1. Wer spielt euer Ansicht nach eine "wichtigere" oder "größere" Rolle im Leben?

    Der Partner oder die Geschwister?

    Ich denke, dass sich die Bedeutung beider im Laufe des Lebens wandelt. Solange man noch mit den Geschwistern im gemeinsamen Elternhaus lebt und noch keinen Partner hat oder sogar schon einen hat, aber eben noch mit der Familie zusammen wohnt, kommt den Geschwistern eine größere Bedeutung zu, da sich der Großteil des Lebens noch mit den Geschwistern (und Eltern) abspielt.
    Zieht man mit seinem Partner zusammen, heiratet, oder gründet gar eine Familie, kommt dem Partner eine größere Bedeutung zu, da man sein Leben mit ihm teilt und vor allem wenn gemeinsame Kinder im Spiel sind handelt es sich beim Partner nicht nur um den Lebenspartner, sondern eben auch um die Mutter/den Vater der eigenen Kinder und das steigert meiner Meinung nach nochmal die "Bedeutung". Die meisten Leute, die ich kenne, die verheiratet sind und eine Familie gegründet haben, sehen ihre Geschwister deutlich seltener als es zuvor der Fall war, da auch diese meist ihr Leben mit ihren Partnern und Kindern führen etc.
    Der Fokus liegt dann bei der "neuen" Familie und eben nicht mehr bei der "Ursprungsfamilie".
    Somit denke ich, dass dem Lebenspartner eine größere Bedeutung zukommt als der eigenen Schwester oder dem eigenen Bruder.

    Wie seht ihr das?
     
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    • # 1
    • 21.08.2017
    • Soon
    Meiner Meinung nach, macht diese Zuordnung absolut keinen Sinn. Mein Partner mit dem ich ein Kind hab, hatte völlig andere Rolle in meinem Leben, als mein Bruder. Natürlich sah ich meinen Mann jeden Tag, mein Bruder ist mir jedoch nicht weniger wichtig dadurch geworden. Und auch die restlichen Familienmitglieder nicht. Ich wäre ehrlich gesagt nie im Leben drauf gekommen, diese irgendwie zu vergleichen....
     
  3. Selbstverständlich der Partner. Alles andere wäre sehr komisch. Mit den Geschwistern hat man hoffentlich viel weniger und anderen körperlichen Kontakt und auch viel weniger Nähe und natürlich entsteht da eine andere Ebene, die die Geschwister nicht erreichen können. Auf der anderen Seite kommt man aus Blutsbanden schwerer raus als aus Beziehungen oder gar Ehen. Partner, die man sich aussucht, hat man sich dann viel umsichtiger ausgesucht, wohingegen Geschwister nun mal da sind, ohne dass man groß Änderungswünsche stellen könnte. Dementsprechend kann man sich Partnern, die einen enttäuscht haben, viel schneller entledigen als Brüdern oder Schwestern und eventuell macht man es heutzutage leichtfertiger, wenn der Partner nicht ganz den Vorstellungen entspricht. Hier könnte man wiederum sagen, dass Geschwister eine viel länger dauernde Nähe, jedoch auf viel niedrigeren Ansprüchen basiert, zu einem selbst haben, als ein Partner.
    Dennoch kann man trotz Partner seine Geschwister und Eltern weiterhin lieben, es verschiebt sich meist nur die gemeinsam verbrachte Zeit.
    Oder um es mit Ricarda Huch zu sagen: Liebe ist das einzige, das sich vermehrt, wenn man es verschwendet.
     
  4. Ich denke, das kann man gar nicht vergleichen.
    Und dennoch würde ich mich, wenn ich es müsste, für meine Geschwister entscheiden. Aus dem Beitrag von @Serafina glaube ich zu erkennen, dass sie kein besonders gutes Verhältnis zu ihren Geschwistern hat. Das ist in meiner Familie anders. Wem auch immer es schlecht geht, oder wer auch immer Hilfe und Unterstützung benötigt, bekommt sie von den jeweils anderen Familienmitgliedern. Da wird nicht hinterfragt oder ausdiskutiert, da wird einfach geholfen. Das ist ein starker Rückenhalt, auf den man immer vertrauen kann, bedingungungslos.
    Bei einem Partner bin ich da skeptischer. Idealerweise sollte es ebenso bedingungslos und vertrauensvoll sein. Aber ist es das immer? Wenn es das wäre, würden wir hier nicht schreiben...
     
