1. Hat unsere Beziehung noch eine Zukunft oder: Should I stay or should I go?

    Liebes Forum

    Ich bin zurzeit ratlos und hoffe, dass einige von ihren Erfahrungen berichten können, die mir evtl. weiterhelfen.

    Hier meine Situation:
    Mein Partner und ich (w,33) sind seit 10 Jahren ein Paar und beide berufstätig. Kinder sind eigentlich kein Thema, da wir beide nie welche wollten. Obwohl die Beziehung aufgrund verschiedener Probleme beiderseits (psychisch, mit dem Studium etc.) stets etwas schwierig und anstrengend war, hatten wir dennoch sehr glückliche Phasen und verbrachten eine sehr schöne, enge Zeit miteinander.

    Seit einiger Zeit hat er eine neue Stelle. Da der neue Arbeitsort über 2h vom ehemaligen Wohnort entfernt lag, mussten wir gezwungenermassen umziehen. Ich habe dies nur ihm zuliebe mitgemacht und hatte eigentlich keine Lust darauf, von meinen Freunden wegzuziehen. Der Umzug war für uns beide ein sehr heftiger Einschnitt, ich fühlte und fühle mich hier auch aufgrund seiner sehr langen Arbeitstage teilweise total einsam. Wir haben uns in dieser Zeit auch zunehmend auseinander gelebt, da er nur noch an seinen Job dachte und von diesem völlig eingenommen war.

    Vor einigen Monaten lernte ich dann einige neue Leute kennen, mit denen ich ausgehen konnte umd mich plötzlich irgendwie befreit und wieder total jung fühlte. Leider bin ich in dieser Zeit fremdgegangen. Mein Partner weiss davon und will an der Beziehung festhalten. Ich fühle mich aber seither völlig zerrissen. Mein schlechtes Gewissen bringt mich um, dennoch habe ich das Gefühl, begehrt zu werden und Spass am Leben zu haben, total genossen. Irgendwie schizophren, ich weiss. Obwohl das Ganze schon mehrere Monate her ist, kann ich überhaupt nicht damit umgehen. Auch weil ich damals das Gefühl hatte, mich selbst endlich wiedermal richtig zu spüren... das hat mich sehr verunsichert.

    Mein Freund tut (wohl aus Selbstschutz, was verständlich ist) so, als wäre nie irgendwas geschehen. Er behandelt mich sehr rücksichtsvoll und lieb, sagt aber auch, dass er ohne mich nicht leben könne. Ich hingegen bin von der Situation total überfordert, mag ihn kaum berühren und gehe ihm aus dem Weg - was schwierig ist, da wir in einer kleinen Wohnung zusammen wohnen. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich es tun (vermutlich?). Kann ich aber nicht. Ich glaube momentan auch nicht, dass ich ihn noch liebe. Meine Emotionen sind aber dermassen durcheinander, dass ich mir selbst nicht mehr traue. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Ist es möglich, sich wieder zusammen zu raufen? Kann die Liebe wiederkehren nachdem so vieles geschehen ist?

    Sorry für den langen Text und falls ihn doch jemand liest und antwortet: Vielen Dank!
     
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  3. Schwierig. Ich glaube schon, dass man sich nach schwierigen Phasen wieder zusammenraufen kann. Das erfordert aber, dass man offene Gespräche führt und dabei auslotet, wer gerade womit unzufrieden ist und wie beide sich in Bezug auf die Beziehung und ihre Randbedingungen fühlen. Vielleicht sind dann einigen Entscheidungen grundsätzlich in Frage zu stellen, u. a. die, wie es beruflich bei beiden weitergeht, wenn der Wohnort damit zusammenhängt. Habt ihr das nicht vorher besprochen?
     
