1. Steckt im Verhalten der Frauen Strategie?

    Hallo,

    leider konnte ich nicht die richtige Kategorie auswählen, darum mache ich es kurz:

    Seit geraumer Zeit beobachte ich im Zug das Verhalten von Frauen und möchte verstehen, ob dahinter mehr 'Strategie' steckt.

    Szenario: Zugwaggon, der mit jeder Station immer voller wird. Zugewendete Vierer Sitzgruppe.

    1) Frau sitzt auf dem äußersten Sitzplatz. Obwohl der Zug nur noch wenige Sitzplätze bietet, rutscht sie auch nicht selbstständig hinein. Sie blockiert damit einen freien Sitzplatz am Fenster, da davor ein angebrachter Tisch das Hinsetzen verhindert.

    2) Frau sitzt auf dem innersten Fenster-Sitzplatz, stellt aber ihre Handtasche auf dem Nebensitz (außen) ab. Sie erkennt zwar, dass der Zug voller wird, aber nimmt die Handtasche nicht selbständig weg.

    Gibt es dahinter eine 'Strategie', oder ist das genauso wie bei Männern pure Selbstsucht oder fehlende Selbstständigkeit (/Mitdenken)?
    (Anm.: Es geht nicht darum, was man in dem Fall tun muss.)
     
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  3. Obwohl ich die Frage merkwürdig finde antworte ich mal...
    Ich persönlich habe keine Lust direkt neben einem fremden Menschen zu sitzen.
    Es ist auch menschlich dass man eine gewisse Privatsphäre mag und nicht gerne eng an eng mit fremden Menschen zusammen ist.
    Zum Glück muss ich nur selten mit der Bahn fahren und wenn dann nicht alleine.
    Ich vermeide es auch mit der Straßenbahn zu fahren, auf ekelhafte Leute mit Schweißgeruch oder sonstigen nervigen Marotten kann ich gut verzichten.

    Mit der Tasche einen Sitz zu belegen finde ich allerdings auch extrem unhöflich, aber dann fragt man einfach ob da noch freu ist, dann kann die Dame ja schlecht "Nein" sagen.
    Warum du daraus so ein Problem machst kann ich nicht verstehen.
     
  4. Ich selber frage in solcher Fällen nach, ob der Platz noch frei ist, unabhängig davon, ob eine Frau ihre Handtasche dort hinstellt (she-bagging) oder ein Mann seinen Rucksack oder Laptoptasche(wenn keine anderen Plätze frei sind).
    Ich kann da auch keinen großen Unterschied zwischen den Geschlechtern erkennen.
    Ich beobachte sowohl Männer als auch Frauen, die alleine ganze Vierer in Anspruch nehmen.
    Männer setzen zusätzlich noch das "Manspreading" ein, während Frauen mit übereinandergeschlagen Beinen mit dem freien Bein gern in den Fussraum des Gegenüber eindringen. Männer wiederum legen gern einen Fuß auf das andere Bein und bauen dadurch eine Art Barriere...
     
  5. Und dieses Verhalten beobachtest du nur bei Frauen, nicht bei Männern?

    Viele Frauen / Menschen mögen es nicht wenn andere Menschen ihre Individualdistanz unterschreiten und das von dir beschriebene Verhalten kann eine (egoistische) Möglichkeit sein, dies zumindest aufzuschreiben (andere Fahrgäste belegen erstmal leichter zugängliche Plätze bevor sie fragen, ob man ihnen Platz machen kann).

    Manche Frauen / Menschen sind auch einfach verträumt und häufig in Gedanken versunken und merken daher nicht dass es um sie voller wird und sie den Platz frei machen sollten.
     
