Zusammenbleiben wegen Kind: Eltern und zwei Kinder spielen gemeinsam

Zusammenbleiben wegen der Kinder: Treffen Sie die richtige Entscheidung mit Nachwuchs

von: ElitePartner Redaktion

Sie haben die perfekte kleine Familie – Vater, Mutter, Kind, ein schmuckes Haus auf dem Land. Eigentlich könnte alles so schön sein, doch seit einiger Zeit ist der Wurm drin. Ständig gibt es Streit und dazwischen bleibt nur die Routine. Die Trennung steht im Raum, aber Sie schrecken vor dem endgültigen Schritt zurück. Denn die Fragen quälen Sie: Was passiert mit den Kindern? Werden sie darunter leiden? Sollten Sie vielleicht besser zusammenbleiben wegen der Kinder?

Keine Trennung wegen des Kindes ist nur ein Grund, eine Beziehung am Laufen zu halten, die schon längst die besten Zeiten hinter sich hat. Laut einer Studie des Forschungsinstitutes YouGov sind die Deutschen wahre Trennungsmuffel: Viele Paare haben ihre Partnerschaft schon einmal künstlich in die Länge gezogen. 33 Prozent der Befragten hielten die Beziehung mehrere Monate am Laufen, 26 Prozent sogar länger als ein Jahr.

Eine Trennung ist nie schön, besonders nicht, wenn Kinder im Spiel sind. Aber sollte man wirklich zusammenbleiben wegen des Kindes? Was sind die psychologischen Konsequenzen einer Trennung für die Sprösslinge? Oder ist es womöglich schädlicher für den Nachwuchs, wird die Beziehung wegen des Kindes weitergeführt?

Fünf gute Gründe für eine Trennung trotz Kind

Eine Beziehung wegen eines Kindes weiterzuführen, klingt zunächst plausibel. Die meisten Ängste, die dieser Entscheidung zugrunde liegen, sind jedoch unbegründet – insofern man die Trennung richtig angeht. Selbst wenn eine Ehe nicht hält, das Elternsein bleibt. Nehmen Sie sich dieses Motto zu Herzen, können Sie Ihrem Kind die Trennung besser beibringen und der Nachwuchs kann sie besser verkraften.

1. Zusammenbleiben wegen des Kindes? Das kleinere Übel zählt

Natürlich leiden Kinder unter einer Trennung. Andererseits sind sie sehr sensibel und spüren es genauso, wenn die Eltern nicht mehr liebevoll miteinander umgehen. Und das ist meist schlimmer als die eigentliche Trennung. Gerade wegen des Nachwuchses ist es darum wichtig, für klare Verhältnisse und ein stabiles und harmonisches Umfeld zu sorgen.

2. Die Kinder stärken

Wenn die Harmonie keine ehrliche Basis hat oder offen gestritten wird, werden die Sprösslinge stärker in Mitleidenschaft gezogen. Eine klare Trennung statt Zusammenbleiben wegen des Kindes kann daher sogar positiv sein: Sind die unterschwelligen Spannungen durch einen klaren Schnitt gelöst, hat der Nachwuchs die Gelegenheit, sich mit der Situation auseinanderzusetzen. Auch wenn dies Wut, Trauer und Enttäuschung mit sich bringt.

Anders, wenn eine Beziehung wegen der Kinder weitergeführt wird. In diesem Fall leiden sie still. Sie trauen sich nicht, die heile Familienwelt in Frage zu stellen. Schließlich leben ihre Eltern ihnen diese scheinbare Idylle ja vor – das „Scheitern“ gilt somit als unnormal.

3. Kein schlechtes Vorbild sein beim Zusammenleben wegen dem Kind

„Scheidungskinder haben insgesamt keine dramatischen Nachteile“, sagt Psychologie-Professorin Sabine Walper, stellvertretende Direktorin des Deutschen Jugendinstituts, die die Folgen von Scheidungen für Kinder untersucht hat. Beziehungsmuster werden nicht vererbt, sondern nur vorgelebt, so Walper. „Manchmal sind Kinder sogar froh, wenn Eltern sich trennen, weil dann die ständigen Streitereien aufhören.“ Wenn keine Trennung des Kindes wegen stattfindet, nehmen die Kleinen die aufgesetzte und lieblose Partnerschaft der Eltern als Vorbild für ihre eigenen zukünftigen Beziehungen.

