1. Frustriert, wenn es nicht so läuft wie ich es will!

    Hallo liebes Forum

    Ich habe hier schon viele hilfreiche Tipps lesen können und hoffe ihr habt vielleicht auch ein paar für mich.

    Es ist ein Problem, welches ich (26J) schon länger habe. Bisher habe ich in meinem Leben immer so ziemlich alles bekommen was ich wollte (ich bin ziemlich ehrgeizig). Schon in meiner Kindheit haben meine Eltern immer alles dafür getan dass es mir an nichts fehlt und ich meine „Träume“ verwirklichen kann (egal ob Freizeit oder Schule/Studium).

    Mit meinem Ex-Freund war ich 4J. zusammen und er war ein ziemlicher „Kuscher“. Heisst er hat sich immer mir angepasst und Entscheidungen hat er sowieso immer mir überlassen. Er hat mir jeden Wunsch von den Augen abgelesen und war immer sehr fürsorglich. Ich denke ich war auch sehr dominant. Das alles war aber auch mit ein Grund warum es dann zur Trennung kam, diese „Bemutterung“ wurde irgendwann einfach zu viel.

    Nach einem knappen Jahr habe ich mich neu verliebt, wir sind ein gutes halbes Jahr ein Paar. Und ja, es ist für mich nicht sehr einfach, denn er (29J) hat einen sehr eigenen Kopf, macht gerne was er will etc. Wenn er alleine weg geht oder am Wochenende was anderes vorhat (ohne mich) dann bin ich gleich frustriert und auch etwas gekränkt dass er keine Zeit mit mir verbringen will und Zweifel an seinen Gefühlen. Ich versuche das aber so gut wie nie zu zeigen, weil ich im Grunde weiss dass ich ihm unrecht tue und damit auch der Beziehung nichts gutes tun würde. Es soll und muss jeder seine Freiheiten haben.

    Wenn ich allerdings was vorhabe, und alleine unterwegs bin ohne ihn, ist das kein Problem für mich. Denn dann hab ich das ja so für mich entschieden. Ich weiss, klingt total ego :-/

    Ich merke einfach selbst dass ich mit zweierlei Mass messe und ungerecht bin. Wenn wir zusammen sind bin ich total happy, fröhlich etc. Er zeigt mir seine Liebe und er macht mich sehr glücklich!

    Aber ich kann einfach nicht aus meiner Haut und ihm seine Freizeit mit seinen Freunden gönnen. Er macht jetzt auch zwei Wochenendtrips ohne mich und es geht mir gehörig gegen den Strich. Aber ich halte mich immer sehr zurück. Allerdings finde ich es sehr anstrengend, weil ich wirklich darunter leide und mir immerzu tausende Gedanken machen.

    Ich habe ein Hobby das mich ausfüllt, auch einen stabilen Freundes- und Familienkreis. Es ist nicht so dass ich einsam und alleine zuhause hocke.

    Aber ich weiss einfach nicht wie ich das ändern soll dass ich mich nicht immer so fühle. Hat jemand einen Rat

    Grüsse
     
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    • # 1
    • 08.05.2015
    • Gast
    Da mischt sich was, einmal Dein Durchsetzungswillen bzgl. Deiner Wünsche und dann ein echtes Bedürfnis in einer Partnerschaft. Ich meine, es könnte ja wirklich zu viel sein, was er an Freiheiten will.
    Es geht natürlich nicht, dass Du ihn aus der Ecke holst, wenn Dir danach ist, und ihn wieder reinstellst, wenn Du selber was vorhast. Aber kann es sein, dass er sich ZUVIEL außerhalb der Beziehung bewegt für Dein Verständnis von Beziehung? Menschen haben unterschiedliche Nähebedürfnisse, und wenn ihr da nicht kompatibel seid, hat das auch nichts mit Ego oder nicht-Ego zu tun, sondern mit einem Dauerfrust.