  5. Ich denke , da hat jeder ein unterschiedliches Verhältnis. Aber die Herkunftsfamile hat uns entscheidend mitgeprägt, egal wie eng der Kontakt heute ist!
     
  6. Ich habe dank meiner Schwägerin kaum noch Kontakt zu meinen Bruder. Er ist mir fremd geworden. Den Kontakt hat er auch zu unserer Mutter abgebrochen die mittlerweile in einem Pflegeheim lebt. Sie leidet an Demenz. Es hat mir sehr weh getan das er sich so verhalten hat. Trotz mehrfacher Bitte er möge sich bei unserer Mutter melden hat er nichts getan.
    Er weiß mittlerweile nicht mal mehr wo sie sich aufhält. Wenn unsere Mutter verstirbt bekommt er keine Info. So ist es mit meiner Schwester vereinbart.
    Ich fühle mich als Einzelkind und habe zu meinen Partnern und Freundinnen einen engeren Draht als zu meinen Geschwistern. Von daher kann ich das was du da als Nähe beschreibst nicht bestätigen.
     
  7. Von meiner Familie kann ich mich nicht scheiden lassen, Blutsbande sind nicht zu kappen.
    Insofern ist mein Bruder immer mein Bruder - oder hast du schon einmal vom Exbruder gehört?
     
  8. Hey Mali,

    was soll diese kryptische Frage? Wo ist das "eigentliche" Problem?

    Ich wäre ebenfalls nicht auf die Idee gekommen solch einen abwegigen Vergleich zu ziehen. Da scheint mir bei Dir einiges im Argen zu sein und in dem Du einen Nebenschauplatz auf machst löst Du gar nichts.

    Lass mal lesen!
     
  9. Psychologen empfehlen:

    1. Partner
    2. Kinder
    3. Familie
    4. Freunde

    Ist eins davon verschoben, besteht ein Ungleichgewicht mit schwerwiegenden Folgen:

    - Paare, die sich mehr um das Kind, Geschwister, etc. kümmern als um den eigenen Partner/eigene Familie, gefährten die Entwicklung und Eigenständigkeit der Kinder, etc. und schädigen die eigene Parterschaft, die Liebe, und Familienleben im Kern komplett.

    - Bei Paaren, die sich mehr um Freunde oder Familie kümmern das Gleiche. Die Liebe bleibt auf der Strecke. Beziehungen werden oberflächlich, unverbindlich. Es wird weniger geheiratet und Kinder in die Welt gesetzt. Man vertraut auf seine eigene Familie mehr als sich zuzutrauen, eine ordentliche, eigene Beziehung zu erschaffen.
    Wozu auch?

    Aber das weiß man alles. Genauso wie man die Beispiele und Tragödien von Familien kennt, die aufeinanderkleben.
    Meist besteht da kein gesundes Familienverhältnis mehr. Weder für die Kinder, weder bei den Eltern. Kinder, Geschwister bleiben lebenslang unselbstständig und später hilflos und klein in der Welt.

    Dass man seiner Familie oder Geschwister aushilft oder eine zeitlang Phasen mit ihnen verbringt, ist völlig normal, aber doch nicht das ganze Leben und erst recht nicht, weil die Eltern das so wollen, um dafür komplett auf eine eigene kleine Welt und eigene kleine Familie zu verzichten.
    In der Natur ist das nicht vorgesehen, aber es ist in der Zivilisation mit enger Bevölkerung anzutreffen.
     
