Single-Männer Kind

Sind Väter bessere Partner?

von: Anna Kalisch

Ab einem bestimmten Alter gibt es sie oft im Doppelpack: Männer. Wer einen Mann 40plus kennenlernt, darf sich höchstwahrscheinlich auch auf die Begegnung mit seinem Nachwuchs freuen. Kein Problem für viele Singlefrauen - diese unterstellen Vätern besondere Bindungsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein.

„Es ist anders als in vorherigen Beziehungen“, sagt die 37-jährige Maren. „Ich bin nicht seine Nummer eins, das kenne ich so nicht. Aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, das mit uns beiden hat wirklich Zukunft.“ Die attraktive Modedesignerin ist seit einem halben Jahr mit dem Architekten Christoph zusammen. Doch statt frisch verliebter Wochenenden im Bett verbringen sie die gemeinsame Zeit oft im Zoo oder auf dem Spielplatz. Denn Christoph kümmert sich von Freitag bis Sonntag um seinen zweijährigen Sohn. „Wir müssen schon viele Absprachen treffen“, erzählt Maren. „Wann muss er den Kleinen abholen, wann darf ich dazukommen, wann brauchen die zwei Zeit für sich.“ Von viel Planung und Zurückstecken können viele Frauen ein Lied singen, die sich in einen Teilzeit-Papa verlieben. Schließlich können sich Männer mit Nachwuchs nicht mehr so unbedarft in eine Liebe stürzen wie ein waschechter Single-Kerl.

Auch mit der eifersüchtigen Ex-Partnerin haben viele Patchwork-Mamas zu kämpfen. Von der Urlaubsplanung mit einem Alleinerziehenden oder Teilzeit-Vater mal ganz zu schweigen. Schließlich müssen nicht nur zwei Ferienpläne aufeinander abgestimmt werden, sondern im schlimmsten Fall vier.

Vorteil Singlevater

Sich in einen Vater zu verlieben ist also kein Kinderspiel. Doch ein dickes fettes Plus können Singleväter auf ihrem Profil verzeichnen: Bindungsfähigkeit und ein besonders ausgeprägtes Verantwortungsgefühl. Das finden Frauen anziehend. Schließlich suchen die meisten von ihnen einen Mann, der sich wirklich auf sie einlassen möchte und nicht nur auf der Suche nach einer Affäre ist. Viele Singlefrauen stellen sich die Frage, was bei einem Mann bislang schief gelaufen sein mag, wenn er ein bestimmtes Alter auf dem Buckel, aber keinen Nachwuchs hat. Hatte er nie eine ernsthafte Beziehung? Kein Interesse an der Familiengründung? War er zu flatterhaft, immer auf der Suche? All diese Fragezeichen erscheinen bei einem Vater nicht.

Frisch verliebt mit Kind

Besonderer Vorteil ist es natürlich für Frauen, die selber Kinder haben, wenn der neue Partner ebenfalls Nachwuchs mitbringt. „Wir bringen viel Verständnis für den anderen auf“, sagen z.B. Thomas und Melanie, die sich bei ElitePartner kennenlernten und je einen Sohn haben. „Schließlich sitzen wir im selben Boot.“ Auch ElitePartner-Paar Frank und Ina kann das bestätigen: Die beiden starteten frisch verliebt nicht auf einen romantischen Kurztrip, sondern ein verregnetes Campingwochenende mit Kindern.

Sind Väter nun bessere Partner?

Natürlich lässt sich die eingangs gestellte Frage: Sind Väter bessere Partner? Nicht mit einem pauschalen Ja oder Nein beantworten. Es gibt Väter, die ihre Kinder nur zu besonderen Anlässen sehen und ihre Verantwortung so ernst nehmen wie ein Helge Schneider-Lied. Und umgekehrt gibt es Männer im besten Alter, die noch keine Kinder haben und sich sehnlichst welche wünschen. Es wäre schade, diesen gleich den Bindungsangst-Stempel aufzudrücken und sie auszusortieren.