    Wenn ihr zusammen was unternehmt und dabei natürlich auch seine Wünsche genau wie Deine berücksichtigt werden, ist das das Optimum. Wenn aber Du mehr mit ihm machen willst, mehr Zeit verbringen willst und er aber nicht mit Dir, ist das schlecht.
     
    • # 2
    • 08.05.2015
    • Gast
    Es ist ein Luxusproblem, aber es ist eines, da es dich quält.
    Ich frage bei so etwas immer: "Wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen? Was genau würdest du denn wollen, dass er tut?"
    Bei dir bleiben und Händchen halten? Dich tausendfach seiner Liebe versichern?
    Worum gehts genau. Das ist zu beleuchten. Ist es Verlustangst oder die Tatsache, dass er auch sein eigenes Leben lebt und sich nicht ständig um dich dreht? Was meinst du?
     
  3. Wer genügend Erfahrung hat, der weiß, dass ihr genauso wenig zusammen passt, wie das vorher mit deinem Exfreund war, nur eben extrem in die andere Richtung. Es fehlt ganz einfach an Kompatibilität, die niemals sich positiv weiter entwickeln wird, es ist so und es bleibt so auch, ja, es wird noch viel extremer in der Zukunft und du wirst dich damit abfinden müssen, darunter zu leiden oder aber du ziehst ebenso wieder einen Schlussstrich, denn es gibt noch viele Mütter, die passendere Söhne haben. Unerfahrene Leute raten dir, zu bleiben, zu leiden, nach dem Motto, er wird schon noch! Nein es wird gar NICHTS! Er macht sein Ding ohne Rücksicht, das ist es dann!
     
    • # 4
    • 09.05.2015
    • Gast
    An sich ist es ja schonmal ein großer Vorteil, dass du zu Selbstreflexion fähig bist. Das ist schonmal mehr als die meisten anderen vorweisen können (das meine ich nicht zynisch).

    Dich nervt es einfach, dass du nicht mehr die gewohnte volle Aufmerksamkeit samt Wunscherfüllung bekommst, die dir aber ohnehin nicht immer zusteht.
    Du musst einfach lernen (müssen nicht, aber schaden würds auch nicht), dass es neben deinen eigenen Bedürfnissen auch noch die absolut gleichwertigen Bedürfnisse deines Freundes gibt.
    Würde dieser jetzt wieder nach deiner Pfeife tanzen und sich deinen Bedürfnissen vollends unterordnen und seine Privat-Hobbies wegen dir gänzlich einschränken, dann würdest du ihn sowieso wieder in den Wind schießen, weil er dann in deinen Augen zum Lulu im Sinne seines Vorgängers mutiert.
    Insofern hat er vollkommen Recht mit seiner Einstellung und ich hoffe für euch, dass er weiterhin seinen Schädel durchsetzen kann.
    Dafür dass du nicht weißt, was du eigentlich wirklich willst, kann er ja nichts.

    Im Endeffekt habe ich natürlich keinen sinnvollen Rat.

    1. Entweder du schaffst es diese charakterliche Seltsamkeit eigenständig auszumerzen.
    2. Du suchst dir einen Psychologen.
    3. Du trennst dich von deinem Freund, um mit der ihn ersetzenden Lusche erneut nicht glücklich zu werden.
    Der Ball liegt jedenfalls bei dir.

    Frage am Rande: Bist du ein Einzelkind?
     
  4. Ich denke du spürst und merkst zum ersten Mal in deinem Leben, dass du nicht alles so haben und bekommen kannst, wie du es dir wünscht und dass nicht alle Menschen nach deiner Pfeife tanzen insbesondere dein jetziger Freund nicht, wie das dein vorherigen Partnern gemacht hat.

    Da offensichtlich dein Exfreund abhängiger war von dir und dass er sehr anhänglich war, wusstest du, dass er dir sehr sicher ist und er dich vermutlich nicht verlassen würde, was auch stimmte. Du selbst hattest die Beziehung beendet.

