1. Nennt Ihr bei einer Trennung die wahren Gründe?

    An jene von Euch, die sich schon einmal aktiv getrennt haben (also selbst dei Entscheidung getroffen und verkündet haben): Habt Ihr bei diesen Trennungen von richtigen Partnerschaften (also keine Kurzbeziehungen, Affären, Beziehungsverusche) die wahren Gründe genannt und die Trennung diskutiert oder Euch eher mit allgemeinen, schonenden Aussagen gerettet?

    Die knallharte Wahrheit, egal ob so hart wie hier oder diplomatischer formuliert:
    "Du bist echt scheiße im Bett, total langweilig und bieder, hältst keine ausreichende Ordnung, quatscht zuviel dazwischen und denkst leider nur, dass Du kochen kannst, in Wirklichkeit schmeckt das alles beschissen! Wenn ich an Deine Umselbständigkeit denke, wird mir übel, und mit so einer kann man einfach kein Kind kriegen. Bist ja selbst nicht richtig erwachsen geworden. "

    Die sanfte Methode, die ich selbst bevorzugen würde:
    "Meine Gefühle sind leider nicht mehr wie am Anfang. Ich liebe Dich leider nicht mehr, auch wenn ich Dich noch gerne hab. Aber ich kann mir keine gemeinsame Zukunft mehr vorstellen. Tut mir leid, aber es ist aus."

    Meint Ihr, dass Ihr dem Ex eine detailleirte Begründung schuldet oder genügt es, wenn man einfach nicht mehr will?
     
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  3. Ja, ich finde das bin ich dem anderen schuldig. Nur- wissen wir denn immer die echten Gründe? Deine Aufzählung ist für mich eher eine Liste von Begründungen. Sch... im Bett merkt man schnell und kann man ändern, kochen dasselbe und zur Not gibts nen Pizzadienst etc.

    Nur wenn ich die Wahren Gründe kenne kann ich auch mene Schlüsse daraus zeihen und daraus lernen. Sei es dass ich mir einen passenderen Partner such (zum Beispiel einer der genauso Sportbegeistert ist) oder eben wieder zu mir selbst finde.... Das mag im ersten Moment schmerzhaft sein, aber nur das hilft wirklich. Es ist ein riesen Unterschied wenn jemand sagt- es passt einfach nicht oder zugibt dass er sich anderweitig verliebt hat, oder?

    Anders ist es einfach nur verdrängt und kommt immer wieder. Ich kann durch die Analyse und Aufarbeitung wieder voll Vertrauen und Lieben- ohne wärs sicherlich schweirig geworden.
     
  4. Das, was Du in Deinem Beispiel "Wahrheit" nennst, ist eigentlich keine - vielmehr sind das Werturteile zu irgendwelchen Dingen. Das muss man sich erst einmal bewusst machen. Es geht nämlich in vielen Fällen nicht um einen echten Fehler oder ein Manko bei einem Partner, sondern um unterschiedliche Vorlieben und Beurteilungen. Zu behaupten, dass einer mit seiner Meinung "falsch" und der andere "richtig" liegt, ist m.E. nicht nur destruktiv, sondern auch egozentrisch und hochmütig.

    Dann kann die Kommunikation auch anders laufen, z.B. so:
    "Wir haben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie ein schönes Sexleben aussehen sollte. Und obwohl wir es versucht haben, sind wir auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen. Ich kann und will mit diesem Zustand nicht in einer Beziehung leben.
    Außerdem glaube ich nicht, dass wir jemals harmonisch in einem Haushalt zusammen leben könnten. Wir gehen uns gegenseitig mit unseren unterschiedlichen Ansichten zu Ordnung, Aufgabenerledigung und -teilung, Koch- und Essverhalten etc. richtig auf die Nerven. Ich sehe nicht, dass wir hier irgendeinen Kompromiss finden könnten, der uns beide zufrieden macht.
    Ich sehe in unserer Beziehung keine Zukunft. Wir sind beide unzufrieden und nerven uns nur noch gegenseitig, obwohl wir so viel an uns gearbeitet haben. Lass es uns beenden, bevor wir uns nur noch wehtun."


    Das kommt ganz darauf an. Ich würde bei der Begründung nicht allzusehr ins Detail gehen, weil das ja schon zusätzlich verletzend sein kann. Aber ich würde nie eine Begründung als solche verweigern.

