Beziehungsstress hinterfragen symbolisiert durch alte und junge Hänge

Beziehungsstress: 6 Warnsignale & Wege damit umzugehen

von Felix Reek , 17. Dezember 2019

Mit einem anderen Menschen zusammenleben, ist nicht immer einfach, Beziehungsstress gehört dazu. Doch wenn er überhandnimmt, Sie nur noch streiten, ist es Zeit etwas dagegen zu unternehmen. Was hinter Schräglagen in der Liebe steckt und was Sie dagegen tun können, lesen Sie hier.

Anzeichen von Beziehungsstress bei frischen Paaren

1. Unterschiedliche Vorstellungen vom Partner

Wir alle wünschen uns bestimmte Eigenschaften von dem Menschen an unserer Seite. In der ersten Phase einer Beziehung denken wir noch nicht daran, dass diese auch der Grund für Beziehungsstress sein könnten. Er will eine unabhängige Frau, stark, emanzipiert, beruflich erfolgreich. Sie einen dominanten Mann, der weiß was er will, charmant ist, aber auch in der Lage, Gefühle zu zeigen. Dass diese Fantasiegebilde Konsequenzen haben, beachten die Wenigsten. Wer beruflich erfolgreich ist, hat meist wenig Zeit, wer immer im Fokus stehen will, ist in der Regel wenig kompromissbereit. Das sorgt für Stress in der Beziehung.

Tipp: Es ist in Ordnung, gewisse Ansprüche und Erwartungen an den Partner zu stellen – aber gleichen Sie diese mit der echten Person ab, erst recht, wenn die Beziehung kriselt. Geben Sie ihm oder ihr die Chance beides zu sein – der Mensch, den Sie sich wünschen und der, der er wirklich ist.

2. Ihre Lebenspläne passen nicht zusammen und verursachen Stress in der Beziehung

Ein weiterer Faktor ist, dass Sie sich zu Beginn einer Liebe erst kennenlernen. Was der andere mit seinem Leben anstellen will, wie er sich seine Zukunft vorstellt, kristallisiert sich erst später heraus und kann zu Beziehungsstress führen. Zum Beispiel wollen Sie schon bald Kinder, Ihr Partner aber lieber noch die Zweisamkeit genießen. Es kommen Zweifel auf, Sie fragen sich: Ich will die Beziehung retten, aber wie nur?

Lösungsvorschläge: Klären Sie, wie wichtig Ihnen Ihr individueller Lebensplan ist, ob Sie eine gemeinsame Lösung finden oder sich einander annähern können, ohne dass erneute Unzufriedenheit und noch mehr Beziehungsstress entstehen. Ist das nicht möglich, sollten Sie eine Trennung auf Zeit in Betracht ziehen oder Schluss machen.

3. Eifersucht bestimmt Ihre frische Verliebtheit

Der Ballast, den wir aus vergangenen Beziehungen mitbringen, kann ebenso zum Problem werden. Besonders schmerzt es, wenn wir betrogen werden. Es ist eine Erfahrung, die haften bleibt und schnell zu Eifersucht und Stress in der Beziehung führt. Gerade in der ersten Verliebtheitsphase als Paar belastet uns das, wir haben Angst, dass wir ihn verlieren. Artet dies in Kontrollzwang und Misstrauen aus, spionieren Sie Ihrem Partner sogar hinterher, ist der Beziehungsstress vorprogrammiert.

Gegenstrategie: Um die Symptome von Eifersucht zu bekämpfen, müssen Sie gegenseitiges Vertrauen aufbauen. Seien Sie ehrlich zueinander. Klammern Sie nicht zu sehr, gewähren Sie dem anderen seinen
Freiraum. Sonst gibt es nur noch mehr Beziehungsstress.

Anzeichen für Beziehungsstress in einer langen Partnerschaft

1. Der Job sorgt für Stress in der Beziehung

Unser Beruf kann uns stark unter Druck setzen. Sie haben Abgabetermine, Ihre Kollegen schieben alle Arbeit auf Sie ab und der Chef ist auch nicht gerade entgegenkommend. In diesen Momenten kommen Sie an Ihre Grenzen und suchen ein Ventil – also bekommt es der Partner ab. Er ist erreichbar und fungiert als Blitzableiter für die angestauten Probleme und Unzufriedenheit.