  10. Ich kapiere diesen Vergleich auch nicht richtig. Wichtiger, Geschwister oder Partner? Hä?

    Als ich die Überschrift las, dachte ich erst, jetzt kommt die Frage nach Kind oder Partner, aber Geschwister?

    Man kann doch völlig unterschiedliche Verhältnisse zu seinen Geschwistern haben. Geschwister, die durch dick und dünn gehen, oder welche, die nicht mal zusammen aufgewachsen sind oder die sich nicht leiden können.

    Wie man das Verhältnis jetzt in eine Rangfolge mit Partnerschaft setzen kann, ist mir ein Rätsel.

    Jeder der Geschwister hat doch sein eigenes Leben, man trifft sich ab und zu bei Familienfeiern, manchmal auch zwischendurch, ansonsten macht doch jeder seins.

    Geschwister und Partner sind wie Äpfel und Birnen. Die haben miteinander nichts zu tun, außer dass sie zufällig an beide an nem Baum gewachsen sind. Geschwister halt zufällig am selben.
     
  11. Gibt es dieses oder?

    Mein Bruder, der mit 13,5 Jahren an Knochenkrebs verstarb und um den ich mich als 6 Jahre älter Schwester kümmerte - als Schwester, Mutter, beste Freundin?
    Seine Haltungen, sein Mut, seine Fähigkeit den Monent zu genießen zu lachen, andere zu trösten,... Er hat mich geprägt, und wenn er mir gezeigt hat, was es heißt, nutze den Tag.
    Wie es dann soweit war, haben wir die letzten Tage sehr bewusst gestaltet, ich bin dankbar für die letzte große Unternehmung, das Lachen, die Nähe, 2 Tage bevor er ging.

    Meine Partner?
    Jeder hatte Einfluss auf meinen Lebensweg, nicht nur, dass ich einem meine beiden Söhne verdanke.

    Aber Wertungen? Gewicht?
    Ich denke, das ist sehr individuell, und hängt sehr von den unterschiedlichen Beteiligen ab.

    Eigentlich verstehe ich die Frage nicht, es sei denn, einen Partner stört die vorhandene Geschwisterbindung.
    Dagegen als Partner angehen zu wollen, kann gelingen, kann aber auch genau Gegenteiliges bewirken.
     
  12. Der Partner doppelt und dreifaches !

    Ich sehe es ähnlich wie #2Serafina.
    In meiner Ehe kam zuerst meine Frau, dann eine Lücke und dann mein Bruder. Zu meinen Eltern habe ich kein gutes Verhältnis. Bei meiner Frau war es anders. Für mich war das befremdlich, dass die Blutsbande, mit der Sie außer ihren Eltern nicht wirklich viel am Hut hat, immer so einen hohen Stellenwert eingenommen hat.
    Meinen Partner suche ich mir irgendwie aus. Die anderen sind da. Mit dem einen WILL ich zusammen sein. Mit den anderen bin ich, weil sie eben da sind verbandelt. Das WOLLEN ist für mich der riesige Unterschied. Und dieses WOLLEN bedeutet auch mehr Quantität und vor allen Qualität. Das macht für mich den entscheidenden Unterschied.

    M 47
     
  13. Huch nein, so schnell entstehen Missverständnisse. Ich liebe meine Geschwister heiß und innig und wir telefonieren mehrmals die Woche miteinander, ebenfalls mit den Eltern. Wir fahren auch noch mit Mitte 20 (ich) und um die 30 (Geschwister) zusätzlich zu den Partnerurlauben einmal jährlich mit den Geschistern und einmal noch alle zusammen mit den Eltern in Urlaub und glucken allgemein sehr umeinander herum. Ich denke aber, dass es eine andere Form der Zuneigung ist, da die Erfahrungen, die man mit Geschwistern macht, gänzlich andere sind, als mit einem Partner.

