1. Wie sollte ich mit den Trennungsschmerz umgehen?

    Hallo
    Mein Freund hat vor ca. 2 Wochen mit mir Schluss gemacht.. Anfangs war es gar nicht so schlimm für mich. Es war kein Schmerz vorhanden. Seit Montag leide ich dermaßen das ich das Gefühl habe ich drehe langsam durch. ich laufe sehr viel, aber der Schmerz wird immer schlimmer und nicht besser . einen Termin beim Psychologen habe ich erst Anfang August. Könnt ihr mir einen Tip geben wie ich bis zum Termin damit besser klarkomme. Ich verzweifle allmählich...
     
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  3. Oh je. Du arme. Das ist eine wirklich üble Zeit. Doris Wolf, eine bekannte Psychologin hat ein wunderbares Buch geschrieben: "Wenn der Partner geht". Das ist sozusagen die Bibel der Verlassenen. Sie hat es nach eigenem Erleben geschrieben und weiß, wovon sie redet. Sie hat auch eine sehr sehr gute Website, auf der Du vieles zu diesem Thema finden kannst, für mich sehr alltagstaugliche und lebensechte Ratschläge, die mir schon oft geholfen haben.

    Und nun wieder der Tipp, den ich sehr oft gebe: nimm Dir einen Zettel und schreibe auf, was an Deiner Partnerschaft, an ihm nicht gut war. Schreib auf und lies Dir das immer und immer wieder durch. Ich bin überzeugt, dass Du Dich wundern wirst, wieviel Du zu schreiben hast.

    Ich habe mir dann noch Johanniskrautkapseln besorgt und diese höchstdosiert eingenommen. Nach 2-3 Wochen merkt man schon was. Johanniskraut kann bei leichten bis mittleren Depressionen Erleichterung verschaffen. Es gilt als Phyto-Serotoninwiederaufnahmehemmer.

    Viel Glück.
     
  4. Auch wenn Du jetzt eigentlich jemanden brauchst, der Dich in den Arm nimmt versuche ich es dochmal auf die Entfernung und verbal etwas anders.

    Versuch Dir zu visualisieren, daß es mit Trennungsschmerz so ist, wie mit Nahrungsentzug.
    Die ersten Stunden merkt man nichts - klar, weil die nächste Mahlzeit sowieso noch nicht dran wäre. Ist die Zeit fürs nächste Essen vorbei, merkt man es schon stärker. Das steigert sich bis es extrem schmerzhaft und schwächend wird bis zu dem Punkt, wo das Hungergefühl schlagartig verschwindet.

    Ißt man dazwischen etwas, verzögert sich dieser Prozeß.

    Übertragen auf das Verlustgefühl: aushalten, warten, nicht auf den Verlust fokussieren. Jede Beschäftigung mit dem Ex-Partner verzögert das. Aus dieser Ecke kommt auch der Rat der strikten Einhaltung einer Kontaktsperre - nicht um den/die Ex zu strafen, sondern sich zu genesen.
     
  5. Liebe FS, fühl´Dich virtuell umarmt. Trennungsschmerz tut weh, kann so weh tun, dass alle Lebensenergie abfließt. Ich weiß es wird Dir kein Trost sein , doch Du mußt es aushalten. Es geht vorüber.
    Meine erste Trennung war für mich der Sturz ins Bodenlose, der Boden tat sich auf und ich fiel und fiel und meinte der Schmerz würde mich zerreissen. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Alle Versuche meiner Umgebung mich zu beruhigen, mich zu trösten, mich abzulenken schlugen fehl. Ich litt und lies den Schmerz zu. Ich heulte, ich las gefühlt 1.000.000 mal alle Briefe(damals gab´s noch kein Handy, Mail etc.) hörte unsere Musik , sah mir die Bilder an etc. Und ich ging in den Wald und schrie meinen Schmerz hinaus. Nach Wochen wurde es langsam besser, der Schmerz lies nach und dann half mir ebenfalls eine Therapie um das alles zu verarbeiten.
    Vielleicht hilft Dir der Gedanke, dass Du damit nicht alleine bist, dass viele diesen Weg schon gegangen sind, sie alle sind bei Dir. Alles Gute für Dich!
     
  6. Warum rennst du nach zwei Wochen Trennung direkt zum Psychologen? Warum machst du die Sache nicht erst mit dir aus? Wächst daran!

