Frau und Mann zeigen deutlich Ihre Körpersprache beim Flirten, indem sie miteinander herumalbern

Körpersprache beim Flirten: So entschlüsseln Sie die Gesten & Signale

von: ElitePartner Redaktion , 25. März 2014

Sie wollen die Körpersprache beim Flirten verstehen? Gerade beim Daten ist diese „Gabe“ gefragt. Ist der andere distanziert oder interessiert? Findet er mich attraktiv oder nur nett? Wir fragten nach bei Körpersprache-Expertin Monika Matschnig. Ein Gespräch über unbewusste Signale beim Kennenlernen.

Die Unterschiede zwischen Männer und Frauen

Die Körpersprache als Flirt zu interpretieren oder den Wink mit dem Zaunpfahl nicht zu verstehen, ist ein Klassiker. Klären Sie uns auf: Wie sollen sich Männer verhalten, wenn sie Kontakt zu einer Frau aufbauen wollen?

Monika Matschnig: „Eines vorweg: Der erste Kontakt wird in 80 Prozent aller Fälle durch Frauen hergestellt – das Flirten wird dann von den Männern aufgebaut. Die Initialzündung liefern Frauen per Blickkontakt – sie schenken dem Mann mehrmals nacheinander einen Blick, den sie gleich wieder abwenden. So unterscheiden sich die Frauen von den Männern. Bemerkt man(n) diesen Hinweis, dann muss er den nächsten Schritt machen und auf sie ansprechen. Doch Achtung: Bei ihren Anbahnungsversuchen sind Männer manchmal zu ungeduldig und direkt. Dann machen Frauen einen Rückzieher und richten Hindernisse auf; sie verschränken die Arme, zeigen die ‚kalte Schulter‘, verwenden ein Lachen, das schnell abfällt. Nur keine plumpe Anmache! Lassen Sie sich Zeit und erobern Sie die Frau, Schritt für Schritt! Das heißt zum Beispiel: mehrere Blicke, ein Zuwenden des Oberkörpers, die Frau indirekt im Fokus behalten.“

Und welche Signale senden Männer bewusst oder unbewusst aus, um Interesse zu bekunden? Wie können Frauen die Körpersprache beim Flirten deuten?

Monika Matschnig: „Männer nutzen Ihre Gestik und Mimik anders als Frauen. Sie nehmen mehr Raum ein und machen sich breiter, um Stärke und Souveränität auszustrahlen. Sie drehen den Körper der Zielperson zu, verwenden Putzsignale und entfernen virtuelle Fusseln von Sakko oder Hemdsärmel, fahren sich durch das Haar, versuchen lässig am Tresen zu lehnen, verschränken die Beine um die Knöchel und stecken die Hand in die Hosentasche… aber Achtung, nur nicht zu cool wirken wollen. Frauen mit ein wenig Gespür können Flirtsignale generell gut einordnen. Es gibt aber auch die hartnäckigen Fälle , die den Männern das Leben schwer machen können.“

Nun zu den Damen. Wie können Männer die Körpersprache Ihres Gegenübers beim Flirten entschlüsseln? Gibt es eine bestimmte Haltung oder eine Geste? Wie kann man(n) sich die Frage „Mag sie mich?“ richtig beantworten?

Monika Matschnig: „In den ersten Minuten eines Gesprächs, nachdem der Mann eine Frau angesprochen hat, verhalten sich Frauen häufig unterwürfig und gleichen sie der Körpersprache des Mannes an, das sogenannte Beschwichtigungsverhalten. Weitere submissive Gesten von Frauen sind das Präsentieren des Nackens, jede Art von Selbstberührung im Bereich von Gesicht, Haaren und Armen, Schulterzucken, das Herumzupfen oder Glattstreichen der Kleidung und das Nach-vorne-Neigen des Oberkörpers. Auch autoerotische Gesten führen Frauen wesentlich häufiger aus als Männer. Frauen beginnen lauter und mehr zu lachen und werfen Ihr Haar zurück. Sie spielt mit ihren Haaren, oder ihrer Kleidung, Schmuck… Ihre Pupillen werden größer, sie klimpert häufiger mit den Wimpern, formt einen „Kussmund“ und bestärkt mit ‚Ohh, ahh, wirklich…‘.  Sie richtet sich auf, hebt den Oberkörper an, stemmt einen Arm in ihre Hüfte, um indirekt ihre Weiblichkeit zu betonen.“

Wie erkennt man an ihrer Körpersprache, ob es sich nur um Freundlichkeit handelt, oder ob tatsächliches Interesse im Spiel ist? Wie deutet man(n) beispielsweise ihr Lachen?