    Ich denke auch, dass es in gesunden Beziehungen so sein muss (!), dass der Partner einen größeren Stellenwert bekommt als die anderen, und zwar spätestens dann, wenn man mit ihm Kinder in die Welt setzt und Familie gründet (innerhalb derer dann ja auch wieder neue Generationen von Geschwistern entstehen). Alles andere wäre komisch und die Frage des FS klang für mich irgendwie nach problembehafteten Verschachtelungen, weil es in meinen Augen selbstverständlich ist, dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann. Immer, wenn Familienmitgliedern mehr Aufmerksamkeit als dem Partner eingeräumt wird, endet das in Drama, wenn ich mich so umsehe.
     
  14. Ich sehe das anders.
    Kinder kommen für mich immer an erster Stelle, einfach, weil die im Gegensatz zum Partner, zu Geschwistern, zu Freunden von einem abhängig sind. Damit meine ich nicht, dass man als Helikoptermutter den ganzen Tag um sein Kind kreisen und dessen Selbstständigkeit behindern, auch nicht, dass man keine anderen Interessen haben und sich nie "kinderfrei" nehmen sollte, wohl aber, dass unterm Strich Kinder die höchste Priorität haben und der Maßstab sind, an dem Entscheidungen gemessen werden.

    Alles andere (Partner, Familie,Freunde im Sinn von sehr guten, langjährigen Freunden) sehe ich unterm Strich als "gleichrangig" an.

    Klar, wenn man frisch verliebt ist, interessiert man sich mehr für den neuen Freund als für die Schwester oder den Opa. Und wenn man dann eine feste Beziehung eingeht, verbringt man mit dem Partner mehr Zeit als mit der besten Freundin, die vielleicht tausend km entfernt lebt.

    Andererseits aber ist die Paarbeziehung am brüchigsten und anfälligsten... Meine langjährigste beste Freundin kenne ich, seitdem ich drei bin - wenn ich daran denke, wieviele Jungs und Männer wir in der Zeit verschlissen haben ;). Ich kann mit einer guten Freundin auch über manche Themen offener reden als mit einem Partner.

    Und die Familie - da ist mein Idealbild bzw das, was ich kenne, sowieso so, dass die einem ein Leben lang bleibt. Fälle, wo Familien keinen oder schlechten Kontakt zueinander haben, finde ich sehr traurig, ich kenne es nur so, dass die Familie trotz aller Streitigkeiten letztendlich immer zusammenhält und sich gegenseitig hilft.

    Unterm Strich kann ich sagen, wenn ich die Wahl hätte zwischen den Szenarien
    a) Single zu sein, aber ein Kind zu haben, enge Freundinnen und in meine Familie eingebunden zu sein,
    oder
    b) in einer glückliche Beziehung zu leben, aber kinderlos, mit schlechtem Kontakt zur Familie und mit nur lockeren Freundschaften,
    ich würde mich ohne mit der Wimper zu zucken für a) entscheiden.
     
  15. So allgemein ist das schwierig zu sagen, weil nicht jede Geschwister-Beziehung gleich eng ist, überhaupt Menschen unterschiedlich enge Beziehungen zu anderen pflegen und die Lebensituationen (Fernbeziehungen, unterschiedliche Wohnorte etc) sehr unterschiedlich sind.

    Wenn sich Geschwister sehr eng verbunden sind, ist es wichtig, dass dem Partner ein großer Platz eingeräumt wird. Ich will es mal mit der besten Freundin vergleichen. Die beste Freundin nimmt sich auch zurück und lässt dem Paar Raum, um als Paar leben zu können, steht aber trotzdem in engen Kontakt.

    Ich denke auch, dass die Bedeutung der Geschwister im mittleren Lebensalter und bei der Familiengründung eher zurücktritt. Eine wichtige Bedeutung bekommen die Geschwister aber wieder im Seniorenalter.
     
  16. So äußern sich nur Menschen die selbst keinen guten Draht zur Familie haben.

    Nach inzwischen über 50 Lebensjahren und eine Menge zwischenmenschlicher Erfahrung steht für mich heute die Familie an erster Stelle. Nur meine Eltern, meine Schwester und mein Sohn sind die Menschen, auf die ich mich immer blind verlassen konnte/kann, die mich in jeder Lebenssituation unterstützen/unterstützt haben ohne irgendeinen persönlichen Nutzen.

