1. Warum fühlt es sich nicht unrichtig an?

    Ich erlebe momentan wohl annähernd den klassischen Fall: Ich habe eine Beziehung - und einen Liebhaber. Anfangs habe ich mich gegen die Affäre gewehrt. Dann ist es passiert, einmal. Ich dachte, das darf nicht nochmal geschehen, und fühlte mich schlecht, ich war geschockt, wie schnell und leicht es passierte - und dass es überhaupt passierte. Inzwischen ging es über 3 Monate so weiter, ich brach den Kontakt ab, versuchte, alles auf eine Freundschaftsebene zu bringen, mit dem Ergebnis, dass es genau wieder da endete... ich renne gegen Mauern, die ich nicht einreißen kann. Ja, ich weiß genau, ich müsste den Kontakt total abbrechen, um die Sache komplett zu beenden. Aber ich spüre, dass da doch mehr ist. Einiges, was ich inzwischen sehr vermissen würde. Mir ist bewusst, dass das wahrscheinlich egoistisch ist, genauso egoistisch, wie mein Liebhaber sein Begehren begründet. Ich habe kurioserweise auch noch das idiotische entschuldigende Gefühl, dass ich meinem Partner damit ja nichts wegnehme. Ich liebe beide Männer auf sehr verschiedene Art. Nur - mein Partner weiß eben nicht, dass da noch ein anderer Mann ist. Und ich kann es ihm nicht sagen, es würde ihn zu sehr verletzen, weil er mich sehr mag und seine Sicht auf Beziehung und Sexualität eine andere ist als meine.
    Für mich fühlt sich die Gesamtkonstellation merkwürdigerweise richtig an. Ich habe kein schlechtes Gefühl dabei. Beide Männer scheinen glücklich und zufrieden zu sein, ich könnte diesen Zustand zerstören, indem ich die Fakten offenlege und damit das "Problem" konstruiere. Dann wären wir wohl alle drei unglücklich.
    Für mich stellte sich die Frage des Besitzes nie, ich war schon immer der Meinung, dass mein Körper mir gehört, und dass ich niemandem Rechenschaft darüber ablegen muss, was ich in dieser Beziehung tue. Ich weiß aber, dass es die Mehrheit der Menschen in unserer Gesellschaft anders sieht - da ist eben dieser Besitzanspruch....
    Meine Frage, die ich mir - und gleichzeitig hier an Euch - stelle, lautet daher - sollte ich besser keine festere Beziehung mehr eingehen? Für mich ist eine "festere" Beziehung eher eine Herzenssache, eine völlig andere Qualität. An dieser halte ich auch langfristig fest. Wenn damit aber - in unserer Gesellschaft - automatisch ein sexueller Alleinanspruch begründet wird, werde ich damit wohl immer ein Problem haben. Ich fühle mich diesbezüglich einfach frei, weil ich meinen Körper niemals komplett vermieten oder verkaufen kann, er gehört einfach mir....
     
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  3. Du findest zu Dir selbst. Du brauchst keine Schuldgefühle zu haben. Tatsächlich nimmst Du Deinem langfristigen Partner auch nichts weg.

    Du musst den Fehler da sehen, wo er ist: in der falschen Vorstellung langfristiger Ausschließlichkeit. Die gesellschaftliche Norm ist falsch, nicht Du. Du befreist Dich gerade von ihr.

    Schlage Deinem Freund eine offene Beziehung vor. Die Chancen stehen nicht gering, dass er das mit Erleichterung aufnimmt.
     
  4. Hallo FS,
    wenn du so denkst und veranlagt bist....oke, was ich verwerflich, egoistisch und unehrlich finde ist, dass du es verheimlichst und nicht offen damit kommunizierst, dass finde ich sehr unfair deinem Partner gegenüber. Er hat doch eine Partnerin verdient die offen und ehrlich ist. Er sollte genau wie du selbst entscheiden können ob er so eine Untreue Partnerin möchte oder nicht.
     
  5. Hallo liebe FS,

    ich finde jeder soll unbedingt so leben wie es für ihn stimmig ist. Und wenn du dieses Modell gerne leben möchtest spricht doch absolut nichts dagegen. Es gibt nur einen Punkt den ich schwierig finde: dass dein fester Partner nicht weiss, dass du zu dem Thema Sexualität und Beziehung eine andere Meinung hast als er, ist problematisch, denn er kann dann ja gar nicht entscheiden ob er das mitmachen möchte oder nicht. In gewisser Art machst du ihm was vor, wenn du so tust als wärst du auch ein Fan von Monogamie...