    Jetzt zum ersten Mal hast du einen Mann kennen gelernt, der sehr eigensinnig und stur ist, bzw. seine Wünsche und Ziele auch ohne dich verfolgt. Dadurch merkst du zum ersten Mal, dass im Leben gar nichts selbstverständlich ist schon gar nicht einen Partner zu haben und jetzt spürst du eine Unsicherheit und Angst, dass du ihn sehr leicht verlieren kannst. Ausgelöst durch seine ganze Persönlichkeit und seine Art, sein Ding durchzuziehen. Dadurch spürst du richtig, dass dein Freund auch gut ohne dich zurecht kommt egal, ob er einmal die Beziehung beenden sollte oder du, dass er offensichtlich emotional viel unabhängiger ist als dein Exfreund.

    Diese Erfahrung hatte ich auch mit zwei Männern, wobei der vorherige genauso war wie dein Exfreund, er war mir so sicher, wie das Amen in der Kirche und ich war diejenige, welche die Beziehung beendet hatte aber natürlich aus guten Gründen, denn er trank zu viel meiner Meinung nach. Der andere war das pure Gegenteil: seine ganze Art und seine Persönlichkeit war mehr Einzelgänger und introvertiert und schien sich alleine viel wohler zu fühlen.

    Las ihn sein, wie er ist, ändern kannst du ihn nicht und es kommt, wie es kommen muss, denn das versichere ich dir: trotz allem braucht jeder Mensch emotionale Nähe nur scheint es so, dass dein jetziger Freund die Intensität und die Nähe nicht so häufig und so stark gebraucht wie dein vorheriger Freund. Genau das macht dir vermutlich Angst und du befürchtest, er könnte jederzeit abspringen oder sich eine andere Frau suchen.
     
    • # 6
    • 09.05.2015
    • Gast
    Dir fehlt es an Frusttoleranz und einfach auch mal negative Gefühle aushalten zu können. Durch deinen ersten Kuscher-Freund konntest du diese Fähigkeiten nicht ausbauen.
    Ich kann dir sagen, fast alle Männer sind so, wie dein jetztiger Freund. Und überhaupt alle Leute!

    Ich lasse mir auch nichts sagen. Wenn ich ausgehen will, gehe ich aus, ich bin kein Baby mehr und auch keine 18, wo ich einen Partner brauch, der mich an der Hand nimmt und mir zeigt, wo es langt geht oder mir sagt, was ich zu tun habe.

    Du wirst das lernen müssen, dass jetzt die richtigen Männer kommen, die erwachsen sind im Leben und ihr eigenes Ding machen.
     
    • # 7
    • 09.05.2015
    • frei
    Nimm es so hin, wie es ist, denn du machst ja nichts falsch und tust niemandem weh.
    Dass du diese Gefühle hast, finde ich nicht so seltsam.
    Du bist keine Termite, Ameise oder Biene. Die sehen das Gemeinwohl.
    Wir und die allermeisten anderen Lebewesen sind Egoisten. Das hat die Natur so für uns vorgesehen, so erhalten wir unsere Art seit vielen Jahrtausenden ( oder Jahrmillionen ? )
    Erst kommst du, dann dein Kind ( ist dein alter ego ), dann die Leute, die dir nahestehen, wie Partner, Eltern, sehr gute Freunde.

    Das ist in unseren Genen.
    Nur durch Sozialisation lernen wir, das nicht ungeprüft rauszulassen, denn sonst können wir nicht in einer Gemeinschaft leben.
    Kleine Kinder können das nicht, Menschen mit schwerer geistiger Behinderung auch nicht und alte Menschen mit Demenz regredieren auch wieder in den blanken Egoismus. Diese Entwicklung verfolge ich seit Jahren bei meinem Vater. Er ist nicht boshaft. Er kann nicht anders. Er kann den Egoismus, der in allen von uns drin ist nur nicht mehr kontrollieren.

    Du kannst es und du tust es. Ist also alles gut zum Thema schlechtes Gewissen wegen Egoismus.