    Ich selbst würde doch auch wissen wollen, warum mein (Ex)Partner nicht mehr mit mir zusammen sein will. Vielleicht kann ich ja daraus lernen. Auf Details kann ich allerdings verzichten. Da würde ich auch nicht allzu sehr nachfragen.
     
  5. Exakt genauso wie in Deinem Beispieltext -- Null Unterschied. Nur dass Deine diplomatischer formuliert ist, was natürlich gut ist -- ich hatte die Möglichkeit ja vorweggenommen. Aber die Fakten sind ja die gleichen. Es handelt sich nicht um andere Tatsachen, sondern nur um weichgespülte Kommunikation.

    Letztlich wird man als Zuhörer auch da ganz klar erkennen: Der Sex mit mir hat ihm keinen Spaß gemacht, meine Haushaltsführung findet er nicht OK. Das kann exakt genauso verletzend sein wie die direkten Worte davor. Mir ist schleierhaft, wie man denken kann, dass die weichgespülte Version nicht mindestens so tief trifft und verletzt. Die Form der Ablehnung ist nämlich exakt die gleiche, jeder hört und liest das da heraus. Mir wird bei solcher Weichspülung immer schlechter als bei Tacheles. Denn es klingt eben so zurechtgelegt, so um den heißen Brei herum, aber wenn man nachdenkt und nachfühlt (und das werden die Verlassenen tun), dann kommen sie eben doch zu der Erkenntnis, wie dem anderen Sex oder Haushalt gefallen haben. Weichspülung hin oder her.

    Ja, das sehe ich genauso.

    Einverstanden.
     
    • # 4
    • 10.06.2011
    • como
    Ich habe bei der letzten Trennung, die von mir aus ging, die Wahrheit gesagt: Ich habe ihn nicht mehr geliebt, er hat wie ein Besessener geklammert, mich mit seinem Besitzdenken erdrückt, meine Wünsche haben nicht interessiert, Redeversuche haben nichts gebracht, ich war unglücklich. Keiner der Gründe dürfte für ihn neu gewesen sein, es war dauernder Streitpunkt. Ich finde, dass man dem Verlassenen eine Begründung schuldet, zumindest, wenn er sie so genau hören will. Das überlasse ich dem Verlassenen (und wünsche mir im umgekehrten Fall auch, dass ich diese Chance bekomme). Nur dauerndes Zerreden bringt nichts.

    Schließlich ist man als der aktive Part der Trennung in einer besseren Position. Man muss es ja nicht bewußt verletzend machen. Zwischen "Du bist Scheiße im Bett" und "wir haben unterschiedliche Vorstellungen" liegen zB Welten.

    Ich stand auch danach für Gespräche zur Verfügung, die allerdings zunächst auf Betteln, meine Entscheidung rückgängig zu machen hinausliefen. Trotzdem, da konnte ich darüber stehen. Wir hatten einen gemeinsamen Freundeskreis, und haben uns auch weiterhin ab und zu gesehen. Seine Entscheidung. Er wußte vorher immer, wenn ich dabei sein würde.

    Wenn mir ein Ex Partner als Grund zB Unselbständigkeit (oder etwas ähnliches) vorwerfen würde, würde ich nach dem ersten Schock zumindest darüber nachdenken, ob da nicht doch etwas dran war. Nachdenken und Selbstreflexion schaden nicht.

    Mein letzter Ex hat mich ohne Angabe von Gründen und ohne ein Wort verlassen, die Trennung kam per mail. Wenige Tage vorher war ich noch die große Liebe - für mich kam das Ende aus heiterem Himmel. Das hat dazu geführt, dass ich mir die Gründe irgendwie versuche zusammenzureimen und mir das Abschließen sehr schwer gefallen ist. Ich hätte sie lieber gehört und dann selbst entschieden, wie ich damit umgehe, ob ich darüber nachdenke oder nicht.

    Ich finde, man schuldet einem Menschen, der einem sehr nahegestanden hat, eine faire Behandlung. Natürlich läuft es letzten Endes darauf hinaus, dass man einfach nicht mehr will. Die Tatsache der Trennung als solcher muss und kann nicht diskutiert werden. Wenn einer nicht mehr mag, ist es aus. Aber sofern man Gründe benennen kann und der andere das hören will, sollte man das meiner Meinung nach tun.
     
