll !)
     
  12. Hihi, habe euch auch vermisst :)
    Nein, du hast mich missverstanden - eine narzisstische Dynamik kann nicht einer allein bestreiten. Es gibt Menschen, die sich nicht einlassen können. Punkt. Wenn du trotzdem versuchst, eine gute Beziehung mit ihnen zu haben, kommt nur Murks heraus. Also besteht deine Aufgabe darin, früh festzustellen, wer sich einlassen kann und wer nicht, und es ist auch wichtig, dass du dich selbst hinterfragst, ob du dich überhaupt einlassen kannst oder warum du dir ausgerechnet Partner suchst, die das nicht können. (Darin besteht ein großer Anteil, der vermieden werden kann). Und wenn du festgestellt hast, dass du da Defizite hast, kannst du dich eben ändern. Narzissmus ist aber so konfiguriert, dass er eine Änderungsbereitschaft torpediert. Co-Narzissmus hingegen kann man überwinden.

    Maligne NPD (Psychopathie) ist extrem selten. Aber dominant narzisstisch geprägte Menschen (= Narzissten und Narzistinnen) gibt es viele, die Schätzung ist einer von sechs. Da wundert es nicht, dass sich davon Betroffene in Foren fragen, was los ist. Und natürlich müssen die Betroffenen sich fragen, welchen Anteil sie haben, na klar, oder sie wiederholen das Muster. Dazu liefert der Blog, den ich genannt hatte, ne Menge Infos. Habe mich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt, halte den Blog für ausgesprochen gut - und das, obwohl ich bis dahin nur wissenschaftliche Texte dazu gelesen hatte. Er ist spannenderweise aus der Perspektive eines Narzissten geschrieben und räumt auch mit den gängigen Vorurteilen auf - guckt es euch an, ablehnen könnt ihr es ja dann immer noch.

    @Jatta1978 keine Tipps mehr mit Therapeuten geben und das mir? Die ich doch in jedem dritten Post sage, geh zum Analytiker? ;-) Hahaha, nein, das hast du grundlegend missverstanden. Jeder Mensch hat narzisstische Anteile, und sie werden für gesunde Beziehungen gebraucht. Das würde dir der Blog auch ausführlich darlegen - für mich reicht der Platz hier nicht, das gut zu machen, aber kurz gesagt sind bei manchen die Anteile so hoch, dass sie wenig bis keine Empathie empfinden für den Partner - es einfach nicht *können* - nicht, dass sie nicht wollten, sie können nicht, sind nicht so konfiguriert. Sie versuchen sich allerdings an einem empathischen Alsob. Nur wenige tun dies bewusst. Man erkennt die Dynamik an typischen Verhaltensmustern. Die meisten narzisstisch Gestörten wünschen sich eine gute Beziehung und richten sie nicht absichtlich zugrunde. Es ist deswegen wirklich wichtig, den Unterschied zu erkennen zwischen einem Menschen, der wirklich eine gute Beziehung führen kann (oder sich dahin entwickeln kann es zu können) und einem, der es nicht kann. Den ersten meiden. Wenn man die Prinzipien der Dynamik durchschaut hat, ist es keine Hexerei mehr.
     
  13. Links darf man hier leider nicht einstellen.

    2015 waren 27,7 % der Erwachsenen zwischen 18 und 79 psychisch oder Suchtkrank - beides führt oft zu Beziehungsproblemen und dazu, dass die Betroffenen überproportional suchende Singles sind.

    Die Wahrscheinlichkeit bei einer Partnersuche auf einen dieser Menschen zu treffen ist daher eher höher als geringer, denn sie sind einfach in einer größeren Menge verfügbar und werden schnell wieder verfügbar.

    @Lebens_Lust du hast mich zitiert. U.a. das

    "Ihre destruktive Kraft auf ... beiden Seiten ihre Wirkung entfaltet.", du wiederholst diese Aussage

    "die Empfehlung doch nur lauten, erstmal bei sich selbst zu schauen, bevor frau den Mann ändern möchte", ich würde sogar noch weiter gehen, den anderen kann man niemals ändern. Ändern kann man immer nur sich selbst.