    • # 4
    • 23.03.2019
    • Loba
    Ich denke, so gut wie jeder hat gerne etwas Platz um sich herum. Im vollbesetzten Zug geht das natürlich nicht. Oft nehmen die Leute erst nach Aufforderung ihre Tasche vom freien Sitz. Oder man muss sich eben an ihnen vorbeiquetschen, um an den freien Fensterplatz zu gelangen.
    In solchen Fällen sage ich einfach, dass ich mich gerne dort hinsetzen möchte. Das funktioniert, denn schließlich bezahlt man mit seiner Fahrkarte nur einen Sitzplatz. Bislang haben alle Platz gemacht. Den Schaffner musste ich noch nicht hinzuholen.

    Männer geben auch gerne den Platzhirsch. Oft gesehen: Vierersitzgruppe, der Mann sitzt am Fenster und schmeißt seinen Rucksack diagonal gegenüber auf den Platz der Gangseite, um alle vier Sitze zu blockieren.
    Wenn ich dort sitzen will, sage ich ihm einfach, dass er den Rucksack wegnehmen soll, weil ich mich da hinsetzen will.
     
  6. Das ist ein allgemeines Verhalten.
    Damit hofft man, dass sich kein Fremder neben einen setzt.
    Ganz normales Instinktverhalten - Schutz der Intimsphäre.
    Wenn man den Platz benötigt, einfach fragen.

    Ich bin die Fenstersitzerin mit Tasche nebendran, nicht nur um den Sitz frei zu halten, sondern weil ich meine Tasche / Rucksack weder auf den Boden stellen mag, noch die ganze Zeit halten - ich hasse Bahnfahren, mir ist es zu eng.
    Jemanden Fremden neben mir, fast auf Tuchfühlung, schätze ich nicht.

    W,49
     
  7. Und du traust dich jetzt nicht zu fragen "Entschuldigung, ist der Platz frei?".
    Ich bin eine Frau und krieg das hin :p Ich wurde noch nicht abgewiesen, also trau dich!

    Natürlich haben die meisten so lang wie nur möglich gerne den Platz neben sich frei, um da was abzustellen oder einfach ruhiger arbeiten/lesen zu können. Geht mir ganz genauso. Ich sitze auch lieber am Gang und lasse dann ggf die andere Person auf den Fensterplatz.
     
  8. Ich fahre fast täglich Bahn.
    Das Blockieren freier Sitzplätze durch Gepäck oder das raumgreifende Sitzen beobachte ich bei Männern und Frauen.
    Wenn man dann nach dem Sitz fragt, wird man zwar oft genervt angesehen, aber es wird dann geräumt.

    Einmal weigerte sich jemand, den Platz zu räumen.
    Zufällig kam gerade ein Zugbegleiter, der wollte dann vom Zwei-Plätze-Besetzer zwei Fahrkarten sehen ,-).

    Das ist heute einfach so:
    Mehrere Plätze besetzen, im Ruhewaggon laut plaudern, die Musik extrem aufdrehen oder sich so vor die Eingangstür stellen, dass andere Fahrgäste nicht aussteigen können.

    Für längere Reisen gönne ich mir ein Ticket der 1.Klasse. Da ist meist mehr Platz und ich habe dann einen Doppelsitz für mich. Ist eben angenehmer, aber einen Anspruch auf räumliche Distanz hat man eben nicht.
     
  9. Mann oh Mann, das ist jetzt nicht Dein Ernst, oder? Ich könnte Dir eins zu eins männliches Territorialverhalten entgegnen ... ja, manchmal möchten wir eben keinen distanzlosen Kontakt. Ist die Bahn zu voll, hilft eine freundliche Anfrage, dann läuft‘s wieder
     
  10. ....sicher, eine Überlebensstrategie.

    Das menschliche Körpervolumen hat ja mächtig zugenommen, mitgeführte Gepäckstücke ebenso. Nicht zu vergessen das geräuschvolle Beiwerk, wie das laute Debakeln per Handy, Fress- und Essgeräusche und dessen Ausdünstungen. Da hilft nur, Kopf einziehen und seinen Platz zum Überleben einzäunen.
    Reiner Selbstschutz also, liegt in der Natur des Menschen. Am Strand sind es die Sandburgen, zuhause die Zäune.
     
