1. Liebe und Beziehungen im reiferen Alter ?

    Wenn ich die Generation meiner Kinder betrachte (Anfang 20 bis Anfang 30), kommen und gehen die Partner. Man findet sich, zieht zusammen heiratet (oder auch nicht), verliert sich wieder und findet neue Partner. Man zieht gerne mal um, wechselt Menschen, Interessen und Arbeitsplätze aus .....
    Ich bin Anfang 60, und gerade schließe ich eine Partnerschaft ab. Es fällt mir unendlich schwer, obwohl die Vernunft mir den eindeutigen Weg weist.
    Ich habe einen tollen Job, bin gesund und habe Freunde. Aber das Abbrechen der Partner fällt mir schwer.
    Ist es so, dass wir im Alter mehr emotionale Sicherheit haben wollen als die Jüngeren? Sind wir - anders als die jüngeren Generationen - mehr auf Sicherheit aus? Ich denke hier keineswegs an finanzielle Sicherheit, sondern nur an die Angst vor Veränderungen. Wollen wir am Partner, am Haus, an den Freunden, am Arbeitsplatz eher festhalten als früher? Auch, wenn diese uns nicht unbedingt gut tun? Sind wir eher eingerostet - oder bilde ich mir das nur ein?
    Was bedeuten Beziehungen in unserem Alter?
     
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  3. Beziehung unterliegen natürlich den üblichen Lebensphase - Kindheit, Ausbildung, junger Erwachsener, Familiengründung und so weiter und so fort.
    Natürlich sind Beziehungen in jeder Phase anders, insbesondere wenn sie in einer bestimmten Phase beginnen und sich nicht durch alle Phasen durchziehen.
    Eigentlich logisch...
     
  4. Ich bin am oberen Ende der von dir genannten Altersspanne. Wenn ich mich in meinem gleichaltrigen Umfeld -einschließlich mir selbst- so umsehe, kann ich deine Beobachtungen teilweise bestätigen, und teilweise widerlegen.
    Meine persönliche Erfahrung ist, dass Frauen nach wie vor emitionale Sicherheit wünschen, das geht mir auch so. Für mich ist ein Partner-ob Kinder im Spiel sind, oder nicht- ein Mitglied meiner Familie. Mit allem drum und dran und aller Verbindlichkeit, die damit einhergeht. Allerdings wollen das viele jüngere Männer nicht. Das ist denen zu eng. Und mit Vorstellungen von Familienplanung muss man denen auch nicht kommen, da laufen die schreiend weg, oder sie lassen es solange laufen, bis es wirklich nicht mehr geht.
    Mir persönlich ging es immer sehr nahe, wenn die Partnerschaft zerbrochen ist und möchte das bei meiner jetzigen nicht unbedingt erleben. Es strengt ja trotz finanzieller Unabhängigkeit auch an, immer wieder von vorne beginnen zu müssen.
     
  5. Ich denke nicht, dass der Wunsch nach emotionaler Sicherheit, wie du das nennst, eine Frage des Alters ist. Auch junge Menschen wünschen sich Kontinuität was ihre Beziehungen angeht. Wenn man liebt und geliebt wird, will man dass das andauert und im Idealfall nie vorbeigeht.
    Beziehungen, in denen sich Partner nicht gut tun, gibt es sowohl bei der jüngeren als auch bei der älteren Generation.
    Da ich an einer unguten Beziehung nie festhalten würde, fällt es mir schwer zu verstehen, wie leidensfähig besonders Frauen sind, ganz gleich welchen Alters.
    Für mich würde gelten: Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
    Auch - und besonders im Alter ist eine Beziehung für mich nur erstrebenswert, wenn sie das Leben bereichert. Ansonsten führe ich lieber ein erfülltes Leben als Single.
     
