1. Trennung nach Krankheit - Midlife Crisis?

    Hallo :) und danke schon mal für eventuelle Antworten, ich versuche mich auch kurz zu fassen:
    Mein Mann und ich waren 22 Jahre lang glücklich und haben eine 16jährigen Tochter. Vor zwei Jahren machte er mir einen Antrag und wir heirateten.
    Circa ein halbes Jahr später wurde er schwer krank. Ich war Tag und Nacht für ihn da. Als er wieder gesund wurde, sagte er, dass er es ohne mich nicht geschafft hätte.
    Doch seine Persönlichkeit änderte sich nach der Krankheit, er wirkte kalt und war unzufrieden mit allem. Er wollte anderes Essen, etwas ganz anderes beruflich machen, ein anderes Auto und tja, zum Schluss war die Ehe dran. Er erklärte mir, dass er nur noch freundschaftliche Gefühle hätte und zog aus.
    So wie es aussieht, hatte er zu dem Zeitpunkt eine 34jährige Ukrainerin kennengelernt - wir sind beide Ende 40.
    Es geht gar nicht darum, dass ich ihn zurück will, ich versuche in erster Linie Erklärungen zu finden. Meine Tochter fragt auch, wie die Chancen sind, dass er es irgendwann bereut, auch dazu habe ich keine Antworten, weil mir die Erfahrung fehlt.
    Hat jemand Erfahrungen mit einer ähnlichen Situation oder gibt es hier Männer, die sich in ihn hineinversetzen können? Herzliche Grüsse, Mia
     
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  3. Liebe Mia. Lebenskrisen sind manchmal der Anfang vom Ende. Leider. Manche Menschen räumen dann ihr komplettes Leben auf und entsorgen den Partner gleich mit.

    Mein Rat an Dich: verschwende bitte keine Zeit mit der Hoffnung, dass er zurück kommt. Selbst wenn er das täte wäre das keine gute Sache.

    Kaufe Dir bitte das Buch von Doris Wolf "Wenn der Partner geht". Das ist die Bibel der Verlassenen und sehr sehr hilfreich.

    Ich musste in Deinem Alter auch einen Neuanfang hinlegen. Rückblickend war es für mich ein Segen, denn heute habe ich einen noch viel besseren Partner an meiner Seite. Ich wünsche Dir, dass Du bald das Positive aus dieser Situation für Dich erkennen kannst. Viel Glück.
     
  4. Hallo Mia, das kann dir leider niemand sagen, was du hier fragst. Ein jeder reagiert in einer Situation auf seine eigene Art. Wenn dein Mann durch die neue Frau mehr Lebensmotivation bekommt, weil sie ihm gut tut, bleibt der von dir weg, wie lange, dass das so geht, weiß auch niemand, wie und wo hat er diese junge Ukrainerin kennengelernt und wie lange kennt er diese schon, durch wen hast du das erfahren?
     
  5. Liebe Mia,

    Mein Mitgefühl.

    Ganz völlig wertfrei - weil man jetzt so einiges zu Recht oder zu Unrecht urteilen könnte, gerade in Bezug auf eine evtl. Affäre.

    Es waren für Euch einschneidende Zeiten, für ihn noch viel mehr, er hat die Endlichkeit des Lebens direkt gespürt.
    Das verändert Menschen, das hat Du an ihm schon konstatiert, und auch Du wirst Dich verändert haben.
    Paare finden sich in Krisen zueinander oder verlieren sich - währenddessen, oder wenn die Krise vorbei ist.

    Ein anderer Aspekt, es ist zwar für viele schön, wenn in schwierigen Lebensphase jemand da ist, aber danach ist die Zeit der Schwäche inakzeptabel, eine Frage des Selbstwertgefühls.
    Du hast ihn im größten Maß abhängig, bedürftig erlebt. Und dazu ist er sich bewusst, dass er sein Überleben Dir verdankt.
    Diese Gefühle, die erlebte Schwäche und die vermeintliche Verpflichtung zu Dankbarkeit (nicht das Du sie forderst, es ist sein Gefühl), erträgt er nicht, verknüpft es aber unauflösbar mit Dir.

