Mann steckt Frau Ring an als Symbol für Heiratsantrag

Frauen finden, der Heiratsantrag sei Männersache – Männer aber nicht

von: Beatrice Bartsch , 1. November 2018

Der Heiratsmonat Mai ist nur der Anfang einer ganzen Saison voller weißer Kleider, Eheversprechen und Trauzeugenreden. Dabei zeigen ausgerechnet die Männer ihre moderne Seite: Sie würden den Heiratsantrag auch der Partnerin überlassen und glauben stärker an die positiven Auswirkungen des sprichwörtlichen Rings am Finger.

Spontanhochzeiten sind out: Zwei Drittel gehen es lieber langsam an

Einig sind sich die Deutschen beim Thema Ehe vor allem in einem: Man sollte schon ein paar Jahre zusammen sein, bevor man heiratet. Dieser Aussage stimmen 68 Prozent der Befragten zu. Gerade in jüngeren Jahren ist die Dauer der Beziehung wichtig (81 Prozent der unter 30-Jährigen), während nur 58 Prozent der über 40-Jährigen einer schnellen Trauung skeptisch gegenüberstehen. Der Nachwuchs spielt dagegen eine deutlich geringere Rolle: Nur vier von zehn Befragten meinen, dass es spätestens mit der Familiengründung Zeit für die Ehe ist.

„Ja, ich will“ reicht nicht mehr: Jeder Vierte besteht auf einen Ehevertrag

Insgesamt sind die Anteile der Romantiker und der Pragmatiker unter den Befragten ähnlich groß: 36 Prozent empfinden die Hochzeit als Beweis, dass der Partner sie wirklich liebt, 29 Prozent sehen dagegen vor allem die finanziellen Vorteile. Dass Geld eine Rolle spielt, zeigt auch der Wunsch nach einem Ehevertrag: Für mehr als jeden vierten Deutschen gehört ein solcher zum Heiraten dazu. Diese Einstellung ändert sich mit dem Alter übrigens kaum.

Der Glaube an die positiven Auswirkungen des Ehestatus auf die Beziehung ist dagegen weniger ausgeprägt. Nur etwa ein Fünftel ist der Meinung, Beziehungskrisen werden in einer Ehe besser überwunden. Ebenfalls ein Fünftel glaubt, dass eine Ehe länger hält als eine Beziehung ohne Trauschein. Für 19 Prozent der Deutschen scheint allerdings keiner dieser Gründe besonders für das Heiraten zu sprechen – sie können grundsätzlich nichts mit der Ehe anfangen.

Moderne Männer: 71 Prozent würden den Antrag der Partnerin überlassen

Eines macht die Studie besonders deutlich: Wenn es ums Heiraten geht, sind die Männer das modernere Geschlecht. Nicht nur würden sie sich mehr Zeit lassen (70 Prozent vs. 60 Prozent der Frauen), sie sind auch beim Thema Heiratsantrag emanzipierter. Während 48 Prozent der Frauen finden, der Antrag sei Männersache, halten nur 29 Prozent der Männer an dieser Rollenverteilung fest. Umgekehrt heißt das: Über zwei Drittel der Männer würden den sprichwörtlichen Kniefall auch ihrer Partnerin überlassen. Darüber hinaus glauben Männer deutlich stärker an die positiven Auswirkungen des Eheversprechens auf die Beziehung: Sie gehen davon aus, dass Ehepartner Krisen besser überwinden (26 Prozent vs. 19 Prozent der Frauen) und dass Ehen länger halten (24 Prozent vs. 15 Prozent der Frauen). Jeder zwölfte Mann ist sogar überzeugt, dass der Ring am Finger vor Untreue schützt.

Gute Aussichten: Verheiratete sehen die Ehe positiver und romantischer

Dass der Glaube an das Gute in der Ehe nicht ganz unbegründet sein kann, zeigt der Vergleich zwischen Unverheirateten und Verheirateten: Befragte, die sich bereits das Ja-Wort gegeben haben, stehen der Ehe deutlich positiver und romantischer gegenüber. Sie sehen Heiraten eher als Liebesbeweis und glauben deutlich stärker an die positiven Auswirkungen der Ehe, etwa an die bessere Krisenfestigkeit (34 Prozent vs. 16 Prozent der Unverheirateten) und Langlebigkeit (31 vs. 14 Prozent der Unverheirateten). Für alle Zweifler sind das sicher gute Aussichten – denn wer könnte es besser wissen als die Verheirateten selbst.

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