    • # 4
    • 29.10.2015
    • Frau
    Ich würde sagen, natürlich ist das so, dass man sich mit zunehmendem Alter immer mehr nach Beständigkeit sehnt - in allen Lebensbereichen.
    Das hat verschiedene Gründe: Als junger Mensch will man noch ausprobieren, kennenlernen, was es so alles gibt und ausloten, welche Möglichkeiten man hat. Man kennt sich selbst und "die Welt" eben auch noch nicht so gut und weiß noch nicht, was einem gut tut und was einem im Leben wirklich wichtig ist. Und dafür bekommt man von der Natur in der Jugend sehr viel Energie und Kraft zur Verfügung gestellt.
    Wenn man älter geworden ist, hat man seine guten und schlechten Erfahrungen gemacht und weiß, was man sich sparen kann, was man nicht mehr braucht und nicht mehr will, weil es einem nur Kraft nimmt, aber nichts gibt. Außerdem ist ein Großteil der Neugier gesättigt, der Fokus und die Sehnsucht wechseln dann auf andere Dinge, z.B. Genießen.
    Da biologisch ganz natürlich mit dem Alter Kraft und Energie abnehmen, passt das auch gut, bzw. geht gar nicht anders, dass man von der Quantität der Jugend mehr auf Qualität im Alter umschaltet.
    Etwas Neues, eine Umstellung, ob Job oder Partner, kosten immer, ob jung oder alt, eine Menge Energie - und die hat man nun mal im Alter nicht mehr so reichlich, wie in der Jugend. Im Alter hat man statt dessen den Vorteil, zu wissen, was sich für einen "bewährt hat" und bleibt deshalb gerne dabei.
    Nicht zuletzt spielt beim Thema Partnerschaft auch eine Rolle, dass man im Alter schwerer einen Partner findet, als in jungen Jahren. Für Frauen trifft das definitiv zu, auch wenn es in diesem Forum gerne geleugnet wird, aber wahrscheinlich auch für einen Großteil der Männer. Biologisch/ evolutionär ist Partnerwahl nun mal im Wesentlichen zur Fortpflanzung gedacht und deshalb "tut" sie (die Partnerwahl) sich in der Regel im jungen Erwachsenenalter am leichtesten.

    Ich bin 50, zwar noch eine halbe Generation jünger als du, aber auch nicht mehr ganz jung, jedoch kenne ich es aus meiner Jugend auch so, wie du es von deinen Kindern berichtest, dass Partner, Jobs, Wohnungen noch öfter mal gewechselt wurden - sicher bei dem einen mehr, bei den anderen weniger - aber so war es.
    Jetzt sind wir beständiger geworden, zumindest bei den meisten die Partnerschaften.

    w50
     
  6. Ich glaube das ist auch eine charakter Geschichte. Jeder Mensch ist anders gepolt. Die einen beenden eine Beziehung mit einem Wimpernschlag egal wie lang sie war. Die anderen, so wie ich selbst auch, drehen das Rad erst Hundert mal bevor man geht. Ich selbst lasse nicht gut und gerne so schnell los. Etwas was einem so viel bedeutet. Das liegt doch in der Natur. Wenn doch, dann kann es mir nicht Wirklich viel bedeutet haben. Ich habe da auch ein sehr großes Mitgefühl meiner Partnerin gegenüber. Einfach beenden und gehen, den anderen im regen stehen lassen ist nicht meins und das finde ich sehr Egoistisch. Aber unsere Generation die folgt wächst meiner Meinung nach auch in einer Extremen Ellenbogengesellschaft auf. Der Egoismus und die Rücksichtslosigkeit ist da leider vorprogrammiert.
    m44
     
  7. Guten Morgen Denlillehavfrue,

    ein origineller Nick. Musste googeln und schmunzeln. Danke!

    Ich muss gestehen, dass ich altersgemäß noch einiges jünger bin als Du, fühle mich aber trotzdem angeregt Dir zu antworten.

    Für den ersten Lebensabschnitt wäre ich gerade ein Gegenbeispiel: Erste und eine Beziehung bis 44, 2 Kinder und alles im grünen Bereich! Zumindest fast bis zum Schluss!