    Eine Antwort warum ich mich nicht scheinbar weiter entwickle hat mir @realwoman in einem anderen Thread gegeben

    Danke
     
  14. Ob es wirklich so viele Menschen gibt, die bewusst täuschen und das dann auch noch gut genug um ans Ziel zu kommen ??
    Die anderen versuchen es - und zu Beginn sind das meist sich ziemlich fremde Menschen. Die Absichtserklärung "Ja, ich will es mit dir versuchen" heisst eben noch lange nicht, dass der Erfolg vorprogrammiert ist. Und je besser ich einen Menschen kennen lerne umso besser kann ich beurteilen, ob ich diesen Menschen wirklich fast täglich um mich haben will. Es kann auch passieren, dass eine Frau wirklich toll ist - aber eine solche Pedantin, dass man das Gefühl hat in der Möbelausstellung zu hausen. (kann umgekehrt natürlich auch passieren ) Und irgendwann reift dann langsam der Entschluss : Nein, das tue ich mir nicht an.
    So etwas passiert ganz ohne Angst und Störung. Zwischen 2 Menschen, die beide in der Bandbreite der Gesunden sind.

    Der Erfolg ist, dass alle sich für gesund und alle anderen für krank halten. So muss keiner seine Fehler suchen. Und hat auch niemals etwas falsch gemacht. Wenn man so arbeitet dann kommt der BER dabei raus. Der wird wohl abgerissen werden müssen bevor er fertig gebaut wurde. Und kein Mensch hat einen Fehler gemacht. Effektiv geht anders.
     
  15. So, wie ich dies erlebte, wollte er eine Beziehung - der Sex war auch nicht zu früh - ich war erst nach einem halben Jahr bereit dazu, als ich mich sicher fühlte ...
    Ich war fest davon überzeugt, dass auch er eine wirkliche Beziehung anstrebt.
    Die Verlobung ging - nach 6 Jahren - von ihm aus (nachdem sich sein Freund und unsere/seine Freundin die Ehe versprachen - heutzutage bin ich überzeugt, er wollte nur diesem Status "gleichziehen").
    Die Idee einer gemeinsamen Wohnung ging - nach 8 Jahren -von ihm aus ...
    Natürlich kann ich mir alle Vorwürfe nur selbst machen - 10 Jahre meines Lebens so blindlings geliebt/vertraut/gehofft zu haben ...
    Hätte er während der Kennenlernphase oder irgendwann später einmal gesagt - "Das passt nicht - du bist nicht die Richtige" oder "Ich schaffe es nicht, mich auf jemanden/dich wirklich einzulassen" ... das wäre offen, ehrlich und aktzepabel gewesen.
    Wäre ich ihm - in unseren letzten gemeinsamen Tagen - entgegengekommen - hätte ihm auch dieses mal seine Beleidigungen verziehen - er wäre mit mir zur gewohnten Tagesordnung zurückgekehrt.
    Auf das sich - sein Spiel - aufs Neue wiederholt.
    (Nicht umsonst bot er mir nach drei Tagen des Schweigens - nach unserem Streit - he, ich wollte ihn nur endlich einmal wieder richtig küssen, das war sein "Triggerpunkt" ?! - morgens einfach so im freundlichsten Tonfall plötzlich einen Kaffee an)
     
  16. Habe länger nicht mehr hier gelesen und ich gehör(t)e ja auch zu deinen Kritikerinnen - mein Eindruck ist, dass etwas passiert ist, bei dir. Entwicklung dauert. Und wer etwas wissen will, der kann auch irgendwann zur Lösung kommen. Manche brauchen länger. Und - damit wäre ich wieder beim Thema - wer Narzissmus in der Biographie hat, braucht meistens länger, hat meist seit der Kindheit damit zu tun, oft war Vater oder Mutter betroffen. Das heißt, dass man eine große Toleranz entwickelt hat für immer dieselben schädlichen Muster. Dass sich bei genauem Hinsehen gleich mehrere Ex-Partner und man selbst im selben Muster beschreiben lassen, ist der Normalfall bei narzisstischen Beziehungen. Bis man lernt, auszusteigen. Bindungsangst ist das weiche, warme Wort für Narzissmus - hab ich nichts gegen, weil Narzissmus missverstanden wird, aber warum nicht den Tatsachen ins Auge sehen, sich informieren und alle mal Schluss machen mit toxischen Beziehungen.

