Mutter diskutiert mit Kind - Kind akzeptiert neuen Partner nicht

Kind akzeptiert den neuen Partner nicht akzeptiert: 3 Wege aus der Krise

von: ElitePartner Redaktion

„Was Du sagst, ist mir egal, Du bist nicht mein Papa!“ – das hat gesessen. Nick ist frustriert. Er liebt Julia, aber ihr Sohn gibt ihm nicht die geringste Chance. Die permanente Ablehnung des Kindes wird zur Zerreißprobe für die noch frische Beziehung. Denn auch Julia hat es nicht leicht: Sie sitzt zwischen den Stühlen. So gehen Sie damit um, wenn das Kind den neuen Partner nicht akzeptiert.

3 Ursachen für die Eifersucht des Kindes: Von Verlustängsten und Ex-Partnern

  1. Skepsis: Nach einer schmerzhaften Scheidung haben Sie sich endlich wieder verliebt und Sie könnten nicht glücklicher sein – eigentlich, denn ihr Kind torpediert Ihr neues Glück. Damit sind Sie nicht alleine. Kinder sind in der Regel skeptisch gegenüber Fremden und befürchten, ihre Mutter oder ihren Vater an den neuen Partner zu verlieren. Sie können nicht wissen, welche Absichten der oder die Neue hat. Die (für das Kind) logische Konsequenz: Das Kind akzeptiert den neuen Partner nicht.
  2. Vertrauenskonflikt: Auf der anderen Seite sollte derjenige, der in die kleine Familie hineinkommt, sich darüber im Klaren sein, welche Herausforderung ein Patchwork-Kind darstellt. Sie verarbeiten möglicherweise noch die Trennung der Eltern und sind geprägt durch die Konfliktsituationen, die sie womöglich über eine geraume Zeit erlebt haben. Potenzielle Ersatz-Papis oder -Mamis stehen aus Sicht der Kinder immer in Konkurrenz zum verlorenen Elternteil. Dass das Kind dann eifersüchtig auf den neuen Partner reagiert, überrascht nicht wirklich. So kommt es, dass die Kleinen echte Loyalitätskonflikte durchleben und fürchten, durch ihre Sympathie gegenüber dem neuen Partner ihren Vater oder ihre Mutter zu verraten. Also akzeptiert das Kind den neuen Partner einfach nicht. „Manchmal nehmen auch die Eltern gehörigen Einfluss, indem sie das Kind ausfragen, abwertende Bemerkungen machen, sodass das Kind mit seinen Gefühlen hin und her gerissen wird. Dann erscheint es als einzig mögliche Lösung, den neuen Mann oder die neue Frau nicht zu akzeptieren“, erklärt Paar- und Familienberaterin Sigrid Sonnenholzer.
  3. Ungewohntes Umfeld: Hinzu kommt häufig, dass das Kind eifersüchtig auf den neuen Partner ist. Sonnenholzer weiß, warum: „Wenn der Elternteil, bei dem das Kind aufwächst, lange alleine mit dem Kind war, bildet sich ein festes Gefüge. Der neue Partner wird als Eindringling gesehen, und die Eifersucht steht im Vordergrund.“ Die Folge: Das Kind akzeptiert den neuen Partner nicht.

Von Eifersucht sind nicht selten auch die Ex-Partner geplagt, gerade, wenn Sie, im Gegensatz zu Ihnen, nicht fähig sind, eine neue Beziehung aufzubauen. Auch Sie können über die gemeinsamen Kinder großen Einfluss auf die Beziehung nehmen und so – auf ihre Weise – Ihr neues Glück auf eine harte Probe stellen. Das kann dazu führen, dass das Kind die Beziehung zerstört.

Kind eifersüchtig auf den neuen Partner: So hat Ihre neue Beziehung zu dritt eine Chance

Seien Sie geduldig

Einfühlungsvermögen und Verständnis zählen jetzt zu den Kernkompetenzen. Das beginnt bereits bei der Partnersuche: „Am besten ist, den Kindern besonders viel Aufmerksamkeit und Stabilität zu geben. So sind sie in der Lage, den neuen Partner nicht als Bedrohung zu erleben und sich langsam zu öffnen“, erklärt unsere ElitePartner-Expertin und Paar-Beraterin Lisa Fischbach. Haben Sie sich verliebt, überstürzen Sie nichts. Erwägen Sie ein Treffen zu dritt erst, wenn sich die Beziehung gefestigt hat. Knüpfen Sie außerdem keine zu hohen Erwartungen an das erste Aufeinandertreffen Ihres neuen Partners und Ihres Kindes. Und erzwingen Sie vor allem nicht die gegenseitige Zuneigung der beiden. Es ist ganz normal, dass das Kind den neuen Partner nicht sofort akzeptiert.