    Na, ok, das ist noch was. Wenn er Spaß hat, fühlst du dich schlecht, machst dir tausend Gedanken und leidest. Hm... das ist blöd.
    Vielleicht könntest du versuchen, dich nicht reinzusteigern.
    Kopf hoch. Vielleicht geht es mit ein bisschen Autosuggestion.
    Lass die miesen Gedanken nicht hochkommen und deine Laune vergiften.
    Ihn wegen seiner Unternehmungen zu kritisieren würde ich nicht machen ( machst du ja auch nicht ). Das wäre klammern und wir alle haben hier vielfach gelernt, dass das der Anfang vom Ende ist.

    w 48
     
  5. Liebe Norwind,

    Deinen Text könnte ich in ähnlicher Weise verfasst haben.
    Auch ich (26) bin seit ca nem halben Jahr nach 3 Jahren Singlezeit und vorhergehender knapp 3,5-jähriger Beziehung nun wieder glücklich vergeben (38).
    Gut, er macht nicht sooooo viele Sachen ohne mich, aber der Knackpunkt ist sein Urlaub...eine Woche Malle mit einem Freund... Naja, soll er machen. Verbieten kann und will ich es ihm nicht. Aber es stört mich... Bei mir ist es aber eher so, dass ich wohl Angst habe, dass er mich betrügen könnte und ich das nicht mal erfahren würde.
    Vielleicht spielt diese Angst bei dir unterbewusst mit?

    Da du auch ohne ihn in deiner Freizeit gut ausgelastet zu sein scheinst, kann es ergo an Langeweile et cetera nicht liegen. Aber dem Partner etwas "nicht gönnen" übersteigt mein Vorstellungsvermögen. Man freut sich doch, wenn es ihm gut geht und er Spaß hat?
    Ich freue mich für meinen Besten, dass er sich auf Malle freut und er hier mal rauskommt, aber wie gesagt - ich befürchte evtls Fremdgehen unter Berücksichtigung der Unwissenheit von mir. Naja, da muss ich durch ;)

    Man kann dir nicht raten in der Zeit was anderes zu unternehmen, da du es eh tust... Lerne loszulassen. Du musst keine Luftsprünge machen, wenn er etwas ohne dich unternimmt, aber fordere nie, dass er es unterlässt. Ggf könntest du noch sagen "du, Schatz, ich würde gerne mehr mit dir unternehmen" oder er bindet dich in seine We-Trips mit ein? Wäre das keine Option?
     
    • # 9
    • 09.05.2015
    • Gast
    Was möchtest du denn hören? Für mich klingt das ein wenig nach Prinzessin, was du da veranstaltest, allerdings hast du ja durch deine Erkenntnis schon einen wichtigen Schritt getan.

    Das Gefühl, dass einem was nicht passt, man allerdings weiß, dass es im Grunde richtig so ist, kennt wohl jeder. Freu dich doch einfach für ihn, wenn er seinen Spaß allein hat, dem anderen etwas gönnen, das ist für mich Liebe.

    Für mich klingst du einfach nur etwas verwöhnt, aber das Leben wird dich schon noch in die Mangel nehmen, keine Sorge ;-)
     
  6. Du bist viel zu sehr verwöhnt wurden. Deine Eltern haben Dir alles ermöglicht. Du hast nie gelernt, dass man auch mal auf etwas verzichten kann. Mit dieser Erziehung haben sie Dir keinen Gefallen getan. Im Gegenteil. Das fällt Dir nun auf die Füße. Den ersten Freund hast Du unterdrückt, er war ein Kuscher. Nun setzt Du gerade Deine zweite Beziehung in den Sand. Du erträgst es nicht, nicht immer im Mittelpunkt zu stehen. Du willst, dass der Mann sich von Dir unterbuttern lässt und keine eigenen Freunde und Unternehmungen hat. Das gönnst Du ihm nicht. Du siehst Dich, aufgrund Deiner Erziehung, stets und ständig als der Nabel der Welt. Der Mann sollte sich von Dir trennen und sich eine junge Frau suchen, die ihn zu schätzen weiß.
     