    • # 5
    • 10.06.2011
    • Gast
    Ich empfinde es genauso wie Mieze und nicht wie Frederika, zwischen Euren Formulierungen liegen nämlich sehr große Unterschiede und keineswegs nur eine Weichspülvariante.

    In den Formulierungen von Frederika ist eine Herabsetzung der anderen Person enthalten, da man seine eigene Vorstellung darüber wie es richtig wäre, über die des anderen stellt. Mit persönlichen Angriffen, die einen selber erhöhen den anderen aber so erniedrigen, verletzt man den anderen Partner in einer Art und Weise, die nur noch Verachtung zulässt. So lese ich auch die provokante Variante von Frederika.

    Wenn man selber derjenige ist der sich trennt und weiß der andere ist emotional auf einem ganz anderen Trip, nämlich das er mit einem zusammen bleiben möchte, wird mit einer Ansage, wie der von Mieze mehr anfangen können und nicht in völlige Selbstzweifel neben seiner Trauer verfallen.
    w/44
     
  6. Nein, zwischen unseren Texten besteht ein grundlegender Unterschied, der sich eben nicht in "Weichspülung" erschöpft.

    Die Formulierung "Du bist scheiße im Bett" ist eine persönliche (Ab)Wertung und keine absolute Wahrheit. Denn es kommt auf die Art und die Vorlieben beider Beteiligten an, ob sie den Sex miteinander gut finden oder nicht. Was ein Partner doof findet, kann der nächste ganz toll finden.

    Ich kommuniziere also nicht einfach diplomatischer, sondern ich mache mir wirklich bewusst, dass man Dinge eben unterschiedlich bewerten kann und dass es da nicht um meine "bessere" Sicht der Dinge oder um die "schlechtere" Eigenschaft des anderen geht, sondern nur um Verschiedenheit. Wenn Du das erkennst, senkst Du auch schlagartig Dein eigenes Stresslevel, weil die ganzen Vorwürfe gegen den anderen, die in Deinem Kopf umherschwirren, plötzlich ihre innere Logik verlieren und verschwinden. Du musst keine Vorwürfe mehr machen (die ja auch nur die Reste fehlgeschlagener Erziehungsversuche sind) und kannst Dich wesentlich sachlicher, konstruktiver und verletzungsfreier mit Deinem Gegenüber auseinandersetzen.

    Dazu eine alte indische Weisheit:
    "Die höchste Form menschlicher Intelligenz ist die Fähigkeit, zu beobachten ohne zu bewerten."
     
  7. @Frederika:

    Vielleicht kann ich den Unterschied zwischen "Wahrheit" und "Werturteil" an einem anderen Beispiel noch einmal deutlich machen:

    A sagt zu B: "Du hältst keine ausreichende Ordnung." Für einen Außenstehenden klingt das im ersten Moment so, als sei A ordentlich und ein guter Maßstab für "ausreichende Ordnung". B dagegen scheint eine etwas schlampige Ader zu haben, die ein Zusammenleben schwer macht.

    Vielleicht waren aber schon in A's Vergangenheit mehrere Partner wegen der von diesen empfundenen "Pingeligkeit" wahnsinnig genervt und A hat einfach einen unglaublich übersteigerten Ordnungssinn. Dann könnte man auf die Idee kommen, dass B vielleicht gar nicht "unordentlich" ist, sondern nur A's unrealistischen Ansprüchen nicht gerecht wird. Es ist eben alles eine Frage der Perspektive.

    Das einzige, was der Satz "Du hältst keine ausreichende Ordnung." damit wirklich aussagt ist, dass A und B sehr unterschiedliche Ansprüche an Ordnung haben. Das ist die einzige "Wahrheit", die ich hier erkennen kann. Diese Erkenntnis kann in diesem Fall nicht nur die Kommunikation, sondern auch das eigene Denken in eine sehr konstruktive Richtung verändern.
     
    • # 8
    • 10.06.2011
    • Gast
    Also dass es zwischen knallharter Formulierung und Weichspülvariante keinen Unterschied geben soll, bezweifle ich. Der Ton macht die Musik.

    In der Weichspülvariante kommt Respekt, Achtung und Wertschätzung dem anderen gegenüber zum Ausdruck, Herzlichkeit in angemessenem Maße. Das! bleibt beim Verlassenen hängen, er kann ganz anders abschließen. Die harte Variante zeigt Herzlosigkeit, Härte, Arroganz und fehlende Empathie. Gerade du, Frederika bemängelst doch so oft, dass Frauen angeblich keine Wärme zeigen - deine Formulierung und auch deine Bewertung dieser Frage ist so kalt wie Eis.
     
