Liebe auf Distanz: Fast jeder Zweite hatte schon eine Fernbeziehung

von: Beatrice Bartsch , 3. Oktober 2019

Liebe nur am Wochenende? Mobilität macht heutzutage auch vor Beziehungen nicht halt, wie die bevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie 2019 zeigt: 43 Prozent der Menschen in Deutschland hatten bereits eine Fernbeziehung. Dabei stellt sich das Thema als Generationenfrage heraus. Für die meisten ist eine Partnerschaft über Städte- und Ländergrenzen trotzdem immer nur ein Kompromiss.

Einmal und nie wieder: Kaum jemand geht mehrfach eine Fernbeziehung ein

Im Rahmen der ElitePartner-Studie 2019 wurden über 4.000 Liierte und Singles, die schon mindestens eine Beziehung hatten, zum Thema Liebe auf Distanz befragt. Ein Nischenphänomen ist die Fernbeziehung demnach längst nicht mehr: Vier von zehn Befragten gaben an, schon mit jemandem in einer anderen Stadt oder einem anderen Land eine Beziehung geführt zu haben (43 Prozent). Allerdings scheint die Erfahrung nicht unbedingt zur Wiederholung einzuladen: Ein Drittel aller Befragten (32 Prozent) hatte nämlich genau eine einzige Fernbeziehung. Nur jeder Zehnte (10 Prozent) blickt auf zwei bis fünf Fernbeziehungen zurück und nur ein Prozent auf mehr als fünf.

Eine Generationenfrage: In den Dreißigern ist der Anteil am höchsten

Obwohl sie noch recht jung sind, finden sich in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen die meisten Fernbeziehungs-Erfahrenen. Jeder Zweite (49 Prozent) hat bereits eine Partnerschaft über Städte- oder Ländergrenzen hinweg geführt. Zwischen 40 und 49 Jahren sind es mit 48 Prozent zwar ähnlich viele, der Anteil sinkt dann aber mit dem Alter merklich auf 42 Prozent in den Fünfzigern und 34 Prozent bei den über 60-Jährigen. Auch in der ganz jungen Altersgruppe von 18 bis 29 haben schon vier von zehn Befragten eine Beziehung auf Distanz geführt – mit Blick auf die deutlich kürzere Lebenserfahrung ein vergleichsweise hoher Anteil.

Räumliche Trennung ist nur ein Kompromiss – jeder Dritte schließt Fernbeziehung grundsätzlich aus

In einem Punkt sind sich die Befragten einig: Eine Fernbeziehung ist, wenn überhaupt, nur eine Notlösung auf Zeit. Knapp jeder Dritte würde sich grundsätzlich nicht darauf einlassen. Die Mehrheit könnte sich zwar mit dem Leben in zwei verschiedenen Städten arrangieren, doch nur, wenn es nicht anders geht (40 Prozent) oder Aussicht auf Veränderung besteht (21 Prozent). Eine Fernbeziehung als Dauer- und Wunschzustand kommt nur für 9 Prozent in Frage. Sie schätzen den Freiraum, die die Entfernung mit sich bringt.

Jüngere sind offener – doch über 60 gibt es die meisten Fernbeziehungs-Fans

Ob aus Romantik, Abenteuerlust oder mangels (beruflicher) Verpflichtungen: Je jünger die Befragten, desto offener sind sie für eine Liebe mit räumlicher Trennung. In der Gruppe der unter 30-Jährigen kommt nur für jeden Vierten eine Fernbeziehung überhaupt nicht in Frage (25 Prozent). Der Anteil der Verweigerer steigt dann mit dem Alter immer weiter an. Allerdings finden sich unter den 60- bis 69-Jährigen gleichzeitig die meisten expliziten Fans dieses Konzepts: Immerhin 12 Prozent der Befragten über 60 sehen den Freiraum, den eine Fernbeziehung mit sich bringt, als klaren Vorteil.

Von der Uni in die Fernbeziehung: Akademiker führen häufiger Beziehungen auf Distanz

Ob durch das Studium in einer anderen Stadt, bundesweite Job-Angebote oder ein Auslandssemester: Fernbeziehungen sind auch eine Frage der Bildung. Während 54 Prozent der Befragten mit akademischem Abschluss schon mindestens einmal eine Fernbeziehung geführt haben, sind es bei den Nicht-Akademikern gerade einmal 38 Prozent. Jeder siebte Akademiker hatte mehr als einen Partner in der Ferne (15 Prozent). Und Akademiker sind nicht nur erfahrener, sondern auch grundsätzlich offener: Nur ein Viertel würde eine Beziehung auf Distanz komplett ausschließen (24 Prozent), dagegen zeigt sich ein Drittel der Nicht-Akademiker hier kompromisslos (33 Prozent).

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