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Bernhard, 41
Vertriebsleiter
Hamburg

Bernhard, 41
Vertriebsleiter
Hamburg

„Ich bin kein Typ, der Frauen in der Bar anquatscht“

Bernhard

bereits "verkuppelt"

Bernhard ist ein hochgewachsener Saarländer mit dem freundlichen Lächeln. Er hat schon in München, Mailand, St. Gallen, Frankfurt und Leipzig gelebt. Ein Posten bei einer Logistikfirma lockte ihn im Oktober 2013 nach Hamburg. Willkommener Nebeneffekt: Jetzt lernt er endlich die deutsche Ost- und Nordseeküste kennen. Der Betriebswirt bewohnt eine schöne, geräumige Etagenwohnung in der Nähe der Alster, die er gern joggend umrundet. Er nimmt ein kaltes Bier aus dem Kühlschrank und stellt es auf den Balkontisch.

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ElitePartner: In Ihrer Küche steht eine Vase, darauf ist ein Bild mit Mao Tse-tung. Sind Sie Mao-Fan?

Bernhard: „Sicher nicht. Ich war ein paar Mal für einen großen deutschen Industriekonzern in China. Das waren durchorganisierte Reisen, aber ich habe kleine Freiräume genutzt, bin mal von Hongkong auf eigene Faust nach Shenzhen gefahren, die industrielle Boomregion. Ich habe mit jungen Chinesen gesprochen, über ihr Leben, auch über Politik. Darüber haben die auch offen geredet. Die Vase ist ein Souvenir. Zugegeben: Nicht jeder meiner Gäste findet das witzig. Mich erinnert die Vase daran, woher die Chinesen kommen. Denen ist jahrzehntelang jeder Egoismus ausgetrieben worden. Und als Gegenreaktion zählt eben heute für viele vor allem: ich, ich, ich. Das muss man wissen, um sie zu verstehen.“

ElitePartner: Sie sind 41, Single, haben keine Kinder. Geht für Sie auch das Ich vor?

„Bernhard: Ich arbeite mehr als 50 Stunden die Woche, mein Job ist mir wichtig. Aber mir fehlt die andere Hälfte im Leben: eine Partnerschaft und Kinder. Was nützt Erfolg, wenn man ihn nicht teilen kann? Ich bin nicht gern allein.“

„Was nützt Erfolg, wenn man ihn nicht teilen kann?“

Worauf würden Sie denn verzichten, zugunsten von Partnerschaft und Familie?

„Das kann ich vorab schlecht einschätzen. Ich weiß nur: Es kann im Leben nicht nur darum gehen, sich selbst zu optimieren. Wir würden das gemeinsam angehen, als Partner.“

Er windet sich ein bisschen bei der Antwort. Verzicht, ja, das müsste wohl sein. Wenn er über sein Leben nachdenkt, bleibt ihm eine gewisse Ironie nicht verborgen. Nach dem Studium stand Bernhard kurz davor, einem Freund in die Entwicklungshilfe zu folgen, entschied sich aber dagegen.

„Ich dachte an das unstete Leben im Ausland, die ständigen Umzüge. Wie sollte ich da eine Familie gründen? So schreckte ich zurück und ging in die Beratung und ins Management – und stehe mit Anfang 40 auch ohne Familie da.“

„Wenn meine Partnerin ein Kind mitbringt, ist das okay“

Mit was für einer Frau möchten Sie Ihr Leben teilen?

„Ich bin auf keinen Typ festgelegt, aber ein paar Dinge sind mir wichtig. Dass meine Partnerin Ziele hat im Leben, einen eigenen Antrieb. Ich möchte gern ein eigenes Kind haben – wenn meine Partnerin schon ein Kind mitbringt, ist das auch okay. Sie sollte Humor haben und ein geselliger Mensch sein. Ich lade gern Freunde ein und koche für sie.“

Und was servieren Sie dann?

„Wer mag, kann für den Aperitif einen Blick auf meine Gin-Auswahl werfen. Der Spirituosenschrank ist übrigens ein Mitbringsel aus Bali. Zuletzt habe ich eine Saltimbocca gekocht, und davor eine Lammkeule in Zitronengras. Ein passender, guter Wein ist immer im Haus.“

Seine große Wohnküche erzählt einiges über Bernhard. Südostasien bereist er immer wieder, mal zum Tauchen, mal für Rucksackreisen auf eigene Faust. Er stammt aus Saarbrücken, wo der Einfluss der französischen Lebensart spürbar ist. Expressionistische Gemälde an der Wand, sie zeigen saarländische Industrielandschaft. Sein Vater, Jurist, und seine Mutter, Kinderärztin, genießen längst gemeinsam ihren Ruhestand. Sie wurden spät Eltern für damalige Verhältnisse. Seine Mutter bekam Bernhards ältere Schwester erst mit 37. Warum das so kam, war nie ein großes Thema in der Familie. Bernhard hat eine Lektion mitgenommen, die ihn heute zuversichtlich stimmt: Auch eine späte Familie – genau genommen: jede Familie – kann Glück bedeuten. Er ist einer, der keine Lust hat, mit dem Schicksal zu hadern.