    Natürlich, @Lebens_Lust, muss man auch bei sich selbst schauen, deshalb schreibe ich von narzisstischer Dynamik. Andere als Narzissten zu beschreiben ist einfach. Aus der Dynamik aussteigen ist hingegen schwer. Die Dynamik hat Suchtcharakter für beide Seiten. Sucht bedeutet, man macht weiter und verschließt die Augen vor dem, was nicht gut tut. Um die Beziehung aufrecht zu erhalten (weil man nicht ohne sein kann) wird viel schön geredet, was in Wirklichkeit schrecklich ist.
     
  17. Genau. Das kann erfolgen weil es mit dem Sex nicht passt, ihre Kinder oder Hobbies nerven, sie mit Geld nicht klar kommen, schnarchen, komisch riechen, sich politisch falsch positionieren, Fußballfan sind oder sie eine Bindungsstörung bzw. überhaupt eine Störung oder Sucht haben. Es ist durchaus sinnvoll zu solchen Leuten auf Abstand zu gehen. Da hast du recht.

    Es geht nicht darum, dass irgendwer was dafür kann oder sich mit Absicht destruktiv verhält. Egal ob jemand sein toxisches Verhalten im Griff hat oder nicht, ich brauch und darf mir das nicht (dauerhaft) antun. Sonnst bin ich am Ende auch so. Klar auch Borderliner und Junkies haben ein Recht auf Beziehung, Glück und Liebe. Aber sie haben kein einklagbares Recht darauf, dass ihnen dieses Recht erfüllt wird.

    Wegen ihres Rechts daten sie ja kräftig mit, nerven sich zum Teil gegenseitig, werfen sich z.T. gegenseitig Stalking vor aber ärgern auch mal Menschen die nicht in diese Kategorien gehören (oder dies zumindes von sich denken ;) )
     
  18. Ich denke auch, dass relativ viele Menschen psychische Probleme haben, die in einer Beziehung Schwierigkeiten verursachen.
    Hohe Anteile haben Angststörungen, Depressionen, affektive Störungen, Suchtprobleme.

    Wenn man hier mitliest, hätte ein erheblicher Teil der Männer narzisstische Persönlichkeitsstörungen. Es sind aber laut Statistik nur 0,4% der Bevölkerung. Für mich sind daher die schnellen weiblichen "Narzissmus"-Rufe hier reichlich übertrieben. Das Problem sind vermutlich eher andere Fälle...

    Du hast sicher auch Recht, dass unter den Singles viele betroffen sind, weil es ratsam ist, solchen Menschen bei der Partnersuche von vorneherein aus dem Weg zu gehen. Dazu kommt, dass sich bestimmte Gruppen von Menschen mit Problemen sicher auch noch wechselseitig anziehen und das die Problematik verstärkt.
     
  19. Vielleicht könntest du den Bezug angeben - Wer hat diese Statistik erhoben und wie kam man zu diesen Zahlen. Auch die jeweiligen Definitionen fehlen.
     
  20. Leider lässt Moderation keine direkten Links zu.

    Ggf. lassen sie dieses Zitat von der Seite des Thieme Verlags zu

    "Die geschätzte Gesamtprävalenz für die 18- bis 79-jährigen Erwachsenen in Deutschland liegt bei 27,7 %. Am häufigsten sind Angst- (15,3 %) und depressive Störungen (7,7 %), gefolgt von Störungen durch Alkohol- und Medikamentenkonsum (5,7 %), Zwangs- (3,6 %) und somatoformen Störungen (3,5 %). Bevölkerungsbezogen vergleichsweise selten sind posttraumatische Belastungsstörungen (2,3 %), bipolare (1,5 %), psychotische (2,6 %) und Essstörungen (0,9 %)."

    Interessant ist auch das

    "Dissoziale Persönlichkeitsstörung
    ... Alltägliche Routine im Beruf oder in der Partnerschaft führt bei Betroffenen schnell zur Langeweile ... Daher suchen sie nach Aufregung, Abenteuer und Abwechslung. Im zwischenmenschlichen Bereich sind dissoziale Persönlichkeiten unzuverlässig ... In der Allgemeinbevölkerung haben 3-7% der Männer und 1-2% der Frauen eine dissoziale Persönlichkeit."

    Oder das

    "Borderline ist ein schweres psychiatrisches Krankheitsbild. Insgesamt leiden etwa 3% der Allgemeinbevölkerung an der Krankheit."

    Jeweils aus Neurologen und Psychater im Netz.

