Schweiß muss nicht unbedingt unangenehm sein.
Die Bedeutung des eigenen Körpergeruchs wird im Allgemeinen doch sehr unterschätzt. Ich weiß es möglicherweise, ich habe sehr viele Flirtratgeber gelesen. Selten wird das Thema "Geruch und Partnerwahl" aufgegriffen.
Tatsächlich spielt die Nase beim Kennenlernen eine große Rolle, wenn auch unbewusst. Kurz gesagt: Wir riechen ganz genau, wenn unser Gegenüber "gute Gene" hat. Wie Sie wissen, liebe Leserin, lieber Leser, ist "biologische Gesundheit" ein wichtiges Kriterium bei der Partnerwahl. Denn immerhin steht meistens die Frage im Raum: Kann ich mit diesem Menschen gesunde Kinder in die Welt setzen? Daher sollte man zumindest auf die Zielgruppe den Eindruck machen können, dass man ein selbstsicherer Stammhalter sein könnte.
Jedenfalls, vor kurzem ist ein interessantes Buch erschienen, das von der Geruchsexpertin Rachel Herz verfasst wurde. Es heißt "Weil ich dich riechen kann. Der fünfte Sinn und sein Geheimnis".
Hier zeigt die amerikanische Psychologin, wie wichtig der Geruchssinn letztlich doch ist. Sie legt viel Wert auf die Erkenntnis (wie oben schon erwähnt), dass Frauen ihren Gesprächspartner durchschauen, genauer gesagt, "durchriechen" können. Besonders gerne aktiv werden die circa zehn Millionen Riechzellen dann, wenn der andere einen völlig anderen Genpool hat als die Dame. Wählt die Betreffende einen solchen Mann, dann steigt die Möglichkeit, dass der Nachwuchs besonders immunstark wird.
Ein sehr interessante Geschichte ist folgende: Wenn eine Frau glücklich gebunden ist, und zwar mit einem (für sie) gut riechenden Mann, kann sie andere potenzielle Lebensgefährten unter den weniger gut riechenden Männern auf dem Partnermarkt nicht mehr auswählen. Lapidar gesagt: Die Nase macht bei zufriedenen Frauen dicht. Der Grund: Dadurch bleibt sie dem aktuellen Gatten eher treu.
Nebenbei erwähnt, bestimmte Kleidungsstücke, die von Männern getragen werden, stehen nicht umsonst bei betreffenden Partnerinnen hoch im Kurs. Bei sage und schreibe 67 Prozent der liierten Frauen kommt es vor, dass sie am T-Shirt ihres Liebsten schnüffeln, wenn er mal wieder auf Geschäftsreise ist. (Auch mein Kater Ben, sechs Jahre alt, schläft auf meiner Seite des Ehebettes, falls ich mal nicht anwesend; anscheinend kann er mich gut riechen.)
Was lernen wir? Wenn Sie nun an ihrer biologischen Gesundheit arbeiten, lieber männlicher Leser, riechen Sie automatisch attraktiv. Hierzu muss der Testosteronspiegel hochgefahren werden. (Testosteron ist ein Sexualhormon.)
Und das funktioniert ganz gut durch folgende Anregungen (lediglich zwei Beschäftigungen aus der Liste dürften ausreichen):
1. Machen Sie zweimal pro Woche Kampfsport
2. Gehen Sie joggen
3. Ernähren Sie sich ausgewogen – Vitamine nicht vergessen!
4. Achten Sie auf einen erholsamen Schlaf (zu wenig Bettruhe senkt den Testosteronspiegel)
5. Vermeiden Sie wenn möglich Stress – der bremst die Testosteronproduktion.
6. Alkohol in Maßen genießen, das heißt, nicht aus Maßkrügen trinken.
Dies kann ich nur bestätigen. Traf ich mich doch mal bei einem ersten Date mit einem Mann in einer Eisdiele, der 1. nach Schweiß roch, 2. nach Nikotin stank und 3. diverse alkoholische Ausdünstungen aufwies. Nach einer nur kleinen Eisportion war ich dann auch genau so schnell wieder verschwunden wie ich gekommen war.
Stimmt absolut mit meinen Erfahrungen überein. Mich würde nur interessieren, ob es auch umgekehrt solche biologischen Phänomene gibt, also ob auch Männer durch den Geruch der einen Frau weniger interessiert an der restlichen Frauenwelt sind. Ich könnte mir das jedenfalls durchaus vorstellen, weil ich mich bei meiner Partnerin richtig "zuhause" fühle, wenn ich bei ihr bin und ihren Geruch wahrnehme. Ich glaube, dass man sich für andere Frauen nur zu interessieren beginnt, wenn etwas in der Beziehung nicht mehr stimmt und dann öffnet man sich auch wieder für "fremde" Gerüche.
Das kann ich nur bestätigen.
Ich war 9 Jahre (mit Pausen) mit einem Mann liiert, dessen Geruch mich unwiderstehlich anzog, mit der sonstigen Kommunikation klappte es nicht so gut, aber ich roch ihn so gern..