„Meine Schwester ist zweimal geschieden, ich bin Patenonkel ihres ältesten Sohnes, der ist zehn. Der sagte neulich: Klar ist es schade, dass Papa nicht bei uns wohnt. Aber so habe ich das Glück gehabt, Mamas neuen Freund kennenzulernen. Das hat mich sehr berührt.“

Sie wünschen sich eine Familie. Warum hat das noch nicht geklappt?

„Ich habe lange in Frankfurt am Main gelebt und dort mit meiner Freundin zusammengewohnt. Wir waren sehr eng, haben im gleichen Unternehmen gearbeitet, in unterschiedlichen Abteilungen. Das war nicht immer leicht, aber letztlich ist die Beziehung an einem Punkt gescheitert: Ich wollte Kinder, sie nicht.“

„Ich wollte Kinder, sie nicht.“

Wie sind Sie mit dieser Enttäuschung umgegangen?

„So eine Trennung ist nicht leicht. Ich zog aus und nahm meine Möbel mit. Und wenig später folgte ich einem Jobangebot in Leipzig. Ich verließ den gemeinsamen Arbeitgeber, das half. Heute haben wir guten Kontakt.“

Leipzig, eine spannende Stadt.

„Ohne Zweifel. Ich hatte ein schönes Auto und machte Ausfahrten in die sächsische Schweiz. Fantastische Landschaft. Aber glücklich bin ich nicht geworden. Die Möglichkeiten im Job erwiesen sich als eingeschränkt. Und zu den Sachsen habe ich auch keinen Zugang gefunden.“

Leipzig war eine Sackgasse in Bernhards Leben, privat und beruflich. Komm zurück zu uns, sagten seine alten Chefs. Aber das wäre das öffentliche Eingeständnis einer Niederlage gewesen. Bernhard suchte sich ein neues Ziel – und fand es in Hamburg. Er ist einer, den Rückschläge nicht lang zu erschüttern scheinen. In der Liebe hat er eine vielleicht noch größere Enttäuschung erlebt. Ende 20 war er, die Details möchte er nicht ausbreiten.

Viele hätten sich gefragt: Kann ich je wieder einer Frau vertrauen?

„So denke ich nicht. Das ist eben das Leben. Wie kann Vertrauen entstehen, wenn ich die SMS meiner Partnerin durchsuche? Mein Problem war eher: Ich bin nicht der Typ, der Frauen in der Bar anquatscht. Deshalb habe ich es ja vor gut zehn Jahren schon einmal mit Online-Dating versucht.“

„Bei jedem Date musste das Besondere passieren.“

Dann sind Sie jetzt ein Profi.

„Jedenfalls gehe ich das jetzt entspannter an als vor zehn Jahren. Mit Anfang 30 waren meine Erwartungen zu hoch, damit stieg der Druck und das Unbehagen. Bei jedem Date musste das Besondere passieren. Jetzt weiß ich: Es verläuft doch zunächst unspektakulär. Wenn man sich nett unterhält und einen schönen Abend hat, ist das schon eine gute Basis.“

„Viele Frauen gehen beim Date eine Checkliste durch.“

Gibt es wiederkehrende Erfahrungen?

„Oh ja. Manche Frauen stellen Fotos in ihr Profil, auf denen man sie kaum wiedererkennt, um es mal so zu sagen. Oft habe ich das Gefühl: Beim Treffen geht mein Date im Kopf eine Checkliste durch und macht Häkchen. Und leider habe ich mehrmals erlebt, dass Frauen einfach ohne Erklärung den Kontakt abbrechen, sogar kurz vor vereinbarten Treffen. So etwas mache ich nicht. Eine Verabredung hält man ein. Kommt etwas dazwischen, sage ich ab – ist aber erst einmal passiert.“

Vorbildlich. Und bringen Sie Ihr Date stilecht in Ihrer schicken Kutsche nach Hause?

„Wenn es die Situation erlaubt, mache ich das. Früher hatte ich einen gebrauchten, sehr sportlichen Mercedes, den habe ich aber verkauft. Ich fahre jetzt einen Dienstwagen, von meinem Vorgänger übernommen. Ein Kombi, eine Familienkutsche. Vielleicht ein gutes Omen, wer weiß?“

(Portraitfotos: Inga Sommer PHOTOGRAPHIE)

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