    Es gibt doch bestimmt Männer, mit denen du eine offene, feste Beziehung führen kannst, dann ist dein jetziger vielleicht nicht ganz der richtige Mann.
     
  6. Du redest Dir die Sache ja wirklich rosarot.
    Vorab: Es ist gar kein Problem, wenn man eine offene Beziehung möchte. Dann muss man eben ehrlich den passenden Partner dazu suchen, der das auch so sieht. Fertig.
    Aber den anderen so massiv täuschen, und dann noch davon reden, „mein Körper gehört mir“ - absolut unsympathisch. Würdest du das genauso denken, wenn dein Partner das bei dir machen würde und du erfährst das drei Monate später oder sogar durch Zufall? Selbst wenn - du weißt ja eben schon, dass er das eben nicht okay fände. Du belügst ihn. Ihr hattet eine (vielleicht unausgesprochene) Übereinkunft, was Treue angeht und du hast das einseitig aufgelöst, ohne mit ihm darüber zu reden. Und im übrigen eine Anmerkung: es mag dein Körper sein, aber wenn du mit anderen Männern schläfst und Dir eine Krankheit einfängst, und die an deinen unwissenden Partner weitergibst, geht es um seinen Körper.
    Du willst hier hören, dass du alles super machst und recht hast, damit du dein schlechtes Gewissen vollends beruhigen kannst. Unmöglich. Extrem egoistisch. Und ich darf das sagen, denn ich war in deiner Situation. Niemals hätte ich mich da so rausgeredet, um vor mir gut dazustehen. Eine Beziehung beinhaltet Absprachen. Egal welche, aber beide müssen wissen, worum es geht. Es sieht nicht jeder die Welt wie du. Du wirst deinen Partner massiv verletzen und er entwickelt dann vielleicht in der nächsten Beziehung Vertrauensprobleme. Und du bist schuld. Du hast keine Ahnung, wie sehr das Menschen zerstören kann.

    W, 35
     
  7. Wenn Du jetzt verheiratet wärst, würde ich Dir so richtig den Kopf waschen , denn dann würdest Du schamlos lügen und massiv betrügen und gegen geschlossene Abmachungen (eigentlich sogar einen Vertrag) und öffentlichem Schwur verstossen.
    Das ist mit gar nichts zu rechtfertigen und moralisch unterste Schublade.Da ist es auch sch... egal wie sich das für Dich anfühlt. da geht es um Fakten.

    In Deinem konkreten Falle kommt es nun aber etwas mehr darauf an, was Du ganz konkret mit Deinem Partner ausgemacht hast:

    Wenn keine besonderen Abmachungen bestehen, und Du die Affäre einfach so ohne Kommentar im Hintergrund lebst; einfach gar nichts dazu sagst, dann kann ich Deinen Ansatz und Dein Gefühl so halbwegs verstehen.

    Aber anders wird es, wenn Du wegen Deiner Affäre anfängst massiv zu lügen und dein Partner entgegen von Zusagen und Absprachen direkt zu betrügen (und sei es nur die gemeinsame Zeit), dann sind alle Deine o.g. Entlastungsgründe hinfällig und kannst Dich als moralisch minderwertig betrachten.

    Evtl. kann es ja doch ein Weg sein, mit dem Partner über die Situation zu reden und sich gegenseitig diesen Freiraum einzuräumen.

    Bist Du denn bereit, diesen Freiraum den Du Dir nun mit der Affäre schaffst, auch Deinem Partner genauso zuzugestehen?
    Darf er auch eine Affäre haben?
     
  8. Du darfst natürlich diese Einstellung für dich haben - aber dann solltest du so fair sein und keinen Hehl daraus machen, dass du das so siehst. Denn im Moment ist es ja schon so, dass du Heimlichkeiten vor deinem Freund hast. Ihn also betrügst. Und das ist das Verwerfliche an dieser Situation.
     
  9. Was genau ist deine Frage?

    Du schreibst, dass du dich wohl fühlst und sexuell frei bist. Gleichzeitig hast du mehrfach versucht diese Affäre abzuschütteln und haderst mit gesellschaftlichen Ansprüchen.

