Frau ist glücklich mit ihrem Leben und strahlt in die Kamera

So gelingt es Ihnen, ein glückliches Leben zu führen

von Maren Jannen , 11. August 2020

Mein Haus, mein Auto, mein Boot – geht es nach der Werbung, sind Statussymbole die Quelle eines erfüllten Lebens. Glücksforscher sehen dies völlig anders. Wer sich zu stark auf materielle Dinge konzentriert, kann das einfache Glück aus den Augen verlieren.

„Heute ist ein guter Tag um glücklich zu sein“ singen Lea und Max Rabe in ihrem Erfolgslied „Guten Tag, liebes Glück“ und beschreiben, dass eigentlich jeder Moment genau der richtige ist, um damit anzufangen, ein glückliches Leben zu führen. Doch was ist Glück überhaupt und wovon ist es abhängig? Ist es die schöne Wohnung, von der wir immer geträumt haben? Oder die erfüllte Partnerschaft, die wir uns so lange wünschen? Glücklich zu sein scheint schwer und einfach zugleich zu sein. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie zu innerer Zufriedenheit finden.

Inhaltsverzeichnis:

Was ist Glück? Was kennzeichnet ein glückliches Leben?

Jeder wünscht es sich, doch nicht jedem gelingt es: Glücklich zu sein ist nicht selbstverständlich und eines der erstrebenswertesten Dinge. Doch was kennzeichnet ein glückliches Leben? Seit Jahrtausenden beschäftigt sich die Menschheit mit dieser Frage. Während das Thema Glück früher hauptsächlich aus philosophischer Sicht untersucht wurde – für Arthur Schopenhauer war das Glück beispielsweise ein Irrtum und Friedrich Nietzsche attestierte glücklichen Menschen sogar, in einer Lebenslüge gefangen zu sein – werden die Quellen der Zufriedenheit heute aus den unterschiedlichsten Perspektiven wie Betriebswirtschaft, Neurobiologie, Psychologie oder Medizin betrachtet. Die verschiedenen Blickwinkel zeigen, dass eine einheitliche Definition, was Glück genau bedeutet, nicht wirklich möglich ist.

Glück ist subjektiv und besteht aus emotionalem und kognitivem Wohlbefinden

„Glücklich sein ist ein subjektives Wohlbefinden, das in zwei Ausprägungen wahrgenommen wird“, sagt Karlheinz Ruckriegel, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Nürnberg, der sich selbst als Glücksforscher bezeichnet. „Einerseits gibt es das emotionale Wohlempfinden. Hierbei geht es um das Verhältnis zwischen positiven und negativen Gefühlen im Tagesdurchschnitt. Die andere Seite ist das kognitive Wohlbefinden. Hier geht es darum, wie ich mein Leben bewerte, vor dem Hintergrund meiner Ziele, Wünsche und Erwartungen.“

Lebensweisheiten für ein glückliches Leben gibt es viele. Glaubt man der Werbung, sorgt ein Wein der richtigen Marke für einen fröhlichen Abend mit Freunden und ein All-Inclusive-Urlaub mit Reiseveranstalter XY ist der Garant für eine glückliche, erfüllte Zeit. Nach dem Motto: mein Haus, mein Auto, mein Boot. Aber sorgt gut investiertes Geld wirklich für ein glückliches Leben? Mitnichten. Die Glücksforschung hat nämlich gleich mehrere Faktoren festgestellt, die den persönlichen Gemütszustand maßgeblich beeinflussen:

  • Ein liebevolles und stabiles soziales Umfeld: Wir sind soziale Wesen und nichts beeinflusst unser Wohlbefinden, unser persönliches Glück am Ende so sehr wie die Beziehungen zu unseren Mitmenschen. Das bedeutet: Für ein glückliches Leben brauchen wir glückliche Beziehungen.
  • Psychische und physische Gesundheit: Wer mit sich selbst zufrieden und im Reinen ist, kann gelassener mit Herausforderungen umgehen und ist gleichzeitig empfänglicher für Neues oder für schöne Momente. Wer jedoch Probleme häufig verdrängt, wird schneller krank und unzufrieden. Ein gesunder, schmerzfreier Körper unterstützt unser allgemeines Wohlbefinden.
  • Eine befriedigende Tätigkeit oder ein erfüllendes Engagement (als Beruf, aber auch unentgeltlich): Auch die Arbeit ist ein wichtiges Puzzleteil, das für ein erfüllendes Leben notwendig ist, schließlich verbringen viele Menschen dort einen Großteil ihres Alltags.
  • Unabhängigkeit oder das Gefühl, das Leben in gewissen Maßen selbst steuern zu können: Wer die Kontrolle über sein Leben behält, fühlt sich sicher und selbstbewusster. Selbst Entscheidungen zu treffen, macht unabhängig und steigert die eigene Zufriedenheit.
  • Die nötigen finanziellen Mittel, um die Grundbedürfnisse befriedigen zu können: Natürlich brauchen Sie ein gewisses Einkommen oder finanzielle Sicherheit, doch wird der Einfluss von Geld und Besitz auf ein glückliches Leben oft überschätzt. So kann Geld nur bis zu einem bestimmten Jahreseinkommen unsere Zufriedenheit positiv beeinflussen: „Wenn wir über ein gewisses Einkommen hinauswachsen, passen wir unsere Ansprüche nach oben an“, erklärt Ruckriegel.

