Mann gibt Frau Kuss auf die Wange - er will aber kein Kind

Er will kein Kind: So gehen Sie damit um

von: ElitePartner Redaktion , 16. Februar 2018

Anna und Daniel sind bereits seit sechs Jahren in einer festen und glücklichen Beziehung. Bis Anna das Thema Kinder anspricht. Im Gespräch stellt sich heraus: Er will kein Kind. Er fühlt sich einfach noch nicht bereit. Mit dieser Problematik sind die beiden kein Einzelfall. Immer wieder kommt es vor, dass die Frau einen ausgeprägten Kinderwunsch hat und der Mann nicht. Woran liegt das? Und wie reagieren Sie auf die Einstellung Ihres Partners? Wir haben Tipps für Sie.

Er will kein Kind? Die Unterschiede der Geschlechter

In Beziehungen ist der Wunsch nach Nachwuchs je nach Geschlecht oft unterschiedlich stark ausgeprägt. Was also tun, wenn die Frau ein Baby will, der Partner aber noch nicht will? Laut unserer ElitePartner-Studie wünschen sich knapp 70 Prozent der Liierten unter 30 Nachwuchs, der Wunsch der Männer in dieser Altersgruppe ist nur leicht schwächer ausgeprägt als der der Frauen. Viele Männer wollen mit dem Nachwuchs gerne noch etwas warten, während die Frauen bereits Torschlusspanik haben. Grundsätzlich haben also beide Geschlechter dieselbe Erwartung an eine Beziehung, jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Folglich ist nicht pauschal davon auszugehen, dass nur er kein Kind will. Vielmehr ist es so, dass sich Frauen tendenziell früher dazu bereit fühlen als Männer.

Welche Ängste sorgen dafür, dass ein Mann kein Kind will?

  • Verantwortung: Ganz egal, wie modern eine Beziehung zu sein scheint, beim Thema Nachwuchs fühlen sich viele Männer nach wie vor in der alleinigen Verantwortung, die Familie ernähren zu müssen. Laut unserer ElitePartner-Studie sind 61 Prozent der liierten Männer der Meinung, dass sie finanziell für die Familie sorgen müssen, 87 Prozent erwarten von sich selbst bzw. von ihrer Rolle als Mann ein engagierter Familienvater zu sein. Will ein Mann kein Kind, kann die Familienplanung also das Gefühl auslösen, er wäre noch nicht bereit, solch eine große Verantwortung zu tragen und er fühlt sich mit der Situation überfordert. So manche Frau glaubt dann irrtümlicherweise er will generell kein Kind.
  • Berufliche Zukunft: Männer legen häufig großen Wert auf Sicherheit. Dazu zählt ein geregeltes Einkommen, ausreichende Ersparnisse und die Aussicht auf eine sichere berufliche Existenz. „Die verbreitete familienfeindliche Unternehmenspolitik macht das Ja zum Kind zusätzlich schwer“, bestätigt unsere Diplom-Psychologin Lisa Fischbach.

„Männer fürchten nicht nur ihren Freiheitsverlust und die Verantwortung für ein Kind, sondern auch berufliche Nachteile, wenn sie sich für eine Elternzeit entscheiden.“ Daher kommt es zur Situation, dass die Frau Kinder kriegen will und der Mann nicht.

  • Flexibilität: In vielen Firmen und vor allem kleineren Betrieben werden die verschiedenen Modelle der Elternzeit noch nicht angeboten oder erst neu eingeführt. Dadurch fehlt vielen Männern bislang die nötige Flexibilität, um ausreichend Zeit mit Frau und Kind verbringen zu können. Diese Gebundenheit kann dazu führen, dass er noch kein Kind will.
  • Zeitdruck: Sobald Frauen das Thema Kinderplanung ansprechen, fühlen sich manche Männer unter Druck gesetzt. Eine bekannte Reaktion: Er will noch kein Kind. Solche Gespräche können in ihren Augen den Eindruck erwecken, dass die Frau unweigerlich sofort Nachwuchs möchte. Dass Frauen zunächst darüber sprechen und die Zukunft planen möchten, wird dabei oftmals ausgeblendet. Daher kommt es bei der Kinderfrage häufig vor, dass der männliche Partner noch nicht will.

Er will kein Kind: Wie können Sie ihm die Angst nehmen?

Zunächst einmal sollten Sie ihn ganz direkt fragen, wieso er kein Kind will. Lassen Sie ihn dabei ganz offen über seine Sorgen und Ängste sprechen. Bleiben Sie selbst möglichst ruhig und zunächst zurückhaltend und machen Sie ihm keine Vorwürfe, sondern versuchen Sie, ihn zu verstehen. Dadurch nehmen Sie ihm bereits die eine oder andere Sorge.