  8. Doch, aus meiner Perspektive ist das so. Für mich ist das einfach nur politische Korrektheit in ihrer reinsten Form. Pure Heuchelei, Schönrederei, Wortverdreherei.

    Bei Trennungen geht es in allerestee Linie um Emotionen -- ob man den anderen liebt oder nicht, ob einem ein Verhalten stört oder nicht, ob man sich geborgen fühlt oder nicht. Ob man den anderen noch begehrt, sich gerne berühren lässt, ihm vertraut. Alles rein emotionale Werte, von denen ich nicht einmal im Ansatz behaupte, dass es dabei um "absolute Wahrheiten" geht, nein, es sind empfundene Wahrheiten. Für den Sprecher war sie eben schlecht im Bett, hat ihm das das Essen nicht geschmeckt, die Ordnung nicht gefallen, hatte er das Vertrauen verloren, konnte er sich kein gemeinsames Kind mehr vorstellen. Das sind einfach Wahrheiten im Sinne von wirklich gefühlten Emotionen. Egal wie sachlich falsch die Beurteilung der sexuellen oder kulinarischen Fähigkeiten auch sein mag, er empfand es nun einmal wirklich so. Genau das ist der Trennungsgrund! Natürlich könnte er das auch harmloser formulieren, logisch, das habe ich doch glech eingeräumt.

    Aber dabei geht es in erster Linie nicht um Objektivierung, nicht um neutrale Außenbeobachter, die versuchen, absichtlich nicht zu bewerten. Ganz im Gegenteil geht es ganz banal darum, ob ich vertraue, begehre, mich geborgen und geliebt fühle. Genau das kann ich dann softer oder härter ausdrücken, je nach Situation und Mentalität, aber die Fakten, die rüber kommen, sind schon genau diese.
     
  9. Das ist zwar an sich richtig, aber es verleugnet irrigerweise zugleich, dass die alleremisten Fähigkeiten eben doch bewertbar sind und nicht völlig zufällig für den einen gut und den anderen schlecht. Schlechte Haushaltsführung, Unzuverlässigkeit oder Beugen der Wahrheit sind zum Beispiel Dinge, die durchaus objektivierbar sind und auch bewertet werden dürfen.

    Das ist aus meiner Sicht sachlich einfach völlig unzutreffend. Mich bringt gerade dieses politisch-korrekte Gesülze immer dermaßen auf die Palme, dass es genau das Gegenteil erzielt. Da werden Dinge nur "differenzierter" gesehen, anstatt dass jemand einfach eine andere Meinung hat, da hat man "unterschiedliche Ansichten von Ordnung" anstatt zu sagen, dass der andere schlampt und "andere Vorstellungen vom Sex" anstatt zu sagen, dass der andere stinklangweilig war.

    Und weißt Du was: Du hältst Menschen für viel, viel blöder, als sie sind, und das ist die eigentliche Beleidigung bei diesem politisch-korrekte Gesülze. Du denkst, Menschen würden das Weichgespülte nicht verstehen -- was für ein Trugschluß.

    Letztlich triggert jede solcher Informationen das Nachdenken und die emotionale Bewertung und nach ein paar minuten dämmert es auch dem Dümmsten: "Wow, ich war ihm im Bett nicht gut genug und er weiß mein Kochen nicht zu schätzen."

    Wie diplomatisch oder indisch man das auch ausdrückt, nach kurzer Zeit dämmert es und weckt exakt die gleichen Emotionen wie die direkte Version: Man fühlt sich verletzt oder beleidigt. Dieser Irrglauben, dass weichgespülte Kommunikation das Denken und Fühlen verhindern würde und Verletzungen dann weniger schlimm sind, ist einfach nur groteskes Verdrehen des menschlichen Gefühls.

    Tja, das mag nützlich sein, wenn man wissenschaftliche unterwegs ist, aber ansonsten halte ich das für völligen Schwachsinn. Werten ist genau das, was den Menschen zum Menschen macht, nämlich Gefühle zu haben, Gut von Böse unterscheiden zu können, das eine besser, nachahmenswerter und erstrebenswerter zu halten als das andere. Genau darauf fußt die gesamte menschliche Moral und Ethik. Bewerten ist das, was uns zum Menschen macht. Ich stehe zu Werten.
     