    Suchst du hier jetzt Bestätigung für dein Verhalten? Was hier geschrieben wird ist eigentlich irrelevant. Relevant ist, dass du offenbar nicht so zufrieden mit deiner Beziehungssituation bist wie du es darstellst.

    Meine Meinung: Die Konstellation in der du dich befindest ist nur begrenzt haltbar. Willst du sie längerfristig stabilisieren musst du ins Risiko gehen und mit den Männern reden.
     
  10. Es hängt immer davon ab, ob ihr eine exklusive (monogame) Beziehung vereinbart habt.

    Wenn das die implizite oder explizite Vereinbarung war, dann betrügst Du das Vertrauen eines Menschen.

    Das kann man sich dann Rechtfertigungen raussuchen (Mein Körper gehört mir). Aber es bleibt Hintergehen und Betrug.

    Sauberer ist es, wenn man die Beziehung beendet oder das Thema VORHER diskuttiert und das Beziehungsarragement dann ändert, wenn beide einverstanden sind. Bevor man mit der anderen Person in die Kiste springt.

    Am Ende gibt es immer die Quittung für das Verhalten. Denn das Leben wird durchs Lügen und Verheimlichen kompliziert, stressig und anstrengend. Und am Ende wird die Katastrophe immer schlimmer je länger man den Betrug weitergeführt hat.

    Und man zerstört das glückliche Leben des/der Anderen nicht, indem man reinen Tisch macht. Sondern man zerstört es an dem Punkt, da man sich entscheidet, das Vertrauen zu betrügen.

    Manche können das ohne Reue oder schlechtes Gewissen. Solche Leute möchte man aber eher nicht als Chefs, Kollegen, Nachbarn oder gar im Freundeskreis haben.
     
  11. Der Grund warum es sich nicht unrichtig anfühlt, liegt an deiner mangelnden Empathie. Fast kein Partner wäre damit einverstanden, wenn man hinter seinem Rücken mit anderen schläft. Genau, bitte tue das niemandem mehr an, außer dein Partner MÖCHTE AUCH eine offene Beziehung. W,33
     
  12. Deine Frage ist doch eigentlich, ob Du es Deinem Hauptmann sagen sollst oder nicht.

    Okay, also eine Affäre kann die Hauptbeziehung festigen, weil Du im besten Fall gut gelaunt und rund um gut versorgt bist. Du strahlst Attraktivität und Zufriedenheit aus. Davon profitiert Dein Hauptmann. Was Dir in der Haupt-Beziehung fehlt, holst du dir in der Affäre.

    Jetzt zum Problem. Du kannst die Affäre diskret verschweigen. In diesem Fall musst Du Deinen Haupt-mann anlügen. Es besteht die Gefahr, dass Deine Lügen auffliegen. Lügen schaffen IMMER Distanz und Grenzen. Es kann Dir passieren, dass Dein Haupt-mann bemerkt, dass etwas nicht stimmt.
    Es stimmt nicht, dass Du Deinem Haupt-mann nichts wegnimmst. Du nimmst Deine Zeit, Aufmerksamkeit etc. von Deiner Hauptbeziehung teilweise weg und verwendest das für die Affäre.

    Du kannst mit dem Hauptmann besprechen, die Beziehung zu öffnen. Du kannst das allgemein besprechen oder ihm von der Affäre erzählen. Ihr habt Euch sexuelle Treue versprochen? Dann brichst Du gerade eine grundlegende Vereinbarung.
    Es ist ehrlich und fair, den Haupt-mann selbst entscheiden zu lassen, ob er unter dieser Bedingung, nämlich ohne Monogamie, die Beziehung mit Dir fortführen will.

    Ziel sollte sein,
    1. zu schauen, ob Dir in der Beziehung etwas fehlt, was Du in der Affäre bekommst.
    2. mit dem Haupt-mann zu sprechen, wie ihr es mit der Monogamie künftig halten wollt
     
  13. Für mich gibt es hier nur eine Lösung: Du MUSST deinem Mann all das erzählen, was du hier geschrieben hast. Alles Andere ist indiskutabel. Im besten Fall stimmt er einer offenen Beziehung zu, dann kannst du auch in Zukunft beruhigt mit anderen Männern ins Bett gehen. Im schlechtesten Fall trennt er sich von dir, dann musst du das aber auch akzeptieren. Für ihn ist es dann eben nicht die richtige Beziehungsform. Meiner Meinung nach hast du keine anderen Wahl. Heimlich weiterzumachen ist schäbig. Und kommt sowieso irgendwann heraus.
     