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9 Kommentare

EckhardWilly

20. Oktober 2008, 15:00 Uhr

Nicht alle, aber die allermeisten Leute aller Schichten, machen es sich oft unglaublich leicht und brandmarken den Mann als "kinderfeindliches Monster" oder "einer der vor der Verantwortung flieht". Reale Fakten sind aber, dass es meist die Frauen sind, die trotzt Kinder die Beziehung beenden weil der Nachbar, Kollege oder Vereins-Freund es im Bett besser "brachte". Oft ist es tatsächlich so das die Väter in Wirklichkeit oft sehr darunter leiden, wenn er mit der Trennung auch die Kinder verliert. Dazu kommt, dass es für Männer die sehr gerne dazu bereit sind auch eine Frau mit Kindern als neue Partnerin zu akzeptieren oft ein unklakulierbares Risiko ist, sich auf eine "Restfamilie" einzulas-sen. Denn oft werden sie nur dazu ausgenutzt, "ergänzend" zu den Unterhaltszahlungen des Vaters, weitere Annehmlichkeiten zu finanzieren. Ist erreicht was erreicht werden sollte, dann entdeckt die Mutti plötzlich, dass "wir leider garnicht zusammenpassen", insbesondere dann, wenn er den Wunsch nach einem eigenen Kind äußerte. Für den sehr enttäuschten Mann, erweist es sich dann oft als sehr teuerer Spaß, für eine gewisse Zeit lang Daddy gewesen zu sein. Wie er sich danach fühlt, dass interessiert niemand, denn von ihm erwartetz man, dass er "Manns genug" ist das Ganze einfach locker und leicht als "Schicksal" anzusehen. Besser ist es also man(n) läßt die Finger von Frauen die "Alleinerziehende" sind und nimmt sich eine Frau die sich sehr nach Kindern sehnt, dass ist viel einfacher und kann viwel, viel schöner und glück-licher werden.

MarioSteiner

20. Oktober 2008, 21:00 Uhr

Na, hier erzählt doch ein frustrierter Mann, dem der Laufpass gegeben wurde seine persönliche Story…So ein Quatsch, alle Alleinerziehenden über einen "Kamm" zu ziehen. Ich bin z.b. mit einer alleinerziehend gewesenen schon lange sehr,sehr glücklich!
Es kommt doch auf den Mensch oder die Frau an und wer ein bisschen Menschenkenntnis hat, weiß dass es von jeder Sorte welche gibt, bei Weiblein wie Männlein. Jeder tickt anders…

EckhardWilly

22. Oktober 2008, 09:00 Uhr

Lieber Herr M. Steiner,

Irrtum, ich bin weder frustriert, noch wurde mir ein Laufpass gegeben, sondern ich kenne die Sachver-halte, aus meiner fast 24 Jahre langen täglichen Praxis in der Beratungsstelle der PRO-FAMILIA und CARITAS. Natürlich soll/darf man nicht alle Frauen über einen Kamm scheren, vollkommen richtig. Es gibt aber neutrale Studien/Statistiken, die belegen, dass es tatsächlich ein erhebliches Risiko für einen Mann ist, sich auf eine Beziehung mit Alleinerziehenden einzulassen. Sollte ich alle meine Praxis-Erfahrungen in einem Buch zusammenfassen, dann …….. Denn wenn Probleme in der Beziehung auftreten, dann rennen viele Frauen ein-fach davon, anstatt sich gemeinsam mit dem Partner um eine Lösung zu bemühen und nicht alle, aber viele Frauen hinterfragen nicht, wie es den Kindern dann ergeht, sondern, anstatt sich um eine Problemlösung zu bemühen, lösen sie das Prob-lem durch den Gang zum Scheidungsrichter. Es gibt für nahezu jedes Problem auch eine gute Lösung, aber wo kein Wille ist, da ist auch kein Weg. Der neue Mann einer Alleinerziehenden, ( nicht alle, aber sehr viele ) geht also tatsächlich ein relativ hohes Risiko ein. Fragen Sie Betroffene, ja hören Sie sich um in Ihrer Gegend, es gibt genug unglückliche, aber deutliche Beispiele, reale Fakten, die für sich sprechen. PS.: Ich bin sehr frauenfreundlich, ich habe keinen Grund sie schlecht zu machen, aber die Wahrheit muß bleiben, so und/oder so.