    Familie bleibt bis zum Tod, Partner hingegen kommen und gehen. Selbstverständlich ist ein Partner wichtig für mich solange es eine Partnerschaft mit ihm gibt. Die Familie wird aber deshalb nicht unwichtiger. Es ändern sich oftmals nur die momentanen Prioritäten.
     
  17. So pauschal kann man dies nie sagen.
    Ersten ist es auch sehr wichtig, wie das Verhältnis zu den eigenen Geschwistern ist.

    Ich kenne meine “kleine“ Schwester über 40 Jahre und diese Zeit kann keine Partnerin aufholen. Natürlich gab es in der Zeit auch gute und schlechte Zeiten, wie es bei fast allen Geschwistern üblich ist. Am Ende habe ich “nur“ 1 Schwester und hatte schon viel mehre Partnerinnen.:)

    Natürlich hatte ich zur jeder Partnerin eine Liaison, aber diese Verbundenheit geht irgendwann einmal zu Ende. Das kann ich nicht über mein Verhältnis zu meiner Schwester sagen und eine neue Partnerin würde dies erst nach 30 oder 40 Jahren aufholen, was man so als Geschwister erlebt hat. Im Positiven wie im Negativen. Vielleicht stimmt ja auch der alte Spruch: Blut ist dicker als Wasser.

    Jeder hat meinen Lebensweg beeinflusst. Partnerinnen und Schwester, aber dies haben auch noch ganz andere Menschen getan. Meine Ex-Frau hat z.B. als Spanierin mein Spanisch stark verbessert und dies konnte mir niemand mit der Scheidung nehmen. Meine Schwester hat einen großen Anteil an meiner Ruhe + Geduld. Vielleicht lag es daran, dass ich mit 10 auf einmal eine Schwester hatte und eigentlich wollte ich lieber einen Hund. So bekam ich damals zu Weihnachten einem Collie. (meine Schwester hat am 23.12. Geburtstag). Damit zog sie mich immer auf. Ohne Sie wäre die Familie weiter Hundeklos geblieben.
    Was ist jetzt besser?
    Der Hund oder die Spanischkenntnisse.
    Sehr gutes Spanisch habe ich immer noch, aber leider musste ich den Hund als 17 Jahre alt war damals begraben.
     
  18. Bei mir stimmt das. Aber! Mir geht es nicht generell darum, dass der Partner immer an erster Stelle stehen sollte. Sondern die meiste Zeit, solange die Beziehung besteht - eben je nach aktuellem Zustand. Weshalb bin ich sonst mit ihm zusammen?

    Nicht nachvollziehbar und darum geht es mir sind die Partner, die gefühlt häufiger bei Ihrer Familie sind als sonstwo im Leben
     
    • # 18
    • 22.08.2017
    • frei
    Ich habe heute ein ziemlich schlechtes Verhältnis zu meinem Bruder.
    Wir sehen uns seit vielen Jahren vielleicht 5 mal im Jahr für einen Nachmittag und dann reden wir kaum miteinander oder es kracht ganz schnell.
    Nun hat es mit mir ( eigentlich mit meiner Tochter, aber ich stellte mich hinter sie, als er mir zu verstehen gab, ich solle sie zurückpfeifen ) zu vorletzten Ostern gekracht. Ich sah ihn dann erst an Weihnachten wieder und da krachte es dann mit meiner Mutter, so dass er jetzt gar nicht mehr kommt.
    Mein Bruder ist schwierig, so ein Typ 'alles Geisterfahrer hier', d.h. er verkackt es mit allen und denkt, alle anderen sind doof und er der einzig normale.