    • # 10
    • 23.03.2019
    • void
    Ich hab mal erlebt, wie eine Frau eine andere Frau sogar weggeschickt hat, weil sie in einem vollen Zug danach gefragt hatte, ob die mal ihre Tasche wegnehmen könnte. Das war auch so ein Vierer. Die Tasche war schon groß, aber irgendwie wäre es gegangen, dass sie die auch noch auf den Schoß genommen hätte zu ihrer Handtasche. Daraufhin ist ein Mann, der der Taschenfrau gegenüber saß, ausgetickt und hat sie angemotzt, wie unhöflich sie sei. Die Frau ohne Platz fand dann schon noch einen anderen, neben mir auf der Reihe, die sich hochklappt, damit gegebenenfalls Fahrräder Platz haben. Ich denke, die Taschentante wollte ihre Beinfreiheit nicht sehr einschränken, die Tasche nicht aus den Augen lassen (oder sie wär ausgekippt, wenn sie sie in die Gepäckablage getan hätte), oder sie hatte Angst, dass sie ihren Rock beschmutzt. Auf den Boden stellen, wollte sie die gute Tasche vielleicht auch nicht (zwischen Zugwand und Bein).

    Ich mag auch nicht am Fenster sitzen in so einem "Tischvierer", weil man dann nicht schnell wieder aussteigen kann. Ich hab gegebenenfalls immer gefragt, wo derjenige aussteigt, damit der, der länger fährt, am Fenster sitzt.

    Denkst Du, sie hoffen drauf, dass ein bestimmter Fahrgast, also der Mann, den sie toll finden, mal nach einem Platz fragt? Ich glaub, das kannste vergessen.
    Wenn noch wenige andere da sind und sie die sieht, denkt sie, dass die erstmal aufgefüllt werden können. Und sie hofft, dass niemand fragt, ob sie sich das Sitzen unbequemer machen kann.
    Sie denkt, wer was will, kann fragen. Wer nicht fragt, hat Pech und sie hat es bequemer.

    Ich finde das Verhalten auch unhöflich. Es ist genauso wie auf dem Gehweg rumstehen und keinen Platz machen, der andere kann sich ja vorbeiquetschen, wenn er zu schüchtern oder zu doof ist zum Fragen.

    Wieso fehlende Selbständigkeit? Sie sorgt dafür, dass es ihr in der Situation so gut wie möglich geht. Das ist "seine Interessen selbständig durchsetzen". Das Mitdenken fehlt vielleicht auch in manchen Fällen, ist für mich aber nicht fehlende Selbständigkeit, sondern Ignoranz.

    Dafür gibt es einen eigenen engl. Begriff? o_O
     
  11. Ja, das fällt mir auch beim Bahnfahren auf.
    Z.B. freier Sitzplatz in einer 4er- Sitzgruppe: neu eingestiegene Frauen setzen sich dort hin, schauen jedoch niemanden an, fragen auch nicht, ob frei ist, ihr Ignoriergehabe tut schon weh (und das soll es vielleicht auch). Männer schauen wenigstens noch fragend in die Runde oder lächeln das Gegenüber beim Sich-Hinsetzen an.
    Es war noch vor 10 Jahren ein freundlicheres Miteinander beider Geschlechter. Aber irgend etwas ist bei den Frauen passiert, das ich mir nicht erklären kann.

    Das Mitdenken (geblockte Sitzplätze anbieten) stelle ich auch eher bei Männern fest. Leider.

    Unterschiede gibts noch beim Zugfahren in ländlicher Gegend oder in Großstadtnähe. In der ländlichen Gegend grüßen tatsächlich noch Männer UND wenige Frauen oder sehen mich zumindest an, wenn sie sich setzen wollen. In Großstadtnähe sind die Männer mit Abstand die freundlicheren Fahrgäste. Davon wiederum sind die älteren ab 30 netter als die jüngeren. Eine freundliche Frau ist dagegen wie ein Sechser im Lotto und verschönert meinen Tag, weil ich denke: Gott sei Dank EINE, die noch so tickt wie ich.