Monika Matschnig: „Frauen tendieren dazu, generell häufiger zu lachen als Männer. Viele Frauen lachen auch, wenn sie sich unwohl fühlen oder genervt sind. Hier ist es entscheidend, zu erkennen, ob es sich um ein „echtes“ Lachen oder Lächeln handelt. Ein Lachen, das schnell wieder abfällt, ist ein Zeichen von Desinteresse. Ebenso, wenn sich nur die Mundwinkel nach oben ziehen, ist es nicht ernst gemeint. Zieht sich nur ein Mundwinkel nach oben, dann ist es ein zynisches Lächeln. Ein echtes Lachen erkennt man, wenn vor allem die Augen lachen. Sehen Sie ab und an die Lachfalten rund um die Augen – auch Krähenfüße genannt – und strahlen die Augen, dann ist es ernst gemeint. Doch unabhängig vom Lächeln liefern auch noch andere Verhaltensweisen klare Antworten darauf die Körpersprache während einem Flirt korrekt zu entschlüsseln. Eindeutige Hinweise für kein Interesse sind: Oberkörper dreht sich von dem Mann weg, sie baut eine Barriere zwischen ihm und ihr mit der Hand auf, die Fußspitze wird zum Fluchtbein und dreht sich weg, sie verschränkt offensichtlich die Arme, blickt immer wieder weg, die Zungenspitze schiebt sich immer wieder kurz nach vorne zwischen die Lippen, sie macht abwehrende Gesten mit den Fingern und Händen. Übrigens: Umgekehrt sind diese Verhaltensweisen genauso zu interpretieren. “

Der erste Kontakt läuft über Körpersprache – der Flirt war erfolgreich und nun steht vielleicht schon bald das erste Date an. Was raten Sie, wie sollte man beim ersten Date aufeinander zugehen? Ist ein Händeschütteln zu wenig oder ist eine Umarmung zu viel? Und woran erkenne ich, was er oder sie erwartet?

Monika Matschnig: „Das kommt darauf an, wie das erste Kennenlernen war. Lernte man sich nur kurz kennen und das in einer sehr formalen Situation, dann empfehle ich den Händedruck. Ansonsten eine dezente Berührung am Oberarm mit einem Küsschen links und rechts. Die beste Regel aber lautet: Denken Sie nicht zu viel darüber nach. Lassen Sie es auf sich zukommen und ’schwingen‘ Sie sich auf Ihr Gegenüber ein. Instinktiv werden beide wissen, was in diesem Moment zu tun ist. Generell rate ich also: Im Vorfeld nicht zu viel denken. Schrauben Sie Ihre Erwartungen nicht gedanklich nach oben. Das kann Sie nur enttäuschen. Schreiten Sie einfach in den Moment hinein. Jeder kennt es: Male ich mir in Gedanken den Urlaub als das perfekte Ereignis des Jahres aus, dann werde ich häufig enttäuscht.“

Eine Frage für konkurrierende Männer: Ein Nebenbuhler taucht beim Date auf. Welche Körpersprache zeigt „Flirt ausgeschlossen! Die Dame ist bereits vergeben“?

Monika Matschnig: „Nur kein protziges Machtgehabe. Bleiben Sie smart und agieren Sie in subtiler Art und Weise mit Ihrer Körpersprache beim Flirten. Was Frauen wollen? Keinen Platzhirschen! Schauen Sie Ihren Nebenbuhler mit einem freundlichen Gesichtsausdruck etwas länger an – am besten richten Sie Ihren Blick ins dritte Auge (direkt zwischen den Augen), dann berühren Sie die Frau dezent am Ober- oder Unterarm, schenken Sie ihr nun die volle Aufmerksamkeit. Versperren Sie mit Ihrem Körper die Sicht auf die Frau. Oder machen Sie sich den Nebenbuhler zum Freund und stellen Sie sich untereinander vor. Dieses Verhalten verdeutlicht ihr ganz klar, dass Sie echtes Interesse an ihr haben. Und dann wird es spannend: Wie reagiert die Frau? Wem schenkt sie mehr Aufmerksamkeit? Ist es der Nebenbuhler, dann sollten Sie nicht Ihre Zeit vergeuden.“

Man sitzt bei einem Date, denkt, es sei ja eigentlich ganz nett und stellt an sich selbst fest, dass man die Arme verschränkt hat und sich leicht vom anderen wegdreht. Körpersprache und Flirten gehören ja zusammen. Sagt mir in diesem Fall mein eigener Körper ehrlich, was ich fühle?

Monika Matschnig: „Ein Verschränken der Arme hat viele Bedeutungen. Es kann bequem sein, es kann eine Gewohnheit sein, Unsicherheit vermitteln und ja, auch Desinteresse. Die Körpersprache einer Frau oder eines Mannes liefert nicht immer eindeutige Indizien. Haben Sie beide die Arme verschränkt, dann könnte es sogar ein Zeichen von Rapport sein – sie schwingen auf einer Wellenlänge. Hier heißt es, fühlen Sie! Finden Sie Ihr Gegenüber nur nett und nicht mehr, dann ist es für eine dauerhafte Partnerschaft wohl zu wenig und der Sex wird wohl auch nur Mittelmaß bleiben. Es ist schwer den passenden Partner zu finden und es ist häufig die Suche einer Stecknadel im Heuhaufen, doch es gibt ihn. Eine Partnerschaft ist die härteste Arbeit der Welt, aber auch die schönste.“

Monika Matschnig ist Expertin für Körpersprache, Wirkung und Performance. Die Dipl. Psychologin ist eine gefragte Vortragsrednerin auf Kongressen und Events, Dozentin an verschiedenen Universitäten und Buchautorin. Ihre pointierten Analysen von Entscheidungsträgern und Politikern werden zugleich geachtet und gefürchtet. Weitere Informationen unter: www.matschnig.com.

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