    Nun lasse ich mich wieder auf eine Beziehung ein und stelle fest, dass ich eine viel größere Weitsicht habe, weiß was ich will und nicht will, fast alles nicht mehr muss sondern kann und darf. Bis auf fremde(! emotionale) Sicherheit habe ich alles was ich brauche und mir wünsche.

    Eine partnerschaftliche Beziehung in meinem Alter bedeutet: Entweder Bereicherung oder gar nicht!

    Und auch das ist eine lehrreiche auch bittere sowie späte Erfahrung: Andere kann (und will ich) nicht ändern. Es kommt ganz auf mich an und das ist gut so!

    PS: Ich freue mich auf die Zeit Deiner Zeit.
     
  8. Natürlich gibt es viele »altersbedingte Ängste«, z.B. körperliche Herausforderungen wie weite und schwierige Wanderungen o.ä. Für manche auch ein Sexualleben, das dem in der Jugend vergleichbar wäre ...

    Dennoch würde ich persönlich deiner Einstellung, liebe FS, widersprechen: »Trennungen«, seien es die von einem Liebs- und Lebensgefährten, die von einer vertrauten Umgebung, von Freunden oder aber auch die von geliebten Gewohnheiten, fielen mir früher nicht leichter als heute - und umgekehrt. Dass ich sie trotz alledem immer wieder vorgenommen habe - und vor allem letztendlich »unbeschadet« daraus hervorging - liegt am eigenen Charakter, an den gemachten und akzeptierten Erfahrungen. Daran, dass ich zwischendurch gelernt habe, mich selbst zu mögen und zu bejahen, mit mir selbst gerne und fröhlich lebe. Und das Wissen darum, dass Veränderungen oft neues (Er)Lernen nach sich ziehen.

    Wenn wir zustimmen, dass auch kürzere Wanderungen Freude machen können, der unserem heutigen Leben angepasste Sex geradezu wundervoll und reich sein kann, wir auch ohne Mangelerscheinungen mit uns selbst glücklich sein können - ja dann gibt es keine Angst, dringend angesagte Änderungen vorzunehmen. z.B. die Erkenntnis, sich lieber von einem nicht mehr passenden Partner zu trennen, als in einer ungeliebten Beziehung auszuharren, bis … ja, bis wann??
     
  9. Ich denke, es hat nichts mit Midlifecrisis zu tun, wenn einem mit zunehmendem Alter und immer mehr bewusst wird, dass die Lebenszeit beschränkt ist, gut genutzt und nicht vertan werden will. Darum macht man sich doch (natürlich) als junger Mensch keine großartigen Gedanken. Ich hatte nie eine echte Krise wegen des Alters (49) und die hatten meine Frau und ich auch nicht, als der Sohn ausgezogen ist - aber das oben Genannte hat sich doch so nach und nach in das Bewusstsein eingeschlichen, bis es dessen fester Bestandteil geworden ist . Ich sach´ mal so: in reiferem Alter sieht man einen jungen Baum, den man an Stelle eines alten, gefällten Baumes pflanzt, nicht mehr zu der Größe des alten heranwachsen; die Strapazen eines Hausbaues (auch wenn man die Steine nicht selbst setzt) muss man nicht noch einmal haben; wer dann eine neue Ehe eingeht, wird nicht sicher (nochmals) die silberne Hochzeit erleben; und die Zeit für (weitere) Kinder ist aus nervlichen und biologischen Gründen auch irgendwann vorüber. Daher meine Antwort auf deine Frage: Ich denke, tendenziell wird der Wert des Vorhandenen mit zunehmendem Alter mehr geschätzt. Die reiche Lebenserfahrung sorgt dafür, dass nicht (mehr) leichtfertig aufgegeben wird, was nicht 100% hat, weil man inzwischen weiß, dass es diese 100% andernorts auch nicht gibt, man selbst keine 100% bieten kann und auch keinen anderen Menschen dazu bringen wird, einem selbst die 100% zuzutrauen. Aber: was wirklich einfach nicht mehr geht, wird auch in späteren Lebensjahren aufgegeben / verlassen / beendet - irgendwo ist immer eine Grenze und irgendwann ist jedes Fass voll.
     