    Die Strategie nach der Du fragst: Ich kenne sie nicht, obwohl ich eine Frau bin. Ich weiß nur, dass es mir unglaublich wehtut, dass mich Personen, mit denen ich auf engstem Raum sitze, in die Anonymität drängen und wegtreten lassen, obwohl ich sie freundlich anschaue und täglich mit ihnen den gleichen Zug nehme.
    w50
     
  12. Als ich frisch von einer Kleinstadt nach Berlin kam, beobachtete ich dies auch, allerdings bei Männern genauso und ärgerte mich auch und hielt es für schlechtes Benehmen. Ich meine dieses nicht-nachrücken.
    Seit ich allerdings paar Jahre hier lebe und öfter die Öffentlichen benutze, habe ich festgestellt: durch die relativ kurzen Fahrtwege zwischen den Stationen ist es sogar effektiver wenn man sitzen bleibt und nur dem Neuhinsetzer durch kurzes Bewegen der eigenen Beine Platz freiräumt, damit dieser den Fensterplatz einnehmen kann. Es wäre ein fast ständiges Hin- und Hergerücke wenn die Leute auf den äusseren Sitzen sofort den Fensterplatz einnehmen.
    Die Taschenabsteller können unschuldig verträumt sein oder schuldig hoffen, dass deren Tasche es schafft den Platz freizuhalten.
    Einfach wortlos mit Blick fragen während man vor ihnen steht oder schon beim Draufzugehen ein freundliches "ist da noch frei??" schreien. ;-)
     
  13. Hihi...witzige Frage.
    Geschlechtertypisch ist im Zug eigentlich, dass Männer so breitbeinig dasitzen dass Frau

    A, sich klein macht
    B, Körperkontakt toleriert

    ...ich habe mich irgendwann für Meerrettichs C entschieden:

    "Können Sie bitte ihre Beine zusammen tun, dass ich auch Platz habe!!"

    Bei meinen endlos langen Beinen ist es notwendig, männliches Dominanz gebaren konsequent einzuschränken.
    Ebenso bei der Armlehne.
    Kein Platz oder Körperkontakt.
    Pest oder Cholera.

    Die in Deinem Beispiel genannten Damen haben wohl D:
    Handtasche als Schutz...für sich entdeckt.
    Find ich nicht schlimm.
    Man kann ja immer hingehen und fragen: darf ich mich dahin setzen?
    Wozu haben wir die Sprache.

    Von diesen Beispielen gleich auf "egozentrisches" Geschlechter spezifisches Verhalten zu schliessen...sehr gewagt...

    Wenn ich das andersrum ebenso täte (90% der Gewalttäter, 95% der Vergewaltiger, 80% der Kinderschänder, 92% der Kriegstreiber..... Sind? Na? Welches Geschlecht?...:)

    Vorsicht Kurve, lieber FS!
     
  14. Ich fahre jeden Morgen und jeden Abend mit der U-Bahn und sehe dieses Verhalten täglich - bei Männern und Frauen. Hat mit dem Geschlecht nichts zu tun.

    Und ja, es ist eine Strategie: solange keiner fragt, hat man den Platz für sich alleine. Ich gebe zu, ich hab das auch schon im Flixbus gemacht, wenn ich keine Lust auf einen Sitznachbarn hatte. In der U-Bahn mache ich das nicht, denn die ist nach ein paar Stationen sowieso komplett überfüllt.

    In der U-Bahn sitze ich zunächst fast nie am äußersten Rand des Sitzes und rutsche später erst dahin, denn immer wenn ich das gemacht habe, kam ein Mann oder eine Frau (Männer sind in der Hinsicht extrem schlimm) und macht sich so breit, dass ich zusammengekauert und eingequetscht zwischen Scheibe und Bein/Po desjenigen sitze. Ich hasse es, mit anderen auf so engen Körperkontakt gehen zu müssen.
    Leider sind sie U-Bahnen so eng gebaut und werden die Leute immer dicker, dass viele nicht mehr auf einen Sitz passen. Männer sitzen zudem meist so breitbeinig, dass sie mit ihren Beinen den den halben Sitz des Nachbarns miteinnehmen. Deswegen gibt es in NY bspw. Schilder, die das verhindern sollen.