    Ich hatte früher ein extrem enges Verhältnis mit meinem Bruder. Nachdem mein Vater unsere Mutter vergrault hatte, blieben mein Bruder und ich, vier und drei Jahre alt, beim Vater und da der uns viel allein ließ, waren wir beide das einzige, was wir hatten.
    Mein Vater holte uns immer zu spät vom KiGa ab und die Erzieherinnen stellten uns einfach auf die Straße. Ich kann mich an das lange Warten erinnern, aber nicht an Angst, denn mein großer Bruder war ja da. Dito, wenn mein Vater nachts ausging.
    Wir waren wie siamesische Zwillinge bis wir groß waren und ich schaute immer zu ihm auf.
    Er war ( und ist ) so unglaublich intelligent und gebildet und das ist für mich noch heute das, was mich an Männern flasht.
    Und er ist unglaublich arrogant und selbstgerecht und das turnt mich bei ihm und allen anderen Leuten ab.

    Was ist jetzt wichtiger, mein Bruder heute oder mein Bruder früher ?
    Ich will meinen Bruder heute nicht mehr treffen, aber irgendwie doch und seine Meinung ist mir unglaublich wichtig.
    Ich will, dass er mich toll findet.
    Findet er aber nicht, er findet nur sich toll.
    Nicht mal sein eigenes Kind, nur sich.

    Ich sehe, dass mein Bruder ein furchtbarer Mensch ist.
    Ich sehe, dass mein Freund ein wunderbarer Mensch ist.

    Wenn ich mir die Vorstellung eines Hausbrands imaginiere, nur wir drei im brennenden Haus. Die beiden Männer hilflos und ich kann einen retten. Nur einen, dann stürzt das Haus ein. Wen trage ich raus ? ( theoretisch, ich könnte keinen der beiden tragen )
    Ich habe kurz überlegt. Ich würde meinen Bruder retten.

    Wenn ich mir die Vorstellung eines gemeinsamen Urlaubs imaginiere oder einer WG und ich muss mit einem der beiden zusammenleben, muss ich nicht überlegen. Ich würde mit meinem Freund zusammen leben.

    Am Ende meines Lebens wird mein Bruder der Mensch sein, den ich längsten kannte. Männer kommen und gehen.

    w 50
     
  19. Wegen der Ursprungs-Familie auf eigene Familie zu verzichten, ist natürlich nicht vorgesehen.

    Ansonsten ist in der Natur und gerade auch in ursprünglich lebenden Kulturen vorgesehen, dass in engem Kontakt mit der Herkunftsfamilie gelebt wird. Die Sippe hilft und wirkt darauf hin, die Jungen aufzuziehen. Da scheinst Du, auf einem ganz anderen Planeten zu leben.

    Es ist gerade nicht normal, dass sich ein Paar zusammen tut und dann zu zweit alleine abgetrennt von den Ursprungs-Familien eine Familie gründet, eine Frau dann mit einem "Jungen" alleine in der Familienwohnung sitzt, bis der Kleine Abitur hat. Ganz im Gegenteil. Das ist nur in einer Welt anzutreffen, die sich hoch zivilisiert nennt.

    Es war bei uns bis vor einigen Jahrzehnten noch normal und ist in der überwiegenden Welt normal, dass die Kinder in der Nähe der Eltern bleiben, oft sogar im selben Haus, und diese als Alte mit versorgen. Das Ehepaar lebt in der Sippe / in der Nähe einer der Eltern. Traditionell heiratet die Frau in die Familie des Mannes.

    Bei Säugetieren, die im sozialen Verband leben, bleiben die weiblichen Tiere oft ein Leben lang bei der Herkunftsfamilie. Elefanten, Löwen, Rehe, Wölfe, Wildschweine usw. leben mit ihren Müttern, Schwestern, Tanten, Töchtern, Cousinen.
    Die Männer leben separiert. Der männliche "Partner" wird von der Herde, Rotte usw. ausgewechselt, wenn er nicht mehr der stärkste ist.
     