  14. Nicht die Gesellschaft entscheidet letztendlich darüber, wie eine Beziehung geführt wird, sondern nur die jeweiligen Partner.
    In deinem "Fall" bist du nun aber mit einem Mann zusammen, der sich eine monogame Beziehung wünscht. Weiss er um deine abweichende Sichtweise in Punkto Sexualität ? Wohl eher nicht ...
    Wie du schreibst, wäre er sehr verletzt, wenn er von deiner Affäre wüsste, deshalb kannst du ihm davon nichts erzählen.
    Wie schaffst du es, mit ihm völlig normal umzugehen ? Ihm in die Augen zu schauen, ohne, dass sich da eine Spur von schlechtem Gewissen regt ? Vielleicht nicht einmal, weil du ihn betrügst - sondern, weil du ihm gegenüber absolut unehrlich bist. (Was ich sogar noch als wesentlich schlimmer empfinde !)
    Bedenkst du nicht einmal die Möglichkeit, dass er durch irgendeinen Zufall von deiner Affäre erfährt ?
    Unfairness und Egoismus in Reinkultur ... - von "Herzensache" in einer festen Verbindung sehe ich da rein gar nichts !

    Du nimmst ihm auf jeden Fall etwas weg : Du nimmst ihm sein Recht zu wissen, woran er mit dir wirklich ist ! (Stattdessen lässt du ihn in dem irrigen Glauben, zwischen euch sei alles in Ordnung). Sein Recht, zu entscheiden, ob er trotz eurer unterschiedlichen Vorstellungen mit dir zusammenbleiben möchte oder sich doch lieber nach einer Partnerin umsieht, die sein Bedürfnis nach Exklusivität teilt.

    Ein Partner, der ein offenes Beziehungsmodell anstrebt, wäre für dich wohl eher geeignet.

    Am besten, mit jemandem, der ebenso wenig Rechenschaft ablegen möchte, über das, was er tut oder lässt.
    (Wofür dann aber überhaupt noch eine Partnerschaft eingehen ?)
     
  15. Beide Männer sind also glücklich und zufrieden.

    Dann geh bitte erst einmal nach Hause und informiere Deinen Mann über Deine Affäre. Und dann reden wir noch einmal über diesen Satz hier.

    Wenn sich alles so richtig anfühlt für Dich: warum hast Du Dich dann noch nicht geoutet? Das wäre dann der geradlinige Weg, ganz unabhängig von "mein Körper gehört mir".

    Wenn sich alles so richtig für Dich anfühlt: warum schreibst Du dann überhaupt diesen Beitrag hier? Willst Du von uns Absolution?

    Dein Partner ist unter anderen Vorzeichen mit Dir eine Beziehung eingegangen. Fremdgehen ist sicherlich nicht mit eingeschlossen. Und Du bist vertragsbrüchig geworden. Ob er Dir sein Herz geschenkt hätte, wenn er das gewusst hätte?

    Gib ihm die Gelegenheit zu entscheiden, ob er das gut findet. Sein Herz gehört nämlich ihm. Das nur mal so nebenbei....
     
  16. Von diesem Gedanken, und damit vom schlechten Gewissen, musst du dich befreien. Lebst du für dich (und DEIN Glück) oder für die Gesellschaft?
    Du schreibst auch,
    Willst du das - Unglück für euch alle drei?

    Der einzige Fehler, den du machst ist der, hier das Forum zu befragen. Wie du bis hierher schon liest, raten die meisten dazu, deinen festen Partner einzuweihen, um ihn »nicht zu hintergehen«. Du weißt selbst, wie sehr es ihn treffen würde - also sag nichts. Aber finde für dich heraus, warum du nicht einfach weiter genießen kannst, eben zwei Männer glücklich machst. Denn darüber wirst du eventuell stolpern - über deine Schuldgefühle.

    Affären kann nicht jede(r). Falls du das nicht lernst - beende sie!
     
  17. Wie kommst Du darauf?

    In der Frage steht
    Er hat seine Werte, die FS hat andere.
    Jedes für sich legitim, nur hat die FS nie gesagt, dass sie anders denkt.