    W33
     
  15. Die allermeisten Frauen setzen sich nicht zu fremden Männern. In der S-Bahn mit 4er Sitzen und einzelnen Sitzplätzen, war immer sehr auffällig, dass Frauen sich zu Frauen oder auf die einzelnen Sitze setzen.

    Es hat sich bei diesen Frauen noch nicht rumgesprochen, dass ihr Geschlecht und ihre körperliche Verfassung ausschließlich sozial konstruiert ist und sie Männern keinesfalls körperlich unterlegen sind.

    Wegen dieser Verschwörungstheorie der Unterlegenheit sorgen sie dafür, dass ihnen Männer nicht sofort auf den Leib rücken können, andere Frauen nah sitzen oder es einfach ist, aufzustehen und zu gehen.

    Das Alleinesitzen ist übrigens eine kulturelle Besonderheit vieler westlicher Gesellschaften. In Indonesien z.B. setzen sich fremde Leute im leeren Bus zusammen und unterhalten sich während der Fahrt. Wer sich da alleine hinsetzt verletzt die sozialen Normen.

    Ich war echt sehr glücklich, als ich nicht mehr auf die multikulturellen Verkehrsmittel in Berlin angewiesen war. Auch ich habe da viel getan, um den Platz neben mir freizuhalten...
     
  16. Hi,
    als Schwangere brauche ich häufig einen Sitzplatz und beobachte dieses Verhalten geschlechterunabhängig. Frauen haben halt oft Handtaschen, Männer selten Rucksäcke, deshalb kommt das Blockieren eben bei Frauen häufig vor. Ich frag halt und sie nehmen immer die Tasche weg, das ist Bequemlichkeit.
    Außerdem ist unsere Gesellschaft egoistischer und individualisierter geworden, darum versuchen manche unbewusst, sofort auf Abstand zu Fremden zu gehen, das ist wichtiger ala die Höflichkeit.
    Auf dem Land in der Türkei ist es anders: niemand, der nichtngebrechlich ist, setzt sich in die erste Bushälfte, da gibt es einen krassen Respekt und man lässt unbedingt die sitzen, die es nötig haben. Hier schauen die Leute nicht mal auf und sind sehr selten aufmerksam, Hauptsache sie haben ihr"Recht" auf einen Sitzplatz. Gibt aber hier auch gerade auf dem Land mehr höfliche Leute als in der (Groß)stadt.
    w35
     
  17. dr34mup, ich beobachte das auch bei Männern, das ist nicht anders als bei Frauen mit eben diesem Verhalten: mehr Raum für sich beanspruchen, Rücksichtslosigkeit, Egoismus/Gleichgültigkeit, sich cool vorkommen wenn man sich schlecht benimmt, austesten wer sich traut um den Platz zu bitten (was die meisten sich eh nicht trauen), für mich ist das einfach schlechtes rücksichtsloses Benehmen und und und.....eine Strategie verfolgt ja immer ein Ziel, und das ist hier, außer gemütlich/egoistisch den Platz zu beanspruchen, nicht gegeben..
     
  18. Das dürfte völlig geschlechterunabhängig sein. Ich sitze in der Regel am Gang, lasse Dich aber gerne durch. Ist es Strategie, nicht zu fragen?
     
