Frau küsst und umarmt Mann weil sie ihrem Partner verzeihen konnte

Warum eine Entschuldigung wichtig für die Beziehung ist

von ElitePartner Redaktion , 28. Januar 2015

Wie oft beschweren Sie sich? Und wie oft rechtfertigen Sie sich? Die meisten werden diese Fragen mit „oft“ beantworten. Doch wann kommt es eigentlich zu einer Entschuldigung in der Beziehung? Viel zu selten! Dabei hat eine Entschuldigung eine fast magische Wirkung. Wir verraten Ihnen, wie Sie mit Einsicht und einer gelebten Entschuldigungskultur Ihre Partnerschaft bereichern und fragten nach, für was sich Singles bei ihrem Ex-Partner entschuldigen würden.

Warum „Es tut mir leid“ in der Liebe so oft ungesagt bleibt

In Streitsituationen sind verletzende Worte gefallen, die rechthaberische Behauptung stellte sich als Irrtum heraus und nach einem stressigen Arbeitstag haben wir die schlechte Laune beim Partner abgeladen: Niemand verhält sich in einer Beziehung immer korrekt. Häufig ist uns das sogar bewusst, spätestens, wenn wir die Situation später reflektieren.

Dass eine Entschuldigung in der Beziehung trotzdem schwerfällt, kann vielfältige Ursachen haben: Viele Menschen möchten nicht zugeben, dass sie sich getäuscht haben oder befürchten, in die Defensive zu geraten. Dabei gestehen sie in einem solchen Moment nicht Schwäche ein, sondern zeigen mentale Stärke – indem sie Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.

Entschuldigungen in der Beziehung sind eher Frauensache

Frauen entschuldigen sich wesentlich häufiger als Männer, wie die Studie von Karina Schumann von der University of Waterloo ergab. Der Grund: Männer haben eine höhere Toleranzschwelle und bewerten ihr Handeln seltener als Fehlverhalten. Die Bereitschaft sich zu entschuldigen, ist aber auch typabhängig: Wer sich besser in den Partner einfühlen kann und sich selbst reflektiert, erkennt die eigenen Fehler besser. Wem Harmonie wichtig ist, der wird eher den Schritt auf den anderen zugehen, um eine Aussprache oder sogar Versöhnungssex einzuleiten. Diese Eigenschaften können natürlich auf Männer und Frauen gleichermaßen zutreffen.

Nur eine ehrliche Entschuldigung wirkt in der Beziehung

Einsicht zu zeigen, setzt einen positiven Impuls in der Partnerschaft. Denn eine Entschuldigung signalisiert Ihrem Partner, dass er Ihnen wichtig ist und Sie seine Empfindungen ernstnehmen. Er fühlt sich verstanden und kann darauf vertrauen, dass Sie auch beim nächsten Streit nicht auf Ihre Meinung zu bestehen, sondern in der Lage sind, sich selbstkritisch zu hinterfragen. „Wichtig ist, dass eine Entschuldigung in der Beziehung auf echter Einsicht beruht und nicht ausgesprochen wird, um den Partner zu besänftigen oder schnell seine Ruhe zu haben“, erklärt Paar-Coach Lisa Fischbach. Auch, wenn eine halbherzige Entschuldigung manchmal die schnellere Beilegung eines Konflikts verspricht: Es lohnt sich, die Ursache auszudiskutieren, wenn sie eigentlich noch nicht geklärt ist. „Wenn jedoch einer der Partner feststellt, dass er in einer Auseinandersetzung falsch gelegen hat, braucht er sich nicht lange zu erklären. Eine kurze, authentische Entschuldigung genügt“, rät Lisa Fischbach.

So etablieren Sie eine Entschuldigungskultur in Ihrer Partnerschaft

Diplom-Psychologin Lisa Fischbach rät, in einer Beziehung die Antennen in Bezug auf das eigene Verhalten aufzurichten und eine Entschuldigungskultur zu etablieren. „Eine angemessene und aufrichtige Entschuldigung kann wie eine Beziehungskatharsis wirken: Sie reinigt die Luft, sorgt für gutes Klima und bringt die Partnerschaft wieder in Balance. Zudem drückt sie Wertschätzung dem Partner gegenüber aus.“ Wichtig ist dabei, dass beide Partner gleichermaßen sensibilisiert sind und sich öfter mal hinterfragen, damit kein Ungleichgewicht entsteht. „Sprechen Sie ruhig darüber, wenn Ihnen auffällt, dass Entschuldigungen in Ihrer Beziehung zu kurz kommen und dass Sie zukünftig aufmerksamer miteinander umgehen wollen.“ Damit zollen Sie Ihrer Beziehung und Ihrem Partner Respekt – eine der wichtigsten Säulen für eine dauerhaft glückliche Partnerschaft.