  20. Kann ich überhaupt nicht miteinander vergleichen.. Äpfel und Birnen
    Klar bekommt mein Partner jetzt wo wir zusammenwohnen & ich ihn um einiges öfter als meine Schwester sehe mehr Aufmerksamkeit bzw mehr meiner Zeit, spielt mittlerweile wohl auch die "größere Rolle" in meinem Leben, aber da gibt es für mich nix gegeneinander aufzuwiegen.?
    Sicher ändern sich unter Geschwistern die Prioritäten, weil jeder irgendwann sein eigenes Leben lebt, aber die Beziehung zu meiner Schwester ändert sich dadurch für mich nicht.

    Mir sind beide enorm wichtig & beide haben einen Platz in meinem Leben & Herzen.
    Wenn meine Schwester mich jetzt sofort braucht, weil XY passiert ist, dann bin ich da. Wenn mein Partner mich braucht, weil XY passiert ist, bin ich da. Wenn einer von beiden eine wichtige Veranstaltung/einen wichtigen Termin hat & mich dabei haben will, bin ich da.
    Genauso auch umgekehrt; wenn ich ein wichtiges Event habe, sind beide da.
    Gehören für mich einfach beide zur Familie

    Mein Partner hat auch eine sehr enge Beziehung zu seiner Familie. Wenn ihn da jemand braucht, wäre auch er sofort da. Fände ich komisch wenn es nicht so wäre, auch wenn ich in dem Moment dann den Kürzeren ziehen würde.

    Die Familie bleibt für mich auf jeden Fall bis zum Tod, der Partner hoffentlich auch.
    Verstehe die Frage auch nicht so recht, außer einer von beiden hat ein Problem mit der Bindung zum anderen.

    Oder geht es um Geschwister die Rund um die Uhr zusammenkleben oder ganz Spezielle Situationen zB um Krankheitsfälle in denen die Schwester/der Bruder mehr Aufmerksamkeit fordert/braucht/bekommt als der Partner?
     
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  21. Hallo
    Hallo Mali,

    ich denke, dass das in jeder Beziehung unterschiedlich gewertet wird. Ich persönlich hatte immer ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Schwester, sie hat immer in der gleichen Gegend gewohnt wie ich und wir waren immer in gutem Kontakt. Ich war 18Jahre verheiratet und habe eigentlich immer gedacht, dass mir mein damaliger Mann mehr bedeutet als meine Schwester. Wie sich dann heraus gestellt hat, war das dann doch nicht so. Es war mitunter ein Trennungsgrund, dass er sich des öfteren meiner Schwester gegenüber nicht korrekt verhalten hat und er uns schon jahrelang entzweien wollte. Aber natürlich ist das nicht in jeder Familie so. Es gibt genügend Menschen, die kein gutes Verhältnis zu ihren Geschwistern haben. Das kann man definitiv nicht verallgemeinern.

    Liebe Grüße, blütenhonig
     
  22. Ich finde es irgendwie anstrengend, mit der Familie meines Freundes oder Mannes konkurrieren zu wollen. Und ich finde, dass das 2 völlig unterschiedliche Paar Schuhe sind.
    Ich kann auch nicht sagen: "Mein Partner ist wichtiger als mein Kind" - oder umgekehrt.
    Auch als jetzt Alleinerziehende würde ich niemals sagen, dass meine Kinder "wichtiger" sind.
    ZU Deinem Beispiel: Natürlich spielt der neue Mann/die neue Frau schon alleine durch den täglichen Kontakt eine im Alltag größere Rolle.
    Trotzdem sollte man seinem Partner Freiheiten einräumen ... und ob er dabei seinen Bruder ab und zu mir vorzieht oder seinen Lieblingssport, wäre mir egal solange ich ich mich geliebt fühle.
    Die Familie des neuen Partners kennt mich nicht und es dauert oft Jahre, bis man da seinen Platz findet.
    Genauso kann man ein eingespieltes Team wie 2 Brüder nicht einfach auseinanderreißen, nur weil man geheiratet hat.
    Ein Mensch gehört einem nicht, man "teilt" das Leben mit ihm...und eben auch mit anderen...
    Konkurrenz ist da nicht angebracht.
    Such dir lieber noch einen anderen Focus - Freundinnen, ein Hobby, deine eigene Familie oder sonstwas.
    Ein Partner kann einen nicht rund um die Uhr glücklich machen und bespaßen - redet offen miteinander, wenn du dich vernachlässigt fühlst - aber versuche, es positiv zu formulieren und aus deiner Sicht... also eher: "ich fühle mich zurückgesetzt, wenn du mit deinem Bruder das WE verbringst..." keine Vorwürfe... versuche auch ihn zu verstehen... ;-)
     