  19. Seltsame Frage für ein Forum, in dem es um Beziehungsprobleme geht.
    Ich fahre täglich in Berlin mit der U-Bahn bis Potsdamer Platz und erlebe dein "Problem" auch bei Männern. Z.B. raumgreifend mit gespreizten Beinen dasitzen, oder auf der Kante sitzend so weit nach vorne gebäugt, dass ich das Gefühl habe, die wollen auf meinen Schoß. Einfach widerlich. Ich stehe dann auf und suche mir einen anderen Platz oder stehe lieber. Von ganz jungen Leuten, die ihre Beine in den Gang ausstrecken ganz zu schweigen. Da nehme ich keine Rücksicht und laufe drüber.
    Woran das liegt? Die sehen nur sich selbst. Genauso diese Plage auf der Rolltreppe, ihr wisst schon.....
    Ich kann aber nicht sagen, dass das nur Frauen sind.
     
    • # 20
    • 24.03.2019
    • frei
    Ich schon und zwar mit dem Hinweis, man halte den Platz für jemanden frei.
    Wie geht's dann weiter in der Verhandlung ?

    Anderes Szenario: die Liege am Pool, die schon ab sechs Uhr mit Hilfe eines Handtuchs freigehalten wird, der Handtuchbesitzer kommt aber erst um zehn. Inzwischen ist das in vielen Hotels untersagt und ich lege das Handtuch dann einfach über ein Mäuerchen und lege mich auf die Liege.
    Wenn man es konsequent weiterdenkt, könnte es mir dann aber auch passieren, dass jemand mein Handtuch über das Mäuerchen legt, während ich im Pool oder auf der Toilette bin.

    Am Flughafen, mein Flug hat Verspätung. Ich komme in den Wartebereich, da gibt es hunderte von Sitzplätzen und alle, komplett alle sind besetzt. Einige allerdings nur von Taschen.
    Viele Leute stehen oder sitzen auf dem Boden.
    Nachdem ich 10 Minuten rumgelascht bin, einige Male auch wie bei der 'Reise nach Jerusalem' zu spät kam, ich hatte zwar gesehen, dass gerade ein Platz frei wurde, aber jemandes Hechtsprung war erfolgreicher als meiner, ging ich langsam, scheinbar unaufgeregt, aber in mir brodelte es bereits, allein schon wegen des verspäteten Flugs, auf den mit einer Tasche belegten Platz zu. Ich hatte über diese 10 Minuten beobachtet, dass mindestens so lange keiner dort saß.
    Ich sagte freundlich in die Runde, 'uff, wie schön, mir tun die Füße ja so weh', stellte die Tasche auf das Tischchen daneben und setzte mich.
    Der Mann neben mir zeigte ein ausgeprägtes Revierverhalten, my wife und so, ich sagte dann freundlich 'naja, wenn sie wiederkommt, stehe ich halt auf'. Er pöbelte weiter, aber immerhin schlug er mich nicht. Ich konnte da lange sitzen, bis ich einen anderen Platz sah, der gerade frei wurde, da hechtete ich dann hin. Die Tasche nahm ihren Platz wieder ein und blieb weitere lange Zeit unbehelligt. Die Frau war mindestens eine halbe Stunde lang weg.
    Niemand außer mir traute sich das, die anderen blieben stehen oder setzten sich auf den Boden.
    Interessant ist hier besonders, dass es ein weltumspannendes Agreement zu sein scheint, Reviermarkierungen anderer zu respektieren, und seien sie auch noch so dreist, denn da waren Leute aus der ganzen Welt.

    w 51
     
  20. Ja, da sind mir auch noch keine Unterscheide aufgefallen. ich beobachte Männer, die das Kleinkindabteil mit ihrem aufgeschlagenen Laptop auf dem Schoß belagern (da gibt ein einen Einzelplatz neben
    dem Kinderwagenstellplatz), alleinreisende Frauen wie Männer auf dem Vierer, die genervt reagieren, wenn man fragt ob man sich mit drei Kindern im Schlepptau dort hinsetzen kann, um den Tisch für ein Gesellschaftsspiel nutzen zu können, während der halbe Familienwaggon frei ist...

    Bei mir ist das Selbstsucht, wenn ich alleine reise. Ich hoffe immer, besonders wenn noch viele freie Plätze im Zug sind, dass ich meinen Platz für mich behalten kann.
     