  1. Streit, schlechte Stimmung, Vorwürfe? Halten Sie inne. Analysieren Sie die Ursache für die Unstimmigkeit und üben Sie dabei den „Blick von außen“: Was wäre, wenn Sie gar nicht Teil der Situation wären, sondern eine Freundin Ihnen diese Geschichte von Dritten erzählen würde? So können Sie sich von Ihren eigenen Emotionen distanzieren und erlangen eine objektivere Urteilskraft. Haben Sie tatsächlich richtig gehandelt?
  2. Erkennen Sie, dass Ihr Verhalten nicht korrekt war, entschuldigen Sie sich bei Ihrem Partner am besten ohne große Umschweife. Greifen Sie aber nach Möglichkeit die Worte Ihres Liebsten auf, sofern es Vorwürfe gab – damit zeigen Sie, dass Sie sein Anliegen verstanden haben.
  3. Die größte Wirkung erzeugen Sie mit Ihrer Entschuldigung, wenn Sie Ausführungen, Rechtfertigungen und Ausflüchte vermeiden, denn die schmälern den positiven Effekt. Sie beweisen Größe, indem Sie zu Ihrem Fehler stehen – nicht, indem Sie versuchen, ihn „schönzureden“.
  4. Trauen Sie sich! Für ein Fehlverhalten einzustehen, ist kein Zeichen von Schwäche. Vielmehr signalisieren Sie damit die Stärke, Ihr Verhalten und Emotionen zu reflektieren. Wer über echtes Selbstbewusstsein verfügt, kann auch Güte zeigen – eine sehr anziehende Eigenschaft.
  5. Finden Sie das richtige Maß: Sich ständig für jede Kleinigkeit zu entschuldigen, ist ebenso wenig konstruktiv, wie es überwiegend zu unterlassen. Entschuldigungen in einer Beziehung sind eine kostenlose Währung, die dann bewusst eingesetzt werden soll, wenn die Situation es erfordert und Grenzen beim Partner verletzt wurden.
  6. Es ist selten zu spät für eine Entschuldigung, auch wenn dadurch nicht zwangsläufig eine Versöhnung erzielt wird. Sicherlich ist eine zeitnahe Entschuldigung der Königsweg. Doch solange noch ein innerer Konflikt besteht und eigene Gefühle brodeln, kann eine Entschuldigung halbherzig klingen, weil zu viel Widerstand mitschwingt. Dann ist es besser zu warten, bis man mit sich im Reinen ist. Aber nicht zu lange zögern, womöglich ist dann die sensible Phase bereits überschritten und Ihr Partner hat dieses Thema abgeschlossen.

Unsere Umfrage zeigt: Männer tun ihre Egotrips leid, Frauen ihr Genörgel

In einer Partnerschaft kommt uns das kleine Wörtchen der Reue im richtigen Moment oft einfach nicht über die Lippen. Mit Abstand sehen viele Singles klarer, wo eine Entschuldigung in der Beziehung angebracht gewesen wäre. In einer ElitePartner-Umfrage verrieten 846 Männer und Frauen, wofür sie sich gerne beim Ex-Partner entschuldigen würden. Männer hatten im Gegensatz zu Frauen mehrheitlich den Impuls sich nachträglich zu entschuldigen zu wollen. Ihr Top-Entschuldigungsgrund: Knapp ein Drittel sind in der Beziehung zu wenig auf die Wünsche ihrer Partnerin eingegangen. Frauen hingegen tun ihre Nörgeleien im Nachhinein am meisten leid, gefolgt von der Tatsache, dass sie die Liebe aufgegeben haben. Mehr Männer als Frauen bereuen ihre Launenhaftigkeit – dieser Grund rangiert bei den männlichen Befragten auf Platz 2, bei den weiblichen auf Platz 3. Dieser wird bei den Männern von der Entschuldigung für mangelnde Liebesbezeugungen belegt.

„Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Männer wie Frauen gleichermaßen bereuen, in der Partnerschaft zu stark auf sich selbst fokussiert gewesen zu sein. Es lohnt sich eben, in der Beziehung auch mal die Sicht des Partners einzunehmen, das eigene Fehlverhalten zu erkennen und dafür gerade zu stehen. Doch das fällt vielen Menschen gar nicht so leicht“, erklärt Lisa Fischbach.

Für diese Dinge würden sich Männer bei ihren Ex-Partnerinnen entschuldigen

  1. Dafür, dass ich zu wenig auf ihre Wünsche geachtet habe. (31,5%)
  2. Für meine Launen (18,3%)
  3. Dafür, dass ich nicht oft genug „Ich liebe dich“ gesagt habe. (13,2%)

Und für diese Dinge würden sich Frauen entschuldigen

  1. Dafür, dass ich so oft genörgelt habe (17,7%)
  2. Dafür, dass ich unsere Liebe aufgegeben habe (15,5%)
  3. Für meine Launen (13,2%)