    Trennungsschmerz ist völlig normal. Den kenne selbst ich obwohl ich diejenige war, die sich getrennt hat weil die Liebe zu meinem Ex-Ehemann aufgrund gewisser Vorkommnisse schleichend gestorben ist. Ein Jahr habe ich gebraucht, um meine Ehe im Kopf abzuhaken. Schließlich habe auch ich nicht geheiratet um mich irgendwann wieder scheiden zu lasen. Ansprechpartner in dieser Zeit waren meine Mutter, meine Schwester und eine Freundin. Gespräche, etwas herauslassen, sind enorm wichtig. Einen Psychologen brauchte ich nicht, der sollte m. E. am Ende der Reihe stehen, immer nur dann aufgesucht werden wenn man eine Sache selbst nach langer Zeit noch nicht abgeschlossen hat. Der Verarbeitungsprozess dauert nun einmal, ein paar Monate, durchaus auch ein Jahr. Länger aber nicht, dann stimmt etwas mit einem selbst nicht. Die Ursachen liegen womöglich dann ganz wo anders.

    Bei dir ist es gerade gut 14 Tage her, du hast die Trennung womöglich noch gar nicht so wirklich realisiert, machst aber trotzdem ein Drama daraus. Was sollen die Menschen sagen, die einen anderen durch Tod verloren haben. Z. B. eine Mutter, die ihr Kind beerdigen musste, weil Autounfall oder Krankheit. Das Kind kommt nie wieder! Mach‘ dir das einmal bewusst. Lass die Trauer zu und reflektiere die ehemalige Partnerschaft. Realistisch, dann kommst du mit Sicherheit dahinter, warum diese letztendlich gescheitert ist und denkst weitaus weniger wehmütig daran zurück...und das Geld für den Psychologen kannst du dir auch sparen.
     
  7. Ich war mit meinem ex 6,5 Jahre zusammen und als dann von ihm die Trennung ausging, war ich ganz schön am Boden. ich habe mir dann eine Liste gemacht mit Dingen, die ich schon immer mal machen wollte und die mit ihm gar nicht möglich gewesen wären. Und so habe ich eine Reihe toller Hobbys gefunden. Und freunde waren wichtig. ich habe mich mit freunden getroffen und abgelenkt, sei es durch kino, nette spieleabende oder ratschen etc. und über andere Dinge gesprochen als über Liebeskummer (soweit es ging). Und eine neue Frisur zugelegt. Mein Freund fand meine blonden langen Haare toll. Ich nicht: hab sie abgeschnitten und dunkel gefärbt. Würde ich jeder Zeit wieder so machen. Alles Gute dir.
     
  8. Wenn du gar nicht mehr klar kommst, dann gibt es auch eine Notsprechstunde beim Psychologen. Ansonsten hilft Ablenken, sich selber Aufgaben stellen, Freunde treffen und körperliche Betätigung mir ganz gut. Gute Besserung Dir.
     
  9. Ob es die Bibel der Verlassenen ist, weiß ich nicht, aber ich kenne die website dieser Autorin und finde sie die beste zu dem Thema. Egal ob Beziehung, Trennung, Seitensprung, Sexualität... Wirklich super, aufschlussreich, du fühlst dich verstanden und merkst, du bist nicht allein.

    Ansonsten gibt es freie, "heilpraktische" Psychologen, da kriegst du schneller einen Termin, musst aber selbst zahlen. Dafür haben die oft ganz interessanten "Hokuspokus" von Hypnosetherapie über Familienstellen. Manchen hat das sehr geholfen. Im schlimmsten Fall gehst du halt als Notfallpatient zum Psychiater.

    Das wirst du aber nicht brauchen, wenn du die Erklärungen und Ratschläge von Doris Wolf liest.

    Ach und eins noch: Du kennst die Berliner Band "Die Ärzte" und deren Hit "Zu spät"? Ganz laut aufdrehen und mitsingen. Mit kleinen Abwandlungen "Ich werd die Herzen aller Männer brechen";-)
     
  10. Du hast schon einen Termine beim Psychologen gemacht? Das ist doch sehr ungewöhnlich! Ich bezweifle auch, dass dir der mehr geben könnte als ein Freund, der dir zuhört und dich aufbaut!

