Birgit und Rainer: Gegensätze ziehen sich an

Die Versuche einen Partner über ElitePartner zu finden dauerten schon fast drei Monate und vermittelten mir interessante Kontakte, aber so richtig funkte es nicht. Auch Rainer war nur ein Versuch. Relativ zügig wechselten wir unsere Fotos, die Telefonnummern und waren binnen einer Woche in Telefonkontakt.

Wir stellten fest, dass wir recht konträre Hobbies betrieben: Er Fußball, Jagd und Skat, also sehr männlich dominierte Interessengebiete, während ich Tango tanze, viel lese und skate. Doch sind wir beide neugierig genug auf die jeweils andere Welt. Ich wollte den Mann mit der klaren, etwas sachlichen Telefonstimme und dem eher sensibel anmutenden Gesicht gern gegenüberstehen. Ermutigend war die räumliche Nähe unserer Wohnorte, so dass ohne großen Aufwand ein erstes Treffen in Greifswald verabredet werden konnte. Ich kam  pünktlich und sondierte das Terrain sehr sorgfältig, denn auf die berühmte Chrysantheme im Knopfloch hatten wir selbstredend verzichtet, und so musste ich mich auf die visuellen Eindrücke des erhaltenen Fotos verlassen. Ein groß gewachsener schlanker Mann fiel mir in der Menschenmenge auf, aber er eilte in die verkehrte Richtung, war er es? Ich drehte mich, als er schon fast vorüber war, noch einmal leicht um…und siehe da, er tat ein Gleiches, wir sahen uns an, ich fragte amüsiert „Du Rainer?“ und er „Du Birgit?“ und damit gingen wir dann gemeinsam in die gleiche Richtung, ins Restaurant etwas essen, wir tranken viel Tee und hatten nach 5 Stunden angeregten Redens nicht das Gefühl schon gehen zu wollen. Dennoch wollten wir nicht gleich alles auf einmal und so verabredeten wir uns eine Woche später in der Nähe seines Wohnortes in Neubrandenburg. Ich fühlte mich wohl in seiner Gegenwart, aber verliebt hatte ich mich noch nicht, es war sehr viel Sympathie im Spiel, aber auch eine gehörige Portion Skepsis bei so viel Unterschiedlichkeit. Wir trafen uns erneut und damit wurde immer klarer, dass wir uns im sportlichen Bereich sehr wohl  ergänzen könnten: Fahrrad fahren. Ski laufen, paddeln, wandern, all die Dinge, die unsere Naturverbundenheit betrafen. Außerdem stehen wir unserer Andersartigkeit aufgeschlossen gegenüber. Ich war erstaunt und glücklich, dass er akzeptierte, als ich in der Silvesternacht mein lang vor ihm geplantes Vorhaben Tango zu tanzen auch umsetzte. Er kam erst kurz vor Mitternacht dazu und hatte kein Problem damit, mich erst dann in die Arme zu nehmen. Er hat ein wunderbares Selbstbewusstsein, so dass ich mir ein Zusammenleben mit ihm gut vorstellen kann. Keiner muss sich verbiegen. Wir staunen, wie schnell wir uns gefunden haben und sind seit dem dritten Treffen sehr viel zusammen. Dennoch verfolgt jeder nach wie vor auch sein eigenes Leben. Umso glücklicher sind wir, wenn das Wochenende uns wieder zusammenführt. Inzwischen freuen wir uns auf einen ersten gemeinsamen Urlaub und genießen die Schmetterlinge. Geduld gehört auf jeden Fall zur Partnersuche dazu. Die ersten Versuche in der Partnervermittlung waren noch sehr von Hektik bzw. Überforderung gekennzeichnet. Zu viele Angebote sorgten für Verwirrung. Nach einer Pause von mehreren Tagen lichteten sich meine Vorstellungen zu Strategie und Taktik und ich ließ mir dann nicht mehr ein stressiges Tempo diktieren, sondern nahm mit Ruhe und Spaß die Suche im Rahmen meiner eigenen Zeitvorstellung auf.»