    Konkret, Frage an Dich, @Ich_weiblich, hast Du Deinem Partner von Anfang an gesagt, dass Du es anders siehst? Oder hast Du, was ich vermute, geschwiegen, so dass er davon ausgeht, dass Du eine ähnliche Haltung hast?

    Du täuscht Deinen Partner. Nicht um Ihn zu schützen, sondern um Dich vor der Konsequenz zu bewahren.
    Du weißt, dass wenn Du ehrlich zu ihm bist, wird er sich trennen.

    Es geht nicht um mein Körper gehört mir. Das ist eine Plattitüde.
    Es geht um Vertrauen. Das missbrauchst Du.

    Sei fair, lass ihn entscheiden, ob er eine offene Beziehung möchte.

    M, 54
     
  18. Ich würde das für mich behalten wenn es dir gut dabei geht.
    Ich seh keinen Sinn darin das jetzt deinem Partner zu offenbaren.

    Danach ist die Beziehung nicht mehr die gleiche und manchmal ist es eben so das man einen anderen Menschen außerhalb der Beziehung sexuell anziehend findet.

    Kann auch sein das es bald wieder vorbei ist und so hattest du einen schöne Zeit und kannst danach wieder normal weiter machen.

    Wie du geschrieben hast man kann beide Menchen lieben aber nicht jeder versteht das und deswegen ist es das beste wenn man solche Dinge für sich behält.
     
  19. Das sehe ich anders. Denn wie @mokuyobi schon beschrieben hat, könnte das ihren Freund traumatisieren und er könnte sein Vertrauen verlieren in die Liebe und das würde ihn mehr verletzen als wenn er nie was davon erfährt. Ich würde es ihm auf gar keinen Fall sagen. Behalte es für dich, aber ziehe zügig Konsequenzen: Trenn dich von einem der beiden, und dann kläre wie du leben willst und kommuniziere das ehrlich.
     
  20. Auch ich war in der Situation und kann dir sagen, dass du dir die Welt einfach schön einredest. Sex mit einem (zunächst) fremden Mann nach jahrenlager Monogamie lässt die Hormone Achterbahn fahren. Frau genießt den Zustand. Zugleich meldet sich aber auch das eigene Gewissen, weil man genau weißt, dass die eigene Handlungen einer anderen Person massiv verletzt. Dies blendet aber man geschickt aus und sucht nach Rechtfertigungen. Ich hatte gezielt Seiten aufgesucht, die eine Affäre positiv darstellte. Alles nur, um mein Gewissen zu beruhigen. Bei mir hatte die Affäre nicht wie gewünscht die Beziehung bereichert, sondern mehr Distanz geschaffen. Ich konnte die Intimität mit meinem Hauptpartner nicht mehr genießen ohne an den anderen zu denken. Ich war allein von der Anwesenheit meines Hauptpartners genervt und natürlich nahm er die Veränderungen wahr. Auch ich wehrte mich zunächst erfolglos gegen die Affäre, aber er wusste geschickt mich mit seinen Worten in seinen Bann zu ziehen. Auch er befand sich in einer Beziehung, aber das kam später heraus. Auf Dauer kann man diese Konstellation nicht aufrechterhalten, es kostest einfach zuviel Lebensernegie. Ich konnte es nicht mehr aushalten und habe die Affäre beendet. Ich und mein Partner brauchten viel Zeit, um wieder den vorherigen Zustand vor der Affäre wiederherzustellen. Habe also den Mut deinem Partner die Wahrheit zu offenbaren. Es wird unschön, aber es gehört leider dazu.

    Ganz wichtig: Lass dich auf Geschlechtserkrankungen testen! Ich und mein Ex-Liebhaber hatten auch ungeschützt GV und das mehrmals. Wir hatten beide regelmäßig Blut gespendet und wussten daher über unsere gesundheitliche Situation Bescheid. Zudem hatte ich aber auch mich zusätzlich testen lassen, einfach zur Sicherheit. Hier geht es nicht nur um deine Gesundheit, sondern auch die deines Hauptpartners!
     