    Mit der neuen Frau, deutlich jünger, kann er Stärke zeigen, sich als Mann fühlen, und vor allem die kritische Zeit ganz schnell ungeschehen machen.

    Das hat nichts mit Dir zu tun, das ist sein Thema.

    Versuche eine gütliche Trennung, auch Deiner Tochter zuliebe, versuche Dir ganz bewusst Gutes zu tun.
    Und ich würde überlegen, ob Du das Erlebte nicht mit professioneller Unterstützung abschließen möchtest.
    Denn - Du warst liebevoll, loyal, und bist nun tief enttäuscht worden.
    Verbittere nicht, sondern anerkenne, was Du getan hast.

    Frage Dich, ob Du ihn trotzdem unterstützt hättest? Das ist eine kritische Frage, aber wenn Du auch heute Ja sagen kannst, dann kannst Du leichter abschließen. Meine Erfahrung.
    Wenn Du Nein sagst, dann erkenne Dich insofern an, dass Du bei anderen Situationen vorher prüfst, ob Du wirklich ergebnisoffen handelst.

    Ich bin heute konsequent, ich sage dann Nein.

    Dir alles Gute

    W,49
     
  6. Die Situation tut mir leid für Dich.

    Wahrscheinlich hast Du ihm in der schweren Zeit beigestanden, weil man sich als Ehepaar in guten und schlechten Zeiten beisteht. Die belastend schlechte Zeit hast Du übernommen, die gute bekommt jetzt eine andere.

    Schwere Erkrankungen führen häufig zu einer Persönlichkeitsveränderung. Oft wird die bisherige Lebensführung überdacht und Situationen verändert, die nicht mehr passen.

    Ich schätze, dass sich in den ersten 3 Jahren ab der Diagnose sehr viel im Innenleben tut.

    Aus der Ferne können wir Dir leider nicht sagen, wie es ausgeht. Es ist möglich, dass er mit der neuen Frau das unbeschwerte Leben wieder spürt und bei ihr bleiben will. Genauso gut kann es sein, dass er zurück kommt bzw. bereut.

    Durch eine schwere Krankheit werden Paare normalerweise entweder inniger verbunden oder sie entfremden sich und der kranke Partner will diese Situation nicht mehr aufrecht erhalten.
    Wahrscheinlicher ist es daher, dass er nicht mehr zurück kommt und auch nicht bereut.
     
  7. Ich bin glücklich mit einem Ausländer zusammen, mein Freund stammt ursprünglich aus einem Land, das der EU angehört.
    Die neue Freundin Deines Ex ist aus der Ukraine, Nicht-EU-Land (meines Wissens nach), die Chancen sind da, dass sie heiraten möchte und sich nach drei Jahren scheiden lässt, dann könnte Dein Ex bemerken, was er an Dir verloren hat und wie er sich getäuscht hat.
    Könnte so sein.

    Wenn es so ist, aber auch wenn es nicht so ist, gehe bitte weiter Deinen Weg ohne ihn. Ich würde Dir empfehlen ihn nicht zurückzunehmen. Es muss reichen, dass er in guter aber auch schlechter Erinnerung bei Dir bleibt.
    Allgemein warum er es tat: für ihn warst Du es wert, dass er Dich verließ. D.h. jedoch nicht, dass Du geringen Wert hast. Das kann man nicht vergleichen. Er hat Dich quasi vom gemeinsamen Weg weggeschubst und Du musst stolz genug sein zu merken, ihr seid und gehört nicht zusammen auf einem Weg, sondern getrennte.
     
  8. Durch die Krankheit wurde ihm seine Endlichkeit wohl zum ersten Mal so richtig bewusst. Das hat dann zu Panik geführt.
    Also ja, ich denke bei ihm ist es eine Midlife-Crisis. Da er bereits fremdgegangen ist, war es das auch hoffentlich zwischen euch. Möglich, dass er es bereuen wird und zurück ins warme Nest will. Gib ihm da keine Chance. Sorg besser dafür, dass du maximal von einer Scheidung profitierst.
    Vielleicht zeugt er mit der Ukrainerin ein Kind, für das er dann blechen darf, weil sie sicherlich nicht mit einem aus ihrer Sicht alten Sack lange zusammen bleiben will. Dann ist er echt in einer Krise.

    m
     
  9. Liebe FS,
    Deine Tochter ist glücklicherweise in einem Alter, in dem sie über Beziehungen und deren Mechanismen nachdenken kann.
    Du kannst ihr also sagen, dass Du keine Erfahrungen hast und dass ihre Fragen zu den Fragen des Lebens gehört, auf die es keine allgemeingültige Antwort gibt.