  10. Du hast Deinen Blick nur auf ein kleines Segment der Gesamtbevölkerung!

    Beim Großteil der Bevölkerung ist es so, dass mit 20 noch ab und an mal gewechselt wird, aber mit 30 schon nicht mehr! Die Heiratstatistik sagt zwar, dass sich fast die Hälfte der Paare trennten, aber eben auch dass über die Hälfte zusammen bleiben! Durch 2. und 3. Ehen ist das dann schon ein erheblicher Anteil, der zusammen bleibt. Dazu kommen stabile Beziehungen ohne Trauschein!

    In Deinem Alter ist dann auch die größte zu identifizierende Sub-Gruppe der Personen, die "getrennt" werden, die der Verwitweten, denn mit 6x setzt dieser Umstand verstärkt ein!

    Ich ziehe einfach mal den Umkehrschuß: da Du Dich gerade wieder (mal) trennst und es sich nicht so anhört, als wäre das die Mutter Deiner Kinder (also schon häufiger getrennt)...

    ...haben DEINE Kinder und ihre häufige und leichtfüßige Trennungssozialisation einen direkten Kausalzusammenhang zu DIR SELBER!

    V.m45
     
  11. Ich bin auch Anfang 60 und ich kann das nicht bestätigen. Ich bin in einer glücklichen Beziehung und diese ist mir auch sehr wichtig. Ich pflege sie mehr als ich das in der Jugend getan hätte und weiß darum, wie wichtig diese "Pflege" ist. Früher war halt alles so selbstverständlich.
    Und trotzdem würde ich eine Partnerschaft jederzeit wieder lösen, wenn sie mir nicht guttun würde. Ich war lange unglücklich verheiratet und habe erst nach der Trennung gemerkt, wieviel Energie da nutzlos vertan wurde.
    Ich bin immer noch neugierig und unternehmungslustig und mutig und verückt genug, etwas zu riskieren. Wie langweilig war da das Leben mit 35 oder mit 45.
     
  12. Beziehungen bedeuten in jedem Alter dasselbe und es ist ein Trugschluss zu glauben, dass ein 15jähriger ode ein 25 jähriger nicht genauso hofft, dass es für immer hält!
    Es ist nur so, dass in der jüngeren Generation der 20 bis 30jährigen vor allem heutzutage sehr viel Flexibilität beruflich gefordert wird. Man beginnt ein Studium in einer anderen Stadt, dann der erste Beruf in einer anderen Stadt - da können Beziehungen dran zerbrechen. Ich war 3-4 Jahre am Boden zerstört, als meine erste große Liebe mit 27 in die Brüche ging und kann nicht sagen, dass man in dem Alter alles leichter wegsteckt. Es bleibt einem aber nichts anderes übrig.
    Zu DIR:
    Du scheinst Angst zu haben!
    Angst, wieder alleine zu sein?
    Wieso trennst DU dich denn?
    Und was ist schlimm daran, alleine zu leben? Ist immer noch besser als mit einem Partner, der einen stresst.
    oder wirfst Du selber zu schnell das Handtuch?
     
  13. Jüngere Menschen sind heute viel intelligenter, lernfähiger, freier und gescheiter und müssen sich einen Alkoholiker, Schläger oder Betrüger nicht mehr antun. Gerade wenn du eine Tochter hast, kannst du heilfroh sein, dass sie heute so frei leben kann, und sich ihren Mann selber aussuchen darf ( in heutiger Zeit, wo jeder 2. Mann betrügt und Respekt für Frauen in diesem Land schwer gesunken ist). Heutige 20 jährige schaffen es, den Mund aufzusperren, wenn ihnen was nicht passt. Ehrlich gesagt, ich konnte das früher noch nicht. Natürlich geht es jungen Männern genauso. Werte, Moral, Ansichten und Lebensstil haben sich weit verändert. Du kannst dich mit über 60 Jahren nicht mit einem 20 oder 30 jährigen vergleichen. Die haben ganz andere Probleme.

