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Urlaub – Liebe – Sex
Urlaub – Liebe – Sex (Kategorie: Sexualitätsblog)
Jedes dritte Paar trennt sich nach dem Urlaub. Was passiert da?

Ein bekanntes Phänomen ist ja seit den 50er Jahren, als deutsche Kleinwagen begannen, wie einst Hannibal die Alpen zu überqueren, die Kluft zwischen Lust und Frust im Urlaub. Das ganze Jahr über hat man sich auf die schönsten Tage im Jahr gefreut und ausgerechnet dann gibt es Stress in der Beziehung.

Forscher haben sogar festgestellt, dass dies mit die schwierigste Zeit im Jahr für Paare darstellt – jede dritte Trennung erfolgt nach dem Sommerurlaub! Neben Weihnachten sind die gemeinsam gemachten Ferien also für viele eine ungewollte Herausforderung.

Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier. Der konditionierte Tagesablauf hat etwas Beruhigendes. Im Urlaub ist dann plötzlich alles anders; auch Rollenzuschreibungen in den Partnerschaften ändern sich, wenn der Mann sich plötzlich um die Kinder kümmern soll. Überhaupt: Immer diese Erwartungen an den gemeinsamen Urlaub! Ein Klient von mir, der eigentlich glücklich mit Frau und zwei Kindern im gemeinsamen Haus mit Garten, Grillplatz und Terrasse wohnt, beichtete mir, dass er eigentlich viel lieber zu Hause bleiben würde, als die ganze Bagage plus Schwiegermutter auf dem Hals zu haben. Sein wahrer Traum, den er zu Hause aber nicht offenbaren mochte, war, mit einem Freund mal für drei Wochen nach Skandinavien abzuhauen, in eine einsame Hütte zum Fischen und Angeln. Männerphantasien eben. Nur: Warum um Gottes Willen macht er das nicht einfach?! Auf näheres Nachfragen sind Töchter und Ehefrau durchaus tolerant und hätten wohl gar nichts dagegen, wenn er diesen Traum für sich realisieren würde.

Ein Problem ergibt sich demnach in vielen Fällen dadurch, dass die Menschen sich nicht trauen, ihren eigentlichen Neigungen und Vorlieben Ausdruck zu verleihen und sich damit auch durchzusetzen. Dieses Durchsetzen muss gar nicht "gegen" den Partner gerichtet sein oder sich für die Beziehung negativ auswirken – im Gegenteil: Sie eröffnet Freiheitsgrade, die eher Entspannung und Auflockerung in die Beziehung hineintragen.

Im Hintergrund wird deutlich, worum es in Wahrheit geht: Wir sind eben alle recht unterschiedlich, was unsere Urlaubsbedürfnisse angeht. Der eine sieht sich als Abenteurer und Erlebnistourist, der andere als relaxter Hängemattentester. Kompromisse sind vielleicht möglich, wenn man versucht, das eine mit dem anderen zu verbinden – allerdings ist diese Lösung schon wieder mit einem Fragezeichen zu versehen, wenn nicht beide wirklich damit einverstanden sind.

Somit ist denn auch das Erneuernde und Lustbetonte, das einer Beziehung wieder neuen Schwung verleihen kann, abhängig von den gemeinsamen Schwingungen, die auf ähnlichen Interessen beruhen. Dies wirkt sich insbesondere auf die intime Beziehung aus, denn im Urlaub hat man endlich wieder mehr Zeit für sich und den anderen. Also profitieren diejenigen von einer Intensivierung ihrer sexuellen Aktivitäten, die auch in den grundsätzlichen Dingen – was die gemeinsam zu verbringende Urlaubszeit betrifft – auf einer Linie liegen. Das ist das eigentlich interessante, finde ich: Nähe kann dann entstehen und sich weiter entwickeln, wenn auch Distanzwünsche und Unterschiede ernst genommen werden. Nur diejenigen, die sich auch in ihrer Autonomie gegenseitig unterstützen, haben auch wieder richtig Lust aufeinander und können dann auch berechtigt mit lustvoller Erwartung ihre Ferien antreten.


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