  7. Sehe ich komplett anders.

    Du hast zu jeder Zeit genau den Freund, der zu dir passt.

    Der erste war die Fortsetzung des Verhaltens deiner Eltern, die immer alles für dich getan haben.

    Der zweite spiegelt dich: Er ist das genaue Gegenteil. Du hast es selbst sehr schön beschrieben, dass du immer alles bekommen hast. Jetzt bekommst du gezeigt, dass das Leben seine eigene Dynamik hat. Es gibt deine Angelegenheiten und die der anderen. In deinem Bereich bist du Schöpfer, die Angelegenheiten der anderen sind ihre. Du hast es selber erkannt, dass du mit zweierlei Maß misst. Dein neuer Freund zeigt dir durch seine Eigenständigkeit genau auf, an was du in dir arbeiten kannst. Du spürst, dass dein Zurückhalten genau richtig ist. Du bist gerade dabei, dein in der Kindheit gelerntes unbewusstes Verhalten zu überprüfen und in mancherlei Hinsicht bewusst in eine andere Richtung zu bringen. Viele Menschen machen das, wenn überhaupt, erst sehr viel später. Es zeigt, dass du die noch leise Stimme deines Herzens bereits hörst. Folge ihr weiter, du bist auf dem richtigen Weg. Alles Gute. w49
     
    • # 12
    • 10.05.2015
    • Gast
    Einerseits schreibst Du, dass Du dominant bist, andererseits verunsichert es Dich, wenn Dein Freund etwas ohne Dich unternimmt. Ein dominanter Mensch lässt sich nicht so schnell verunsichern :)

    Meiner Meinung nach bist Du von Deinen Eltern unglaublich verwöhnt worden und hast nicht gelernt, auch mal auf etwas verzichten zu müssen. Für mich ein klarer Fall von Prinzessinen-Syndrom. Gut finde ich, dass Du über Dich nachdenkst (können leider viele ihr Leben lang nicht)

    Dein neuer Partner passt leider ebensowenig zu Dir, wie der angebliche "Kuscher"
     
  8. Vielen lieben Dank erstmal für die ganzen Antworten! Ich versuche auf jede Frage / Anregung einzugehen:

    @gast/Antwort 2
    Jetzt wo ich alles nochmal gelesen habe und genauer drüber nachdenke, kann es tatsächlich sein dass auch etwas Verlustangst mit reinspielt. Dass er sein eigenes Leben hat finde ich sogar gut. Und ich suche da wohl noch nach (mehr?) Sicherheit.

    @INSPIRATIONMASTER
    Ich finde das etwas überzogen, es ist ja nicht so dass er ohne Rücksicht auf Verluste sein Ding durchzieht. Es ist wohl eher so, dass ich das zu eng sehe. Also dass er „normal“ agiert und es für mich eben schwierig ist, da ist es so nicht kenne.

    @gast/Antwort 4
    Ich tendiere zu Deinem Rat 1, bzw. ich bin sogar sehr gewillt mich bzw. daran etwas zu ändern. Weil ich mir sicher bin, dass das auf die Dauer mit keinem Mann gut geht. Und nein, ich bin kein Einzelkind. Allerdings ist mein Bruder sehr viel älter, heisst, wir haben beide „individuelle“ Aufmerksamkeit bekommen ;)

    @Mandoline
    Ich danke Dir sehr für Deinen Beitrag. Ich glaube du triffst es so ziemlich auf den Punkt. Es ist so, dass mein jetziger Freund sehr wohl Nähe etc. braucht und mir das auch immer zeigt wenn wir zusammen sind. Wie gesagt, wenn wir zusammen sind ist auch alles top in Ordnung, da fehlt es sozusagen an nichts. Ich glaube bei mir ist da einfach eine falsche Vorstellung durch viele Erfahrungen in der Vergangenheit entstanden. Im Grunde weiss ich ja, auch wenn der andere gerne mal was alleine macht bedeutet das nicht dass es irgendetwas an seinen Gefühlen ändert. Ich interpretiere das aber oft so. Und genau das ist der Knackpunkt. Da muss ich was ändern!

