Mann und Frau lachen gemeinsam im Café beim Slow Dating

Slow Dating: Achtsamkeit liegt auch bei der Partnersuche im Trend

von Beatrice Bartsch , 31. Juli 2020

Achtsamkeit beim Dating liegt im Trend, das zeigt die bevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie 20201. Neun von zehn Singles daten lieber wenig, dafür bewusster. Den meisten ist wichtig, dass sich ihr Gegenüber wohlfühlt, selbst dann, wenn es doch nicht passt. Interessant: Männer sind stärker darauf bedacht, beim Date ein gutes Bild abzugeben und unbedingt zu gefallen.

Fast Dating war mal: Neun von zehn Singles daten lieber wenig und dafür bewusster

In der bevölkerungsrepräsentativen ElitePartner-Studie 2020 wurden 1.293 Singles gebeten, sich jeweils zwischen zwei Aussagen rund um das Thema Dating zu entscheiden. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die meisten daten nicht wild drauf los sondern achten auf das eigene Wohlbefinden ebenso wie auf das ihres Gegenübers. Insbesondere Frauen nehmen sich Zeit, statt schnell viele Date-Partner durchzuprobieren. 94 Prozent von ihnen geben an, dass sie wenig und dafür bewusster daten. Männer versuchen zwar im Alter zwischen 30 und 39 durch viele Dates ihre Chancen zu erhöhen (19 Prozent). Doch insgesamt setzen auch die allermeisten Männer eher auf Slow Dating (89 Prozent).

Beliebtheit oder Authentizität? Männer achten eher darauf, einen guten Eindruck zu machen

Galt es gerade für Frauen über Jahrzehnte als selbstverständlich, zu gefallen, herrscht heute ein größeres Bewusstsein für Authentizität. Nur jede vierte Single-Frau ist um jeden Preis auf positive Resonanz aus (26 Prozent). Die meisten zeigen sich lieber so, wie sie sind – auch wenn sie damit nicht jedem gefallen (74 Prozent). Männer sind in dieser Hinsicht nicht ganz so selbstbewusst: Jeder dritte Mann legt großen Wert darauf, beim Treffen ein gutes Bild abzugeben (34 Prozent). Der Drang, zu gefallen, scheint aber auch altersabhängig zu sein: Bei den unter 30-Jährigen legen 38 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen mehr wert auf einen guten Eindruck zu machen, als darauf, sie selbst zu sein. In den Dreißigern sind es sogar 39 Prozent der Männer – aber nur noch 23 Prozent der Frauen.

Diplom-Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner zum Slow Dating-Trend: „Es entsteht ein Bewusstsein, dass Echtheit sich lohnt“

„Die allgegenwärtige Optimierungstendenz und die Aufwärtsspirale aus immer schnellerem Wisch-und-Weg Kennenlernen stoßen bei vielen auf zunehmenden Widerstand“, so Diplom-Psychologin und ElitePartner-Expertin Lisa Fischbach. „Bei einem sensiblen Thema wie der Partnersuche scheint sich ein Bewusstsein zu etablieren, dass weniger mehr ist und sich Echtheit im direkten Kontakt lohnt, anstatt sich hinter Filtern oder Fassaden zu verstecken. Bleibt zu hoffen, dass die vergangenen Monate der Pandemie die positive Entwicklung beim Slow-Dating weiter verstärkt und menschliche Werte wieder mehr und nachhaltig im Umgang miteinander verankert werden.“

Respektvolles Dating ist in – doch jeder achte Mann will beim Date bloß seinen Spaß

Der Wunsch, zu gefallen, mag auch mit der Angst vor Ablehnung und respektlosem Umgang zusammenhängen. In den meisten Fällen ist diese Sorge aber unbegründet: Die Mehrheit der Singles achtet darauf, dass sich beim Date beide wohlfühlen, selbst wenn es nicht funkt (88 Prozent). Insbesondere Frauen liegt das Wohlbefinden ihres Gegenübers am Herzen (91 Prozent). Auch die meisten Männer sind in dieser Hinsicht rücksichtsvoll (87 Prozent). Allerdings finden sich unter Männern vergleichsweise mehr Egoisten: Jedem achten Single-Mann geht es beim Date vor allem darum, seinen Spaß zu haben (13 Prozent), unter 30 ist es sogar jeder sechste (17 Prozent).

Jüngere daten eher zielgerichtet, ältere ergebnisoffen

Selbst wenn das Ziel sein mag, die Beziehung fürs Leben zu finden, gehen die meisten Alleinstehenden ohne viel Erwartungsdruck an ein Treffen heran. 65 Prozent interessieren sich vor allem für den Menschen hinter dem Profil und sehen Dates ergebnisoffen. Es gibt aber auch klar effizienzbewusste Singles: Etwa jeder Dritte sieht persönliche Treffen nur dann als sinnvoll an, wenn er oder sie dadurch dem Ziel näherkommt, eine Beziehung zu finden (35 Prozent). Insbesondere jüngere Singles bis 39 Jahre haben nur dann Lust auf ein Date, wenn es zielführend ist (unter 30: 47 Prozent, 30- bis 39: 44 Prozent).

Vor allem Frauen möchten nach einer Trennung erst einmal zu sich selbst finden

Auch was das Timing der Partnersuche betrifft, versuchen Singles, achtsam mit sich und anderen umzugehen. Zwar möchte jeder siebte Mann nach dem Beziehungsaus schnell wieder mit der Partnersuche starten (14 Prozent) – bei den Frauen haben es gerade einmal fünf Prozent so eilig. Doch die meisten Singles wollen grundsätzlich erst einmal zu sich selbst finden, bevor sie wieder auf die Suche gehen (90 Prozent) Sie warten nach der Trennung lieber ab, bis sie wirklich wieder offen für etwas Neues sind.