  23. Worauf zielt die Frage ab? Möchtest Du in Deinem Umfeld Deinen Partner gg Geschwister abwägen? Musst Du Dich zwischen ihenn entscheiden?

    Die Frage ergibt keinen Sinn.

    Wesentlicher Bestandteil eines glücklichen Lebens sind echte, ehrliche, wertvolle und bereichernde soziale Kontakte.

    Die ersten Kontakte hat ein Mensch mit seinen Eltern und seinen Geschwistern. Dann verschiebt sich die Achse Richtung soziale Kontakte im schulischen Umfeld und dann Richtung Partner. Schlußendlich gründet man seine eigene Familie - und ja, natürlich, diese hat höchste Priorität. Schließlich kümmert man sich mit dem Partner um den eigenen Nachwuchs - so will es die Natur. Was aber nicht heißen sollte, dass die anderen wertvollen Kontakte in ihrem Stellenwert reduziert werden sollten.
     
  24. Meine Familie incl. Geschwister werden immer vor den Partner kommen. Da spielt schon die Dauer eine erhebliche Rolle.
    Einen Partner, den ich vielleicht erst 1 oder 2 Jahre kenne, kann dies niemals beeinflussen. Da musste meine Partnerschaft erst 15 oder 20 Jahre dauern, um hier aufzuholen.

    Ebenso hat meine beste Freundin einen höheren Wert wie mein Partner. Auch hier spielt die Dauer der Freundschaft eine wesentliche Rolle.
     
  25. Ich kann das auch nicht vergleichen.

    Ich liebe meine Mann, mein Kind, meine Schwester und meine Eltern. Jeden anders, aber doch intensiv.

    Meine Schwester und mich verbindet ein sehr stabiles, konstantes Band.

    Von meinen Eltern habe ich mich in der Pubertät/Jugend abgenabelt, mein Kind stand dann lange Zeit irgendwie an allererster Stelle, alleine schon deshalb, weil das Zwergerl so bedingungslos liebt(e) und absolut abhängig von mir war.

    Den abnabelungsprozess beobachte ich ja bereits seit der ersten trotzphase. Aktuell in der Pubertät wird der Aktionsradius des Kindes immer größer, Abstand auch deutlicher (lange Aufenthalte in feriencamps oä).

    Ich als Mutter werde unwichtiger, der Vater tritt deutlicher in den Vordergrund bzw natürlich der Freundeskreis.

    Irgendwie ist das bei uns eine runde Sache. Je nach Lebensphase braucht der eine oder andere den einen oder anderen mehr.

    Mein Mann und ich leben erst seit 15 Jahren zusammen, wir kommen auch ohne einander gut zurecht, schätzen paarfreie Zeiten, genießen aber auch Zweisamkeit.

    Bei meinen Schwiegereltern erscheint die Abhängigkeit voneinander größer, alleine schon weil beide krank sind, und jeder für sich alleine nicht mehr alleine leben könnte (der eine ist noch sehr mobil, die andere dafür noch klar im Kopf...) Langsam werden auch die Kinder wieder wichtig(er) und präsenter...

    Das Leben ist wirklich spannend!
     
  26. Ich finde die Fragestellung unpassend, da Partnerin und Geschwister oder auch Freunde nicht vergleichbar sind. Jeder hat eine andere Funktion und eine andere gemeinsame Historie. Und natürlich ändert sich das alles auch im Laufe des Lebens.
     

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