Wie stark die Gewichtung der jeweiligen fünf Punkte ist, hängt von jedem Einzelnen und seinem persönlichen Empfinden ab.

„Glück ist keine objektive Größe, sondern unser Glücksempfinden ist einzigartig und bedeutet für jeden etwas anderes. Die Fähigkeit zum Glücklichsein kann als eine stabile Persönlichkeitseigenschaft gesehen werden. Sie ist aber auch abhängig von äußeren Faktoren und deren Bedeutung für einen jeden.“

ElitePartner-Expertin und Diplom-Psychologin Lisa Fischbach

Da diese äußerlichen Bedingungen von gesellschaftlichen Werten beeinflusst werden und sich im steten Wandel befinden, ändert sich laut Fischbach auch das Erleben von Glück: So gebe es beispielsweise auch kulturell bedingte Unterschiede, woraus sich Glück nährt.

Tipps zum Glücklichsein – Do’s und Don’ts

Viele Menschen sehen eine erfüllende Partnerschaft als eines der Hauptkriterien für ein glückliches Leben. Laut unserer ElitePartner-Studie 2020 sind 84 Prozent der Paare in Deutschland glücklich miteinander1. Das bedeutet allerdings nicht, dass Singles automatisch unglücklich sind: Denn 57 Prozent der befragten Alleinstehenden in Deutschland und damit mehr als die Hälfte geben an, zufrieden mit ihrem Leben als Single zu sein.

Das zeigt: Egal, ob glücklicher Single oder in einer glücklichen Beziehung – Ihr individuelles Wohlbefinden ist zum großen Teil abhängig von Ihrer ganz persönlichen Einstellung zum Leben und zu Ihnen selbst, nicht von Ihrem Beziehungsstatus. Hier unsere Tipps zum Glücklichsein:

Do’s – wie Sie zufriedener und glücklicher werden:

  • Überlegen Sie sich Ziele: Stillstand bremst uns aus, macht unzufrieden und lethargisch. Setzen Sie sich realistische Ziele, die Sie auch erreichen können und gehen Sie den Weg dorthin ganz bewusst: Sie werden sehen, dass sich jeder Schritt, der Sie näher ans Ziel bringt, besonders gut anfühlen wird.
  • Helfen Sie anderen Menschen: Hilfsbereit und emphatisch durch das Leben zu gehen, steigert die innere Zufriedenheit enorm. Anderen Personen selbstlos zu helfen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, kann ein richtiges Glücksgefühl in Ihnen auslösen. Außerdem: Wer gut zu anderen ist, dem widerfährt auch oft Gutes. Wenn Sie selbst in Not sind, können Sie sich sicher auch auf die Hilfsbereitschaft Ihres Umfeldes verlassen.
  • Stellen Sie sich Ihren Problemen: Etwas belastet Sie, lässt Sie nachts nicht schlafen und löst beständiges Unbehagen in Ihnen aus? Die Verdrängungstaktik hilft Ihnen langfristig leider nicht. Setzen Sie sich bewusst mit Ihren Problemen auseinander, holen Sie sich bei Bedarf Hilfe und versuchen Sie, Lösungen zu finden. Je offensiver und ehrlicher Sie die Dinge angehen, desto schneller verlieren sie auch ihre bedrohende/belastende Wirkung auf Sie. Wenn Sie Mechanismen für sich lernen, um mit negativen Erfahrungen und Rückschlägen besser umgehen zu können, werden Sie sich automatisch besser fühlen und glücklicher leben.
  • Haben Sie Vertrauen in sich selbst: Sie sind gut so wie Sie sind. Auch wenn das Leben Ihnen immer wieder Stolpersteine in den Weg legt, dürfen Sie nicht an sich selbst zweifeln, sondern sollten immer gut für sich sorgen – denn wenn Sie es nicht tun, wer soll es dann machen? Sie sind stark, mutig, liebenswert und einzigartig und egal, wie schwer die Last sich auch manchmal anfühlt: Sie schaffen das!