    • # 2
    • 12.10.2019
    • Frau
    Ich denke, durch den Umzug und seine ihn extrem in Anspruch nehmende neue Stelle, wurde massiv über deine Bedürfnisse hinweggegangen, durch euch beide, du hast es ja mitgemacht, weil du guten Willens warst und dachtest, das wird schon werden.
    Das rächt sich aber jetzt. Deine Seele alarmiert dir, dass du so nicht leben kannst. Deshalb hast du dich entliebt und bist fremdgegangen.
    Ihr seid lange zusammen, möglicherweise hat sich da über die Jahre auch schon einiges an Unzufriedenheit bei dir angestaut und die neue Lebenssituation war nur noch der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

    Ich denke, eure Beziehung könnt ihr höchstens noch retten, wenn ihr sie mit professioneller Hilfe (Paartherapie) einer Art umfangreicher Inventur unterzieht, also ehrlich alles offen auf den Tisch legt, von Anfang bis Ende, und schaut, was dann übrigbleibt und ob ihr noch einen Neuanfang wollt und wenn ja, was sich dafür ändern müsste bzw. was ihr selbst dafür ändern müsstet.
    "Einfach mal so zusammenraufen" wird nicht funktionieren. Das wird höchstens noch für eine begrenzte Zeit gutgehen und dann wirst du wieder ausbrechen, oder er. Bei euch ist der Wurm drin.
    Vielleicht ist die Beziehung auch nach 10 Jahren an ihrem Ende angekommen und du bist mit 33 an dem Punkt, deine Lebensweichen noch einmal ganz neu zu stellen.


    w54
     
  4. Schließe mich den Vorpostern an!
    Sache ist auch, ob nochmal Liebe und Begehren Deinerseits gegenüber Deinem Partner entsteht. Dazu muss alles unter Anleitung auf den Tisch. Auch er verdient eine Frau, die ihn liebt, obwohl er in der Beziehung nicht alles richtig gemacht und Dich mehr oder weniger übergangen hat, obwohl er Dich nach seiner Aussage nach liebt.
    ErwinM, 50
     
    • # 4
    • 12.10.2019
    • SH19
    Puh war schon in einer ähnlichen Situation. Wenn man den anderen aus dem Weg geht und kaum berühren kann, liegt schon viel im Argen. Das fremdgehen ist eigentlich eher eine Folge einer schlecht laufenden Beziehung. Wenn du die Zeit zurück drehen könntest, würdest du es vermutlich wieder machen, weil du nicht glücklich bist oder warst. Man kann das mit viel offenen Worten und Zeit vllt heilen aber ihr habt euch schon sehr stark distanziert.
     
    • # 5
    • 12.10.2019
    • void
    Ich sehe es wie @Frau in #2.

    Und das ist nun wieder vorbei, denke ich mal, weil Du nicht mehr allein ausgehst.
    Ich vermute, weil Du Dein Leben wieder selbst bestimmt hattest.
    Man kann nicht davon ausgehen, dass ein Mensch aus Liebe so viel aufgibt und gut is. Das machen nur Frauen, die sich mit einem Versorger verheiratet haben und sein Interesse, viel Geld zu verdienen durch Karrieremachen, auch als ihr eigenes Interesse betrachten. Die haben auf dem Schirm, sich an der neuen Arbeitsstelle des Mannes wohlzufühlen und nicht damit zu hadern, dass sie irgendwen hinterlassen am vorigen Ort. Ich denke, die verbinden sich gar nicht so fest mit Freundinnen, die Beziehung und der Mann kommen zuerst. Aber jede Frau, die noch ein eigenes Leben neben der Beziehung haben will, wird das nicht so einfach aufgeben und der Mann kümmert sich sogar gar nicht darum, was passiert, wenn sie ihm zuliebe eine Veränderung in Kauf nimmt, sondern lässt die Frau auch noch allein. (Klar, wenn man sich in die Karriere konzentrieren will und beruflich sehr eingespannt ist, KANN man sich gar nicht mehr drum kümmern, dass der Partner gerade besonders viel Aufmerksamkeit und Zeit bräuchte.)