    Für wissenschaftliches Arbeiten besteht hier leider kein Raum. Auf jeden Fall zeigen die Zahlen, dass dies kein irrelevantes Problem ist.
     
  21. Nicht irrelevant, aber auch nicht so häufig wie hier postuliert wird.

    Vergessen wird bei diesen Zahlen, dass es eine gute Anzahl von Mehrfachbetroffenheiten gibt.
    Zudem gehören zu Angststörungen schon Themen wie Spinnenphobie, Flug- oder Höhenangst dazu.
    Oder bei der Statistik zu Depressionen die depressive Verstimmung oder Trauerphasen dazu. Trauer hat inzwischen einen ICD 10 Code, etwas was zu einem ganz normalen Leben gehört.

    Die anderen genannten Zahlen liegen alle im geringen Prozentbereich.

    Selbst in meiner Praxis sind die wirklich pathologischen Fälle selten. Alles andere sind Abstufungen, oft ist es ein belastenderes Thema, eine schwierige Lebenssituation, oder Tendenzen.
    Man schafft aber auch nur eine gewisse Anzahl von Klienten mit problematischen, schweren Diagnosen, wenn man ihnen gerecht werden will.

    M, 54
     
  22. Genau da ist der Knackpunkt. Nimmt man dann noch "Sucht" dazu, dann kann man Viertel der Bürger als gestört bezeichnen.
    Alles eine Frage der Definitionen - genau darum hatte ich auch nachgefragt.
    Bei allem Verständnis für wirklich kranke Menschen darf auch eines nicht vergessen werden - es gibt Berufe in denen sehr gut an den "Eingebildeten Kranken" verdient wird. Ja - auch das spielt eine Rolle.
     
  23. Das stimmt sicher. Allerdings ist davon auszugehen, dass jene mit beziehungsrelevanten Problemen eben auch eine besonders hohe Beziehungs- bzw. Anbahnungsfluktuation haben, während die eher beziehungssicheren einen wesentlich geringeren Verschleiß haben und deswegen auch seltener auf dem Markt verfügbar sind.

    Online Dating hat zudem die Reichweite bei der Suche nach Partnern wesentlich erhöht. Ich habe häufiger Anfragen von Damen bekommen die über 100 km entfernt wohnen. Was soll das?

    Die Wahrscheinlichkeit, dass man auf Problemfälle trifft ist eben nicht geringer als die Wahrscheinlichkeit, dass man einen positiven Treffer landet.

    Wahrscheinlich hängt das aber auch mit der eigenen Veranlagung zusammen.

    Jemanden der grundsätzlich keine Partnerschaft sondern nur lockere Beziehungen sucht, werden Menschen mit einer Beziehungsstörung überhaupt nicht negativ auffallen. Für solche Kandidaten sind entsprechende Personen ggf. sogar ein Gewinn.
     
  24. "Gewinn" ist kritisch zu sehen. Denn derjenige, der etwas Lockeres sucht, möchte etwas Lockeres. Bei Menschen mit problematischen Bindungsmustern entwickelt sich das vordergründig Lockere oft zum Drama.

    Immer wieder bestätigt es sich, dass sich ähnliche Thematiken anziehen.
    Ein Mensch, der in sich stabil ist, und auf einen problematischen Menschen trifft, grenzt sich schnell ab, und entzieht sich der Situation. Beendet, ohne Diskussionen.
    Ein selbst problematischer Mensch versucht zu verstehen, entschuldigt, rechtfertigt, klammert sich an Illusionen. So entstehen die "Traum"Partnerschaften mit Traumfrauen und die gängige Variante Traummännern.

    Eines der Gründe, warum Menschen Online ein Kennenlernen schnell beenden. Was dann hier thematisiert wird von der anderen Seite, und ausgerechnet von diesen dann als Bindungsangst tituliert wird.

    Es ziehen sich nach meiner Erfahrung definitiv die entsprechenden Menschen an. Nicht nur beim Thema Bindungsfähigkeit.

    M, 54
     
  25. Dann siehst du ja selbst eine Quote von über 25 %. Sucht ist in der Tat ein beziehungsfeindliches Problem.

    Allerdings überlappt sich Sucht partiell mit anderen beziehungsfeindlichen Merkmalen wie psychischen und Verhaltensstörungen. Sucht kann in solche Störungen führen, z.B. kann Canarbis Konsum dauerhafte Psychosen auslösen. Störungen können Süchte auslösen z.B. Alkohol zur Ablenkung vom Trauma oder Drogenmissbrauch zur Selbstverletzung.