„Auch sie brauchen in ihrem Leben Schmerzen und Krisen, um ihre eigenen Bewältigungsstrategien zu entwickeln, die sie spätestens als Erwachsene dringend brauchen. Wenn die Eltern dabei ein Vorbild sein können, wie man mit Krisen umgeht, umso besser“

, schreibt Wissenschaftsjournalistin Jutta Martha Beiner in ihrem Buch „Mut zur Trennung“.

4. Selbst daran wachsen

Beim Zusammenbleiben wegen des Kindes sollte man aber nicht nur den Nachwuchs, sondern auch seine persönlichen Belange im Auge behalten. Beiner ist der Meinung, viele Beziehungen hätten einmal ihre Zeit gehabt. Zu erkennen, wann diese vorbei ist, sei eine wichtige Fähigkeit. Denn an einer Trennung zur richtigen Zeit könne man wachsen.

Sie sei nicht für schnelle Trennungen per se, doch Beziehungen wegen eines Kindes weiterzuführen, obwohl sich die Partnerschaft emotional in einer Sackgasse befindet, sei für niemanden eine gute Lösung.

Trennung trotz Kind: Diese Maßnahmen helfen Ihrem Nachwuchs

Für viele Paare ist das Zusammenbleiben wegen eines Kindes keine Option. Besonders wichtig ist es in dem Fall, ein paar Spielregeln bei einer Trennung mit Kind zu beachten.

Pflegen Sie den Kontakt zum Ex-Partner

Dem Wunsch, eine Beziehung nicht wegen des Kindes weiterzuführen, ist grundsätzlich nichts entgegenzusetzen. Wichtig ist dabei jedoch, den Kontakt mit dem Ex-Partner aufrecht zu erhalten – zumindest für das Kind. Judith Wallerstein von der kalifornischen University of Berkeley und Julia Lewis von der San Francisco State University begleiteten über einen Zeitraum von 25 Jahren Kinder getrennter Familien. Ihr Ergebnis: Die Kinder, die einen guten Kontakt zu dem Elternteil hatten, das nicht mehr im eigenen Haushalt lebt, waren am wenigsten von deren Trennung belastet. Laut Forschern der Karlstad Universität in Stockholm weisen Kinder, die abwechselnd bei Vater und Mutter leben zudem ein niedrigeres Stresslevel auf.

Verzichten Sie auf Machtspielchen

Hat man sich entschieden nicht zusammenzubleiben, sollte man wegen der Kinder besonders auf seinen weiteren Umgang mit dem Ex-Partner achten. Denn spielt ein Elternteil den gemeinsamen Nachwuchs gegen den anderen aus, können sich in der Tat langfristige psychische Störungen entwickeln, wie Langzeitstudien aus den USA belegen. Der Grund: Kinder lieben in der Regel beide Elternteile.

Wissenschaftsjournalistin Beiner sagt: „Die Partnerebene von der Elternebene zu trennen, ist sehr wichtig. Das, was Kindern wirklich schadet, sind diese fürchterlichen Loyalitätskonflikte, wenn die Eltern sich vor dem Kind gegenseitig abwerten. Das ist auch ein Affront gegen das Kind selbst – immerhin besteht es zur Hälfte aus dem anderen Elternteil.“

 Zusammenbleiben wegen des Kindes – ja oder nein?

Eine perfekte Lösung gibt es natürlich nicht. In jedem Fall ist die Situation kompliziert und ruft Enttäuschung und Trauer hervor.  Die Erwartungshaltungen an eine Beziehung sind in der heutigen Gesellschaft groß und Trennungen werden häufig als Versagen wahrgenommen. Doch: Wer miteinander nicht glücklich ist, sollte nicht wegen der Kinder zusammenbleiben. Solange eine Trennung in geordneten Bahnen abläuft, nicht in einen Rosenkrieg ausartet und solange beide Elternteile weiterhin für die Kinder da sind und ihnen dies auch vermitteln, besteht kaum ein Risiko für langfristige Schäden. Eher im Gegenteil: Sowohl Sie als auch Ihre Kinder werden aus einer Trennung gestärkt und glücklicher herausgehen.

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