    @Kolibri22
    Auch Dir vielen Dank. Das macht mir Mut =)


    Ich wollte nochmal eines klarstellen. Es ist nicht so, dass mein Freund ständig und bei jeder Gelegenheit seinen eigenen Aktivitäten ohne mich nachgeht. Oder nur Freiheiten will o.ä. Das würde dann tatsächlich nicht mit meiner Vorstellung übereinkommen. ich denke eher dass ich das einfach nur nicht gewöhnt bin und es „normal“ ist. Er bezieht mich in seine Planungen mit ein und ist auch darauf bedacht dass unsere Beziehung nicht zu kurz kommt. Im Grunde verhält er sich ja völlig normal, sowie einige schon gesagt haben, so wie eben „die meisten Leute“. So wie ich selbst im Übrigen ja auch. Es ging mir eben darum mich 1. selbst zu hinterfragen und 2. mir darüber Gedanken zu machen wie ich das ändern kann. Ich möchte mich deshalb für die einigen sehr hilfreichen Anregungen dazu bedanken!
     
  9. So wie du die Sachlage beschreibst, passt der neue Partner nicht zu dir, da du leiden musst. Der vorherige Partner tat dir besser, er war sehr liebevoll aber du hast ihn nicht geschätzt und ihn sogar Lüscher genannt. Manchmal bestraft einen das Leben
     
  10. Liebe FS,

    was Du berichtest gibt es einfach: 2 Menschen mit sehr unterschiedlichen sexuellen Bedürfnissen. Eine Freundin von mir, war in ihrer Ehe in einer ähnlichen Situation. Sie haben 2 Kinder, vertragen sich noch heute gut, aber die Ehe hat nicht gehalten. Nach Jahren hat sie einen Liebhaber gehabt, er sagte dazu "Ich kann's verstehen." Sie gingen außeinander und blieben Freunde und Eltern, sie ist wieder verheiratet, er ist solo geblieben und sagt noch heute, dass er kein ausgeprägtes Bedürfnis nach Sexualität hat und er nichts vermisst.

    Die Chancen, dass sich das ändert halte ich für gering. D.h. Du musst Dir überlegen, ob Du so leben kannst/willst und danach Deine Entscheidungen treffen. Ihr könnt auch in eine Paartherapie gehen und das aufarbeiten. So wie Du klingst, hast Du schon innerlich gekündigt, wenn das stimmt, ziehe die Konsequenzen.
     
  11. Liebe FS,

    Wie wahnsinnig gut ich dich verstehen kann, es ist fast schon gruselig :) Mir geht es genau so. Ich bin / war die totale Prinzessin, meine Eltern haben mich immer viel zu viel durchgehen lassen. Letzter Partner der totale Kuscher, hat mich bis zur Erdrückung geliebt und mir alles recht machen wollen. Ich habe mich getrennt, weil ich eine Beziehung auf Augenhöhe brauche, bzw weil ich gespürt habe, dass ich einen eigenständigen Partner benötige (Dass er ein Alkohol-/Drogen-/Psychoproblem hat, dass ich über 2 Jahre nicht gesehen habe, kam dann noch obendrauf).