Hans

9. Januar 2011, 02:52 Uhr

Ich finde zwar das was Echard Willy schreibt auch ziemlich einseitig, kann aber gut verstehen, dass hier auf diesen Artikel so reagiert wird, der Männer, die von der Trennung von Frau und Kindern betroffen sind, sehr einseitig in ein schlechtes Licht rückt.

Leider kenne ich die Situation von innen. Ich komme mit meiner ex-Frau inzwischen gut aus, und wir streiten uns nicht mehr als es sonst in gesunden Beziehungen vorkommt, nachdem zwischen uns das Thema Sex erledigt ist. Ich muss leider feststellen, dass gerade dieser Umstand auf die allermeisten Frauen abschreckend wirkt. Zudem reagieren Frauen reichlich eifersüchtig auf meine Kinder, obwohl sie nur jedes zweite Wochenende und neuerdings ab und zu in den Ferien bei mir sind. Meine Kinder haben das in meiner letzten Beziehung schön auf den Punkt gebracht: „Wir haben dich nur zwei Tage, sie zwölf Tage.“
In der vorhergehenden nachehelichen Beziehung war es ähnlich. Warum also dieser Artikel? Will man es hier den ohnehin schon mit der Trennung von der Familie geschlagenen Vätern noch schwerer machen??? Ich denke dass viele Männer sich aus zwei Gründen von ihren Kindern zurückziehen: 1. Weil die Mutter der Kinder die Beziehung zum Vater hintertreibt. Frauen neigen dazu ihre Verletztheit in Hass gegen ihre ex-Männer zu wenden. 2. Weil neue Partnerinnen die Kinder wegbeißen, wohl um den Mann für sich und potentielle Kinder allein zu haben.

Katrin

2. Februar 2012, 11:20 Uhr

Sehr geehrter Herr Willy,

mögen ihre jahrzehntelangen Erfahrungen richtig sein, aber wir wissen ja nicht, ob die Männer in Ihrer Beratungsstelle die Wahrheit sagen.

Meine Erfahrungen sind nämlich die, dass Männer immer erzählen, die böse Ex hätte sie betrogen usw. Ich habe mir in zwei vergangenen, zum Glück nur kurzen, Beziehungen, mal die Mühe gemacht und bei der Ex angefragt, was denn die wahren Gründe waren, warum die Ehe scheiterte.

Da kamen nämlich ganz andere Dinge zu Tage, die mir Mann natürlich verschwiegen hat, aber die ich bei ihm selber schon bemerkt hatte. Also hat der Mann mich angelogen, bzw. seine verdrehte Wahrnehmung mitgeteilt.

Ich habe noch nie einen Mann kennengelernt, der mir sagte, dass er und seine Frau sich im gegenseitigen Einvernehmen getrennt hätte, oder das er sagte, dass er seine Frau einfach nicht mehr liebte, dass er nicht mehr glücklich war und eine Einigung nicht möglich war.

Da Frauen viel eher bereit sind, an sich zu arbeiten, sich auch therapeutisch helfen zu lassen, kann ihr Argument, dass Frauen vor Problemen weg laufen und daher die Ehe scheitert, nicht stimmen.

Ich glaube eher, dass vor dem „Weglaufen“ schon viele Signale der Frau gezeigt wurden, aber die der Mann nicht verstanden hat oder nicht verstehen wollte.

Männer wachen erst auf, wenn Frau die Scheidung einreicht und dann ist natürlich die Frau Schuld. Aber der Verlassene ist oft eigentlich der, der zu erst verlassen hat, ohne es vielleicht selber zu wissen. Vieles läuft ja auch unbewusst ab.