Was dagegen helfen kann: Versuchen Sie sich mehr Zeit als Paar zu geben, sonst nimmt der Beziehungsstress überhand. Auch wenn Ihnen Ihre Karriere wichtig ist – Ihre Partnerschaft sollte mindestens genauso viel Raum in Ihrem Leben einnehmen. Vielleicht führen Sie einfach einen Tag am Wochenende ein, an dem Sie sich nur Zeit für sich als Paar nehmen. So kommen Sie einander wieder näher.

2. Kinder belasten Ihr Verhältnis zueinander

Der eigene Nachwuchs ist das Schönste auf der Welt. Er ist aber auch ein Faktor, der die Beziehung unter Druck setzen kann, gerade wenn die Kinder noch klein sind. Sie arbeiten den ganzen Tag, dann kommen Sie nach Hause, der Partner drückt Ihnen die Tochter in die Hand und sagt: „Jetzt bist du dran!” In den Nächten sorgt Schlafmangel für zusätzlichen Beziehungsstress. Üben kann man solch eine Situation nicht. Wie es ist, Kinder zu haben, erfahren wir erst, wenn sie da sind. Für romantische Überraschungen und gemeinsame Momente zu zweit bleibt kaum noch Zeit.

Tipp: Stemmen Sie sich gegen die Abwärtsspirale aus Müdigkeit, Gereiztheit und Vorwürfen. Machen Sie sich bewusst, dass es nur um eine endliche Zeitspanne geht. Ist diese vorbei, verfliegt auch der Beziehungsstress. Bis dahin tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus. Sie werden merken: Es geht ihnen genauso.

3. Sie sind von allem gereizt, was Ihr Partner tut

Vielleicht reicht ihr Zerwürfnis aber auch weiter, die Beziehung läuft schief. Es nervt Sie, wenn Ihr Partner nett und freundlich ist, es nervt Sie, wenn er Sie ignoriert, er nervt selbst, wenn er absolut nichts tut. Seine Art zu niesen, regt Sie auf, wie er isst, wie er läuft. Sprich, Sie können kaum seine Anwesenheit ertragen. Kritisch wird dieser Zustand, wenn der Beziehungsstress so groß ist, dass Sie ständig Streit anfangen. Normalerweise lernen wir in einer Partnerschaft, damit umzugehen. Können Sie das nicht mehr, haben Sie ein Beziehungsproblem.

Wichtig: Nimmt der Stress in der Beziehung auf diese Weise überhand, ist Kommunikation unerlässlich. Sie müssen Ihre Gefühle in einer ehrlichen und konstruktiven Weise ausdrücken. Versuchen Sie zu ermitteln, warum Sie wirklich so gereizt sind. Ist es die Beziehung oder etwas ganz anderes? Das ist entscheidend für das Fortbestehen Ihrer Partnerschaft. Denn ist es wirklich so, dann sollten Sie ein Beziehungsende in Betracht ziehen.

Beziehungsstress kann viele Ursachen haben – lernen Sie, sie zu erkennen

Sie sehen also: Stress in der Liebe entsteht aus vielen Situationen heraus. Sie sind gestresst von der Arbeit, eifersüchtig, vielleicht haben Sie es sich auch anders vorgestellt, wie es ist, Kinder zu haben. Wichtig ist es, die Gründe zu verstehen und dagegen vorzugehen. Hier finden Sie noch einmal die wichtigsten Tipps in der Übersicht:

  • Stellen Sie keine Ansprüche an Ihren Partner, die er nicht erfüllen kann.
  • Klären Sie, ob Ihre Lebenspläne vereinbar sind.
  • Wenn Sie eifersüchtig sind: Gewähren Sie Ihrem Partner trotzdem seine Freiräume.
  • Nehmen Sie sich Zeit als Paar, um Beziehungsstress zu vermeiden.
  • Verursachen Kinder den Stress, machen Sie sich klar, dass dieser Zeitraum endlich ist.
  • Ist die Stimmung gereizt, kommunizieren Sie, um die Gründe zu ermitteln.

Beachten Sie diese Tipps, um Beziehungsstress zu vermeiden, sollte sich Ihr Miteinander entspannen. Ist dies nicht der Fall, scheuen Sie sich nicht, die Partnerschaft in Frage zu stellen oder gar zu beenden. Es nützt niemandem etwas, auf Dauer unglücklich zu sein. Weder Ihnen, noch Ihrem Partner. In jedem Neuanfang liegt schließlich auch eine Chance.