Kluge Frau steht mit Rücken zur Wand mit verschiedenen Richtungen vor sich und ist einsam

Die Einsamkeit der klugen Frauen

von: ElitePartner Redaktion , 5. Juni 2009

Dass besonders gebildete Frauen es schwer haben, einen Partner zu finden, ist lange bekannt. Warum ändert sich daran nichts, möchte man fragen. Denn die Super-Frauen haben schließlich einiges zu bieten. Über die Einsamkeit der klugen Frauen und was sie dagegen tun können.

Professor Karl Grammer vom Ludwig Boltzmann Institut für Stadtethologie der Universität Wien erforscht seit Langem das Partnersuchverhalten moderner Großstädter. Er sagt: Wie in der Wirtschaft wird auch bei der Partnersuche der Markt von Angebot und Nachfrage reguliert. Nun gibt es überdurchschnittlich viele Akademikerinnen über 35 unter den elf Millionen deutschen Singles, da die Zahl der berufstätigen Frauen mit Diplom seit Anfang der Neunziger Jahre um mehr als 70 Prozent gestiegen ist.

Schieflage am Markt

Bei Männern sind weibliche Singles ab Mitte 30 jedoch immer weniger gefragt. Männer heiraten im Durchschnitt mit 32. Bis eine Frau die Uni absolviert und im Beruf Fuß gefasst, sind die für sie passenden Männer längst unter der Haube. Die meisten Paare haben sich bereits gefunden. Übrig bleiben die schwer Vermittelbaren: Männliche Hartz-IV-Empfänger und berufstätige Akademikerinnen. In den USA ist dieser Trend schon länger auszumachen, abzulesen am anhaltenden Erfolg von Serien wie „Sex and the City“ oder „Ally McBeal“. Die Einsamkeit der Super-Frauen könnte ein Ende finden – wenn sie sich auf Männer einließen, die ihnen Status-mäßig unterlegen sind. Die Wirtschafts-Managerin und der Hartz-IV-Empfänger. Warum eigentlich nicht? Immerhin 18 Prozent der klugen Frauen müssten sich „nach unten“ orientieren, so Experten. Aber warum sind es eigentlich nur die Frauen, die ihre Ansprüche und ihre Partnerwahl-Kriterien ummodeln sollen? Erfolgreiche Männer tun sich problemlos mit Frauen zusammen, die ihnen sowohl alters- als oft auch bildungsmäßig unterlegen sind. Viele Studien ergaben: Die wenigsten Männer können sich vorstellen, mit einer Frau zusammen zu sein, die ihnen intellektuell überlegen ist. Laut jüngster Schell-Jugendstudie wünschen sich 80 Prozent der jungen Frauen Kinder und Karriere, doch nur 40 Prozent der jungen Männer zögen eine gleichberechtigte Partnerschaft in Erwägung.

Männer wollen Jüngere

Trotz gegenteiliger Beteuerungen suchen Männer in erster Linie eine jüngere Frau. Schuld ist mal wieder die Evolution, denn die jungen, gesunden Frauen, gewährleisten den besten Nachwuchs. Männer, so Professor Grammer, suchten in erster Linie eine Frau, die nett, verständnisvoll, gesund und attraktiv sei – ihre Intelligenz sei nebensächlich. Somit seien die Attribute, mit denen erfolgreiche Akademikerinnen punkten könnten Intelligenz, Durchsetzungsvermögen und ein hoher Status – bei Männern überhaupt nicht gefragt. Lieber wählen die älteren Männer die junge, ungebildete Frau statt die Akademikerin. Da aber über die Hälfte aller Uniabsolventen inzwischen weiblich sind, herrscht auf dem Heiratsmarkt folglich diese eklatante Schieflage. Doch für die ungebildeten Männer entschiedet sich frau nur ungern. Sie sucht nicht nur das Alpha-Männchen, das ihr optimales Erbgut verspricht. Er muss auch verlässlich und fürsorglich sein und für die Aufzucht der Nachkommen langfristig zur Verfügung stehen. Dabei hätte sie es eigentlich gar nicht mehr nötig, weil sie sich selbst sehr gut versorgen kann. Die Wahrscheinlichkeit, den richtigen Mann fürs Leben zu finden, nimmt für eine Frau proportional zum steigenden Alter ab, bei Männern spielt das Einkommen die entscheidende Rolle. Frustrierend für Frauen über vierzig, die sich eigentlich richtig ins Zeug legen müssten, um den richtigen Partner zu finden, um gegen die jüngere Konkurrenz punkten zu können. Aber der Münchener Professor Grammer hat auch festgestellt, dass mit zunehmendem Alter die weibliche Bereitschaft zur Partnersuche eher abnimmt. Denn sie geben sich eben nicht damit zufrieden „irgendeinen“ zu nehmen, was Frauen wollen, ist „den Richtigen“ zu finden. Kein Wunder also, dass viele Akademikerinnen dann leer ausgehen.

Andere Länder – andere Partnerwahl-Sitten

In den USA, Schweden oder Frankreich heiraten wesentlich mehr Menschen über Bildungsgrenzen hinweg als in Deutschland. Sind diese Länder in Sachen Emanzipation weiter? Oder ist die Gesellschaftsstruktur weniger starr und statusorientiert? Tröstlich? Nun ja, ein Ausweg aus dem Dilemma ist das für die deutschen Frauen leider nicht. Auch die Erkenntnis Professor Grammers nicht, der prognostiziert: Der Mann an sich sei ein Auslaufmodell. Moderne Frauen brauchten keine Männer – inzwischen könnten sie schließlich sogar ihre Nachkommen im Reagenzglas selbst zeugen. Frauen haben nicht nur in Schule und Beruf längst aufgeholt, sie stehen in allen Lebensbereichen ihren Mann und in nur wenigen Jahrtausenden, so der Experte, sei der Mann ausgestorben. Bis dahin bleiben uns die Männer zum Glück also doch noch eine Weile erhalten. Also kein Grund, die Suche nach ihnen aufzugeben. Auch kluge Frauen sollten deshalb die Suche trotz der nüchternen Realität nicht aufgeben – Ausnahmen bestätigen schließlich die Regel.

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