  10. Richtig, und das habe ich ja auch nie bezweifelt, wenn Du mal genau liest. Natürlich ist es ein Unterschied, ob man sich primitiv oder gewählt, ob diplomatisch oder gnadenlos ausdrückt. Das hat in der Tat mit Höflichkeit und Respekt zu tun, aber auch mit konstruktiver Gesprächsführung und Stressvermeidung.

    Was ist denn meine These hier? Ich bin es doch, die dafür plädiert eben nicht die harte Wahrheit um die Ohren zu schlagen, ganz egal ob in drastischer oder weichgespültger Form. Weder noch. Knappe aufrichtige Gründe genügen völlig, bei einer Trennung geht es um die Tatsache der Trennung, nicht um Gründe, Ursachensuche oder gar Rechtfertigung.

    Du hast einfach nicht begriffen, für welche Seite ich plädiere.
     
  11. Ich habe mich schon mehrfach getrennt, jedes Mal erst, wenn ich wirklich am Ende war mit meinen Nerven, meiner Geduld und meiner Kraft. Ich habe dann mindestens ein langes Gespräch geführt, auch mehrere, wenn der Mann es wollte, und so gut wie möglich erklärt, was für mich einfach nicht passte.

    Wenn die Begründung zu verletzend gewesen wäre (es hat im Bett von Anfang an nicht so richtig gepasst und inzwischen graust es mich vor dem Gedanken, dass Du mich anfasst), habe ich die Schuld auf mich geschoben (ich bin einfach noch zu verquer, um mich richtig auf Nähe einlassen zu können). Die wirkliche Begründung hätte den Mann, der völlig vom Sex begeistert war- meine extrem gebremsten Aktivitäten waren wohl schon überwältigend für ihn- ja völlig aus der Bahn geworfen. Zudem haben schon andere Frauen sehr gerne mit ihm geschlafen, was bringt es, wenn er es MEINER Ansicht nach nicht bringt? Das würde ihn nur blockieren bei einer Nachfolgerin!
    Gelogen habe ich auch bei einer Trennung, bei der der Grund war, dass dieser Mann im Laufe der Zeit immer kindischer und abhängiger wurde und mich damit fast in den Wahnsinn trieb. In der Trennungssituation habe ich davon garnichts gesagt, sondern mich auf die Probleme mit meinen Kindern rausgeredet. Aber später, in einem ruhigen, guten Gespräch, sprach ich mit ihm über dieses Thema und gab ihm Tipps, wie er an sich arbeiten könnte.

    Von mir haben sich nur zwei Mal Männer getrennt, für die eine Fernbeziehung einfach nicht auszuhalten war und denen es sehr leid tat, sie sprachen noch sehr liebevoll von schönen gemeinsamen Zeiten- an der einen Trennung knappse ich immer noch, so lange es schon her ist.

    Ich finde es sehr schwierig sich zu trennen und es hat mir immer viel Kopfzerbrechen bereitet. Die Männer spüren aber auch, dass ich mir das nicht leicht mache, versuche fair zu bleiben und absolut alle reden noch mit mir. Im Gegensatz zu anderen Ansichten hier finde ich das gut und richtig- die Männer waren mir einmal sehr wichtig und haben einen Platz in meinen Gefühlen und Gedanken. Da ich mich immer erst trenne, wenn ich völlig am Ende bin, käme es aber nie in Frage, die Beziehung noch einmal "aufzuwärmen"- nein, Schluss ist Schluss.
     
  12. Die von Mieze ziterte Weisheit ist genau das, was ich auch zu leben versuche. (Be)Werten macht den Menschen nicht zum Menschen sonderen meist zu einem arroganten Typus. Gefühle zu haben, hat nichts mit (Be)Werten zu tun. Gut und Böse ist eine Bewertung, nur die treffe ich selten aus dem Gefühl sondern nach rationalen Gesichtspunkten. Nur wer sagt, dass ich recht habe? Ich kann so werten, aber das muss nicht richtig sein.

    Wenn ich bei der Trennung sagen muss, dass ich den Partner nicht mehr liebe, dass wir uns auseinander gelebt haben, dass sich unsere Anschauungen und Wertevorstellungen unterschiedlich entwickelt haben und nicht mehr für einen weiteren Lebensweg taugen, dann ist das die Wahrheit - und das ist gewiss keine Weichspülvariente oder sanfte Methode. Diese Erkenntnis ist / war für mich sehr schmerzhaft und auch für meinen Ex. Und wenn ich ihn nicht mehr liebe, dann kommen 1000 andere inge hinzu, die mich an ihm stören, dass sind aber eben nicht die wahren Gründe.