    Wenn du mit 60 nur einen Partner hattest, und es dir so schwer fällt, ihn zu verlassen, dann ist das emotionale Abhängigkeit, die du dir ein Leben lang aufgebaut hast.

    Deine Ängste sind nicht unberechtigt. Ob du mit 60 nochmal die große innige Liebe findest? Möglich? Wenn du eine aktive, attraktive UND offene Frau bist. Verlasse dich nicht aufs Internet, hinter dem viele Menschen eine Maske tragen und ein Schauspiel veranstalten und jede Menge Menschen über den Tisch ziehen und ihnen die Herzen brechen.
     
  14. Ich bin jetzt 61 und muss von mir sagen, sowohl in jungen Jahren sowie mit 50 und jetzt, ich konnte mich nie leicht emotional von einem Partner lösen. Einzige Ausnahme mein geschiedener Mann und Vater unseres Sohnes. Das war eine einvernehmliche Scheidung, er hat mich über lange Jahre Betrogen und ich wollte und konnte nicht mehr.
    Die anderen beiden Beziehungen waren intensiv und von ziemlichen Liebeskummer geprägt. Auch die Trennung vor einem Jahr. Ich kann nicht sagen, dass es mir leichter gefallen ist als in jungen Jahren. Mir hat es absolut nicht gut getan.
    Eigentlich kann ich von mir behaupten, dass ich trotz meiner Ehe, die 17 Jahre gedauert hat, doch eher immer alleine war.
    Während meiner letzten Fernbeziehung hatte ich immer im Kopf, wenn das mal zuende ist, war das mein letzter Mann. So wird es auch sein, denke ich. Ich habe mir mit diesem Mann vorgestellt und gewünscht, wir bleiben zusammen. Es war wirklich der einzige, mit dem ich mir das vorstellen konnte.
    Ich gebe Dir Recht, in diesem Alter hat dieses Thema für mich eine andere Qualität bekommen. Ich bin in der Zielgeraden des Lebens, danach kommt nicht mehr viel. Da verändern sich die Prioritäten.
     
  15. Ich denke, das kommt weniger auf das Lebensalter, als auf die Länge der Beziehungen und das Maß der zu erwartenden Veränderungen an.

    Wenn man nur wenige Jahre zusammen war, keine Kinder, kein Haus, keine gemeinsame Familie hat, ist es leichter, sich trennen, weil es schlichtweg weniger Konsequenzen nach sich zieht und man weniger zu verlieren hat.

    Ich habe mich mit Anfang 30 aus einer solchen langjährigen Beziehung mit allem Drum- und Dran getrennt und hatte damals die gleichen Ängste und Bedenken wie du sie hast.

    Aber ich habe viel dafür getan, dass meine Ängste nicht Realität wurden und es lief alles so, wie ich es hoffte.

    Wirklich einsam fühlte ich mich eher selten, hingegen sehr frei und unabhängig, was ich auch genieße.

    Versuch es doch positiv zu sehen: Es wartet ein schönes neues Leben auf dich, dir steht nun so manche Möglichkeit offen, die dir sicher mit deiner alten Beziehung verwehrt war.

    Meine Oma heiratete mit 70 Jahren nochmal und hatte für weitere 20 Jahre eine glückliche Beziehung.


    w, 42
     
  16. Lieeb FS,

    ich denke schon, dasss man sich in den verschiednen Lebensphasen unterschiedlich verhält.
    - Es gibt Dinge, die haben ich in jungen Jahren gemacht, weil ich keine Lebenserfahrung hatte und die Folgen nicht abschätzen konnte.
    - Ich kannte mich selber auch nicht gut genug, um auf der Grundlage Entscheidungen zu treffen.
    - Ich und alle anderen, die mir begegneten hatten noch nicht soviel Erfahrungs-/Enttäuschungsballat und waren blauäugiger bzw. vertrauensvoller. da habe ich mehr Dinge probiert. Wir waren alle in Entwicklung