    - Es kann sein, dass er es bedauert, wenn die Beziehung mit der jüngeren Freundin scheitert und er allein dasteht - möglicherweise finanziell langzeitgeschroepft. Dann bedauert er nicht,ohne Dich zu sein, sondern er bedauert seinen Schaden.
    - Es kann sein, dass die Beziehung gelingt und er sehr glücklich ist.
    - Es kann sein, dass die Beziehung scheitert und er trotzdem glücklich ist, keine Verantwortung mehr für eine Familie zu haben
    - Es kann sein, dass die Beziehung hält und er trotzdem nicht glücklich ist
    - Es kann sein, dass er es tatsächlich bedauert
    -..... Und x andere Varianten.

    Es ist egal, was mit ihm ist - es geht um Dich. Das solltest Du Deiner Tochter vermitteln.
    Möchtest Du wieder mit ihm zusammenleben, nachdem er Dich so enttäuscht und hintergangen hat, obwohl Du in schwerer Zeit für ihn da warst?

    Ich kann Dir nur raten, nach vorn zu schauen und Dein Leben neu zu strukturieren. Ich würde die Trennung akzeptieren und die Scheidung einleiten - Trennungsjahr läuft seit seinem Auszug.
    Ihr seid erst 2 Jahre verheiratet. Da gibt es nichts an Zugewinn, wohl aber etwas wovor Du Dich schützen solltest: davor, dasser wieder krank wird und Du unterhaltspflichtig wirst.
    Ebenso solltest Du Klarheit für den Unterhalt eurer Tochter schaffen.

    Viele Frauen, die hoffen, dass der Mann zurückkommt machen das nicht, weil sie ihn nicht endgültig vertreiben wollen, geleitet von der Angst, nicht allein Leben zukonnen.
    Der Mann kommt vaber nicht zurück sondern gibt den eingesparten Kindsunterhalt vergnügt mit der neuen Frau aus.
    Auch hier solltest Du Deiner Tochter durch Taten zeigen, dass es Rechte und Pflichten mit Nachwirkung gibt, nicht dass Frau alles klaglos zu akzeptieren hat und hofft, dass er zurückkommt
    Zeig' ihr, dass Du Dein Leben gut ohne ihn gestalten kannst.

    Mach' Dir Gedanken, ob Du Deinem Mann nochmal vertrauen könntest selbst wenn er dieses Mal zurückkommt. Wenn ja, warum? Wenn nicht, dann ist die Frage obsolet,ob er später mal seine Entscheidung eventuell vielleicht bedauern könnte. Das solltest Du Deiner Tochter vermitteln, damit sie sich von Männern nicht durchs Leben treiben lässt sondern lernt, selber zu entscheiden.
     
  10. Vielen Dank für die klugen, lieben und verstehenden Antworten, ihr habt mir damit sehr geholfen ♥ Liebe Aster um auf Deine Frage zu antworten, er hat die Ukrainerin in tiefster, psychischer Krise nach der Krankheit kennengerlent, sie ist sehr jung, (auch von Aussehen her) wohlhabend, reist viel und ist für mich ein Symbol für Spannung, Jugendlichkeit und Unabhängigkeit, mir wurde zugetragen, dass die Initiative von ihr ausging. Egal wie, er muss er seinen Weg gehen, ich gehe den meinen, und stütze unsere Tochter. Ich bin merkwürdigerweise nicht sauer auf ihn, er war nicht der, der er mal war (Krankheit, Kriese) und hat mir bei der Trennung auch unter Tränen gesagt, er sei völlig konfus und wüsste nicht, ob er das Richtige tut. Ich warte nicht auf ihn, sollte er doch noch mal zurückkommen, kann es keine Fortsetzung geben, im besten Fall nur einen Neubeginn, wenn beide sich weiter entwickelt haben, aber ich warte nicht darauf. Liebe Grüsse, Mia
     