    Wie sauer bist Du darauf, dass Du seinetwegen Dein Umfeld verlassen musstest?

    Ich finde die Idee gut, eine Paartherapie zu versuchen. Vielleicht ist dann mal Platz dafür, Deinen Frust zu äußern, so dass Du an diesem Knotenpunkt nicht mehr stehen musst, sondern weißt, dass Verständnis dafür da ist, auch bei Dir. Denn ich vermute, Du hast das verdrängt, weil Du ja auch die Beziehung erhalten wolltest. Deswegen bist Du ja mitgegangen. Aber es scheint nicht weg zu sein.

    Ich kannte auch mal ein Paar, der Mann bekam bei seiner Unikarriere immer nur befristete Stellen und die letzte ging nach Amerika. Seine Frau hatte hier 3 Jahre gebraucht, um überhaupt eine Stelle zu finden, und nun sollte sie nach 2 Jahren Arbeit und endlich mal ein paar befreundeten Kollegen schon wieder ganz woanders hin. Nur seinetwegen. Natürlich auch wegen sich selbst, weil sie die Beziehung erhalten wollte, aber sie musste ja immer dafür bezahlen, während er so aussah, als würde immer alles passieren, was er will. Aber er zahlte auch, er musste ihr Unglücklichsein ertragen. Die Frau war auch Akademikerin, hatte einen Doktor. Aber nur einer konnte Karriere machen, wenn sie zusammenbleiben wollten.
     
  5. Das mit dem entfremden und auseinanderleben, ihn deshalb nicht mehr berühren zu wollen und aus dem Weg zu gehen, kenne ich genauso, wie @SH19 schreibt. Die Partnerschaft wird zum Klotz am Bein, der Partner zum Störfaktor. Man hat nichts mehr Verbindendes, außer die Wohnadresse. Man hat eigene Freunde, Spaß für sich und das Begehren fremder Männer ist wichtiger, als was das was man noch an Aufmerksamkeit vom Partner bekommt. Und jetzt überlegst Du, ob Du Dich trennen willst. Du musst nicht einmal um ihn und deine Beziehung kämpfen, sondern er übernimmt den Part.
    Ist bei Dir noch Liebe? Wenn man den Mehrwert für sich in einer Beziehung nicht mehr erkennt und für sich keinen Grund sieht, in der Beziehung zu bleiben, trennt man sich.
     
  6. Ich hatte zweimal die Situation, dass ich mich nach langjähriger Beziehung getrennt habe als klar war, dass wir nicht zusammenpassten.
    Und ich kann nicht mal sagen, ob das nun erst im Laufe der Beziehung entstanden war - also dass wir und quasi auseinander entwickelt haben - oder ob ich mich in diesen Beziehungen so verbogen hatte, dass ich erst einen äußeren Anlass brauchte (einmal habe ich mich "fremdverliebt", das andere Mal war es ein anderer Impuls von außen), um zu erkennen, dass es nicht passt.

    Beide Male war es die richtige Entscheidung, mich zu trennen. Auch ganz besonders für meine eigene Entwicklung - nicht für einen anderen Partner.

    Geh nach deinem Gefühl, und sei froh, wenn dir dein Gefühl so deutliche Zeichen gibt.. Fremdverlieben und gleichzeitig den Anderen nicht mehr in der Nähe haben wollen sind schon starke Zeichen finde ich. Aber das musst du selbst einschätzen.

    Das Neue ist immer irgendwie beängstigend, aber so geht Entwicklung. Auch wenn ich eine liebevolle (!) langjährige Beziehung als hohes Gut und eigenen Wert sehe.
     