  21. Interessante Frage! Ich denke, es geht nicht um Besitzanspruch! Ein gesunder Mensch und Erwachsener herrscht immer über seinen eigenen Körper (auch der letzte Spießbürger - insbesondere der!) und lässt sich nichts sagen, was er zu tun hat, sonst gerät man schnell in Konflikte, die einem nicht lieb sind! Ich denke, da machst du dir etwas vor und lebst jugendliche Zickereien an den Tag (und lässt dir dabei noch zu viel sagen). Ich hätte keine Angst, dass man meinen Körper in Besitz nehmen kann, weil das gar nicht geht. Du fühlst dich also unsichtbar bedrängt und schon in Besitz genommen.

    Es geht doch um was anderes:
    • du kannst jederzeit schwanger werden und dann? Was für einen sicheren Hafen bietest du deinem Kind? Oder
    • eine Geschlechtskrankheit an deinen Partner oder Lover übertragen oder
    • man könnte dich außerhalb mit deinem Lover sehen und du schädigst damit den Ruf deines Partners; er verliert sein Gesicht wegen dir.
    Das alles muss nicht sein. Vielleicht vergisst du da was: Du wirst immer dir selbst gehören. Wie kommst du darauf, dass jemand dir deinen Körper wegnehmen oder in Besitz nehmen könnte? Man kann jederzeit "Nein" sagen und durch Kommunikation sich Freiraum erschaffen.

    Was du denkst, hat nichts mit Ego zu tun, sondern dass du dich unsouverän und unseriös verhälst, auch ein Mangel an Empthie ist bei dir zu sehen, da du nicht verstehen kannst, wie ein anderer fühlen könnte.
    Dein Partner will dich nicht beherrschen oder besitzen (kann er gar nicht), aber er hat Prioritäten - so wie du deinen Körper nicht teilen möchtest, so möchte er keine Partnerin, die sich zwischenzeitlich in der Mittagspause von einem anderen durchnageln lässt. Verständlich oder? Ihm ist das peinlich. Du bist ihm peinlich. Insgesamt keine Situation, die man herbei sehnt.

    Was ist denn dein Problem, gleich von Anfang an eine offene Sexbeziehung zu leben? Das wäre dir wahrscheinlich too much, weil es da wirklich anders zur Sache geht.
     
  22. Ich denke Du liebst Deinen Partner nicht oder jedenfalls nicht auf der sexuellen Ebene, sonst würde das meines Erachtens nicht passieren. In der Endphase meiner Ehe war ich untreu, aber eigentlich nur, weil die Bindung nicht mehr stabil war und ich eigentlich raus wollte. Du kannst das noch eine Weile so machen, dann wird die Sache eh auffliegen. Du hast dann genug Zeit nachzudenken, wie es dazu kommen konnte.
     
  23. Im Grunde kannst Du machen was Du willst. Dann sei aber ehrlich zu deinem festen Partner. Du lügst und betrügst und versuchst es Dir noch schönzureden. Das ist nicht unbedingt fair ihm gegenüber. Du nimmst ihm nichts weg, das stimmt. Aber vielleicht will er eben nicht so Leben wie Du es gerade auslebst. Und sein gutes Recht ist, sich dann von Dir zu lösen. Und diese Entscheidung darfst Du ihm nicht vorenthalten.
     
  24. Hallo an alle, mit dem Shitstorm habe ich gerechnet. Freue mich aber, dass es auch Verständnis gibt. Um es kurz zu machen:
    1. Ja, ich würde meinem Partner das Gleiche zugestehen, warum nicht.
    2. Ich habe lange überlegt, was die größere Verletzung für ihn wäre - es zu wissen oder es nicht zu wissen. Ich bin überzeugt - wir alle lügen täglich und basteln uns die Wahrheit nach Belieben zusammen.
    Keiner kann sich hiervon ausnehmen. Wo man die Grenze setzen sollte, dafür gibt es keine Regeln. Und die sog. Moral ist genauso Ansichtssache. Ich lasse mich in kein Schema pressen.
    3. "Ihr hattet eine (vielleicht unausgesprochene) Übereinkunft, was Treue angeht und du hast das einseitig aufgelöst, ohne mit ihm darüber zu reden."
    Jein. Mein Partner weiß, dass ich dazu von Anfang an nicht wirklich bereit war, dass er mich etwas überrumpelt hat damit, bzw. dass ich mich nach dem ersten Zusammensein mit ihm nicht gleich automatisch verpflichtet gefühlt habe, nun nur noch ausschließlich mit ihm zusammensein zu dürfen. Er hat es wohl aber erwartet.
    Und letztlich: Ich finde nichts wirklich Schlimmes dabei, MEINE Sexualität nicht auf meinen Partner zu beschränken. Er verliert dadurch nichts, im Gegenteil, ich bin gelöster und entspannter. Für mich bedeutet Sex nicht gleich Liebe, ich kann das sehr wohl trennen.
    Und selbstverständlich schütze ich mich, wenn ich mit meinem Liebhaber zusammen bin.
    Möglicherweise entwickelt sich meine Beziehung eines Tages dahingehend, dass wir das Thema offen ansprechen können. Momentan wäre das eher schwierig. Das Besitzdenken ist in Beziehungen, so wohl auch in meiner, doch sehr vordergründig vorhanden.
     