  11. Liebe Mia,
    ich würde gerne noch ein paar Worte an Dich richten.
    Erstmal bist Du ja mächtig abserviert worden!
    Er hat Dich nach 22 Jahren verlassen!
    Dieser .... hat Dich nur 2 Jahre nach eurer Hochzeit verlassen!
    Und dieser ... hat Dich und Eure Tochter verlassen!
    Nicht nur das, er will sein Leben nach seiner überstandenen Krankheit, OHNE Dich gestalten.
    Und gleich eine Neue am Start!
    Ausgezogen ist er auch gleich!
    Mitleidstränen drückte er auch ab! Mitleidstränen für sich wohlgemerkt und nicht für Dich und Deine Tochter!

    "Ich bin merkwürdigerweise nicht sauer auf ihn, er war nicht der, der er mal war (Krankheit, Kriese)"

    Doch, alles ist Er, Er ist immer dieselbe Person.
    Weisst Du, wenn Du alles verarbeitet hast, dann hast Du den Egal-Zustand erreicht. Vielleicht hast Du es tatsächlich schon alles verdaut. Ich glaube aber nicht. Du liest Dich eher frisch verlassen.
    Und ich finde, Du darfst diese vielen Gemeinheiten, die ich nochmal zusammenfasste (ich vermute, es waren längst nicht alle) nicht einfach so übergehen. Du musst Deine Augen sperrangelweit öffnen wegen dieser Tatsachen.
    Und Du musst irgendwann sauer werden.
    Wenn Du gar nicht sauer wirst, sehe ich die Gefahr, die Du selbst ansprichst, dass Du ihn zurücknimmst, nicht als Fortsetzung, sondern Neubeginn.


    "Doch seine Persönlichkeit änderte sich nach der Krankheit, er wirkte kalt und war unzufrieden mit allem."

    Glaube ich Dir. Das Liebevolle hättest Du erkannt, wenn er es so fühlte und zeigte.
    Ich denke, es liegt nicht an der Krankheit, sondern dass er sich in eine neue verguckt hat und deswegen keinen Nerv für Dich hat.
    Das Plus an Schlimmen für Dich ist, er war bereit und offen dafür...
    Versteh diese Logik: Du gehst davon aus, WEGEN der Krankheit hat er sich zum Negativen für Dich geändert, aber ich gehe davon aus, wegen der Krankheit hatte er die Nerven und die Energie eine neue Liebe aufzubauen.
    Was denkt der sich eigentlich über Liebe?
    Denkt der sich, oh ich bin 22 Jahre mit Mia zusammen, haben eine 16jährige Tochter, den Namen kenne ich auch noch, wir haben geheiratet, sie hat mich besonders während meiner schwerden Zeit unterstützt, aber Liebe fühle ich meiner Kleinfamilie nicht gegenüber.
    Ich will eine neue Liebe. Ich riskier alles für eine relativ unbekannte!

    Hat der sie nicht mehr alle?!
    So musst bzw. solltest Du denken.


    "mir wurde zugetragen, dass die Initiative von ihr ausging."

    Wenn er das sagte, würde ich ihm nicht glauben, er wirkt keineswegs vertrauenswürdig auf mich.

    Also meine Anteilnahem hast Du! Mistkerl dieser!
    Und Du bist ein armes Würstchen - das aber in fast Sekundenschnelle wieder auf Augenhöhe sich berappelt und die Scheidung mit Karacho durchziehen wird! Jawohl!
    Alles Gute für Dich und Deine Tochter.
    Ein neues Kapitel beginnt, alles Schöne und zwar besonders weils ohne ihn sein wird.
     
  12. Ich kann nachvollziehen, dass eine schwere Krankheit Veränderungen herbeiführt, dass man sich fragt, was man im Leben erreicht hat, was man verpasst hat, ob man wirklich glücklich ist. Noch verstärkter als die Midlife Chrisis, die ja für manche auch Anlass ist, Bilanz zu ziehen und zu überlegen, was der Rest des Lebens noch bringen soll. (Ob das fair ist oder moralisch richtig oder was auch immer, ist hier nicht die Frage).