Don’ts – stehen Sie sich nicht selbst im Weg:

  • Vergleichen Sie sich nicht mit anderen: Vergleiche sind ein menschliches Bedürfnis, wir brauchen sie, um uns zu definieren. Es ist somit nicht per se schlecht, reflektierend zu schauen, was andere wie machen. Doch dürfen Sie dabei Ihre Einzigartigkeit nicht vergessen und auf keinen Fall sollten Sie Vergleiche ziehen, die an Ihrem Selbstbewusstsein kratzen. Machen Sie sich im Gegenteil immer bewusst, dass es viele Menschen gibt, denen es schlechter geht als Ihnen.
  • Halten Sie nicht an Negativem fest: Wenn Ihnen etwas nicht guttut, dann lassen Sie es los: Das können Angewohnheiten, gewisse Verhaltensmuster, oder aber auch Menschen in Ihrem Umfeld sein. Ziehen Sie bewusst Bilanz, wer oder was Sie daran hindern könnte, glücklicher zu leben, und versuchen Sie, sich – sofern es möglich ist – davon abzugrenzen.
  • Geben Sie sich nicht zu vielen Routinen hin: Bringen Sie Abwechslung in Ihr Leben und verlassen Sie Ihre Komfortzone bei Gelegenheit auch mal. Indem Sie sich selbst immer wieder herausfordern, entwickeln Sie sich weiter, werden stärker und gleichzeitig auch selbstbewusster und zufriedener. Wer immer nur auf alten, bekannten Pfaden wandelt, langweilt sich irgendwann.
  • Versuchen Sie nicht, Dinge zu ändern, auf die Sie keinen Einfluss haben: Wenn Sie immer wieder aktiv in Dinge eingreifen wollen, die Sie gar nicht beeinflussen können, werden Sie immer wieder das negative Gefühl des Scheiterns erfahren. Automatisch schreiben Sie sich schnell eine Opferrolle zu, die Sie jedoch gar nicht nötig haben. Halten Sie sich nicht mit etwas auf, das Sie nicht ändern können, sondern konzentrieren Sie sich auf Dinge, bei denen Sie auch wirklich etwas bewegen können. Das Erfolgserlebnis fühlt sich dann umso besser an und steigert Ihre innere Zufriedenheit.

Extra-Tipp zum Glücklichsein: Eine gute Portion Gelassenheit ist zudem in allen Bereichen immer hilfreich, denn erzwingen lässt sich Glück nicht. So haben auch Lea und Max Rabe in ihrem Lied einen Ratschlag für ein glückliches Leben: „Ich bleib‘ auch entspannt, halt’ dich nicht fest, denn ich weiß, dass du bleibst, wenn man dich lässt!“

Fazit: Was man für ein glückliches Leben braucht

Mein Haus, mein Auto, mein Boot – geht es nach der Werbung, sind Statussymbole die Quelle eines erfüllten Lebens. Glücksforscher sehen dies völlig anders. Wer sich zu stark auf materielle Dinge konzentriert, kann das einfache Glück aus den Augen verlieren. Denn ein glückliches Leben zu führen, hat hauptsächlich etwas mit Ihrer persönlichen Einstellung zu tun und wie Sie auf die Welt blicken und auf Konflikte reagieren. Nicht umsonst heißt es: „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Stellen Sie sich Ihren Problemen und Herausforderungen und laufen Sie nicht vor ihnen weg – Sie werden nicht glücklicher, wenn Sie versuchen, alles Negative im Leben zu vermeiden. Schaffen Sie es jedoch, mit negativen Erfahrungen besser umzugehen und Probleme zu lösen, macht Sie das stärker und Sie bekommen das Gefühl, Ihr Leben unter Kontrolle zu haben. Und genau diese Kontrolle gibt Sicherheit und trägt langfristig zu einem Glücksgefühl bei. Daher:

  • Seien Sie handlungsfähig,
  • treffen Sie selbstständig Entscheidungen und agieren Sie nicht fremdbestimmt,
  • behandeln Sie andere Menschen so, wie Sie selbst auch behandelt werden möchten,
  • haben Sie Vertrauen in sich selbst
  • und versuchen Sie immer wieder, im Hier und Jetzt zu bleiben und achtsam den Moment zu genießen.

Je stärker Sie mental sind, desto glücklicher werden Sie leben: Schließlich ist es nie zu spät, um damit anzufangen, ein glückliches Leben zu führen!