    Das sind ganz unterschiedliche Fragestellungen auf die zumindest ich (Ende 50) sehr unterschiedlich reagiere:
    - an einem Partner, der mir nicht gut tut, würde ich ganz sicher nicht festhalten. Sorry, aber mein Leben ist endlich und davon verschwende ich in meinem Alter keinen Tag in einer unerfreulichen Beziehung. Da bin ich viel entschlusskräftiger als in jungen Jahren, wo ich mich in Anpassung, Beziehungspflege usw. versucht hätte. Heute weiß ich wann "over" ist und das mache ich dann auch.
    - Am Wohnsitz hänge ich garnicht. Ich freue mich auf den Tag, an dem ich nicht mehr an meinen Arbeitsplatz gebunden bin und anders, vor allen Dingen auch woanders leben kann.
    - Ich unterscheide echte Freunde von Bekannten. An ersteren halte ich fest, auch wenn es Schwierigkeiten gibt. Wer 40 Jahre an meiner Seite war, den lasse ich wegen einer Missstimmung nicht fallen. Ich tue sehr viel, um die Freundschaften zu pflegen. Wenn Bekannte unbequem werden, wird die Verbindung hingegen sehr schnell gekappt.
    - Ich müsste verrückt sein, mit Ende 50 einen sehr gut bezahlten, unkündbaren Arbeitsplatz der mir gefällt und viele Sonderleistungen beinhaltet aufzugeben, um in einem anderen Unternehmen mit einer Probezeit, neuen Kollegen, neuer Branche usw neu anzufangen, um in Rente zu gehen, wenn ich richtig firm bin - zuviel Stress. Soviel Gehalt zahlt mir keiner, dass ich bereit bin, mir das anzutun. Bis ich 40 war, ahbe ich hingegen beruflich viel probiert und bin immer voran gekommen. Jetzt will ich interessante Aufgaben, aber keinen Streß im Haifischbecken.
     
    • # 16
    • 30.10.2015
    • frei
    Ich denke schon, dass man je älter man wird, weiß, was man will.
    In jungen Jahren hatte ich oft wechselnde Vorlieben, aber seit ich richtig erwachsen bin, bin ich ziemlich statisch.
    Ich habe z.B. einen Wintermantel, eine Übergangsjacke, eine Armbanduhr, eine Handtasche... seit 10 oder mehr Jahren. Das alles gefällt mir immer noch.
    Die Tasche ist kürzlich kaputtgegangen und ich wollte genau diese wieder. Keine andere. Die gab's natürlich nicht mehr und jetzt habe ich halt eine andere, aber eben unfreiwillig.

    Sowas also Ja !

    Aber auch wieder nein.

    Ich hänge nicht an Dingen fest, die mir nicht mehr gefallen. Ich trenne mich dann leichten Herzens.
    - ich bin vor zwei Jahren umgezogen, weil die Umstände dafür sprachen und obwohl ich aus einem wirklich schönen Haus weggezogen bin ( hab ich aber behalten, ist also nicht wirklich weg ), war ich da eiskalt. Hab nicht geweint oder wehmütig geseufzt.
    Und ich habe auch keine solchen Gefühle, wenn ich dort vorbeifahre. Es ist eher so, dass ich froh bin, wenn ich dort nicht hinmuss, um etwas zu regeln.
    - ich trenne mich von 'Freunden', die mir nicht gut tun.
    - ich trenne mich genauso von Partnern, die mir nicht gut tun
    - ich entsorge Sachen, die ich ein Jahr oder so nicht benutzt habe

    Und das alles ohne Wehmutsgefühle.

    Ich fühle mich heute sehr frei und autark.

    Ich denke, das war früher anders.
    Auf deine Frage daher: bei mir ist es genau umgekehrt.

    w 48
     

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