  7. Ach ja wenn es mal nicht so läuft wie man es sich vorstellt kann man einfach mal so fremd gehen. Wie wäre es mal gemeinsam zu reden. Ihr Frauen werft uns Männer ja immer vor, dass wir nicht reden. Hier ist doch genau das Gegenteil.
    Ich sage dir ganz klar meine Meinung. Bei so etwas kenne ich kein Pardon. Ich hätte mich da sofort von dir getrennt. Das auch ohne Diskussion. Wenn es nicht läuft macht man entweder Schluss oder man redet. Aber nicht so. Sei froh, dass er trotzdem noch zu dir hält.
     
  8. Liebe FS,
    von wem gingen die Schwierigkeiten aus - von ihm oder von Dir? Gerade bei jungen Paaren, die ausser ihren Gefühlen nicht viel verbindet führen solche Probleme oft zu einem Irrtum über die Qualität der Beziehung: zum Phänomen "wir gegen den Rest der Welt". Dem ist aber nicht so - Probleme schafffen keine Beziehungsqualität sondern sind eine Belastung.

    Also
    - hat er die Probleme und kürst Du Dich zu seiner Retterin auf, seine Dinge sind mehr wert als Deine, damit er nicht wieder in die Schieflage kommt?
    - oder hast Du die Probleme und dackelst immer nur hinter ihm her, weil Du Dich allein nicht lebensfähig fühlst?

    Du bist 31 Jahre alt, Kinder sind für euch kein Thema. Warum hockst Du langweilig und gelangweilt auf dem Sofa, wartest auf ihn und auf andere, die zur Deiner Integration an Deine Tür klopfen? Das tut eh keiner.

    Komm mal raus aus Deinem Jammertal und solltest Du nicht am neunen Ort noch arbeiten, dann such Dir einen Job. Wenn Du bereits arbeitest und mit Deiner freien Zeit nichts anzufangen weißt, dann kümmere Dich um berufliche Weiterbildung.

    Daran ist nichts schizophren sondern es ist ein Zeichen für Deine geistige Langeweile, Dich in dieser Pseudoproblematik zu suhlen.
    Du bist jung, Du willst begehrt werden, keine Pflichten binden Dich - das ist total normal.
    Dein Partner kümmert sich nicht an Dich sondern nur um seine Bedürfnisse und ist die Ursache für Dein Unwohlsein. Mach nicht einen auf Dramaqueen und arbeite Dich nicht an unechten Problemen ab. Es war nur ein Frustf***, der Dir eine Seite an Dir gezeigt hat, die Du noch nicht gesehen hast.
    Setz Dich damit auseinander und führ Dein Leben, nicht das, was der Partner Dir vorgibt.

    Dein Freund will nicht allein sein, daher tut er als wäre nichts und pflegt Dich wie einen kranken Menschen. Sowas führt zu nichts Gutem. Irgendwann kommt es hoch, vielleicht mit Vorwürfen, vielleicht indem er Dich bei passender Gelegenheit betrügt.
    Entweder öffnet ihr die Beziehung und jeder , was er will ohne dass ihr euch gegenseitig wehtut oder Du erkennst: eure gemeinsame Zeit ist abgelaufen - auf zu neuen Ufern.
     