    Was dir fehlt, ist, lernen zu müssen, dass Trennungen zum Leben dazugehören und die Welt trotzdem nicht davon untergeht. Jeder Mensch wird dich eines Tages verlassen, das wird sich immer wieder wiederholen.

    Das Geheimnis ist: emotionale Unabhängigkeit und sein eigener wertvoller Mensch sein. Ein Partner soll nur eine Ergänzung sein, aber es geht auch ohne ihn. Das alles wird dir ein Psychologe wahrscheinlich nicht beibringen.

    Halte Freundschaften aufrecht, schaffe dir soziale Netzwerke. Sowohl jetzt, als auch während einer Beziehung. Damit dein Partner nicht 100 % deines Fokusses bekommt und deine Welt dann zu 100 % kaputt ist, wenn der Partner weg ist.
     
  11. Ich denke auch, dass es am besten ist mit Freunden/Bekannten darüber zu reden. Das hilft meistens sehr viel, da die meisten schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht haben und geteiltes Leid ist halbes Leid. Außerdem teilen sie die Emotionen und können auch mal sagen der Typ ist wirklich ein A... und wenn man dann gemeinsam lacht, wirkt das meistens befreiend.

    Psychologen werden hingegen nichts von ihren Erfahrungen erzählen, sie werden auch deinen Partner nicht bewerten und, wenn wir ganz ehrlich sind, interessiert es sie auch nicht, denn sie verdienen damit lediglich ihr Geld. Dazu gibt es einen passenden Witz:

    Ein Mann kommt zum Psychologen.

    Mann: „Ich fühle mich nicht verstanden“
    Psychologe: „Sie haben das Gefühl, dass andere sich nicht in sie hineinversetzen können.“

    Mann: „Ich weiß nicht, was ich tun soll!“
    Psychologe: „Sie sind ratlos!“

    Mann: „Ich werde meinem Leben ein Ende setzen.“
    Psychologe: „Sie denken an Suizid.

    Mann steht auf, springt aus dem Fenster der Praxis des zehnten Stockwerkes.
    Psychologe: „Platsch…“
     
    • # 10
    • 14.07.2017
    • Loba
    Sei gut zu dir und umsorge dich. Unterstütze dein Energiesystem. Mit Yoga, Johanniskraut, TCM oder was auch immer dir liegt.
    Denk an all die schönen Dinge, die dir Freude machen und die du mit ihm zusammen nicht tun konntest, weil er kein Interesse daran hatte.
    Mir hat geholfen, "unsere Orte" bewusst abzuklappern. Ich habe mich dort hingesetzt und fühlte mich natürlich erst getriggert. Ich blieb so lange zum Meditieren dort, bis der Schmerz aufgehört hat und ich das Gefühl hatte, der Ort "gehört wieder mir alleine". Egal, ob es ein Café war oder ein Spazierweg. Ich habe auch alle Nachrichten auf dem Handy gelöscht.
    Die vorgeschlagene Negativliste an Eigenschaften, die dir an ihm nicht gefallen haben, finde ich auch gut. Wenn die Erinnerung an ein gutes Erlebnis mit ihm aufkommt, halte zwei negative Situationen dagegen.
    Sei kreativ, vielleicht findest du deine eigene handgestrickte Methode.
    Vielleicht erkennst du irgendwann auch, was dir alles an Ärger und Kummer erspart geblieben ist, weil du nicht mehr mit ihm zusammen bist. Und freue dich, wenn du dann so etwas wie Erleichterung verspüren kannst.
     
  12. Der Trennungsschmerz eines Verlassenden mag sicher existieren - aber ich bezweifle, dass er sich mit dem vergleichen lässt, den der Verlassene ertragen muss. Insofern finde ich diese "Ratschläge" eher unpassend und bevormundend als hilfreich.
     
  13. Einen Psychologen zu konsultieren ist eine gute Idee. Da bespricht man dieses Thema anders, als mit Freunden oder Familie.
    Ich bin schon länger in einer Psychotherapie. Eigentlich wegen einer Erkrankung. Allerdings bin ich so froh, dass sie mich total abgefangen hat, als mein Mann vor ein paar Wochen meinte, dass er sich scheiden lassen möchte. Also trau Dich nur! Sie wird Dir helfen!
     