    Die vermeintlich knallharte Wahrheit sind nichts als Beleidungen auf unterstem Niveau, die ich nach langer Partnerschaft dem Gegenüber nicht an den Kopf knalle. Über solche Kleinigkeiten kann man sich vorher austauschen und daran arbeiten, wenn man den anderen liebt.
    Wenn man ihn nicht (mehr) liebt, ist einem das gleichgültig bzw. es nervt nur noch.

    Sex ist sehr wichtig, das muss passen, doch auch da lässt sich vor einer Trennung darüber reden.
    Wie gemein ist das denn, zu sagen, dass der andere Sch... im Bett ist - vielleich hat er auch nur mit Dir Probleme, keine Lust mehr auf Dich weil Du sch... bist.
     
    • # 14
    • 10.06.2011
    • Gast
    Ich dann wahrscheinlich auch nicht.
    Ich versuche mir gerade vorzustellen, man sitzt am Küchentisch und versucht knappe, aufrichtige Gründe auf den Tisch zu legen. Der getrennt werdende sitzt gegenüber und macht dann was? Und vor allem was macht man danach selber, steht man wortlos auf und verlässt den Saal? Gerade weil Trennungen hochemotional sind, kann man doch gar nicht knappe Gründe nennen.
    In einem anderen Tread hast Du glaube ich mal für völligen und sofortigen Kontaktabruch nach der Trennung plädiert. Wenn man das dann zusammen nimmt, wird das für den unfreiwillig getrennten wahrscheinlich die Hölle werden.

    Ich glaube es spielt auch eine Rolle wie lange man zusammen war, ob man verheiratet war oder nicht und wie ahnungslos der Partner ist...Wenn man sich schon seit Jahren auseinandergelebt hat und nur noch nebeneinander her lebt, wird die kurze und sachliche Variante vielleicht tatsächlich möglich sein...
     
  13. Doch, genauso empfehlen es eigentlich die meisten. Man verkündet deutlich und unmissverständlich die Trennung, nennt in milder, eingeschränkter Form gegebenenfalls die Gründe, falls sie nicht offensichtlich sind und lässt dem anderen dann Raum.

    Zerreden hilft dann nichts mehr. Denn die Entscheidung ist ja gefallen, Was man gar nicht braucht sind flehentliches "Ich ändere mich", "ich höfe auf damit", "ab morgen mach ich's anders" oder gar betteln um Fortsetzung oder so. Das ist nur entwürdigend und destruktiv und lässt die Trennung schnell zur Katastrophe werden.

    Nun, sofort natürlich nicht -- sondern erst in Ruhe alles Organisatorische, Finanzielle, Formale und sonstwie nötige abschließend erledigen und dann den Kontaktabbruch herbeiführen, wenn er auch praktisch durchführbar ist. Das kann je nach Umständen zwischen Tagen und Wochen dauern, jedoch nicht viel länger. Die Verarbeitungs- und Heilungsphase beginnt bei den allermeisten Menschen erst dann, wenn sie den anderen nicht mehr sehen und nicht mehr mit ihm konfrontiert sind. Wiedertreffen reißt meistens alte Wudnen auf, falls sie nicht schon bis dahin wirklich verheilt sind. Erst dann kann es gutgehen.

    Ja, das stimmt. Es hängt natürlich davon ab, wieviel man zusammen zu regeln hat, wie sehr der eine noch an dem anderen hängt, wieviel beide miteinander verbindet. Eine Trennung ist so gut wie nie leicht oder schmerzlos. Sie wird durch Zerreden und endlose Analysen aber auch nicht leichter.
     
  14. Mal abgesehen davon, dass es kein allgemeingültiges Rezept für das Trennungsverhalten und Prozesse gibt, halte ich diese Behauptung von Frederika
    für unglaubwürdig.

    Im übrigens ist eine Begründung auch bei kurzen Beziehungen sehr hilfreich. Ich wurde vor vielen Jahren verlassen, weil ich den Partner mit meiner "Liebe erstickt habe", geklammert habe.

    Wahre Gründe und eine hilfreiche Auseinandersetzungen sind nicht gleichzusetzen mit Zerreden - es gibt kein Schwarz oder Weiß.
     
