Bett mit Blick zum Fenster als Symbol für Sex im Alter

Sex im Alter: Wie Sie auch im hohen Alter ein erfülltes Sexualleben haben

von: ElitePartner Redaktion , 15. Februar 2018

Sie gehören zur Generation 60plus und erleben eine Flaute im Bett, weil der Körper nicht mehr so will, wie noch vor zehn Jahren? Vielleicht versteckt sich hinter so manchem Zipperlein auch nur eine Ausrede. Denn bei Sex im Alter kommt es womöglich auf andere Dinge an als in jüngeren Jahren. Es muss nicht zwangsläufig schlechter werden, nur weil manches vielleicht schwerer fällt als früher.

Sex im Alter – wird es wirklich weniger?

Die Abnahme Ihrer sexuellen Aktivität im Alter ist ein Klischee gegenüber Männer und Frauen – wenn auch mit hohem Wahrheitsgehalt. Das muss für Sie nicht heißen, dass erst im Rentenalter die Sexfrequenz abnimmt. Studien des Kinsey Institutes in Indiana geben Aufschluss darüber.

Geschlechtsverkehr von 18 bis Ende 50

Das Institut fand heraus, dass Menschen zwischen ihrem 18. und 29. Lebensjahr 112 Mal Sex pro Jahr haben. Schon in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen nimmt die Häufigkeit ab. Hier sind es nur noch 86 Mal Sex im Jahr. Und die Altersgruppe ab 40 weist eine Frequenz von 69 Mal Sex im Jahr auf. Interessanter Fakt: Mit 50 nimmt die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs wieder etwas zu. Ein Drittel dieser Altersgruppe gab bei einer Umfrage der US-Talkshow Today an, dass sie sogar mehrmals pro Woche Sex hätten. Sex im Alter ist demnach ein wichtiges Thema.

Liebesleben im Alter ab 60

Die Sexfrequenz liegt bei der Generation 60plus in Partnerschaften deutlich über den sexuellen Aktivitäten der Singles ab 60. Knapp jeder Vierte über 60 hat ein- oder mehrmals wöchentlich Sex. Jedes zweite Paar ist mindestens einmal im Monat sexuell aktiv. Von den Singles haben nur noch 17 Prozent mindestens einmal im Monat Sex. Aber wie wichtig ist Sex in diesem Alter. Der Grund für den abnehmenden Sex im Alter liegt darin, dass bei Frauen die Lust offensichtlich stärker nachlässt, als bei Männern. Auch das Interesse an Sex nimmt ab: 90 Prozent der Frauen finden Sex nur noch selten interessant. Bei alleinstehenden Männern ist Sexualität im Alter durchaus ein Thema.

Die Zufriedenheitsquote mit dem Sex im Alter der Generation 60plus

Bei den ü60 Jährigen liegt die Zufriedenheitsquote des Liebeslebens im Vergleich weit unterhalb der von jüngeren Altersgruppen. Von den liierten Männern sind dennoch 41 Prozent mit ihrer Sexualität zufrieden oder sehr zufrieden. Bei den liierten Frauen sieht es mit 45 Prozent sogar etwas besser aus. Bei den Singles verteilt sich die Zufriedenheit mit dem eigenen Sexleben auf fast noch jede vierte Frau sowie jeden vierten Mann. Jede zweite Single-Frau ist aufgrund fehlender Körperlichkeit und Sex eher unzufrieden mit ihrer sexuellen Aktivität im Alter.

Was sind die Vorzüge an Sex im Alter?

Qualität statt Quantität bei Sex im Alter

Die Quantität dieser Statistik liefert noch keine Aussagen über die Qualität. Während jüngere Generationen relativ aktiv sind, überwiegt bei der Generation 40plus vorwiegend die Qualität der Sexualität im Alter. Dr. Kurt Seikowski von der Gesellschaft für Sexualwissenschaften hat das Leben in sieben Sexphasen unterteilt und festgestellt, dass ältere Generationen zwar weniger Sex haben, diesen aber dafür intensiver erleben.

Werte gewinnen an Bedeutung

Ein Grund mag darin liegen, dass sich die Bildung der Sexualhormone reduziert. Durch die sinkende Lust definieren sich Paare im Alter nicht mehr ausschließlich über ihre Sexualität. Der Leistungsdruck nimmt ab und die gegenseitige Fürsorge rückt in den Fokus. Durch die Verlagerung der Werte empfinden Paare mehr Genuss. Das zunehmende Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit in der Partnerschaft beeinflusst das Liebesleben im Alter.

Probleme bei Sex im Alter?

Natürlich kommen mit zunehmendem Alter auch gesundheitliche Herausforderungen mit ins Spiel. Man sollte beim Geschlechtsverkehr im Alter auch auf die körperlichen Begleiterscheinungen achten. Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Gelenkprobleme, Gicht, Blasenschwäche und Herz-Kreislauf-Probleme können durchaus den Sex im Alter stark einschränken.

Tipps für das Sexualleben im Alter

Therapeuten und Fachärzte der Deutschen Seniorenliga e.V.  verraten Ihnen einige Tipps und Tricks, wie Sie die Sexualität im Alter erfolgreich gestalten können:

  • Rückenprobleme, Gelenk- und Muskelschmerzen können den Sex im Alter stark beeinträchtigen. Oft hilft es, eine andere Stellung auszuprobieren. Häufig helfen schon einfache Methoden wie die Verwendung von Kissen als Unterlage für bestimmte Körperzonen, um das Liebesleben im Alter neu zu entdecken.
  • Sex wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf sowie Ihr Immunsystem aus. Beim Geschlechtsverkehr mit zunehmendem Alter vermindert sich also zudem das Herzinfarkt-Risiko und ist zugleich ein gesundes Ausdauertraining. Mediziner empfehlen sogar zwei Orgasmen pro Woche. Auch Selbstbefriedigung hilft, die sexuelle Aktivität im Alter aufrecht zu erhalten.
  • Das wichtigste Hilfsmittel ist laut Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning: Kommunikation. Selbst wenn Ihnen Ihr Körper einen Strich durch die Rechnung macht: Thematisieren Sie ihre Problemstellen und finden Sie eine gemeinsame Lösung. Sie werden überrascht sein, wie vielfältig Sie Ihre Sexualleben nach mehreren Jahren gestalten können.

Fazit: Erfüllter Sex im Alter braucht Vertrauen, Unterstützung und Kommunikation

Unterstützung und Zusammenhalt stehen bei der Generation 60plus immer noch an oberster Stelle. Knapp 56 Prozent legen Wert auf guten Sex und Erotik. Und etwa 33 Prozent sind daran interessiert, neue sexuelle Erfahrungen zu sammeln.

Egal wie es um Ihren körperlichen Zustand im Alter bestimmt ist, wir raten Ihnen: Reden Sie über Ihre Sexualität im Alter, bevor Sie zu Pillen und anderen Hilfsmitteln greifen, um einer unrealistischen Erwartungshaltung gerecht zu werden. In der Partnerschaft sollten weder Sie noch Ihr Partner – egal in welchem Alter – unter Leistungsdruck stehen. In einer Beziehung sind Vertrauen und Liebe die Basis für erfüllten Sex im Alter. Wir können unserer Diplom-Psychologin Lisa Fischbach nur zustimmen: „Das Liebesideal ist alterslos.“

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