Gedeckter Tisch im Restaurant signalisiert Benimmregeln

Benimmregeln: Die Basis für ein erfolgreiches Kennenlernen

von Julia Rieske , 15. Februar 2018

Alles läuft ideal, Mareike und Ingolf freuen sich darauf, sich besser kennen zu lernen. Doch zum Date im romantischen Restaurant kommt Mareike über zwanzig Minuten zu spät – ohne jede Erklärung. Wortreich entschuldigt sie sich. Ingolf ist dennoch genervt. Was denkt sie sich nur? Als sein Handy klingelt, nimmt er das Gespräch an. Nun ist Mareike brüskiert. Was hat er für eine Vorstellung von Benimmregeln!

83 Prozent der Singles legen Wert auf gutes Benehmen bei der Partnerwahl

Wenn die beiden sich an die wichtigsten Benimmregeln gehalten hätten, wäre das erste Date mit Sicherheit besser gelaufen, denn gute Manieren sind nach wie vor sehr wichtig bei der Partnerwahl wie unsere ElitePartner-Studie 20181 zeigt: 83 Prozent der Singles geben an, dass ihnen gute Manieren bei einem Partner besonders wichtig sind. Hierbei sind sich beide Geschlechter einig: Höfliches Benehmen anderen gegenüber ist für 88 Prozent der Single-Frauen und 77 Prozent der Single-Männer entscheidend bei der Partnerwahl. Mit guten Manieren und Verhalten nach Knigge sind Sie also immer auf der sicheren Seite – vor allem beim Kennenlernen.

Acht Benimmregeln: Zuverlässigkeit ist am wichtigsten

Von größter Bedeutung sind, nach einer Allensbach-Studie Regeln, die mit Zuverlässigkeit zu tun haben, das zeigen die Top 3 des schlechten Benehmens:

  • Termine nicht absagen
  • Dinge nicht erledigen, die fest versprochen wurden
  • Unpünktlichkeit

Auf breite Ablehnung stoßen nach Allensbach-Studie auch Verstöße gegen grundlegende Kommunikationsregeln, etwa anderen ständig ins Wort zu fallen. Als schlechtes Benehmen gelten Knigge-Regeln zufolge zudem Verhaltensweisen, die als unappetitlich empfunden werden: Reden mit vollem Mund und Kaugummikauen während einer Unterhaltung.

Verhaltensweisen, die Rücksichtnahme und Respekt gegenüber anderen beweisen, gelten hingegen als gutes Benehmen. Die gute Nachricht: Manieren lassen sich lernen. Mit den folgenden grundlegenden Benimmregeln wird das zweite Date ein voller Erfolg.

1. Pünktlichkeit

Der Allensbach-Studie zufolge empfinden 77 Prozent der Bevölkerung Unpünktlichkeit als Verstoß gegen die Benimmregeln. Kommen Sie also pünktlich. Wenn Sie an einem öffentlichen Ort ein Date ausgemacht haben, sind höchstens fünf Minuten Verspätung erlaubt. Wichtig: Wenn Sie merken, dass Sie sich verspäten, schicken Sie eine Nachricht, die Ihre Verspätung ankündigt. Das sollte selbstverständlich sein. Besser ist es allerdings, rechtzeitig loszugehen. So kommen Sie entspannt zu Ihrer Verabredung und sind positiv eingestimmt.

2. Smartphone-Knigge-Regel

Wenn Sie das Smartphone beim Date offen auf dem Tisch liegen lassen, signalisieren Sie Ihrem Gegenüber alles andere als Interesse. Wenn möglich geben Sie Ihrem Handy frei und schalten es aus. Müssen Sie beruflich erreichbar sein, dann erklären Sie Ihrer Verabredung die Umstände und stellen Sie es auf lautlos. Übrigens: Nur gut jeder zehnte Mann und jede zehnte Frau in einer Beziehung findet es in Ordnung, beim gemeinsamen Essen auf das Smartphone zu schauen – so das Ergebnis unserer ElitePartner-Studie 2018.

