Obwohl unser Geruchssinn im Vergleich zu anderen Spezies unterentwickelt ist, sollten Sie bei der Partnersuche "der Nase nach" gehen.
Die Natur macht es vor: Über die Nase verständigen sich Blume und Biene oder lassen Löwenweibchen die Männchen wissen, dass sie paarungswillig sind. Und obwohl wir es uns nicht vorstellen können: Bei uns sieht die Sache ähnlich aus. Schwedische Forscher ließen weibliche und männliche Probanden östrogen- und testosteronähnliche Substanzen riechen. Das Ergebnis: Die östrogenartige Substanz löste bei den Männern einen erhöhten Blutfluss im Hypothalamus aus, einer Hirnregion, die das Sexualverhalten mit beeinflusst. Frauen hingegen reagierten auf den testosteronartigen Stoff.
Geruchsgegensätze ziehen sich an
Das ist nicht nur ein sinnloser Spruch. Das bestätigt auch Cordelia (37): "Ich hatte einen Mann kennen gelernt, den ich von seinen Mails her und auch am Telefon unheimlich toll fand. Aber als wir uns zum ersten Mal trafen, konnte ich ihn buchstäblich nicht riechen." Cordelia war irritiert, aber für sie stand fest, dass trotz der vielen gemeinsamen Interessen mit diesem Mann keine gemeinsame Zukunft möglich sein würde. Die Erklärung: "Über den Körpergeruch unseres Gegenübers identifizieren wir jemanden als sexuell attraktiv oder nicht", so Psychologe Volker Drewes. "Und dabei gilt: Gegensätze ziehen sich an. Je mehr sich jemand vom Duft her von uns unterscheidet, desto stärker die Anziehungskraft. Denn das deutet darauf hin, dass wir mit diesem Menschen die widerstandsfähigsten Nachkommen zeugen können." Die viel beschworenen Gemeinsamkeiten, die das dauerhafte Gelingen einer Partnerschaft bedingen, sind hier völlig belanglos.
Gesunde Gegensätze
Das hat die Evolution clever eingerichtet: Eine Reihe von Genen ist für das Immunsystem verantwortlich. Je unterschiedlicher diese Zusammensetzung, desto größer der Immunschutz. Deshalb ist es vom biologischen Standpunkt aus gesehen optimal, wenn zwei Menschen mit möglichst unterschiedlichen Genen fortpflanzen. Das garantiert den bestmöglichen Immunschutz. "Wenn wir einen Menschen nicht riechen können", so der Psychologe, "ähnelt er zu sehr unserem Gentyp. Erst in der olfaktorischen Andersartigkeit wittern wir den idealen Sexualpartner. Das ist ebenfalls eine Art biologische Bremse, die Inzucht verhindert." Cordelia hatte scheinbar das Pech, einen Menschen zu treffen, dessen Immunsystem dem ihren zu ähnlich war.
Instinktive Schnüffelei
"Gerüche wirken in einer Region im Gehirn, in der Gefühle und Instinkte entstehen", so Duft-Experte Volker Drewes. "Für das Verarbeiten von Gerüchen sind entwicklungsgeschichtlich sehr alte Hirnregionen zuständig, die schon bei unseren urzeitlichen Ahnen vorhanden warten." Deshalb nehmen wir Gerüche vornehmlich unbewusst wahr, sie berühren uns unmittelbar und sind somit losgelöst von Vorurteilen oder Ressentiments. Eine wichtige Rolle in Sachen Geruch spielen die Pheromone. Das sind Botenstoffe, die von anderen Exemplaren derselben Spezies wahrgenommen werden und bei diesen eine sichtbare, körperliche Reaktion auslösen – Kommunikation auf biochemischer Ebene also. Während im Tierreich die Verwendung von Pheromonen jedoch recht gut erforscht ist, gibt es auf ihre Wirkungsweise beim Menschen nur wenige erhellende Erkenntnisse.
Warum Parfums dufte sind
Einige Parfumhersteller werben mit Pheromon-Düften, deren Sexuallockstoffe das andere Geschlecht becircen sollen. Aber ob der Mensch tatsächlich in der Lage ist, Pheromone zu erschnüffeln und dadurch sexuell erregt zu werden, ist höchst fraglich. Die Wirkung dieser Parfums konnte jedenfalls nicht nachgewiesen werden und ist in Fachkreisen umstritten. Stellt sich die Frage, ob die Verwendung von Parfums die natürliche Witterung beeinträchtigt. Forscher konnten aber nachweisen, dass wir bei der Wahl des Parfums unbewusst diejenigen Duftnoten bevorzugen, die unseren genetischen Profilen entsprechen. Unsere Lieblings-Parfums unterstreichen also unseren natürlichen Körpergeruch eher als dass sie ihn überdecken. Deshalb gilt für die Partnersuche: Vertrauen Sie auf Ihren Instinkt und gehen Sie bei der Suche ruhig immer der Nase nach.
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4 Kommentare (älteste zuerst)Hallo,
mit dem Parfüm sehe ich dies nicht so. Ich darf kein Parfüm benutzen, weil ich eine Duftstoffallergie schon seit vielen Jahren habe. Diese Allergene muß ich unbedingt meiden!!!!
Mein Partner muß halt auf Parfüm verzichten! Denn ich möchte wegen ihm kein Astma bekommen.
Mit dem Geruchssinn ist das so eine Sache. Was in dem Beitrag da so geschrieben ist, wird sicher die Richtigkeit haben und aus meinen früheren Zeiten habe ich durchaus in Erinnerung, dass ich manche Menschen, auch viele, denen ich nur in der Menge begegnete, einfach nicht riechen konnten. Das ist bei der Partnersuche ein nicht unwichtiger Faktor ist. Aber bitte, was tut man, wenn man seinen Geruchssinn verloren hat?
Mir ist das durch einen schweren Sturz mit Schädel-Hirn-Trauma passiert und seither musste ich lernen, ohne diesen Geruchssinn zu leben. Gewiss, es ist viel schwerer, blind zu werden oder sein Gehör zu verlieren, aber auch ohne Geruchssinn muss man vieles in seinem Leben verändern. Angefangen bein Essen. Das wirklich Gute dabei sind die Gewürze, deren Wert im Geschmack nur über den Geruchssinn aufgenommen wird.
Was tut man nun bei einer Partnersuche? Vielleicht kann das oft sogar hilfreich sein – siehe die Geschichte der Frau, die eine so positive Kommunikation hatte und den Mann dann beim ersten Treffen nicht riechen konnte. Hätte sie ihn nicht gerochen, wer weiß, wie das mit den beiden dann weitergegangen wäre.
Freut euch, dass ihr riechen könnt, auch wenn Manches nicht gut riecht!
Solveig, Du hast den Artikel offensichtlich nicht richtig gelesen, sehr bedauerlich Dein persönliches Problem aber leider hat es mit dem Thema.kaum etwas gemeinsam.
@Solveig:
Nur weil du ein persönliches Problem hast, ist deswegen der Artikel doch nicht falsch?