  15. Richtig, und ich wäre die letzte, die das behaupten würde. Ich habe doch die ganze Zeit für mildes, knappes Erwähnen der Gründe ohne Zerreden plädiert. Das ist ja nun wahrlich nicht schwarzweiß.
     
  16. Grundsätzlich:
    Es gibt keinen Rechtsanspruch auf irgendwelche Erklärungen oder Begründungen. Von daher braucht man sich nicht erst großartig zu erklären oder zu rechtfertigen.

    Ich habe es bisher kurz und knapp gehalten. Etwa so: "Ich habe Dir mehrere(!) Gelegenheiten gegeben, Dich konstruktiv in die Beziehung einzubringen. Das Ende meiner Geduld ist erreicht. Jetzt ist Schluß."

    Das heißt: Die Gründe waren also schon lange bekannt und bedürfen keiner Wiederholung geschweige wieder Eräuterung.
     
  17. Für mich gibt es keine MILDEN Gründe für eine Trennung. Trennungsgründe sind m.E. schergewichtig - sonst müsste man sich nicht trennen.
     
  18. Erstens ging es darum, die Gründe auf prägnante, milde Art zu erwähnen, um im Trennungsmoment keinen Krieg zu schüren und es so harmlos wie möglich zuhalten. Ob die Gründe nun extrem oder harmlos sind, ist doch einzelfallabhängig.

    Zweitens müssen Gründe eben nur so gewichtig sein, dass eine Fortsetzung der Partnerschaft nicht mehr wünschenswert ist. Je nach dem, wie kurz die Beziehung war, müssen solchen Gründe ja nicht gleich extrem sein. Es gibt ja durchaus genug Fälle, in denen Zuneigung alleine nicht reicht, sondern Inkompatibilitäten eine dauerhafte Beziehung unmöglich scheinen lassen, selbst wenn sie für sich genommen nicht drastisch sind.

    Wer eine Beziehung probiert, muss eben auch damit leben können, wenn sich herausstellt, dass es eben nicht so passt.
     
  19. Richtig, das ist doch in meiner Erfahrung auch quasi immer der Fall. Bei einer auch nur halbwegs guten und erwachsenen Beziehung weiß man eigentlich, woran es hapert und was passt und was nicht.

    Genau deswegen versuche ich hier ja schon mehrmals herauszubekommen, was es denn für wichtige Fragen geben mag für andere. Mir war bisher immer klar, woran es gescheitert ist und meinen Expartnern auch. Und das ohne Zerreden im Trennungsfall.
     
  20. @Frederika:

    Du gibst ja immerhin selbst zu, dass Du von "empfundenen Wahrheiten" sprichst, was ja nichts anderes ist, als ein "Werturteil". Dennoch hältst Du daran fest, dass Deine "empfundene Wahrheit" der alleinige Maßstab in einer Beziehung bzw. einem Konflikt sein soll. Wenn Du Dich dabei wohler fühlst, dem anderen wegen seiner von Dir als Unzulänglichkeiten empfundenen Eigenschaften die Hauptverantwortung für das Scheitern der Beziehung zuzuschieben - bitte, tu das - es sei Dir unbenommen.

    Das ist allerdings nicht meine Art, mit Menschen, die mir viel bedeuten bzw. bedeuteten, umzugehen. Und das hat nichts mit political correctness zu tun. Wenn Du mich kennen würdest, wüsstest Du, wie sehr Dein Vorwurf fehl geht. Nein, ich will sowohl meinen Expartnern noch in die Augen als auch in den eigenen Spiegel schauen können. Und dazu brauche und will ich - auch wenn es nicht immer ganz gelingt - diesen möglichst reflektierten Umgang miteinander.
     
  21. Warum trennt man sich? Weil man sich in der Partnerschaft unwohl fühlt. Weil Liebe, Begehren, Geborgenheit, Vertrauen abhanden gekommen sind. Das sind für den, der so fühlt, einfach Fakten. Daran gibt es doch gar nichts zu diskutieren. Gefühle sind in diesem Sinne für den, der sie empfindet, einfach wahr. Aber sind Gefühle in diesem Sinne Werturteile? Eher nicht, aber ist auch egal für die Argumentation.

    Das möchte ich auch und das kann ich auch. Weil ich grundsätzlich aufrichtig und fair bin bei Trennungen und versuche, sie so konstruktiv und harmlos wie irgendmöglich durchzuziehen.
     
