• # 60
    • 27.03.2019
    • frei
    Hm...ich kann das gut verstehen, aber ich fürchte, das steht dir nicht zu. Du hast nicht das Hausrecht. Nur der Bahnbetreiber dürfte diese Menschen rauswerfen oder, eine Nummer kleiner, einen Sitzplatz versagen.
    Dich stört es, wenn jemand selten duscht, andere stört vielleicht dein Rasierwasser. Oder er findet es ekelerregend, was du gerade ißt. Oder dass du gestern Knoblauch gegessen hast.
    Andere schicken Anfragende weg, weil sie zu groß oder dick sind. Oder behindert, alt, eine Frau, ein Mann, ein Kind, ein Moslem, ein Hare-Krishna-Jünger, ein Amish, ein Bayer in Krachlederner mit nackten Knien. Oder weil sie demnächst im Sommer stark schwitzen. Oder jetzt husten und schniefen.
    Oder weil sie irgendetwas tragen, was dir nicht gefällt, z.B. einen Irokesenhaarschnitt, Piercings, eine Krachlederne, Springerstiefel an Glatze auf deutschen Blattsalaten mit einer braunen Jus oder ein Ralfkleid oder Bommelschuhe.

    All diese Leute darfst du leider nicht wegschicken, dafür wirst du aber auch nicht weggeschickt, das ist doch gut, nicht ?
    Was dir aber bleibt, wenn du absolut nicht neben so jemandem sitzen willst, ist aufzustehen.

    w 51
     
  1. Sagt ja auch niemand, dass Männer das absichtlich machen, wenn eine Frau im Anmarsch ist.
    Männer klappen teilweise die Beine im fast 90 Grad Winkel auf, achte mal drauf. Du wirst eine Frau eher nie so sitzen sehen.
    Und ich denke dass ist auch Sozialisation, Männer sitzen eben so.
    Raumgreifend. Du wirst eher keine Frau antreffen, die die Beine im 90 Grad Winkel aufgeklappt hat. Das wirkt eher obszön, bzw. wird so bewertet.
    Auf Youtube gibt es eine lustiges Video, wie eine Frau männliche, raumgreifende Sitzpositionen in öffentlichen Vekehrsmitteln einnimmt und "Manspreading" imitiert.
    Es wirkt geradezu absurd, weil du nie eine Frau so antreffen wirst, dass jedoch bei Männer ganz normal ist.
    Ich habe mir mal den Spass gemacht, über eine Waggonlänge sass mir eine Mann direkt gegenüber, Becken nach vorne an die Sitzkante geschoben, er hing mehr im Sitz, Beine weit auseinander.
    Ich hab dann die gleiche Sitzhaltung eingenommen, was sich für mich merkwürdig angefühlt hat. mit weit gespreiztem Beinen mich einem Mann so gegenüberzusetzen.
    Er hat innerhalb von S E K U N D E N eine andere Sitzhaltung eingenommen. Die nonverbale Botschaft war klar.
     
  2. Ich war heute in einer Konferenz mit ca. 40 Teilnehmern. Unter den Tischen konnte man durchsehen. Sichtbar war:

    Männer sitzen insbesondere wenn sie wie in Bahnen relativ gerade sitzen müssen meist breitbeinig. Eine Ausnahme sind relativ zarte Männer.

    Frauen sitzen in der Regel mit geschlossenen oder überschlagenen Beinen. Eine Ausnahme sind stärker gebaute Damen.

    Ich gehöre auch zu den Breitbeinern. Wenn ich mich dazu setze achte ich aber darauf nicht in den Sitzbereich meiner Nachbarn zu kommen. Das gilt auch wenn diese sich in ihrem Sitzbereich ganz klein machen und ich meinen Bereich ausweiten könnte.

    Formal juristisch hast du absolut recht. Aber wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter.

    Ich habe auch schon Jugendliche die z.B. mit lauter Musik Aufmerksamkeit suchten und Skinheads die Mitreisende belästigten zurecht gewiesen bzw. fort geschickt. Dazu war ich formal ebenfalls nicht berechtigt. Mein Auftreten war aber wohl trotzdem wirksam.
     
    • # 63
    • 27.03.2019
    • void
    Vielleicht hast Du recht und es ist nur die geringe Zahl der Männer, die sich dahingehend auffällig verhalten. Ich hab schon mehrmals beobachten können, wie Männer sich was durch die Hosentasche zurechtrücken wollen oder im Sitzen diskret irgendwie "rumrücken" wollen im Schritt. Das waren alles keine Typen, die nie duschen oder so. Aber vielleicht kneift der Schlüpper. Als Begründung (nicht, dass ich das oft angesprochen hätte) kam, dass das schon mal zurechtgerückt werden muss. Da kann eine Frau ja schlecht sagen, dass das nicht stimmt.

    Ich überlege gerade, ob es ein weibliches Pendant gibt. Ich glaube, Frauen würden öfter gern am BH rumrücken, wenn der schlecht sitzt und wenn sie sich nicht genieren würden. Aber außerhalb einer Toilette im Schritt rumrücken, weil z.B. die Slipeinlage verrutscht ist?

    Dem und dem gesamten Post schließe ich mich an.

    Und noch allgemein ne Sache: Wenn ich sehe, dass der Zug sich langsam füllt und kaum mehr ein Platz frei ist, warte ich nicht erst drauf, dass mir einer sagt, dass ich meine Tasche vom freien Sitzplatz räumen soll. Das kann man sich doch denken, dass gern jemand dort säße, warum muss er denn erst fragen?
     
  3. Stefan Verra, Experte für Körpersprache macht sich auch über das breitbeinige Sitzen in der Bahn Gedanken. Er ordnet es unter "Territorialverhalten" und "Potenzsignal" ein...
    So kommt es übrigens auch bei mir an, wenn sich mir ein Mann mit weit geöffneten Schritt gegenübersetzt.
    Deine Wortwahl ist dann eher was? Mansplaining? Passt gerade so gut...
     
  4. Ja, das mache ich auch:) Ich liebe meine Handtasche und ich möchte, dass die neben mir sitzt/steht.. Ich habe Schuldgefühle, wenn Sie beachtungslos am boden liegt .. Aber sollte jemand den Platz brauchen, werde ich selbstverständlich die Tasche in Arm nehmen....
     

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