    Den habe ich jetzt - seit ca einem halben Jahr - und es passt mir hin und wieder gar nicht ;) Wir führen eine Wochenendbeziehung und es kommt halt mal vor, dass er sagt "dieses Wochenende passt mir nicht, ich brauche Zeit für mich". Auch ich zweifele dann an seinen Gefühlen, was sich aber, sobald wir telefonieren oder uns sehen, wieder legt. Aktuell haben wir den Fall, dass er drei Wochen zu seinen Eltern fliegt (wohnen in Südfrankreich) und mich überhaupt nicht gefragt hat, ob ich mit will. Ich war total überrumpelt. Gleichzeitig, hätte ich mich an seiner Stelle, wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, höchstwahrscheinlich auch nicht mitgenommen - denn wir waren noch gar nicht zusammen im Urlaub, sehen uns nur am Wochenende und ich hätte es komisch gefunden, unsere ersten gemeinsamen Ferien mit den Eltern zu verbringen. Er wird jetzt Ende September / Anfang Oktober mit mir eine Woche wegfahren, als "Kompromiss" ;). Ich bin also ganz erleichtert, dass es anderen so geht wie mir. Es ist komplett irrational und dämlich und ich mache da aktuell viel mit mir selbst aus, wenn er mal wieder sein eigenes Ding dreht und ich mich übergangen fühle. Es wird aber auch mit der Zeit besser. Die erste Verliebtheit klingt allmählich ab, ich werde gelassener, und übe mich darin, meine Bedürfnisse klarer mitzuteilen. Das klappt besser als erwartet.
    Sieh es als Herausforderung an dich selbst an - du hast ein ungesundes Verhaltensmuster an dir entdeckt, jetzt versuche, damit umzugehen bzw damit zu brechen.
    Vielleicht hilft es dir ja schon zu wissen, dass du mit deinem Egoismus nicht alleine bist. Ich bin gerade jedenfalls ziemlich erleichtert ;)

    Viele Grüße
     
  12. Vielleicht haben unsere Partner ein ähnliches Problem.

    Er empfindet Emotionen anders, als die meisten Menschen und kann auch mit Zärtlichkeiten nicht viel anfangen. Sex gibt es (völlig leidenschaftslos) auch nur ab und zu mal, und vermutlich auch nur deshalb, weil er weiß, dass ich nicht gerne völlig darauf verzichten möchte. Er selber verspürt eher selten das Bedürfnis danach. Er kann auch keine Komplimente machen. Zärtliche Gesten (kurz in den Arm nehmen, ein Küsschen, übers Haar streicheln…) gibt es zwar manchmal, fühlt sich dann aber nicht „echt“ an. Weil er es bei anderen Paaren so sieht und weil ich ihm nicht egal bin, bemüht er sich Verhaltensweisen zu kopieren, von denen er denkt, dass sie „normal“ wären.

    Verführen kann ich ihn so gut gar nicht. Meist blockt er sofort ab. Um mir nicht die Xte Abfuhr einzufangen, warte ich nun ganz brav ab, bis er mal auf mich zukommt … und darauf kann ich meist viele Wochen warten. Man beginnt immer mehr an sich selber zu zweifeln. Egal, was man macht, es zeigt keinerlei Wirkung.

    Nie hätte ich gedacht, dass ich das Thema Sex mal so thematisieren würde. Es ist aber nicht nur der Akt selber, sondern mir fehlt auch die Bestätigung als Frau gesehen und angenommen zu werden. Das Gefühl begehrt zu werden – der Wunsch nach mehr Intimität und Nähe. Dann tut es besonders weh, wenn mir andere Männer Komplimente machen oder eindeutige Blicke zuwerfen. Bei Liebesszenen im Fernsehen schalte ich inzwischen um und werde auch immer komischer, wenn er mich dann tatsächlich mal in den Arm nimmt oder nackte Haut berührt.
     
  13. Eigentlich ist das frustriert sein, eher negative für einen selber. Ich würde eher damit aufhören alles auf eine selber zu beziehen. Es ist halt nun einmal so und es wird dann auch nicht besser. Ob man frustriert ist oder nicht. Wenn man nicht mehr frustriert ist, dann hat man schon gleich ein anderes Outfit auf die anderen. Eine frustrierte Frau würde ich gleich links liegenlassen. So etwas tue ich mir nicht an und dann kommt irgendwann die Frage, ob ich schuld bin, dass die Frau so frustriert ist.

    Werde einfach lockerer und genieße das Leben und dann kommen auch Männer auf dich zu, die du eventuell auch gerne hättest. Wer würde denn einen frustrierten Politiker wählen?
     

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