    Ändert nichts daran, dass es mir auch sehr leid für Dich tut.

    Aus meiner Sicht eine gute und richtige Reaktion einer starken Frau, die so auch Vorbild für ihre Tochter ist. Blicke nach vorne, wenn sich eure Wege nochmal kreuzen, kannst Du entscheiden, wenn nicht, geht Dein Leben weiter.
     
  13. Es tut mir leid, dass alles so gekommen ist. Egal, wie sein Weg weiter geht - es geht um dich und dein Leben und du bist nicht dazu da, dass er tun und lassen kann, was er will und du seine treu wartende Begleiterin bist. Krankheit hin oder her, jeder von uns muss die Konsequenzen seiner Entscheidungen selbst tragen. Ich wünsche dir und deiner Tochter ganz viel Kraft.
    Aber ich bin ehrlich und äußere jetzt mal meine ganz persönliche Meinung. Er heiratet dich erst nach 20 Jahren Beziehung und erst als eure Tochter schon 14 ist? Das ist für mich persönlich ein klares Zeichen, dass er nicht so glücklich war, wie er dich hat glauben lassen oder du zumindest nicht seine große Liebe warst. Er tat es weil er möglicherweise dachte, jetzt kommt nix mehr, es ist an sich alles schön und es gibt keine größeren Unstimmigkeiten, du bist eine tolle Frau, immer an seiner Seite und es gibt keine objektiven Gründe, nicht glücklich zu sein. Dann kam die Krankheit und sie hat ihm gezeigt, dass er dieses Leben mit dir doch nicht will. Er möchte nicht so „enden“. BITTE , es tut mir wirklich leid und ich schreibe das nicht, um dich zu verletzen aber ich habe solche Konstellationen schon mehrfach beobachtet. Diese neue Frau, ich glaube auch nicht, dass sie es für ihn ist. Sie ist nur ein Medium, ein Sprungbrett, eine Krücke auf seinem Weg raus aus der Ehe.
    Ich sage NICHT, dass es auch nur im Geringsten an dir liegt, aber manchmal kann man für die nettesten Menschen nicht DIE Art von Liebe empfinden, obwohl man es gerne würde. Vielleicht war es bei ihm so und es tut ihm auch leid. Es ist nicht immer jemand blöd wenn die Beziehung nicht klappt. Manchmal sind beide nett und es geht trotzdem nicht. Wenn jemand so lange wartet, bis man heiratet, dann es doch macht (warum überhaupt dann noch?) ist das für mich ein Hinweis darauf, dass dieser Mensch die endgültige Bindung scheut. Denn so etwas will man dann macht man es recht zügig, spätestens wenn die Partnerin schwanger ist oder man will es grundsätzlich nicht dann macht man es nie. So sieht es aus, als hättest du dich 20 Jahre lang bewähren müssen. Ich hätte ihn dann auch nicht mehr geheiratet. Hoffentlich kommst du nicht in die Gefahr, Unterhalt für ihn zahlen zu müssen.
    Alles Liebe und Gute für dich.
     
  14. Noch mal herzlichen Dank für alle die gut gemeinten und ehrlichen Nachrichten, jede einzelne ist eine grosse Hilfe. Liebe Wolkenlos, ich muss hinzufügen, dass er mich mehrmals gefragt hat, ob wir nicht heiraten wollen, aber es kam immer was dazwischen, die Schwangerschaft, das Haus usw. Wir waren auch jahrelang verlobt, er ging damals auf die Knie. Von daher bin ich mir sehr sicher, dass ich seine grosse Liebe war aber ich bin mir auch genauso sicher, dass die Krankheit und die damit verbundene Depression/Midlife Krise sie zerstört hat. Das steht ja auch in vielen der Nachrichten hier. Ich muss jetzt das Beste daraus machen: Keinen Groll hegen, sondern mich um unsere Tochter und mich kümmern. Sport machen, Reisen, Kurse, und offen sein für alles was noch kommt ♥
     