  9. Hallo liebe Fragestellerin,
    ich finde es vermehrt sehr schwierig in anonymen Foren wirklich guten Rat zu geben, da man zwar Infos hat, aber soviel weiteres mit bei solchen Situationen eine Rolle spielt, was einem selbst dazu oft noch völlig unklar und undurchsichtig erscheint...Ich war zwar in einer anderen Art von Erfahrung was deine Frage, ob das jemand auch durchlebte anging, wir waren bereits getrennt, dennoch habe ich in dieser Zeit sehr viel reflektiert und erkennen können. Mein verkürzter Rat an dich lautet daher, dass der Weg zu der standhaften Liebe nach der man sucht oft einige Opfer beinhaltet die man sich nicht immer aussucht aber auch die Liebe selbst nicht direkt entwerten müssen. Unter Opfern verstehe ich auch das Nehmen von Illusionen, dass man Fehler begeht die von einem selbst oder dem anderen ausgehen und das man dahinter schaut wie es dazu kam. Ich denke nicht, dass du dir all diese Gedanken machen würdest wenn du euer Beziehungskapitel schon längst abgeschlossen hättest, oder? Auch denke ich nicht, dass du blauäugig den Umzug über dich ergehen lassen hast..(?) Beziehungen verändern sich ständig, das ist etwas sehr Elementares bei denen die meisten oft denken es ist 'nicht mehr so wie damals'...aber so wie der Tag zur Nacht wird und alles ständig in Bewegung ist, ist es auch ein gesundes Zeichen einer jenen Verbindung diese Veränderung mitzugehen. Wieviel Wert diese besitzt und ob es Liebe ist, erkennst du daran was NACH all diesen Verschiebungen, Verrüttungen, gegensätzlichen Meinungen oder Kompromissen als nicht aufdringliches Gefühl darunter liegt wenn alle Vorhänge weggerissen sind. Durch dein Fremdgehen hast du wie es klingt einen eigenen treuen Grundsatz dir selbst gegenüber verletzt, evtl. wolltest du sogar einen Trennungsauslöser künstlich herbeiführen. Wenn es nur das Gefühl von Frische und Begehrtwerden erzeugt...dann ist es einfach ein Hinweis auf dass was dir bei deinem wirklichen Partner (so nenne ich ihn mal) fehlt. Ich würde daran arbeiten, aber dazu bedarf es die Bereitschaft beider Seiten. Das solltest du ernsthaft für dich und euch klären! Alles Liebe und mich würde sehr interessieren wie es weiterging
     
  10. Kann es sein, dass ihr beiden von Anfang an vollkommen verschiedene Leben führt und dass es vielleicht die psychischen Krisen waren, die euch überhaupt erst aneinander habenf festhalten lassen?
    Denn mich wundert, dass ihr wegen seiner Arbeit 2 Stunden weit weg zieht, du aber nur daran bemängelst, dass dich das deinem gewohnten sozialen Umfeld entreißt. Von beruflichen Nachteilen für dich schreibst du nichts. Also nehme ich an, dass du auch nicht, so wie er, (voll) berufstätig bist und vielleicht den ganzen Tag mit dir allein. Du sagst zwar, dass ihr BEIDE berufstätig seid, sehe das aber in deiner gesamten Überlegung an keinem Punkt. Also können es bei dir keine 100% sein. Die Frage ist vielleicht gar nicht, ob sich bei dir wieder Liebe einstellt, sondern was es je mit Liebe zu tun hatte, sich zum Teil aushalten zu lassen und dann aus langer Weile fremdzugehen. Woher nimmt man sonst die Zeit, sich Umfeld samt Affaire außerhalb der Arbeit aufzubauen.
     
  11. Wenn ich dich richtig verstehe, hast du ihm gegenüber ein schlechtes Gewissen. Dann sag ihm doch einfach, dass du, auch wenn er das Ganze offenbar nicht so schlimm findet oder jedenfalls so tut, dennoch ein schlechtes Gewissen hast und das Ganze irgendwie gern wieder gut machen würdest. Vielleicht fällt ihm ja was ein, wie du das könntest, und danach fühlst du dich auch selber wieder besser.
     
