Sieben Anzeichen dafür, dass es nur ein Strohfeuer ist

von: Antje Verch

Verliebtsein ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Nicht nur Herz und Kopf spielen verrückt, sondern auch der Körper reagiert: Botenstoffe wie Adrenalin und Dopamin sorgen dafür, dass wir uns wie im Glücksrausch fühlen. Doch was ist, wenn das Hochgefühl nachlässt? Woran erkennt man, dass die junge Beziehung von Bestand ist und nicht nur ein Strohfeuer? Sieben Anzeichen verraten, ob die Partnerschaft auch ohne rosarote Brille funktioniert.

Flüchtige Bekanntschaft oder echte Zuneigung?

Wenn zwei Menschen ineinander verliebt sind, sehen sie sich und die Welt durch die rosa Brille. Die aufregende Phase des Verliebtseins ist Glück hoch zwei. Doch spätestens wenn der Alltag Einzug in die Beziehung hält, wird klar, ob die ersten Wochen Zweisamkeit die Basis für eine langfristige Partnerschaft sein können oder ob das Feuer der Kennenlernphase schnell erlischt. Denn dass von einem glücklichen Start am Ende nicht mehr bleibt als eine flüchtige Bekanntschaft, ist nicht ungewöhnlich. „Am Anfang zeigte er sich von mir förmlich begeistert, schrieb viele SMS, auch Briefe, schickte Blumen, kleine Geschenke und überhäufte mich förmlich mit Komplimenten und Geschenken, wenn wir uns sahen“, berichtet eine 48-jährige Userin im Forum von ElitePartner. Doch das anfängliche Glück währt nicht lange: „Mittlerweile scheint dieses Strohfeuer zu erlöschen. Die SMS werden neutral, kurz, selten. Briefe kommen keine mehr. Komplimente auch nicht.“

Was hinter dem Phänomen Strohfeuer steckt

Verliebtsein ist pure Chemie: Das Glücksgefühl wirkt sich auch auf den Organismus aus. Der Körper produziert viel Dopamin – das Glückshormon lässt die Verliebten wie auf Wolke sieben schweben. Außerdem stößt der Körper vermehrt Adrenalin und Cortisol aus. Die Stresshormone machen impulsiver und aktiver. Der Mix aus Botenstoffen ist berauschend. Doch das Hochgefühl der ersten Wochen hält nicht dauerhaft an. Mit der Zeit reagiert das Gehirn weniger stark auf die Botenstoffe, die der andere in uns auslöst. Spätestens jetzt wird klar, ob die Gefühle nur für ein Strohfeuer reichen oder ob die junge Beziehung Bestand haben kann. Wenn die Wirkung des Glücksrausches nachlässt, sinkt die Produktion von Adrenalin und Dopamin. Dafür schütten die Partner Oxytocin aus, das bekannte „Kuschelhormon“. Der aufregende Sex der Kennenlernphase bleibt immer noch wichtig – doch dazugesellt sich ein Bedürfnis nach Nähe und vertrauter Zweisamkeit.

Sieben Signale dafür, dass der Partner nur an einer kurzen Affäre interessiert ist

Die ersten Wochen einer Beziehung sind aufregend, schön und abenteuerlich. Diese besondere Anfangszeit sollten Frischverliebte unbedingt genießen. Doch um rechtzeitig herauszufinden, ob die Romanze auch Bestand hat, hilft es, ab und an die rosarote Brille abzulegen. „Ein Strohfeuer kann man schon früh gut daran erkennen, dass beim Partner das Interesse an mir als Person schnell wieder abflaut und er alles meidet, was echte Nähe herstellen könnte“, erklärt die Paartherapeutin Simone Jank. Neben dem nachlassenden oder grundsätzlich mangelnden Interesse gibt es weitere Anzeichen, die schon zu Beginn einer Romanze dafür sprechen, dass der Partner nur auf ein Abenteuer, und nicht auf eine ernsthafte Beziehung aus ist.