  15. Liebe Mia..

    Wenn ich deine Zeilen lese.. habe ich irgendwie das Gefühl ein Stück weit von mir zu lesen... Ich wäre in diesem Szenario die kranke Person. Das Verhalten deines Ex-Partners ist absolut und hochgradig ungebührlich, dass hast du sicher nicht verdient! Die "Durchführung" ist schon sehr beschämend! Allerdings muss ich dir kurz erzählen das es durchaus keine Seltenheit ist das man (und Frau) nach einer schweren, lebensverändernden und/oder auch vielleicht sogar noch lebensbedrohlichen Erkrankung und der hoffentlich anschließenden Heilung, den wie hier beschriebenen "Anfall, Koller (ich hoffe das sagt euch was) auch beliebt.. Midlife Crisis oder gern auch Knall, Schuss, Meise und Macke" bekommen. Und weißt du auch warum? Weil einem viel zu schnell und unliebsam bewusst (gemacht) wird, dass es hätte eben auch einfach vorbei sein können..

    Dem einen wird bewusst was noch alles auf der "offenen Lebensliste" steht, der nächste findet sich vielleicht wesentlich tiefer als vorher in seiner Familie o.ä. ein und der nächste haut vielleicht einfach alles über Bord und startet neu. Das du als "zurückgebliebene" völlig versinkt und das alles nicht nachvollziehen kannst ist absolut normal und unglaublich schwierig. Es quälen dich so viele Fragen, berechtigte Fragen...
    Ich las die Tage einige Zeilen die ähnliches beschrieben, mir allerdings etwas Seelenheil verschafften: Der Tenor: Auch sie hatte unglaublich viele Fragen, konnte einfach nicht nachvollziehen... Warum? Welcher Grund? Was hab ich falsch gemacht? Was kann ich ändern? Liegt's an mir? Etc etc etc... wir allen kennen diese Fragen die man sich selber stellt... diese, die sämtliche Selbstzweifel in einem Erwachen und arbeiten lassen, die einen klein machen, die einen in einen verzweifelten Zustand versetzen aus dem man schwer entkommt...
    Die Autorin erzählte in 4 Seiten so unglaublich wenig darüber was eigentlich das Problem, der Auslöser für ihre Gefühle sind, dafür beschrieb Sie aber all ihre Gefühle, Ängste, Zweifel... und das war genau das, was ich selbst in mir fühle, ich und soooo viele andere Menschen ebenfalls. Auch du! Die Lektion die Sie auf ihrem langen Leidensweg lernte teilte sie am Ende ihrer Zeilen! Ich glaube das auch du das hören solltest, mir öffnete es einfach eine andere Sichtweise auf mein Problem.
     
  16. Liebe Mia,
    Du klingst so positiv. Bewahre Dir das. Auch das Gefühl, dass Du seine große Liebe warst.
    Meiner Meinung nach eines - neben Kindern - der größten Geschenke im Leben, wenn man sagen kann, da war jemand, der mich ganz tief liebte.

    Dir alles Gute,
    Und irgendwie denke ich, dass jemand, der so positiv wirkt, auch zum passenden Zeitpunkt den richtigen Menschen begegnet.

    W,49
     
    • # 15
    • 13.01.2019 um 06:22 Uhr
    • void
    Es ist schon viel geschrieben worden, was ich auch denke. Also Bewusstwerdung, dass das Leben endlich ist, Midlifecrisisbewältigungsversuch mit junger Frau, ...
    Der Gedanke, dass das Leben endlich ist, kommt, denke ich, bei vielen auch ohne Krankheit.