3. Türen und Mäntel

Die Emanzipation ist fortgeschritten. Dennoch erwarten viele Frauen gewisse Benimmregeln. Beispielsweise dass der Mann ihnen in den Mantel hilft (62 Prozent) oder ihnen die Tür aufhält (72 Prozent) – so die ElitePartner-Studie. Nur noch jede dritte Frau geht dagegen davon aus, dass der Mann die Autotür öffnet und ihr beim Aussteigen hilft. Um peinliche Momente zu vermeiden, ist es jedoch gut, für die Hilfestellung bereit zu sein, schließlich können Sie in diesem Moment beweisen, dass Sie gute Manieren gelernt haben. Wenn sich beispielsweise beide dem Fahrzeug von der Beifahrerseite nähern, findet die Frau es bestimmt charmant, wenn der Mann ihr die Türe aufhält, bevor er selber einsteigt.

4. Benimmregeln im Restaurant

Nur noch 33 Prozent halten es für gutes Benehmen, wenn der Mann der Frau den Stuhl heranrückt2. Nur 23 Prozent erachten es als eine wichtige Regel, dass der Mann sich kurz erhebt, wenn die Frau den Tisch verlässt. Beim ersten Kennenlernen verzichten Sie besser darauf. Überholt ist nach der ElitePartner-Studie auch die Selbstverständlichkeit des zahlenden Mannes. So erwartet nur jede vierte Single-Frau, dass sie beim Date eingeladen wird. Demgegenüber legt immerhin jeder zehnte Single-Mann Wert darauf eingeladen werden. Für mehr Gleichberechtigung beim Kennenlernen sprechen sich allerdings 45 Prozent der Single-Frauen und 39 Prozent der Single-Männer aus – sie bevorzugen das Teilen der Rechnung bei einem teuren Restaurantbesuch. Meist entwickelt sich im Laufe des Dates ein sicheres Gefühl dafür, welche Variante für beide Seiten am angenehmsten ist.

5. Manieren lernen beim Rauchen

In den meisten Restaurants hat sich dieses Thema erledigt, denn Rauchen ist verboten. Sonst gilt: Solange am Tisch gegessen wird, ist Rauchen laut Benimmregeln völlig unmöglich. Nach dem Essen können Sie jedoch fragen, ob Ihr Gegenüber eine Zigarette stört. Erst bei einem glaubhaften Nein holen Sie die Schachtel heraus. Denn Rauchen ohne zu fragen, gilt als schlechtes Benehmen.

6. Blumen

Eine weitere Benimmregel nach Knigge: Beim ersten Date sollten Männer keine Blumen mitbringen, denn das empfinden viele Frauen eher als peinliche Geste. Bei weiteren Verabredungen ist das jedoch kein Problem. Ganz klar ist es jedoch, dass Mitbringsel wie Blumen oder eine Flasche Wein bei einem Date zu Hause Pflicht sind. Kommen Sie mit leeren Händen, sehen das 35 Prozent als schlechtes Benehmen an.

7. Abholen und Heimbringen

Keineswegs überholt ist die Benimmregel, eine Frau nach einer Verabredung nach Hause zu bringen. 77 Prozent erwarten das von Männern. Immerhin 46 Prozent halten es auch für höflich, wenn Männer die Frau bei einer Verabredung daheim abholen.

8. Desinteresse gestehen zeigt gutes Benehmen

66 Prozent der Singles melden sich nach einem Date zeitnah, wenn es ihnen gefallen hat. Ebenso schnell merken Sie manchmal, dass, dass Sie kein Interesse an einer Vertiefung der Bekanntschaft haben. Dann ist es beim ersten Date angebracht, das Treffen kurz zu halten, denn auch hier greifen Benimmregeln nach Knigge. Plaudern Sie ein wenig und stellen Sie Fragen zum Kennenlernen, verabschieden Sie sich höflich und seien Sie, wenn nötig, klar aber freundlich in der Kommunikation: „Du bist sehr sympathisch, aber es hat leider nicht gefunkt.“

Fazit: Benimmregeln erleichtern die Annäherungsphase

Knigge-Regeln sind nicht schwer einzuhalten und erleichtern den Umgang miteinander. Mit Bedacht angewendet, machen sie allen Beteiligten Spaß und sorgen dafür, dass die Atmosphäre stimmt. Integrieren Sie die Benimmregeln in Ihren Alltag, dann wird Etikette schnell zur Normalität und wirkt nie aufgesetzt. Das gibt Ihnen auch die nötige Sicherheit bei der ersten Begegnung, denn dann können Sie sich darauf verlassen, dass sich Ihr Gegenüber mit Ihnen befasst und nicht mit dem, was Sie tun oder nicht tun. Die meisten Manieren lassen sich problemlos lernen. Schon beim zweiten Date können Sie mit zuvorkommendem Verhalten punkten.