  21. Das ist geschlechtsneutral, solch ein Verhalten sehe ich bei Mann und Frau.

    Grundsätzlich bin ich Autofahrerin, weil ich dann auch vor Ort flexibler bin.
    Zu meiner Freundin nach München fahr ich aber regelmäßig mit der Bahn, früh gebucht günstiger und staulos.

    Ich sitze gerne am Fenster und döse, deshalb stelle ich meine Tasche ( eher ein stetig gefüllter Riesenbeutel) nicht auf den freien Sitz. Weil ich nicht permanent aufpassen will.

    Ansonsten bin ich aber erzogen in Bus und Bahn, höflich zu sein.
    Ich mach Platz wenn's voll wird, Rutsch eben durch oder steh auf und lasse durch.
    Für Ältere, Handicaped oder Schwangere räume ich den Platz.

    Auf der letzten Fahrt, stand eine Frau mit Kleinkind im Gang und sprach verzweifelt mit dem Zugbegleiter. Irgendwas ist online daneben gegangen und die Reservierung für das Kinderabteil hatte nicht gegriffen.
    Frau stand mit Kind auf dem Arm im Gang, ich sass in einer 2er Reihe und gegenüber ein Mann mit Laptop am Tisch und 3 Plätze frei.
    Der machte sich immer breiter und guckte angewidert weg.
    Ich schaute aufs Schild ab wann bei mir der andere Sitz reserviert ist.
    So sassen wir eben 2 Stunden zu dritt und das war völlig nett.
    Später bin ich eine Stunde mit den beiden Kaffeetrinken gegangen und dann stiegen sie aus.
    Gegenüber kamen dann erst die anderen 3 Mitreisenden.
    Und ich habe mich sehr gefreut, dass die alle mehr als füllig waren.

    Reden hilft und Erziehung auch
     
  22. Ja, 1. Klasse ist die beste Entscheidung.

    Männer zeigen anderes Verhalten, wenn es um Verteidigung des Territoriums geht. Die flezen sich in die Ecke wie die Paviane, breiten schön die Beine aus und besetzen so allein mit ihrer Person schon 1 1/2 Plätze.

    Ich frage mich ernsthaft, was der FS an tieferen Absichten bei den Frauen vermutet? Dass sie den zweiten Sitz so lange mit ihrer Tasche blockieren bis ein attraktiver Typ kommt und dann wird in Windeseile Platz gemacht? :D Konnte ich noch nicht beobachten.

    Mich stören auch eher Gespräche im Ruheabteil, wenn der Zug ansonsten frei ist. Da sag ich auch was. Ruheabteile sind eine geniale Erfindung und wer quatschen will kann doch gerne in jedes andere Abteil.
     
  23. Das, was du beschreibst, beobachte ich genauso bei Männern. Für mich ist das also keine Frage, ob das eine Frauenstrategie ist, sondern ob das eine allgemeine Strategie von Menschen unserer Gesellschaft ist. Und da behaupte ich: Ja, die allermeisten Menschen handeln egoistisch wie hier beschrieben. Mir fällt das auch auf. Gerade gestern wieder beim Bahnfahren. Aber auch das laute Reden im Ruhebereich. Ist aber auch kein reines Frauenphänomen.
     
  24. Natürlich begegne auch ich in den Öffentlichen immer wieder männlichen UND weiblichen Fahrgästen, die sich - meist gedankenlos - raumgreifend verhalten. Ich denke dann, »... ist sicher ein Einzelkind gewesen« und bitte einfach darum, mir vom zuviel beanspruchten Raum etwas abzutreten. Auf mürrische Reaktionen bin ich dabei nie gestoßen. Sind halt höfliche Einzelkinder ...
     
  25. Genauso ist es. Genauso kenne ich viele Menschen die aus alle möglichen Gründen Öffies im Nah- und Fernverkehr meiden.

    Ich bin aber eigentlich dankbar dafür. Mehr Menschen passen selbst in der ersten Klasse oft nicht in die Öffies. Umgekehrt können auch die Öffies Vermeider den Öffies dankbar sein. So haben sie mehr Platz für ihre Autofahrten.