  12. Hi @therose,
    habe mir deinen Text auch durchgelesen und kann dich - auch wenn ich den Seitensprung nicht gut heißen möchte - aufgrund deiner Schilderungen recht gut verstehen. Dennoch sei gesagt, wenn du solch ein Bedürfnis vorher hattest, hättest du mit dem Partner drüber sprechen sollen. Das Bedürfnis begehrt zu werden denke ich versteht jeder, das geht aber eben absolut konträr einer Beziehung. Somit wäre erst Schluss machen und dann begehren lassen, der sauberere Weg gewesen, auch für dich selbst. Denn deine Gedanken sind ja seitdem eher negativ statt positiv, was sich ebenfalls auf deine Psyche auswirkt. Wenn du selbst schon nicht mehr an eure Beziehung glaubst, dann solltet ihr beide in einem Gespräch genau hierüber sprechen. Auf Teufel komm raus noch einmal eine Vertrauensbasis zu schaffen, welche letztlich auf einer Lüge basiert, wäre allerdings aus meiner Sicht eher kontraproduktiv, dann lieber getrennte Wege gehen, zurück zu den Freunden gehen und aus diesem Fehler lernen, mit 33 ist der Zug ja noch lange nicht abgefahren. ;-) LG Robin
     
  13. Hier die FS:

    Vielen herzlichen Dank für eure zahlreichen Antworten! Ich hatte befürchtet, allenfalls stark verurteilt zu werden - gerade auch, weil ich selbst sehr dazu neige, dies zu tun. Umso mehr freue ich mich über die mitfühlenden, konstruktiven Antworten.

    Ich kann nicht auf alle Beiträge eingehen, einige haben mich aber wirklich sehr berührt. Insbesondere der folgende Textausschnitt von Sunshine89 geht mir nahe, da er den Prozess, indem ich mich momentan befinde, wirklich sehr gut darstellt.

    "Beziehungen verändern sich ständig, das ist etwas sehr Elementares bei denen die meisten oft denken es ist 'nicht mehr so wie damals'...aber so wie der Tag zur Nacht wird und alles ständig in Bewegung ist, ist es auch ein gesundes Zeichen einer jenen Verbindung diese Veränderung mitzugehen. Wieviel Wert diese besitzt und ob es Liebe ist, erkennst du daran was NACH all diesen Verschiebungen, Verrüttungen, gegensätzlichen Meinungen oder Kompromissen als nicht aufdringliches Gefühl darunter liegt wenn alle Vorhänge weggerissen sind."

    Wie zudem in mehreren Beiträgen vermutet, ist das Thema Selbstbestimmung wirklich ein sehr zentrales Problem.
    Dazu muss ich vielleicht noch etwas ausholen: Ich lege aufgrund früherer Erfahrungen ziemlich grossen Wert darauf, möglichst unabhängig zu sein. Diejenigen Beitragenden, welche vermuten, dass ich mich in irgendeiner Form "aushalten liesse" liegen deshalb komplett falsch. Ich habe mich seit jeher selbst finanziert und verfüge inzwischen über eine gut bezahlte Stelle, die ich am neuen Wohnort gefunden habe. Mein Partner hingegen hatte grosse Mühe, nach seinem Studienabschluss überhaupt eine akzeptable Stelle zu finden. Die letzten Jahre hatte ich ihn deshalb immer wieder finanziell unterstützt, was inzwischen nicht mehr notwendig ist. Natürlich bin ich wirklich sehr froh, dass er nun nach längerer Zeit eine feste Stelle gefunden hat. Dennoch kam bei mir etwas das Gefühl auf, unverhältnismässig viel in die Beziehung zu geben: Zuerst die finanzielle Unterstützung, danach den Umzug, aufgrunddessen die Notwendigkeit, per sofort meine alte von mir sehr geschätzte Anstellung zu kündigen und dann noch die grosse Distanz zu Freunden und Familie. Ich fühlte mich in der Tat fremdbestimmt, entwurzelt und aufgrund seines grossen Arbeitsaufkommens alleingelassen. Die von #2 erwähnte "alarmierte Seele" finde ich eine sehr passende Beschreibung für mein Empfinden, vielen Dank!

    Wie es weitergehen soll, weiss ich momentan noch nicht. Wir haben einige sehr ernste (und ehrliche) Gespräche geführt und möchten beide grundsätzlich an der Beziehung festhalten, aber nicht um jeden Preis.
     

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