    Süchtige investieren viel Lebenszeit und Mittel bis über die Grenzen normaler Verfügbarkeit in die Finanzierung und das Verschleiern der Sucht. Bei verbotenen Substanzen kommt noch der Aufwand der illegalen Beschaffung hinzu. Der Bekanntenkreis Süchtiger besteht zu einem großen Teil aus ähnlich Süchtigen. Man teilt halt Hobby und damit verbundene Probleme. Nichsüchtige fügen sich entweder naiv ein oder distanzieren sich früher oder später zwangsläufig.

    Oberflächliche Affären und ONS sind mit vielen Süchtigen trotzdem möglich. Für jene die nur was lockeres und keine Partnerschaft wollen spielt Sucht nur eine geringe Rolle. Selbst für manchen krassen Junkie findet sich solche Deckel. Ansonsten gebe es ja auch keine Beschaffungsprostitution.

    Das spielt keine Rolle weil diese Aussage "Eingebildete Kranke" gleichzeitig falsch und richtig ist und weil Menschen die an etwas leiden was eine Beziehungsstörung verursacht in der Regel sich nicht wegen einer Beziehungsstörung behandeln lassen.

    "Eingebildete Kranke" = Hypochonder haben zwar nicht die Krankheiten die sie denken, die sie haben, sie haben aber etwas anderes. Ein psychisches Problem.

    @Tom26 vielleicht meinst du ja auch die Autoren von Ratgebern zum Thema. Die setzen in der Regel analytisch auf Fallbeispielen auf. Gute Autoren liefern auch Verweise auf wissenschaftliche Sekundärliteratur mit. @Aries ist ja scheinbar vom Fach. Was sagt er dazu?

    Ich hatte in den letzten Jahren bei meiner Suche primär über Online Dating reichlich seltsame Kontakte. 7 (davon 4 näher) haben gesichert psychische Probleme. Eine 8. entfiel wegen offensichtlicher Geldprobleme. Andere waren mir zu unattraktiv oder einfach zu weit weck wohnhaft.

    Sex wäre mit den meisten möglich gewesen. Selbst die nicht ganz so attraktiven wären dafür meistens attraktiv genug gewesen. Aber so etwas interessiert mich nicht. Blöderweise bin ich aber immer auf Partnerschaft (mit Sex) aus. Dazu muss man sich stärker einlassen als für Sex und etwas Halligalli. Entsprechend anders entwickelt sich so ein Kontakt anders als, dass was du praktizierst @Tom26.
     
  26. Dann wäre der sogenannte Strohfeuermann oft eben nicht bindungsstört oder ein Blender auf Beutezug, sondern jemand der sich erfolgreich gegen eine Person mit Beziehungsproblematik abgrenzt(?). Der Strohfeuermann wird dann fälschlicherweise hier als beziehungsgestört dargestellt.

    https://www.elitepartner.de/forum/frage/kennenlernen-auf-abruf-wie-soll-ich-das-nur-schaffen.80526/ ist vielleicht ein ähnlich gelagerter Fall.

    Drama ist natürlich eine Frage der Definition. Der Wunsch nicht nur Sex zu haben sondern einfach nur mal zu kuscheln kann für einige schon ein Drama sein.

    Wer was lockeres gefunden hat und dann überraschend um Beistand bei einem unerwarteten Trauerfall gebeten wird empfindet das ggf. auch das Drama. Einige beenden das dann mit einem klaren Schlussstrich. Der Trauernde trauert dann doppelt.

    Ich denke mal verlässliches Teambuilding auch für partnerschaftliche Beziehungen und Familiengründung ist so etwas wie ein Standardprozess den Menschen früher sehr stark heute abgemildert zum Überleben brauchen. Das ist für mich NORMAL.

    Wer sich dem dauerhaft entzieht, egal ob er durchgehend was lockeres bevorzugt oder sich immer nur in unerreichbare Menschen verliebt oder permanentes Drama brauch wäre in früheren Zeiten nicht überlebensfähig gewesen, weil er eben nicht der o.g. NORM entspricht.

    Das man sich dieser NORM entziehen kann ist relativ neu.
     

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