  • Sprechen Sie über ihre gemeinsame Zukunft: Schildern Sie ihm Ihre Vorstellung der nächsten gemeinsamen Jahre und wie Sie die künftige Rollenverteilung sehen. Wichtig ist, dass die Frau in Sachen Kinderwunsch den Mann nicht übergeht. Bestimmt haben Sie sich schon überlegt, wer welche Aufgaben übernehmen kann. Seien Sie ganz offen mit Ihren Wünschen und lassen Sie sich auf einen Dialog ein.
  • Planen Sie ihn aktiv ein, wenn er kein Kind will: Nicht nur die Kinderplanung, auch die Erziehung ist ein Thema, das beide Elternteile betrifft. Überlegen Sie, wie Sie sich die berufliche Situation vorstellen und sprechen Sie direkt mit Ihrem Arbeitgeber über Möglichkeiten wie Vaterschaftsurlaub oder Arbeitszeitverkürzung. Vermitteln Sie Ihrem Partner, dass Sie jeden Schritt nur gemeinsam als Paar bewältigen wollen.
  • Lassen Sie ihn zu Wort kommen: Nachdem Sie Ihre Sicht der Dinge erklärt und Lösungsvorschläge diskutiert haben, darf natürlich auch Ihr Partner Vorschläge einbringen – auch seine Ansichten sind wichtig für den Dialog. Haben Sie Ihren Partner bereits vom Babywunsch überzeugt und ihm seine Ängste genommen? Möglicherweise erkennt er so, dass er aktiv in die Entscheidungen mit einbezogen wird und Sie die Hürden gemeinsam bewältigen können. Informieren Sie sich über Elternzeit und die Gleichberechtigung von Elternteilen – das schafft bereits eine gemeinsame Basis.

Was tun, wenn er trotzdem kein Kind will?

Selbst nach mehreren Gesprächen hat sich Ihr Partner nicht davon überzeugen lassen? Er spricht immer wieder davon, dass sie beide sich doch selbst genug sind und er nicht mehr zum Glücklichsein braucht, als eine Beziehung mit Ihnen. Außerdem betont er immer wieder, wie stressig die Zeit mit einem Kind sein kann und dass die Partnerschaft darunter leiden wird. Sprich, er will kein Kind und versucht Sie immer wieder davon abzubringen? Dann sollten Sie herausfinden, ob Ihr Partner endgültig bei seiner Entscheidung bleibt und wie ausgeprägt Ihr Wunsch nach Nachwuchs ist. „Wer diese Sehnsucht aus Angst vor dem Verlust der Partnerschaft in den Hintergrund stellt, schadet sich auf Dauer selbst“, so unsere Paar-Beraterin Lisa Fischbach. „Oft kommen die Enttäuschung und der Frust darüber als Aggression gegenüber dem Partner wieder hoch. Besonders, wenn die Verdrängung nicht vollständig bewältigt und abgehakt ist.“

Können Sie sich eine glückliche Zukunft nur mit Kind vorstellen, dann ist eine Trennung von einem Mann, der kein Kind will womöglich die einzige Chance. Eine solche Entscheidung ist absolut nachvollziehbar und Sie sind nicht allein damit. Laut unserer ElitePartner-Studie sehen immerhin mehr als ein Drittel der Befragten unterschiedliche Interessen bei der Lebensplanung – darunter fällt auch der Wunsch nach Nachwuchs – als Trennungsgrund.

Er will (noch) kein Kind? Nutzen Sie Ihre Optionen

Können Sie können ihm durch ein offenes Gespräch – zumindest teilweise – die Angst nehmen, wenn ihr Partner noch nicht an Kinderplanung denkt. Suchen Sie gemeinsam nach Lösungen, die für Sie als Paar und künftige Eltern passend sein könnten. Wichtig ist, dass Sie sich stets als gleichberechtigt sehen und jeden Gedanken äußern dürfen. Wenn Sie sich auf Augenhöhe begegnen und sich einigen, ist dies bereits eine gute Grundlage. Konnten Sie Ihren Partner von der Kinderplanung überzeugen, konkretisieren Sie Ihre Planung und überlegen Sie, ob Ihr Partner in Elternzeit geht und an Ihrer Seite sein wird. Sprechen Sie mit befreundeten Elternpaaren über ihre Erfahrungen und holen Sie sich Tipps für die bevorstehende Zeit als Eltern. Freuen Sie sich gemeinsam auf eine schöne Zeit, in der aufkommende Ängste durch stetigen Austausch gelöst werden können und die (Vor-)Freude im Mittelpunkt steht.

Will er allerdings nach wie vor kein Kind, aber Ihr Wunsch nach einem Baby bleibt bestehen, so kann eine Trennung der Startschuss für einen Neuanfang in der Liebe sein, mit dem sie beide glücklich werden können.

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