  • Zu viel zu früh: Wer den Partner schon wenige Tagen nach dem Kennenlernen mit Liebesbekundungen überhäuft, kann den anderen verunsichern. Tiefe Gefühle können sich erst entwickeln, wenn die Wirkung des berauschenden Hormoncocktails nachlässt.
  • Geschenke, Blumen, Aufmerksamkeiten: Kleine Gesten sind schön, keine Frage. Doch Verliebte sollten miteinander glücklich sein können, ohne dass sie sich dafür gegenseitig mit Geschenken überhäufen.
  • Urlaub, Haus, Familie: Wer sich gerade erst kennenlernt, will nichts überstürzen. Die Beziehung ist noch zu frisch, um verbindliche Zukunftspläne zu schmieden. Spricht der neue Partner bereits nach wenigen Tagen von einem gemeinsamen Zuhause oder einem Traumurlaub, ist Vorsicht geboten.
  • Viel Sex, wenig Kuscheln: Dreht sich alles immer nur um das Eine? Damit Verliebtheit zu Liebe wird, ist Nähe notwendig. So aufregend der Sex zu Beginn einer Partnerschaft auch sein mag, Kuscheln und Berührungen sind ebenso wichtig.
  • Hallo Schokoladenseite: In der Kennenlernphase präsentieren sich die Verliebten nur von ihrer besten Seite. Das ist völlig normal. Doch in einer Partnerschaft darf man sich nicht nur verstellen, sondern muss auch traurig, wütend oder genervt sein dürfen. Zeigt sich der Partner stets gut gelaunt und lässt keinen Raum für „echte“ Gefühle, ist die Gefahr groß, dass aus dem Strohfeuer nicht mehr werden kann.
  • Willkommen im Alltag: In der ersten Phase des Kennenlernens sind romantische Dates an der Tagesordnung. Doch eine echte Partnerschaft muss auch abseits von Kino, Spaziergang und Dinner funktionieren. Bleiben Sie skeptisch, wenn Ihr Partner Sie nicht mit in sein „echtes“ Leben nimmt – Freunde, Familie, Job und kleine Macken gehören dazu!
  • Nur Oberflächlichkeiten: Alles deutet auf ein Strohfeuer hin, wenn der Partner zwar viel erzählt, aber dabei immer nur oberflächlich bleibt. Über wirklich wichtige Dinge spricht er nicht. Anekdoten? Gerne! Sich öffnen und mehr erzählen? Nein, danke!

Wie aus einem Strohfeuer eine Beziehung werden kann

Sie glauben, Ihre Liebe ist nur ein Strohfeuer, wollen aber mehr? Die Paartherapeutin Simone Jank macht Hoffnung: „Man kann auf keinen Fall erzwingen, dass sich aus einem Strohfeuer eine ernstere Beziehung entwickelt. Man kann es aber versuchen.“ Ihrer Ansicht nach sind es vor allem Missverständnisse und unterschiedliche Erwartungen, die einer Partnerschaft von Bestand im Weg stehen. „Wenn ich sofort Signale von sehr viel Nähe oder zur Familiengründung aussende, kann es den anderen abschrecken, auch wenn er vielleicht ernsthaftere Absichten gehabt hätte“, erklärt sie. Deshalb sei es wichtig, der Beziehung gerade am Anfang ganz viel Raum für Entwicklung zu geben. „Gemeinsame Perspektiven und Visionen stellen sich dann – sollte es der oder die Richtige sein – ganz von selbst ein.“ Außerdem könne es helfen, die eigenen Erwartungen zu überprüfen und sich zu überlegen: Was möchte ich? Welche Wünsche und Ansprüche habe ich an eine Beziehung? Engt das vielleicht den anderen ein? Laut Jank können die ehrlichen Antworten und die Schlussfolgerungen daraus eine Chance sein, sodass es für den anderen „dann möglicherweise doch in eine ernsthaftere Richtung gehen könnte – aber vielleicht in einem anderen Tempo oder mit anderen Prioritäten“.

Die Flamme ist aus – und jetzt?

Das Strohfeuer ist erloschen, der Partner weg. Wenn die erste Enttäuschung abgeklungen ist, erfreuen Sie sich an der Erinnerung an eine aufregende Zeit! Wem das nicht gelingt, weil schon echte Gefühle im Spiel waren, ist verletzt: Der Partner hatte andere Erwartungen an die Beziehung als man selbst. Es braucht mehr Zeit, um mit der Situation zurechtzukommen. „Die Gefühle flauen nicht einfach ab, den Liebeskummer kriegt man leider nicht so schnell weg“, sagt Simone Jank und rät: „Es ist wichtig, sich für die Verarbeitung des Liebeskummers die notwendige Zeit zu geben, sich selbst nicht unter Druck zu setzen. Eine enttäuschte Liebe kann uns tief erschüttern. Das kann man nicht so leicht abschütteln.“ Sie empfiehlt, sich bewusst von der verlorenen Liebe zu verabschieden. Eine Möglichkeit dafür sei, demjenigen einen Abschiedsbrief zu schreiben – ohne ihn abzuschicken. Auch Tagebuch zu schreiben und mit Freunden über den Kummer zu reden, kann helfen.

„Die eigenen Gefühle auszudrücken, hat eine heilende Wirkung und unterstützt uns dabei, Enttäuschungen und Verletzungen zu verarbeiten.“

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