  14. Liebe FS,

    es gibt einen alten sehr wahren Spruch: "Die Zeit heilt alle Wunden." Bitte mach Dir bewusst, dass Deine Schmerzen ein vorübergehender Zustand sind und es wieder besser wird! Es wird nicht nach einem Monat alles OK sein, aber es wird jeden Tag besser! Du wirst erstmal zu Dir selbst finden, zu der Person, die Du um Deinen Partner willen lange vernachlässtigt hast. Pflege diese Person sorgsam. Sei gut zu Dir, wende Dich dem zu, was Dir Spaß macht. Und wisse immer: es wird wieder gut! Eine reine Frage der Zeit und Geduld!

    Und dann wirst Du irgendwann zurückblicken, wenn Dein Leben neu geordnet ist, und Dir denken: Gut, dass es so gelaufen ist und nicht anders! Dann hast Du einen neuen Partner an Deiner Seite und in der Zwischenzeit sehr viel gelebt/ erlebt! Und hier kommt der nächste alte, aber sehr wahre Spruch: "Eine Tür geht zu, eine andere öffnet sich!"

    Ich wünsche Dir viel Kraft. Du schaffst das und kommst gestärkt wieder raus!
     
  15. Der schlimmste Trennungsschmerz war von/ bei einer Frau mit der ich nicht zusammengekommen bin. Das war sehr übel. Was hat mir geholfen? Tanzen (Tango Argentino, Salsa) - nahezu täglich. Natur (in 5 Minuten kann ich den ersten Berg ersteigen). Schreiben: Ich habe quasi all meine Gefühle zu Papier gebracht, in kl. Streifen ausgeschnitten, in einem Paperblanks-Buch eingeklebt, mit Lederpapier umwickelt und an 2-3 Menschen verschenkt. Das alles ließ mich den ersten Trennungsschmerz vergessen.

    Ich habe bald meine allerliebste Flamenco-Lehrerin, welche auch Ballett-Lehrerin/-Meisterin ist, getroffen, die mir, ohne es zu wissen, sehr geholfen hat (durch das Flamenco tanzen, durch relativ viele Tanz-Auftritte zu der sie mich eingeladen hat - und die ich gerne mitgemacht habe, durch viele lustige, innige Gespräche). Ohne diesen für mich liebsten Menschen hätte ich nicht oder schwer geschafft. Das hat tiefe Narben geglättet.

    Ich habe ca. nach 1-2 Jahren danach meine letzte Freundin getroffen. Eine Künstlerin (Sängerin). Sie konnte lachen wie der lustigste Clown, hatte Phantasie wie Leonardo da Vinci und südländisches Temperament. Klarerweise hatte sie keine Chance gegen mich und ich habe sie in diesen drei Kategorien übertroffen. Spaß beiseite. Auch wenn ich sie zu Beginn mehrmals mit falschen Namen angesprochen habe (den Namen der Frau mit dem schlimmsten Trennungsschmerz) war es eine wunderbare, äußerst schöne und phänomenal lustige Beziehung (aber eine Fernbeziehung, die irgendwann leider den Plafond erreichte) mit einer Frau, die ich geliebt habe - und mit der ich mir mehr hätte vorstellen können. Lange Rede kurzer Sinn: Ich konnte quasi (ausgenommen zu Beginn) den Trennungsschmerz nahezu überwinden.

    Vergessen habe ich sie nicht. Ich liebe sie immer noch sehr. Ich kann aber leben, atmen, lachen und weiß, dass ich - mit der Richtigen - zu einer richtigen Beziehung fähig bin, die passt. Das ich auch meine Einstellung zum Leben. Lerne aus der Vgh., lebe in der Gegenwart, schaue in die Zukunft. Innige Gefühle werde ich aber nie abspalten, weil es für mich, mehr noch als Phantasie und Zeit, das Kostbarste im Leben ist. Ich gehe sorgsam mit dem Wort Liebe um, weil ich auch sorgsam liebe.

    p.s.
    Halte den Termin aber aufrecht.
     
  16. Man sollte sich auch einreden, dass man jetzt ungebunden und frei zu neuen Ufern ist. Wenn man immer noch einen Trennungsschmerz hat, dann hat man das Ende der Beziehung nicht verarbeitet und ist für eine neue Beziehung noch nicht bereit.
     

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