  25. Ein schlechtes Gewissen ist wie Angst grundsätzlich ein sinnvolles Gefühl. Es dient als Warnung und Maßstab.

    Jeder Mensch lebt selbstverständlich als erstes für sich selbst. Jeder Mensch hat Anspruch auf eine wertschätzende, achtsame, respektvolle Behandlung. Lüge aus niedrigen Beweggründen (z.B. um die eigene Lust zu befriedigen) ist das manipulative Gegenteil davon).

    Hinzu kommt, dass man für Partner, Freunde, Verwandte usw. im Gegensatz zu Wildfremden eine gewisse Veranwortung trägt, da mit diesen ein besonderes Vertrauensverhältnis besteht.

    Akzeptabel wäre es für mich gerade noch wenn die FS ihre Affäre beendet und ihre Affäre verschweigt. Will sie nur die Affäre oder beides fortsetzen ist es fair den Männer dazu eine Wahl zu geben. Alles andere ist Gift.
     
    • # 24
    • 06.06.2019
    • void
    Ich weiß nicht, ob ich es "wegnehmen" nennen würde. Aber Du wirst ihn traumatisieren, was das Vertrauen angeht, denke ich, falls es rauskommt. Und - dafür muss es gar nicht rauskommen, aber es ist trotzdem da - Du spielst ihm was vor, Du verstellst Dich und bist nicht DU in der Beziehung. Du tust so, als seiest Du treu wie er (WENN er wirklich selbst treu ist) bzw. als sei er ein Mann, dem man treu sein kann. Das soll nicht heißen, dass er SCHULD dran ist, dass man ihn betrügt, sondern nur, dass er vielleicht naiv ist oder zu sehr von seinen Ängsten getrieben, ein übler Kontrollfreak, der besitzergreifend und erstickend ist, im Bett ignorant und egoistisch, dass jede Frau früher oder später denken müsste, dass das keiner aushält. Aber dann wäre die Frage, warum Du mit ihm zusammen bist. Und da käme mir als Antwort nur in den Sinn, dass er Dir irgendwie nützt.

    Dann seid ihr zwei für eine gemeinsame Bez. nicht geschaffen, weil ER ja ne monogame haben will. Du kämst vielleicht gut klar mit einer offenen Beziehung, aber er nicht, und eure Bez. ist gerade geöffnet worden.
    Und Du verletzt ihn doch schon, ob Du das nun sagst oder nicht. Meist (in Deinem Fall IMMER) geht es demjenigen, der "nicht verletzen will", NUR darum, dass er sich selbst keinen Schaden zufügen will, weil er seine Beziehung nicht verlieren möchte.

    Es fühlt sich richtig an, weil DU mit der Situation glücklich bist. Dein Mann ist es sicher nicht, denn seine Situation ist nicht: Ich bin mit meiner treuen Frau glücklich. Seine Situation ist: Ich bin glücklich mit einer Frau, aber kenne nicht die Wahrheit, die mich unglücklich machen würde. Ich bin mit einer Frau zusammen, die es nicht gibt.

    Doch, eine mit einem Mann, der das mit dem Sex bzw. mit Nebenpartnerinnen so sieht wie Du. Gibt es.
    Hast Du ernsthaft vor, mit Deinem Partner Schluss zu machen?
    Es kommt nichts von Dir in Richtung "ich will meinen Partner, den ich liebe, nicht verlieren, was mach ich nur". Wundert mich.
     
  26. Es ist bald 10 Jahre her, dass ich in einer ähnlichen Situation war.
    Auch ich dachte genau wie Du:

    Wahrscheinlich war das nach meiner jugendlichen Definition von Liebe auch tatsächlich so.