  22. @Frederika

    Das ist leider nicht immer der Fall. Eine der Vorzeigemütter der Nation, Hera Lind, hat es auch fertiggebracht, von heute auf morgen ihre vier Kinder(!) und ihren Mann sitzen zu lassen, weil sie sich anderweitig verliebt hatte. Sowas kommt tatsächlich in den besten Familien vor.

    Ich kenne sowas auch in meiner Nachbarschaft. Die Musterfamilie wurde von einem mustergültigen Ehemann und dreifachen Familienvater auch von heute auf morgen verlassen, weil dieser sich in eine andere Frau verliebte..
     
  23. Worauf beziehst Du Dich? Dass es Fremdgehen, Warmwechsel und alle möglichen anderen unmoralischen Trennungsgründe gibt, wissen wir doch beide.Aber sobald das herauskommt, ist der Trennungsgrund dann doch auch frappierend klar. Wenn auch erschütternd.
     
    • # 26
    • 10.06.2011
    • Gast
    Das ist ja schön, dass du nur Tage oder schlimmstenfalls Wochen brauchst. Du bist - wie hier zu lesen war - ja auch meistens d.jenige, d. sich trennt. Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass für deinen künftigen Expartner eine gemächlichere Trennung schonender ist? Für dich aber nerviger, oder?
    Es geht nicht darum, sich nach der Trennung ständig zu sehen, sondern um die Art der Trennung an sich. Wenn die Trennung gut und - auch für den anderen - zufriedenstellend geklärt ist, können Wunden heilen.
    Möchtest du das bitte einmal verstehen? Oder bist du dahingehend "beratungsresistent"?

    Für dich als d. sich häufiger und schneller Trennenden ist eine Trennung sicher leichter und schmerzloser. Und das sog. "Zerreden" empfindest du nur so, weil es dich speziell nervt und du gerne schon einen Schritt weiter wärst: Nicht mehr darüber nachdenken, weiter, vorwärts.

    <MOD: Unterlassen Sie Sticheleien!>
     
  24. @Frederika

    Ich bezog mich in beiden Fällen auf die Liebe auf dem ersten Blick. In beiden Fällen kann man davon ausgehen (im letzteren Fall (mit dem Familienvater) weiß ich das), daß diese Dinge ordentlich und einvernehmlich geregelt wurden. Verstehen konnten diese Trennungen so richtig kein Außenstehender, Verurteilt haben wir den Mann jedenfalls nicht. Es ist halt passiert. Das waren beides keine Warmwechsler.
     
  25. Wie in aller Welt trennt man sich "gemächlich"? -- Die Trennung ist ein Schnitt, ein Punkt. Danach folgt eine mehr oder minder kurze oder lange Abwicklung.

    Wie kann man denn zufriedenstellend klären, dass man sich nicht mehr geborgen fühlt, den anderen nicht mehr liebt, sich keine Zukunft vorstellen kann?

    Was für Gründe und Ursachen wollt Ihr bloß diskutieren? Es geht doch ganz oft um Gefühle! Nicht um Schuld!

    Ich verstehe es wirklich nicht. Mir verursacht es extremes Unbehagen, mit Expartnern kurz nach der Trennung umgehen zu müssen und umgekehrt ist das bestimmt ganz genauso.

    Ich trenne mich nicht oft. Ich wähle Partner sorgfältig aus und habe auch nicht derart viele Partner gehabt, dass so eine bissige Bemerkung angebracht ist.

    Natürlich denkt man anfangs drüber nach, trauert, arbeitet auf, spricht darüber mit Vertrauten. Aber dann muss es wirklich irgendwann nach vorne gehen. Daher bin ich imemr froh, wenn alle wichtigen Dinge geklärt sind und man den Kontaktabbruch einleiten kann, ohne den ein Heilen der Wunden gar nicht möglich ist.
     
  26. @#26
    Du hast Fredeika offenbar nicht verstanden. Die Trennungsgründe wären schon lange vorher bekannt bzw. daß es zu viele Hinderungsgründe gibt, eine Partnerschaft weiterhin aufrechtzuerhalten.

    Ich kenne das sehr gut. Der eine legt die Probleme auf dem Tisch, und der andere denkt sich: "Solange der sich nicht trennt, muß ich daran ja nichts ändern."
     

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