‚Es gibt viele Väter die wirklich bessere Partner sind, aber die meisten Väter, die ich kenne, würden für mich als Partner nicht in Frage kommen, weil sie nicht mal mit sich selbst „partnerschaftlich“ umgehen. Das sieht man an Übergewicht, ungesunder Ernährung und der allgemeinen Lebensweise.

ppanther

20. Februar 2012, 13:39 Uhr

@Katrin

Eine typische Antwort und heutzutage häufiger – aus meiner Sicht recht selbstgefälliger – Trugschluß, der alle Beziehungsverantwortung wie auch Selbstverantwortung für eigenes Fehlvehalten von Frauen nimmt.
Das von Eckhard Willy dargestellte ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit richtig – selbst dann wenn man verzerrende Darstellungen der Männer mit einschliessen sollte.
Es hat sich eine sehr perfide und ungute aber menschliche Entwicklung eingeschlichen, die es Frauen ermöglicht, sich zu großen Teilen unbeschadet zu halten. Wendet man(n) den Blick darauf, sieht man die ganze Hässlichkeit, die Menschen so zu bieten haben – diesmal auf weiblicher Seite.
Ich vermute, so etwas passiert immer dann, wenn man Menschen – d.h. Gesellschaft bzw. die soziale Gruppe – dazu Raum „gibt“. Ein Tabuthema, beherrscht von männerfeindlichen Ideologien, den heutzutage auch junge Leute vermehrt zum Opfer fallen.

Ein schlechte gesellschaftliche Entwicklung, für die – nicht nur – aber eben maßgeblich auch Frauen verantwortlich sind, die ihre Wurzeln in ungebremster Selbstgerechtigkeit und ungebremsten wie unverdienten Anspuchsdenken hat und Züge Mitmenschlicher Grausamkeit trägt.

sabsi

21. November 2013, 15:15 Uhr

Wieso demonstriert jetzt ein GETRENNTER Vater besondere Bindungsfähigkeit und Verantwortungsgefühl? Für mich paradox, sorry.

Astrid

28. November 2013, 11:38 Uhr

Ich kann diesen Artikel nur dahingehend unterstützen, dass es mega-schwer ist mit einem Vater – und generell mit den Männern 40 +!!

Die Väter geben nun mal den Kindern den Vorrang, d. h. man ist immer nur „Lückenfüller“ – da wo es passt, darf man dann antanzen, oftmals wird man aber gar nicht vorgestellt.

Und die Männer 40+ ohne Kinder, die wollen keine Verpflichtungen und Bindungen mehr. Im Prinzip kann man sich als Frau, wenn man sich mit 40 trennt, gleich auf ein zukünftiges Single-Leben einstellen.

Körperliche Befriedigung bekommt man sofort, wenn man sie sucht – aber bitte keinerlei Gefühle oder Verpflichtungen ins Spiel bringen. Das macht das Älterwerden doppelt schwer und frustrierend (neben dem körperlichen Verfall, der das Ganze nicht leichter macht).

Von besserer Bindungsfähigkeit habe ich jedoch noch nichts gemerkt, und ich bin seit sieben Jahren (!!) auf der Suche nach einem Partner (und um eventuelle Einwände hier gleich vorweg zu nehmen:
ich bekomme stets und immer gesagt, ich sei mit Abstand attraktiver als der Rest meiner gleichaltrigen Geschlechtsgenossinnen und ich sei angeblich auch extrem sympathisch und liebenswert, wenn ich es denn glauben darf; ich bin beruflich im Vertrieb und stoße ausschließlich auf positive Resonanzen, wenn ich dort jemanden kennen lerne – daran kann es also nicht liegen.)

Glückwunsch an die Frauen, denen es anders geht und die einen bindungsfähigen und -willigen Mann gefunden haben, der auch noch ihr Herz berührt! Ich habe die Hoffnung so ziemlich aufgegeben!

Julian

19. Dezember 2013, 15:54 Uhr

Klar und weil die tollen Väter so hohe Bindungsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein haben, sind sie nicht mehr mit der Mutter zusammen, sondern wieder Single 😉

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