    Heute weiß ich genau, wo der Fehler war. Ich habe lediglich versucht mit der Affäre Defizite aus der Beziehung auszugleichen (und dabei meine ich nicht Sex). Ich habe versucht mir aus beiden Männern den perfekten Partner für mich zu puzzlen.

    Horche mal in Dich hinein: Liebst du beide Männer oder das Ergebnis beider Männer?

    Viele Grüße
    FrauGelb, 30
     
  27. Sie müssen mutig sein und es zeitnah! Ihrem Freund sagen, alles. Und ihm erlauben, ab sofort ebenfalls eine Zweitbeziehung zu führen. Alles andere ist und bleibt unfair, das können Sie drehen und wenden wie Sie wollen! Er hat ein Recht auf Wahrheit und auf die Möglichkeit sich für oder gegen die geänderten Bedingungen zu entscheiden! Würden Sie das nicht auch wollen, wenn es umgekehrt wäre?
     
  28. Hallo Ich-weiblich

    .. wenn Du dies wirklich so meinst, dann hat dort auch nur ein Partner Platz. Doch ich denke, die Sache liegt so, wie von @FrauGelb, #25 sehr gut beschrieben. Und wenn Du in Deiner Frage schreibst,

    … dann ist der wahre Grund, dass dann der von Dir gepuzzelte perfekte Mann auseinanderfällt und Du dann vor der Leere da stehst und Dir eingestehen müsstest, dass jeder der beiden für sich nicht gut genug ist.

    Dazu passt auch der Widerspruch in Deiner Frage. Im Titel fragst Du, weshalb es sich nicht unrichtig anfühlt, und weiter unten schreibst Du
    Deshalb schliesse ich mich der Frage von @FrauGelb an. In der Summe geben Dir beide Männer das, was Du suchst. Wenn Du dies ganz bewusst so willst, dann ist es ok, aber fairerweise müssen beide Männer dies wissen.

    Alles Gute, Kurt
     
  29. Tut mir leid, aber wenn Beziehung für dich eine Frage des Besitzes ist und Freiheitsberaubung, dann solltest du es nicht als Erlaubnis und Ausrede für Fremdgehen benutzen. Was deinen Körper angeht- rein rechtlich gesehen hast du recht, aber so einfach ist das nicht. Schläfst du mit deinem Partner, so hat er Anspruch auf körperliche Unversehrtheit, was nicht gegeben ist, wenn du dich durch fremde Betten tobst. Hat jemand Kinder, so haben die Recht, dass ihre Eltern auf eigene Gesundheit achten, damit Kinder versorgt sind. Geht jemand Partnerschaft ein und der andere fängt an zu rauchen, zu trinken oder Drogen zu nehmen, so kann eben dieser Mensch sich trennen, weil er Partnerschaft mit einem Nichtraucher eingegangen ist und das auch so beibehalten möchte. Sogar ein Arbeitgeber erwartet vollen Einsatz und mal ehrlich, wer von uns kam noch nie verkatert oder übermüdet zu Arbeit oder hatte keinen Bock und hatte nur Dienst nach Vorschrift gemacht? Und ein Mensch, der keinen Sport treibt und auf Körper nicht achtet, irgendein Zeug reinfrisst, sein Übergewicht kultiviert und keine Gesundheitsvorsorge macht, kann auch schlecht sagen-nach mir die Sintflut, schließlich kostet seine Behandlung Unmengen an Geld, was die Allgemeinheit trägt, soviel Krankenversicherung, die alle Kosten abdeckt, zahlt kein Mensch. Es gibt keine absoluten Rechte und es gibt keine absolute Freiheit, wir hängen alle irgendwie von anderen ab oder sind auf andere angewiesen.
     
  30. Wieso muss die Gesellschaft für deine Charakterschwäche herhalten? Die "Gesellschaft" kümmert sich nicht darum, mit wem du ins Bett gehst. Dein Partner schon. Den hintergehst du beinhart.

    Dass du deinen Partner verletzt, ist gut möglich. Aber das war dir von Anfang an klar und es hat dich nicht abgehalten. Es geht dir nicht um die Gefühle deines Partners, sondern um deine Bequemlichkeit.

    Tolle Logik. Wieso schreibst du dann hier so fleissig? Ah, du opferst dich sozusagen. Du stemmst deine "richtige Meinung" gegen die Massen der "falschen Meinungen" ...
     

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