    Ich denke, viele finden Menschen ihres Alters älteraussehend als sich selbst. Innerlich sind ja alle noch sooo jung. Z.B. Anfang 30. Wer sich mit jungen Menschen umgibt, fühlt sich natürlich auch schnell jünger, weil er sich nicht sieht, sondern sich als Teil der Gruppe fühlt. Deswegen denke ich, dass es ein oft gesehenes Phänomen ist, sich einen viel jüngeren Partner zu suchen, also speziell älterer Mann sucht jüngere Frau ist ja ein Klassiker.
    Man will ja auch immer den Partner, der einem gerade irgendwas gibt, was im Leben wichtig ist. Nach einer Lebenskrise kommt vielleicht auch ne Menge Egoismus auf - "mein Leben muss ich leben, wie ich will, damit ich was von habe, also keine Kompromisse mehr". Dh. der Partner, der für die Begleitung durch die Krise noch wichtig war, ist es nun nicht mehr, sondern einer, mit dem man sich vormachen kann, wieder fröhlich neu anfangen zu können, was erleben zu können und nicht erinnert zu werden daran, was war. Vielleicht ist es auch ähnlich wie bei diesen Beziehungen, wo einer den anderen immer unterstützt hat. Hat der Unterstützte an Kraft gewonnen und braucht keine Unterstützung mehr, schüttelt er den Helfer ab, der ihn noch schwach kannte, wobei der vielleicht auch nicht begriffen hat, dass er sich nicht mehr als der Überlegene verhalten kann, der hilft, sondern den anderen auf Augenhöhe sehen müsste. Nun wird Hilfe nicht mehr gebraucht und man kann so tun, als sei man immer stark gewesen. Ist auch sicher gar nicht bewusst, also bösartig.
    Das nur allgemein, denn Du und Dein Mann, ihr habt ein Kind, ihr habt eine lange Zeit gemeinsam verbracht. Hier seh ich das anders als bei den Leuten, wo die Beziehung schon mit einem Helfer beginnt.
    Ich glaube, nachdem Dein Mann den Spaß hatte, den er haben kann mit der neuen Frau, wird er vielleicht entdecken, dass die Erinnerungen wiederkommen, die das Leben ausmachen, das er jetzt vielleicht negieren will. Er wird, falls er derzeit wirklich einem Irrlicht folgt, sicher wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen, dass er nicht mehr Anfang 30 werden kann und dass Spaß haben nicht alles ist, was einen glücklich macht. Ob er bereut, dass eure Bez. zu Ende war - keine Ahnung. Wenn sie wirklich gut war, denke ich das schon. Aber das ist ja nicht der Grund, warum Du fragst. Du suchst Erklärungsansätze.

    Du bist auch Ende 40. Hattest Du nie Midlifecrisisgedanken, z.B. das Denken, Lebenszeit irgendwann verschwendet zu haben, alt zu werden, von Männern anders gesehen zu werden, noch mal jung sein zu wollen, was falsch gemacht zu haben im Leben, zu viel Kompromisse gemacht zu haben, Chancen verpasst zu haben?
     
    • # 16
    • 15.01.2019 um 00:09 Uhr
    • Mia333
    Danke für die tollen Zeilen, ich freue mich wirklich über jede einzelne Nachricht und dass ihr Euch die Mühe macht zu antworten! ♥ Jede Antwort gibt mir auch Antworten auf meine Fragen und damit viele neue Denkanstöße und Energie.
    Zu Deiner Frage, Void: Nein, ich hatte noch nie eine Midlife Crisis. Ich war immer sehr glücklich mit meinem Leben und habe eigentlich auch immer das gemacht, was ich wollte. Auch jetzt versuche ich die positiven Seiten zu sehen, es bringt nichts im Selbstmitleid zu versinken oder Groll zu hegen.
    Eine Trennung, so schmerzlich sie auch ist, ist auch immer eine Chance, sich weiterzuentwickeln. Ich bin noch nicht alt, es warten noch so viele Dinge, die ich machen kann. Wenn man es so sieht, kann eine Krise auch ein Sprungbrett sein in ein neues und vielleicht noch besseres Leben.
    Ich glaube nicht an eine festgelegte Zukunft, sondern dass man seine Zukunft selber schafft. Auch wenn die Zeit nicht gerade leicht ist, merke ich doch, dass nur ich es bin, die für ihr Glück verantwortlich ist. Das habe ich durch diese Krise gelernt und damit war sie vielleicht nicht ganz umsonst. Jetzt bin ich offen für die Möglichkeiten die sich bieten und bin überzeugt davon, dass das Beste noch kommt - so oder so ;-)
     

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