Denken Sie daran: „Die erste Ablehnung ist selten eine persönliche Antipathie des Kindes gegen den neuen Partner. Vielmehr löst Veränderung bei den meisten Kindern Unsicherheitsgefühle und Angst aus, die Mutter oder den Vater zu verlieren“, so Fischbach. Sie rät dazu, die ersten Verabredungen locker anzugehen, damit das Kind nicht die Beziehung zerstört: „Günstig ist, etwas zu unternehmen, das dem Kind Spaß macht. So verhindern Sie, dass das Kind den neuen Partner nicht akzeptiert. Je nach Alter ist der Besuch eines besonderen Spielplatzes oder des Zoos ideal. Hier kann unbefangen Kontakt aufgenommen werden und das Kind frei agieren. Nach dem Treffen hilft es den meisten Kindern, mit der Mutter oder dem Vater allein zu sein. Das vermittelt die Sicherheit, Eindrücke im geschützten Rahmen verarbeiten zu können.“

Sorgen Sie für ein zeitnahes Kennenlernen

Verstecken Sie Ihre neue Liebe nicht – auch wenn Sie Angst davor haben, dass Ihr Kind Ihren neuen Partner nicht akzeptiert. Davor warnt auch unsere Diplom-Psychologin Lisa Fischbach:

„Kinder haben hochsensitive Antennen. Sie merken schnell, wenn sich in der Gefühlswelt der Mutter etwas ändert, sogar schon, bevor Kleinkinder das verbalisieren können. Deshalb sollte man nicht zu lange damit warten, Kinder miteinzubeziehen, so erspart man ihnen das Aushalten von diffusen Gefühlen.“

Kind akzeptiert den neuen Partner nicht?  Seien Sie ehrlich

Es lohnt sich, mit offenen Karten zu spielen, um den störenden „Ex-Faktor“ zu eliminieren. Sprechen Sie gemeinsam über die neue Konstellation, zeigen Sie Verständnis für Ihren Ex-Partner und seine Gefühlswelt und organisieren Sie ein Zusammentreffen mit Ihrem neuen Partner – so entsteht keine unangenehme Situation, wie etwa bei einer zufälligen Begegnung. Das Kind wird so womöglich nicht eifersüchtig auf den neuen Partner reagieren.

Fazit: Zeit und Behutsamkeit helfen, wenn das Kind den neuen Partner nicht akzeptiert

Kommt ein neuer Partner ins Spiel, fühlen sich Kinder schnell von der neuen Konstellation überfahren und bedroht. Das Kind akzeptiert den neuen Partner erstmal nicht. Ihr Gerechtigkeitssinn verbietet es ihnen, den neuen Mann oder die neue Frau an Mamas oder Papas Seite anzunehmen – aus Loyalität zum „verlorenen“ Elternteil. „Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass sich gar nicht so viel ändert, nur weil Sie plötzlich eine neue Partnerschaft haben“, rät Fischbach. „Gehen Sie mit Ihrer Zuwendung besonders sensibel um, damit Vertrauen entstehen kann. Das braucht seine Zeit – und die sollten Sie sich nehmen.“ Der neue Partner sollte behutsam und langsam integriert werden. Achten Sie – trotz Ihrer frischen Beziehung – immer darauf, dass genügend Zeit bleibt, etwas alleine mit Ihrem Kind zu unternehmen. Ansonsten wird Ihr Kind den neuen Partner nicht akzeptieren, weil es Sorge hat, dass es selbst zu kurz kommt. Wichtig ist auch, dass Sie Ihrem Kind immer wieder zeigen, dass es immer den wichtigsten Platz in Ihrem Herzen einnimmt – dann besteht keine Gefahr, dass Ihr Kind die Beziehung zerstört.

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