    Die Gründe für Öffie Vermeidung haben oft irrationale ggf. psychische Gründe. Anders kann ich mir nicht erklären, dass z.B. ein Kollege lieber regelmäßig 300 km mit dem PKW fährt statt die gute ICE Verbindung zu nutzen. Er würde erster Klasse erstattet bekommen. Jetzt schiebt er übrigens reale Panik weil er in ein Großraumbüro wechseln muss.

    Meine Bekannte (gelegentlich auch Freundin - wenn sie sich mal nicht abgrenzen muss) feiert heute mit 6 Freundinnen Geburtstag. Sie wohnt in einem parkplatzarmen Stadtquartier.

    Jetzt im Moment kreiseln 6 Frauen jeweils allein im PKW auf der Suche nach einem Parkplatz in diesem Quatier. Ausnahmslos alle 6 Frauen hätten bequem, mit am Sonntag nicht überfüllten, Offies anfahren können.

    4 der 6 Frauen kann ich auf Grund bekannter Tatsachen als beziehungsvermeidend bzw. distanziert in Beziehung einordnen. On-Off-Beziehungen, unangemessen hohe Ansprüche, keine Zeit usw. Solche Menschen haben insgesamt ein Problem mit Nähe. Auch im Personenverkehr.
     
  26. Genau, deshalb heißt es ja auch "Personennahverkehr".
    Das sind wahrscheinlich die gleichen Personen, die grün wählen und sozial sein wollen-aber bitte doch nicht, wenn es ihren Lebenskomfort irgendwie schmälert.
    Manche betreiben ja auch Ablasshandel, indem der luxuriöse Lebenstil und die vielen Flugreisen eben kompensiert werden, indem man mit dem SUV vorm Bio-Supermarkt vorfährt.

    Nachdem ich teilweise täglich oder mindestens wöchentlich öffentlich fahre, habe ich reichlich Anschauungsmerkmal.

    Jo, wurde als Gegenbegriff zu dem den Männern vorgeworfenen "manspreading" entwickelt-machen doch Frauen auch "she-bagging".

    Ich hatte das Thema für mich schon erforscht, da viele Männer sich eben breitbeinig hinsetzen, was ich sowohl optisch als auch energetisch unangenehm finde und zu erhöhtem Platzbedarf führt.

    In dem Benimm-Vortrag, den ich neulich anhören durfte (ging um Geschäftleben) wurde den Männer übrigens empfohlen, beim Vorstellungsgespräch nicht breitbeinig vorm Personaler zu sitzen (gilt als unterschwellige Aggression). Hüftbreit dürfte auch für Männer großem Gemächt möglich sein.

    Deshalb gibt es in einigen außerdeutschen Städten in Öffis die geschlechterneutrale Devise: "one person, one seat".
     
  27. Im Ruheabteil sind die lauten Fahrgäste regelmäßig verärgert, wenn ich um Ruhe bitte.
    Neulich war dort eine Frau mit 3 Kleinkindern, die entsprechend laut waren und herumliefen.
    Als ich die Dame ansprach, kam die Antwort: "Aber es sind doch Kinder".
    Eine plaudernde Damengruppe erklärte: "Man wird sich ja noch unterhalten dürfen!"
    Ruhewagen werden von Vielen nicht verstanden und der, der um Ruhe bittet, gilt als intolerant.
     
  28. Ja, die Leute testen ihre Grenzen aus wohl wissend, dass sie im Unrecht sind. Mir ist es so ziemlich egal, ob die fremde Person mich dann intolerant findet und mit einer gewissen Ausstrahlung, dass man sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, setze ich mich dann schon durch. Denn nein, im Ruheabteil muss man sich nicht unterhalten. Dafür gibt es ein paar Hundert andere Plätze. Genauso wie mein Zug, den ich ab und an nutze, auch extra Familienecken hat mit großen Tischen, von außen schon deutlich am Fenster markiert.
     

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